getmad wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist

oder: 1 Jahr Persönlickeitsentwicklung

Mit Persönlichkeitsentwicklung befasse ich mich schon eine ganze Zeit, früher war es für mich ausschließlich ein Mittel zur Produktivitätssteigerung. Seit gut einem Jahr benutze ich dies aber um mein eigenes Wohlbefinden zu steigern. Was hat sich geändert? Was waren meine Learnings? Und wie war meine Reise zu meinem Lächeln?

2018

Springen wir in das letzte Jahr, ich war kurz davor mir das Leben zu nehmen. War zerfressen von Depressionen. Mein Körper reagierte auf viele meiner eigenen Signale nicht mehr. Man sagte ihm aufstehen. “Computer sagt neeeiin”. Es war wie bei vollen Bewusstsein dahinvegetieren. Als wäre die Befehlsverweigerung nicht genug, schmerzte der ganze Körper überall. Ich dachte mir: “Das soll das Schöne leben sein wovon alle Reden? Ich spüre nur Schmerz”.

Als Nichtsnutz oder Versager hätte ich mich beschrieben. Konnte nichts, und wenn etwas gutes passierte war es fast immer Glück. Ich war der festen Überzeugung für niemanden attraktiv zu sein. Deshalb wurde viel Zeit auf Portalen verbracht, die sich mit Porn oder käuflicher Liebe beschäftigten. Wollte ich mir Sex kaufen? Irgendwie nicht. Ich wollte zu der Zeit jemanden haben der mich in den Arm nimmt bei dem ich mich ausweinen konnte. Bis zu dem heutigen Tage hat der Frugalismus, bei mir in diesen Bereich gesiegt.

Hier habe ich wirklich versucht zu lächeln

Die ersten Laufversuche 90 Tageschallenge

Frauen ansprechen – vögeln – Der Player sein. War nicht meine Intention. Schließlich hatte ich eh kein Libido. Einsamkeit und die Gewissheit, die Angst nur dadurch bekämpfen zu können, trieben mich an.
Es war mit einer der schmerzhaftesten Erfahrungen die ich machen musste. Man gibt sein Bestes, erfährt aber ständig nur Ablehnung. In einer Situation an der es einem sowieso an Zustimmung mangelt.

Frugalistischer Urlaub

Innerlich hatte ich immer noch das Gefühl der brechenden Rippen. Arbeiten traute ich mir ehrlich gesagt nicht zu. Dachte oft, wer möchte so ein Plepp denn haben? Ich werd doch eh nur angeschrien. Menschen sind böse.

Zum Glück hatte ich ein volles Konto, dachte ich mir oft. Weil ich das Studium in Thüringen beendet hatte, konnte ich mir ein Thüringen Ticket für nur 120€, für ganze 6 Monate holen.

Dank des guten Wetters erkundete ich erstmal das Bundesland. Auf dem Foto sieht man mich zwar lächeln, aber Glücklich war ich noch nicht.

Weinkrämpfe waren auch nach der 90 Tagesschallenge an der Tagesodrnung. Aber es wurde besser. Ich beschäftigte mich sehr viel mit mir selbst. Schaute und analysierte datengetrieben was mit gut tat und was nicht.

Dezember: Erstes Lächeln

Es vergingen die Monate, mittlerweile hatte ich sogar einen festen Schlafrhythmus. Ich erkannte, an vielen Dingen ist meine Sichtweise schuld. Ich akzeptierte, dass die Sachen die in Jena passiert sind, eine Verkettung unglücklicher Ereignisse gewesen waren, und manche von der Antifa, solange man nicht über Politik redet, ganz nett seien können.
Auf dieses GIF bin ich ganz besonders Stolz. Auf Fotos habe ich früher nie gelächelt, ehrlich gesagt war ich auch nie wirklich glücklich. Selbst in meinem Abibuch stand: ”Grund Interpretation: Suizidgedanken.” Aber dieses GIF, dass eigentlich ein kleines Video für eine Freundin war, auf diesem Video lächle ich das erste mal von innen.

So langsam fangr ich an zu verstehen, warum die meisten Menschen das Leben gut finden. Warum die meisten Menschen es komisch finden, wenn man dem Tod sehr positiv gegenüberstand, nein sogar hoffte dass er bald kommt. Sie spürten diesen ständigen Schmerz nicht. Sie spürten Lebensfreude, die auch langsam in mir anfing mich zu berauschen.

Meine Ängste wurden mir mit jeden Tag mehr bewusst. Mittlerweile weiß ich, dass ich eine soziale Phobie hatte, die man nach heutigem Kenntnisstand am besten mit der Konfrontationstherapie begegnet. Also alles richtig gemacht^^

Täglich grüßt der Dispo

Mittlerweile schreiben wir Ende März. Über lange Zeit keine Arbeit zu haben, ist bekanntlich nicht das beste fürs Konto. Man konnte förmlich sehen wie es Monat zu Monat kleiner wurde. Mein Leben würde ich in einer Grafik so beschreiben:

Wobei man schon einen “Zinseszins” erkennt. Fand es immer noch echt kacke, aber nicht mehr absolut kacke.

Mir haben viele gesagt: “Pascal such dir einen Job, damit du das Studium finanzieren kannst”. Ehrlich gesagt, mochte mein Inneres, auch bis vor kurzem noch, das Studium wirklich nicht. Ich habe es verabscheut. “Ich soll arbeiten gehen für etwas, was ich absolut nicht mag?!” War oft die innere Antwort, zusammen mit einer inneren Resignation. 14h die Woche für so etwas arbeiten. Warum lebe ich überhaupt? Wofür? Ich hatte mich innerlich abgefunden in paar Jahren, wenn das ganze Geld aufgebraucht ist, obdachlos zu werden.

Komisch ist diese Aussage von mir zu hören, besonders wenn man mich länger kennt. Ich habe mich früher immer gefreut arbeiten zu dürfen. Mehr zu machen als andere. Mehr zu wollen. Hatte mit 19 das Ziel spätestens mit 30 eine Princess M 30 zu besitzen. Fand es mega nervig, wenn meine Betreuer mal wieder ein Mittagessen lang über die zu schlechte Bezahlung meckerten, aber nichts an ihrem Leben geändert haben.

Ich wollte mehr wissen haben als andere. Mehr Einfluss. Mehr Geld. Mehr Freiheit.

Das Streben nach Freiheit war für mich ein ganz großer Treiber, für Personen wie Lukas Mankow, die Herren von Mehr Geschäft,  oder unser Homo Oeconomicus aber auch. (Und alle haben auf das Studium ähnlich wie ich reagiert. Hm…)

Alle haben dieses spezielle Streben nach Freiheit. Damit meine ich nicht dieses in der Finanzblogbranche weit verbreitete: “Ich sitze 30 Jahre lang in einem vermeintlich gut bezahlten Job fest, der mir nicht ganz so gut gefällt, aber bin dann endlich dem Hamsterrad entkommen”. Sondern, ich habe nur ein Leben und mache hier und jetzt das beste daraus. Möchte möglichst Vielen helfen.

Um Geld anzuziehen war mit bewusst, dass auch in sich selbst investiert werden musste. Weiterbildungen für das Mittlere-Management. Seminare zu den verschiedensten Themen waren im Monat mit min. 20% des zu Verfügung stehenden Geldes eingeplant. Der Unterschied zwischen dem Opfer und Wachstumsdenken hätte nicht größer sein können.

Dieses Wachstumsdenken kam im April durch eine kleine Änderung wieder in mein Leben. Ich hatte mein Laptop Display vor einiger Zeit geschrottet. Somit konnte ich mein Laptop nicht wirklich benutzen. Jedoch wollte ich ein paar Dinge vorbereiten.

Deshalb holte ich mein alten 16 zu 10 LCD Bildschirm aus dem Keller. Welcher es vllt auf 20 FPS bringt und grade mal HD Auflösung hatte. Schloss ihn an. Startete den Laptop. Portfolio Performance lädt, da es im Autostart ist. Das Diagramm mit der akkumulierten Sparrate wurde geladen.
Was warum sind das nur 250€ pro Monat?! Ich war wieder angefixt. Durch eine Grafik. Zwei Tage später habe ich meine erste Bewerbung rausgeschickt, am 23.04.2019.

Ich hatte auf einmal wieder Wünsche, hatte mein Inneres immer gesagt: “Nein das darfst du nicht.”. Ich erlaubte mir am Laptop nach Spielen zu suchen, ich hatte ja immer diesen Suchtdruck. Steam geöffnet. Spiele vielleicht 5 min angeschaut. Steam wieder geschlossen. Suchtdruck war weg.

Du bist eine Diva wenn du hungrig bist!

So oder so ähnlich könnte man meine Haupterkenntnis der letzten Monate erklären. Springen wir nochmal in den Anfang April:
Der Maschinist erstellt einen Beitrag, welcher inhaltlich sagt, einfach mal die Klappe halten. In welchem ich gefühlt die halbe Kommentarspalte zusammen geflucht hatte, da ich sehr hungrig war. (Welch eine Ironie)

Nachdem ich was gegessen hatte, öffnete ich wieder den Browser. Shiiiiiit! Mir wurde bewusst: Du musst mal richtig essen. Deshalb bastelte ich mir eine “Wahrheitstabelle”. Wodurch ich mich indirekt zwang regelmäßig zu essen. Das war vor gut 3 Wochen.
BAM! Auf einmal funktioniert alles. Ich habe eine durchgängige Libido, Stimmung ist gut, mit sehr wenig Vola. Ich bin selbstbewusst, gehe viel raus, habe kaum mehr Angst, Fühle mich selten schlapp. Letsplays, genug gesehen interessieren mich nicht mehr.

Diese Veränderung die ich in den letzten 3 Wochen gemacht habe, ist echt nicht zu beschreiben. Die Körperhaltung ist auch irgendwie grader geworden. Selbst die meisten Unisachen verstehe ich auf einmal. Ich habe einfach zu wenig gegessen. Essen sehr niedrig zu budgetieren, obwohl man weiß, man braucht gefühlt das doppelte an Kalorien als ein normaler Mensch. Nicht gut.

Höchstleistungen von sich selbst zu verlangen, aber gleichzeitig den Lamborgini Urus nur mit Wasser betanken zu wollen. 20 Minuten später zu wundern warum man einen Motorschaden hatte. Willkommen in meiner Welt.

Jetzt Mitte Mai, würde ich mein Leben mit 7/10 bewerten

Wenn man bedenkt, dass ich vor gut einem Jahr nichts alleine konnte, mir fast in die Hosen gemacht habe beim Bestellen bei McDonalds. Dann ist diese Entwicklung schon echt heftig. Und wenn ich dies geschafft hab, könnt ihr es auch, sogar noch viel mehr. Man merkt richtig was alles möglich ist im Leben. Eigentlich müsste ich über das letzte Jahr ein Buch schreiben. Mir haben Psychologen 13 Jahre lang gesagt: “Pascal damit wirst du ewig leben”. Anscheinend habe ich irgendetwas falsch gemacht.

Was sich genau verändert hatte, gibt es hier in der Tiefe in diesen Videos. Die Kurzfassungen stehen jeweils in der Video Beschreibung:

Meine Learnings 2018:

Die nächste Challenge

Hier ist es aber immer noch nicht zu Ende. Die nächste Challenge steht an!
Eine Sport Challenge, welche eher eine “Pascal du musst regelmäßig essen, Challenge” ist. Da Etienne Garde, eine Ikone für meine Generation, die unter anderem für seine Ablehnung gegenüber von Sport bekannt ist, anfängt zu trainieren, bleiben mir keine Ausreden mehr.

Ausgangslage:
Ich hab mich über Kolljas alten Channel schlau gemacht.
Krummer Rücken, Fett ist auch gut zu sehen. Dies wird wahrscheinlich alleine durch das mehr und besser essen verschwinden. Da soll aber wieder ein Sixpack erscheinen. Ich weiß noch nicht wie ich das mache. Wird schon.

Meine Frage an euch. Was habt ihr letztes Jahr so geschafft und glaubt ihr sollte man das was ich letztes Jahr durchgemacht habe, in einem Buch festhalten?

Ihr seid die Besten.

Euer Pascal.

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