getmad der perverse ist wieder da

Am 09.11.2007 wurde das Fernmeldegeheimnis zu Grabe getragen .. an diesem Tag wurde die Vorratsdatenspeicherung aller unserer Telekommunikationsdaten beschlossen.

Das heisst unter anderem folgendes:

1. es wird gespeichert von welchem Ort ihr um welche Uhrzeit eine SMS an wen auch immer schreibt
2. wann ihr euch wie lange ins Web verbindet
3. an wen Ihr von welchem Postfach aus eine Email schreibt
4. von wem euch eine Email erreicht
5. eure IPs (im Grunde kann man damit sehen welche Webseiten ihr wie lange besucht habt)
6. eure kompletten Handy und Telefonverbindungsdaten .. also mit wem ihr wie lange telefoniert

Übermittelt werden auf Vorrat gespeicherte Verbindungsdaten:

1. zur Verfolgung von Straftaten (toll)
2. zur Abwehr von erheblichen Gefahren für die öffentliche Sicherheit (aja)
3. zur Erfüllung der gesetzlichen Aufgaben der Verfassungsschutzbehörden des Bundes und der Länder, des Bundesnachrichtendienstes und des Militärischen Abschirmdienstes an die zuständigen Stellen. (welche sind das)

Im Grunde kann JEDER Beamte bei der Polizei oder sonst irgend einem exekutiven Organ des Staates zukünftig per Knopfdruck an diese Daten gelangen.

Das beste ist aber das denn Telekomprovidern erhebliche Mehrkosten dadurch entstehen .. wer bezahlt das wohl?
Ratet mal .. und fragt euch ob es euch Recht ist das tausende von Beamten (eure Nachbarn) zugriff auf eure Telekomverbindungsdaten haben!

Bei der Abstimmung für die Vorratdatenspeicherung hat übrigens fast die komplette CDU/CSU + SPD Fraktion zugestimmt.
FDP, Grüne und die Linkspartei waren geschlossen dagegen.

Am 01.11. wurde Fingerabdruck in dem E-Reisepass Pflicht. Im E-Reispass befindet sich ein sog. RFID Chip der per Funk ausgelesen werden kann. So einen RFID Scanner kann sich jeder besorgen der den Onlineshop von Conrad bedienen kann. Damit ist es dann möglich die Passdaten auszulesen .. und Ihr alle habt keine Kontrolle drüber. Der Chef des BKA hat zugegeben das er seinen E-Pass nur in einer Bleihülle spazieren trägt da der RFID Chip dadurch nicht ausgelesen werden kann. Viel toller ist aber das eure Fingerabdrücke damit dem BKA und der Regierung bekannt sind.

Stellen wir uns folgende Situation vor:
Ihr seit im Karstadt und wollt euch ein Messer kaufen .. ihr fasst diese an und legt sie wieder zurück. Wochen später wird mit diesem Messer jemand erstochen. Täter unbekannt. Nur eure Fingerabdrücke auf dem Messer. Ratet mal bei wem dann die Kripo vor der Tür steht.

Zu abstrakt?
Naja konstruiert euch selbst was oder lasst euch die Fingerkuppen abfräsen!
Klar könnt ihr jetzt sagen: „Hey ich bin sauber und habe nix zu verbergen und wenn damit Verbrecher gefangen werden ist das toll!“

Dann frage ich euch: Könnt ihr mir ein halbwegs zivilisiertes Land sagen das in den letzten 100 Jahren zwei Unrechtsregime hervor gebracht hat (3.Reich + DDR). Und könnt ihr sicher sein das dies nicht nochmal passiert? Und sollte es passieren wird es nur ein Knopfdruck für den Staat sein alle Menschen zu bespitzeln. Dazu braucht man dann keinen Stasiapparat und keine SA/SS mit tausenden von Spitzeln. Es reichen dann 100 Nerds in nem Rechenzentrum und die Republik ist unter Kontrolle.

Wenn ihr also bei Amazon das Buch: „Wie grille ich nen Nazi“ bestellt wird das ebenso bekannt sein, wie wenn ihr an eine katholischen Gott glaubt oder doch eher zum Voodoo tendiert.

Schöne neue (alte) Welt … und in diesem Sinne:

Now all you sinners
This is the prophecy
the revelation of your own destiny
Sleep well and dream on
The dream that you have sold
And now my brothers,
this world is slowly getting cold …

Kommentare:


  1. Anonym :-)

    Unter
    http://chaosradio.ccc.de/cre051.html
    werden wirksame Heilmittel beschrieben 🙂

  2. Ole

    Schön geschrieben. Schade, das die Bundesregierung das anders sieht!

  3. Ingolf

    Man kann nur hoffen, dass die Klage vor dem Bundesverfassungsgericht Erfolg hat.

  4. björn

    wo bleibt der Widerstand (ich sag nur Volkszählung 87)?
    Erschreckend wenn einem bei der Tagespolitik Trash Filme wie Barb Wire einfallen.

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