getmad sardinen wissen, daß gleichmachen mit kopfabschneiden beginnt
29. April 2017

Due Diligence

Ich habe noch nie in meinem Arbeitsleben nach einer Gehaltserhöhung gefragt. Möglicherweise war das dumm, andererseits bin ich nicht der Typ der offensiv Forderungen stellt. Ich hatte auch nie das Problem das ich mit meinem Gehalt nicht ausgekommen bin. Ganz im Gegenteil egal wieviel ich verdient habe, es war immer etwas übrig. Das war als Zivi so, in der Ausbildung ebenfalls und auch beim Berufseinstieg als ich etwa so 1300 Euro / netto hatte. Ich hatte und habe meinen Lebensstandard mehr oder weniger immer an das verfügbare Einkommen angepasst. Wenn das bedeutete ich kann mir nur ein Mountainbike für 750 Euro kaufen kann und einen 12 Jahre alten VW Golf fahren muss dann ist das eben so.

Ich sage gerne: Geld das ich nicht habe kann nicht ausgegeben werden bzw. kann ich mir keine Situation vorstellen in der ich einen Kredit in Anspruch nehmen würde.

Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Als Zivi und Azubi habe ich gelebt wie ein Schüler, als Berufseinsteiger wie ein Azubi und jetzt lebe ich wie ein Berufseinsteiger (wenn ich meine Ausgaben betrachte).

Als ich letztes Jahr die Wohnung renoviert habe musste es kein schickes Holzparkett sein, mein altes Bett tut es schon seit 20 Jahren, die Küche war nicht neu sondern billig und funktional, neue Türen habe ich nicht gekauft sondern gebrauchte organisiert. Das neue Bücherregal entstand aus Apfelkisten die ich aufeinander gestapelt habe. Mein Schrank ist eine Antiquität die ich bei der Haushaltsauflösung meiner Oma abgestaubt habe und mein 500 Euro Sofa feiert dieses Jahr 15 Geburtstag. Im nachhinein habe ich aber nicht bewusst auf neue, bessere oder moderne Dinge verzichtet. Ich fands nur immer blöd Sachen zu entsorgen, die noch prima funktionieren, nur weil sie alt oder aus der Mode sind.

Um den Bogen zum Gehalt nun wieder zu bekommen: Ich habe mich arrangiert mit dem was ich habe und war dabei auf keinen Fall unzufrieden.

(Natürlich würde ich mir eine schöne Aston Martin Sammlung zulegen wenn ich Multimillionär wäre. Als Multimilliardär wäre der private Jet auf keinen Fall wegzudenken .. das sind aber die selben Umstände. Dem Millionär tut der Aston Martin genau so wenig weh wie mir mein Fiat 500.)

Es kommt also nicht darauf an was du verdienst, sondern was du ausgibst. Ich hatte nie ein Geldproblem, insofern lag es mir auch irgendwie fern nach mehr Geld zu fragen. Mein Ziel war es auch nie ein 80.000 Euro Auto zu besitzen oder sonstige Luxusdinge. Ich bin auch nie auf den Gedanken gekommen, das wenn ich nur mehr Geld verdienen würde, das neue BWM Coupe drin wäre.

Ich glaube mit diesem Mindset ist es mir gelungen Vermögen aufzubauen und jemand der nicht so denkt und handelt wird es auch nicht schaffen.

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