getmad reich wird man erst durch dinge, die man nicht begehrt
24. Januar 2019

Inspektionsreise

Zum Anfang des Jahres habe ich den (nennen wir es mal) EU Trip gemacht. Zuerst war ich in Brüssel und dann in London. Die guten und die schlechten Seiten anschauen. Ich bin großer Fan der EU und finde sie trotz aller Probleme eine der besten Erfindungen die wir bisher gemacht haben. Hab mir in Brüssel die ganzen EU Institutionen angesehen bin durch die Stadt gestreift, hab belgisches Bier getrunken und Pommes gegessen. Brüssel ist toll, hat man irgendwie so nie auf dem Schirm aber die Stadt hat Charme.

Dabei immer wieder über die trotteligen Insulaner gelacht die bei dem ganzen EU Kram sowieso noch nie richtig mitmachen wollten. Boshaftigkeiten rächen sich bei mir immer sofort, folglich bin ich in einem Pommesladen auf der obersten Treppenstufe (zum Klo) ausgerutscht und die Treppe runtergefallen. Zack .. Rippenprellung die spüre ich jetzt noch und so ne Woche konnte ich mich eigentlich nur mit Schmerzensschreien fortbewegen.

Dann bin ich nach London gefahren. Das geht von Brüssel aus mit dem Eurostar innerhalb von zwei Stunden. Der Zug knallt fast durchgehend mit 300 km/h von Brüssel Midi bis nach Kings Cross (St. Pancras) durch. Auch ne hervorragende Erfindung.

In London war ich (glaube ich) zum neunten Mal. Teure, volle und laute Stadt und durch den Bauboom hat sie sich in den letzten 25 Jahren stark verändert. Das Essen ist auf jeden Fall besser geworden, der Rest ist Ansichtssache. Was aber auf jeden Fall cool ist, sämtliche Museen kosten keinen Eintritt mehr und das sollte man nutzen. Ich war in der Tate Modern, im V&A, der National Portrait Gallery und im British Museum. Alleine in der Tate kann man ne ganze Woche verbringen und hat dann immer noch nicht alles gesehen.

Im Fernsehen nebenbei auch die Debatten zum Brexit im Britischen Parlament verfolgt, wieder über die doofen Briten gelacht und .. ihr wisst was jetzt kommt .. am nächsten Morgen hatte ich ne fette Erkältung am Hals.

Als völliger Totalschaden bin ich dann noch durch Belgravia, Kensington und Notting Hill gewandert und habe mit Miet- und Kaufpreise von Immobilien angesehen. Jeder Münchner weiß dann, dass er maximal eine Miete auf Sozialhilfeniveau zahlt.

In Kensington kann man ne nette Wohnung mit 2 Zimmern für 1200 Pfund mieten .. pro Woche. Alternativ ein kleines Stadthaus? 14 Millionen Pfund. In Belgravia sind aber auch mal 100 Millionen Pfund machbar. Immerhin habe ich nun auch mal Julian Assanges Wohnsitz gesehen. Er tut mir leid .. wohnt zwei Gehminuten von der Harrods Food Hall weg und kann dort nicht futtern gehen. Was eine Folter. Aja .. ihr solltet einen Großteil eurer Reisekasse in der Harrods Food Hall ausgeben für den Rest dann so lange lokale IPAs trinken bis ihr pleite seit.

Heimgekommen bin ich mit Easyjet. Und wundern warum so viel CO2 und Feinstaub in der Luft ist muss ich mich auch nicht mehr. Die Zugtickets nach London haben alles in allem 220 Euro gekostet. Der Rückflug 85 Euro. Wer ist so blöd und fährt da Zug? Meine Reisebegleitung ist mit dem Flixbus für 15 Euro nach Brüssel gefahren. Ich mit der Deutschen Bahn für 140 Euro (Sparticket gab es nicht mehr).

Kurz zusammengefasst: Zu viel Bier und Schlemmereien in Kombination mit meiner Boshaftigkeit führen zu körperlichen Schmerzen. Man kann sich aber durch wirkliche spannende Kunst und leckeres Essen davon ablenken lassen.

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