Ägypten – Rotes Meer / Dahab
Der letzte Punkt der Reise war gekommen .. Dahab .. eine Touristenstadt die auf Basis eines kleinen Fischerdorfs gebaut wurde .. von diesem ist aber nichts mehr zu sehen. Im Voraus war ich ja froh das ich kein Hotel in Hurghada oder in Sharm el Sheikh habe .. wobei es sich wahrscheinlich nichts nimmt. Was ich damit sagen will .. diese Retortenstädte haben mit Ägypten nichts zu tun .. die sterilen Strandpromenaden erinnern an Italien, die Restaurants, Souvenirläden usw. alles ist für den Massentourismus gemacht und auch dafür ausgelegt.
Das Hotel war okay .. 4 Sterne und die Menschen auch nett und freundlich .. aber mein Gott .. Ferienanlagen und Clubs mit All Inclusive sind mal so gar nix für mich. Das Essen im Hotel hab ich dann simpel ab dem zweiten Tag nur noch als “Fraß” bezeichnet .. mehr war es nämlich nicht .. es hat die zum Überleben notwendigen Kalorien gesichert und beim Frühstück konnte man so herrlich Sozialstudien betreiben. Von einem guten Hotel erwarte ich morgens einfach Tonnen von frischen lokalen Früchten (und da wächst einiges im Niltal), frischen O-Saft und Kaffee aus ner Espressomaschine .. mehr muss es gar nicht sein.
Die deutschen, österreichischen und russischen Pauschaltouristen schienen aber durchaus zufrieden .. mit ihrem Dasein .. und einige Pauschalexperten hatten natürlich ihren eigenen Kaffee und die Nutella von Zuhause mitgebracht.
Was mich dann aber für diesen Anblick und den Angriff auf meinen Geschmacksnerven entschädigt hat war das Korallenriff direkt am Strand .. ich konnte es nach meinem ersten Tauchgang sowas von gar nicht glauben was sich da vor meinen Augen abspielt .. ein kunterbuntes Ökosystem mit tausenden von verschiedenen Fischen und man musste nur den Kopf unter Wasser stecken und war da .. konnte stundenlang rumschnorcheln die Flora und Fauna beobachten und sich an dem Anblick erfreuen. So trocken der Sinai an Land ist soviel Leben spielt sich dann direkt unter der Wasseroberfläche ab .. ein gerechter Ausgleich.
Willkommene Abwechslung um aus der Touristenhölle zu entfliehen war dann der Ausflug zum Katharinenkloster und zum Berg Sinai. Hier soll Moses die 10 Gebote von Gott erhalten haben und außerdem steht da ein 1A Nachfahre des brennenden Dornenbusches .. in aller Frühe ging es also von Dahab zurück in die Wüste auf ca. 1500 m liegt das Kloster und von dort sind wir dann auf den Mosesberg (2.285 m) hochgekrabbelt .. in völliger Dunkelheit, bei Eiseskälte geführt von einem sich die Seele raushustenden Ägypter inmitten von hunderten von Russen die sich wohl mir zuliebe ebenfalls entschlossen hatten auf den Berg hochzukrabbeln .. dank jahrelanger sportlicher Quälerrei waren wir natürlich ca. 1,5 Stunden vor Sonnenaufgang oben .. und da es da zog wie Hechtsuppe und es wirklich bumskalt war habe ich mich dann noch die 1,5 Stunden in eine Hütte verkrümelt, hab überteuerten Tee getrunken um mich aufzuwärmen und hab ne Neuseeländerin und ne Tasmanierin vollgequatscht.
Auch mit den Menschenmassen hat sich der Aufstieg allerdings gelohnt da ich einen der schönsten Sonnenaufgänge meines Lebens gesehen habe.
Ägypten .. mein Einstieg in die arabische Kultur .. die ich zu schätzen gelernt habe .. aber eben nur wenn man wirklich Abseits der Touristenströme bleibt.

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