getmad wenn in der hölle kein platz mehr ist kommen die toten auf die erde

Die 90 Tage sind rum. 117 wenn man die Verletzungszeit hinzu nimmt.

Was ist mein Fazit, was habe ich gelernt?

Die Blöcke:

Ich habe die Challenge für mich selbst in 30 Tagen Blöcken aufgeteilt. Die ersten 30 Tage habe ich es mit der Haudrauf-Methode versucht, direkt anzusprechen und bin gehörig daran gescheitert.

Tag 30 – 60 habe ich versucht neue Menschen nebenbei kennen zu lernen. Im Zug jemanden ansprechen, während des Wanderns. Hat bis jetzt am besten geklappt.

Tag 60 – 90 haben sich erste kleine Erfolge eingestellt. Eine Dame die ich schon abgeschrieben hatte, ist auf mich zugekommen und wollte mit mir Feiern gehen 🙂

Hey Pascal, jetzt mal Butter bei die Fische! Wie hoch war deine Trefferquote?

0. Ich habe diesbezüglich versagt. Zwar konnte ich mir ein paar (wahrscheinlich Mitleids-) Nummern sichern. Eine davon hat sich als Dramaqueen, wie sie im Buche steht herausgestellt, diese Nummer wurde dann von mir gelöscht. Viele haben sich nie mehr gemeldet. Alles im allen sehr frustrierend.

Vor allem wenn man die Ergebnisse hier auf dem Blog veröffentlicht, dementsprechend Gas gibt und ständig „einen in die Fresse“ bekommt. Tag 57 war mein persönlicher Tiefpunkt.

Innerlich hatte ich langsam die Erwartungshaltung entwickelt: „Die wollen doch eh nichts gutes. Wenn überhaupt lächeln Sie dich an, lotzen dich später ins nirgendwo nur um dann nicht zu erscheinen“ HALT STOP!

Ich hatte mir ein paar Tage Pause zum reflektieren genommen. Früher hatte das ja auch geklappt. Der einzige Faktor der sich geändert hatte war ich und nicht die Frauen.

Was ich gelernt habe

Gegenüber meiner Herzensdame war ich wie ein Bettler. Ich habe früher in diesen Liebesfilmen, wo der Mann der Frau immer hinterherrennt gedacht: „Wasn fürn Opfer“. Zu so einem Typen bin ich selbst geworden. Als mir das während der Challenge aufgefallen ist, hab ich die Nummer gelöscht. Ihrer Freundin bescheid gesagt, warum ich das gemacht habe. Beste Entscheidung ever. Es ist wie der Arbeitsrausch. In der Situation bemerkt man dieses Verhalten gar nicht.

Die ersten 60 Tage habe ich ein Tagebuch geschrieben, dabei ist mir aufgefallen, dass ich doch verdammt viel mache und diese Divergenz riesig ist. Zwischen, wie ich mich wahrnehme. Was ich denke, was ich gemacht habe und was ich wirklich gemacht habe.

Rund um den 60ten Tag bin ich auf einen Youtube Kanal gestoßen. Defender Around Europe. Ein Pärchen, beide sehr jung nutzen ein freies Jahr und entdecken mit ihren Defender ganz Europa. Ich seh mir ein Video an und bemerke dabei erst so richtig wie negativ ich eigentlich alles gesehen habe, wie beschränkt meine Weltsicht war, wie abwechslungsreiche unser Kontinent ist und wie wenig ich allgemein gelächelt habe. Ohne Witz, dieser Kanal hat echt in mir was verändert. Zum Positiven.

Defender Around Europe anschauen

Angst ≠ Risiko

Angst und Risiko sind zwei verschiedene Sachen. Ich gehe zwar immer noch nicht gerne in die Disco. Dennoch bin ich mir bewusst, dass meine Abneigung einfach so in die Innenstadt zu gehen und dort einen drüber geknüppelt zu bekommen einfach nur eine Angst ist. In Bremen damals war es reales Risiko. Jetzt ist es maximal eine Angst.
Agoraphobie heißt der Mist. Ich habe mich belesen. Das einzige was helfen soll ist konfrontation mit der Angst. Mit anderen Worten ich bin auf einem Guten weg 🙂

Veränderungen

Zum Beginn der Challenge jemand mir gesagt, Pascal das wird die schwierigste Challenge, die alles in deinem Leben verändert.

Schwierig ja. Verdammt nochmal ja!

Die Veränderung sind auch nicht zu übersehen. Körperlich gehts mir super. Morgens wache ich mit Lust auf, war noch nie so anhaltend. Ich sehe mich mittlerweile gerne im Spiegel.

Der Freundeskreis hat sich auch verändert. Natürlich sind da immer noch sehr viele Unternehmer vertreten, wenige Studenten. Ich hatte zwei Freunde kennen gelernt, beide ungefähr mein Alter, beide verdienen jenseits der 10k pro Monat. Es tut mega gut, einmal die Woche mit denen zu skypen. Weil erfolgreiche Menschen treffen Entscheidungen verdammt schnell und setzen auch schnell um. Das bemerke ich immer wieder.

Auch das aufgeräumte Zimmer ist mittlerweile normalzustand. Letztes Jahr sprach mich mein Mitbewohner an:“Pascal räum doch mal dein Zimmer auf, das sieht aus wie ne Katastrophe“
Ich: „Ich ich weiß es wirklich nicht wieso es so unordentlich ist, normalerweise bin ich doch sehr ordentlich…“. Gelernt habe ich, wenn du dich nicht gut fühlst sabotierst du dich selbst.

An dieser Stelle möchte ich mich nochmals bei Thomas bedanken. Der mich immer wieder zum aufräumen und ausmisten bewegt hatte.

Das geilste aber: ich träume und denke wieder.
„Hä hascht du vorher nicht gedacht, bischt du doof?!?“
Ich meine damit, ich denke frei nach. Vorher hatte ich Blockaden im Kopf, es fühlt sich jetzt viel freier an. Auch kann ich mittlerweile wieder länger über Themen nachdenken ohne dass es schwierig wird, gerade in der IT sollte man das können 😉

Ich bemerke wie sich in mir Disziplin aufbaut, sei es durch Sport, Uni oder das Zimmer. Jeden Tag setze ich mich mindestens 2h hin und lerne für die Uni. Meist mehr.

Fazit:

Ich habe versagt, ja. Aber dennoch gewonnen. Gelernt habe ich mega viel. Nicht umsonst ist das Gegenteil von Erfolg Nichtstun. Beim Reiten lernen gehört auch mal hinfallen dazu.

Es ist als ob diese Challenge einen Dominostein umgeworfen hatte, der einen viel größeren umwirft. Ein Tagebuch werde ich weiterführen, da es mir enorm viel gebracht hat. Auch werde ich mich weiterhin meinen Ängsten stellen. Als nächstes Ziel nehme ich mir vor meine Zeitfresser zu analysieren und zu neutralisieren.

Das Schlusswort überlasse ich Kollja

Kommentare:


  1. Pascal Weichert

    Wenn ich das so lese, denke ich mir Mensch Pascal du hast echt n scheiß Politiker Syndrom. Nix erreicht, sogar verloren, trotzdem alles schön geredet. Ist das nicht der NiceGuy den ich in mir beseitigen wollte?

    Die Challenge war echt weit aus meiner Komfortzone. Ich mein, die ersten Tage an denen ich da was versucht habe bin ich förmlich zusammengebrochen.
    Andererseits hatte man sich auch irgendwie verpflichtet Erfolge vorzuweisen, zumindest habe ich mir das selbst eingeredet. Deshalb ist man oft raus gegangen. Wie ich oben geschrieben hatte, um den 60Tag herum hatte ich absolut keinen Bock mehr.
    Innerlich wollte ich das andere Geschlecht schon für immer auf die lange Bank schieben, da ich während der Challenge entweder absagen oder nur die unschöne Version von verrückten kennen gelernt hatte.
    Vielleicht habe ich auch zu viel in mein gegenüber rein projiziert? Vielleicht war ich zu nett zu unreif? Vielleicht hatte ich mir auch insgesamt zu viel erhofft?

    Jedenfalls hatte ich gelernt, dass ich noch viel verbesserungspotenzial in der Kritikfähigkeit und in der Akzeptanz von Niederlagen habe.
    Dass ich oft die „Ruhe“ und Spannung eines intimen Gespräches nicht aushalte.
    Dass Discos, mit Menschen die über 3Liter lack auf ihren Körpern haben und nur an den Abend denken, nichts für mich ist.
    Dass ich unter Alkoholeinfluss sehr gerne unter Menschen bin, aber ohne Menschenmassen (noch) der reinste Horror für mich sind.
    Dass Pornokonsum in direkten Zusammenhang mit meiner Stimmung steht.
    Dass ich viel zu viele Füllwörter benutze.
    Und was oben steht.

    Schade, dass ich so wenig gerissen habe.

    Klar bin ich in vielen bereichen sehr viel weiter als vor 4 Monaten. Die Wohnung ist sauber, ich bin wieder Sportlicher geworden. Wenn ich mich vor einem Jahr vergleiche ist das gut. Wenn ich mich selbst vor 3 Jahren vergleiche ein Witz. Die vergleiche sollte ich unterlassen.

    Vielleicht sollte ich mal wirklich so einen Date Coach ausprobieren. Früher hatte es ja auch irgendwie geklappt. Wird zwar teuer, aber alleine… siehe oben.
    Ach ich weiß nicht. Es ist zum Mäuse Melken.

    Gruß,
    Pascal

  2. denda

    Hey Pascal,

    ich möchte dir erst mal danken, dass du dieses Experiment hier teilst und so offen darüber schreibst.

    Ich finde, dass du auf einem guten Weg bist. Konzentriere dich weiter auf dich selbst. Gehe deine Ängste an und arbeite an Dingen mit denen du nicht zufrieden bist. Denn nur wenn du dich selber leiden kannst, bist du auch in der Lage jemand anderen zu mögen (bzw. lieben). So lange du mit dir unzufrieden bist, sind die ganze Dinge, die du gern haben möchtest in meinen Augen unerreichbar. Frauen merken diese Unzufriedenheit (bin ich jedenfalls der Meinung).

    Bleibe dran und habe Geduld, das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. Der Rest kommt ganz von alleine (so zumindest meine Erfahrung).

    Lieben Gruß

    Denda

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