Ägypten – Sinai
Nach den Tagen in Kairo ging es am Morgen dann mit Geländewagen auf die Halbinsel Sinai .. geographisch gesehen ging es unter dem Suez Kanal hindurch von Afrika nach Asien. Nach einigen Stunden Fahrt ging es auf unbefestigte Pisten und am Ende einfach quer durch die Wüste bis zu den Beduinen mit ihren Kamelen die dann für den Rest dieses Tages und de nächsten Tag das Fortbewegungsmittel sein sollten. Wenn man auf dem Kamel mal eine gute Position gefunden hat weiß man dann auch irgendwann warum das Tier Wüstenschiff genannt wird. Ein weiteres mal eine sehr entspannte Art zu reisen.
Schön war auch das man in der Wüste den ganzen Touristenmassen entkommen konnte und Ruhe fand. Nach ein paar Stunden auf dem Kamel wurde dann in einem simplen Beduinen Wüstencamp unter freiem Himmel übernachtet. Lagerfeuer, Schlafsäcke und Matten, schlafen in Klamotten, ein bisschen dreckig und speckig sein, keine Elektronik, kein Internet, kein Verkehr und kaum Menschen .. geschadet hat das glaub ich auch noch niemandem. Hier fand man auch den einzigen altägyptischen Tempel der nicht von den üblichen 200 Touristen umkreist wurde .. nach einer Wanderung zu Fuß auf ein kleines Plateau lag er unerwartet und überraschend vor einem.
Der Clou ist sicherlich etwas in die Wüste zu wandern und sich dann in den Sand zu legen und das Sternenzelt zu betrachten .. ohne die Lichtemissionen die uns in Europa allgegenwärtig sind ergibt sich so eine neue Sicht der Sterne .. und ich habe zum ersten mal den Begriff Himmelszelt -wirklich- verstanden.
Geschlafen wurde schon kurz nach 20:00 Uhr .. und wie immer wenn die Errungenschaften der Zivilisation fern sind schlummere ich 10 Stunden wie ein kleines Baby. Darauf habe ich mich gefreut da ich diese Erfahrung schon mehrmals in Westafrika machen durfte.
Der Sinai ist gelinde gesagt furztrocken .. eine unwirkliche Mondlandschaft fast ohne Vegetation .. eine extrem karge Stein- und Sandwüste durchzogen von vielen Canyons und Bergketten .. außerdem dünn besiedelt und man fühlt sich schon irgendwie ein bisschen am Ende der Welt. Leider hatten wir nur eine Nacht in der Wüste denn am nächsten Mittag ging es schon weiter nach Dahab am Roten Meer ..
Das leckerste Fladenbrot und die beste Tahina gab es bei den Beduinen auf dem Sinai!

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