getmad der perverse ist wieder da
13. April 2021

Why Bitcoin is not for me

Jetzt fange ich mal mit einem: ALLES IST GUT … ABER an.

Ich habe nichts gegen Bitcoin .. aber: ich besitze keine. Nicht mal als Beimischung und das hat Gründe.

Bitcoin ist (in sich) kein Investment.

Es generiert nur Wert durch Angebot und Nachfrage und den Glauben der Menschen die Bitcoin besitzen.

Das ist auch so bei Gold und ich habe kein Gold.

Bitcoin ist eine Plattform.

Diese ist zwar bumssolide und, soweit ich das beurteilen kann, sicher. Aber es bleibt EINE Plattform.

Deployen die Entwickler Bugs kann Bitcoin crashen. Eignet sich irgend ein Fancy Quanten Computer Netzwerk (in der Zukunft) das Netzwerk an, kann es Einfluss nehmen und die Blockchain zerstören.

Diese Gefahr besteht bei jeder Plattform (P2P, Währungen, Börsen usw.) darum habe ich mein P2P Engagement nie nennenswert ausgebaut und darum ist mein Cash Anteil überschaubar.

Bitcoin eignet sich nicht als Cash Ersatz.

Dafür ist es zu langsam und die Gebühren sind normalerweise auch zu hoch. Um ein Cash Ersatz zu sein müssten Transaktionen in Millisekunden möglich sein.

Es taugt also auch nicht als Währung im klassischen Sinn.

Versteht mich nicht falsch. Blockchain und Kryptos haben auf jeden Fall ihre berechtigten Anwendungsfälle. Aber (für mich) ist Bitcoin in diesem Ökosystem irgendwie nutzlos.

Man kann nichts damit anfangen, es generiert nichts, es ist kein Werkzeug und kann nichts besser als vorhandene Systeme oder andere Kryptos.

Gold wird wenigstens noch im industriellen Umfeld und im Schmuckbereich verwendet. Etherum hat seine Smart Contracts, IOTA macht Sinn als System für Micropayments usw.

Bitcoin eignet sich nicht einmal als Bankkonto Ersatz für Menschen die keinen Zugriff auf ein Bankensystem haben, dazu sind die Schwankungen zu hoch und man muss immer in „lokale“ Währungen tauschen.

Klar .. Aktien unterliegen auch der „Plattform“ Börse. Aber ich kann den Handelsplatz in der Regel wählen, eine AG erzeugt Umsatz und Geld, es wird etwas geschaffen, entwickelt, verkauft usw.

Angebot und Nachfrage bei Aktien beziehen sich normalerweise zu einem sehr großen Teil daraus, wie das Unternehmen wirtschaftet und wie die Zukunft gesehen wird.

Angebot und Nachfrage bei Bitcoin generieren sich aus dem System Bitcoin selbst und haben keine darunterliegende Basis die ein Investment dort (aus meiner Sicht) rechtfertigt.

So .. und jetzt dürft ihr mich steinigen.

Kommentare:


  1. Sparhoernchen

    Hi mad,

    ich bin immer wieder begeistert von deinen Beiträgen und der klaren Analyse!

    Dein Investitionsprofil ist ein bisschen konservativer als meins, aber sehr ähnlich.
    Von dem Anlagevolumen bin ich leider noch Meilen weit entfernt 🙁

    Deine Einschätzung zu Bitcoin teile ich komplett und frage mich seit Jahren:
    Wo ist der Nutzen?
    Außer natürlich als nicht nachverfolgbare Schattenwährung für Internetschwarzhandel und für Onlineerpressung. Dort ist Bitcoin erwiesenermaßen schon ein etabliertes Zahlungsmittel.
    Für Normalverbraucher sehe ich aktuell keine Anwendung außer das große Casino.

    Außerdem bekomme ich erschreckend viele Spammails zu dem Thema.
    Für mich heißt das hier sind viele Anleger mit Gier in einer Blase unterwegs und scheinbar gibt es jetzt schon viel kriminelle Energie, die versucht sich daran zu bereichern.

    Aktuell wäre für mich eine Anlage in Bitcoin als No-Go zu betrachten.
    Wenn schon Casino, dann Doge Coin 😉

  2. Felix

    Hi mad,

    sehe das Thema genau wie Du!

    Irgendwie nervt mich auch dieser Hype, finde es erschreckend wie da die Preise für letztendlich paar 0en und 1en steigen. Entweder die Leute haben zu viel Geld und wissen auch nichts mehr sinnvolles damit anzufangen oder was wahrscheinlicher ist: einige (vermutlich viele Anfänger bzgl. finanzielle Freiheit) werden über kurz oder lang damit auf die Nase fallen. Überhaupt finde ich Investments kompliziert für die ich mir Exit-Szenarien überlegen muss.

    Vielleicht bin ich aber auch taub, blind und dumm weil ich keine Kryptowährungen kaufe. (Später ärgern werd ich mich trotzdem nicht, weil 1. bringt es nichts, 2. hab ich mich ja bewusst gegen Krypto entschieden fürs erste.)

    Weiter so und schöne Grüße
    Felix

  3. Der Domi

    Hi,

    ich hatte im letzten Hype Bitcoin und andere Cryptos. Habe im folgenden Absturz mit etwas Gewinn verkauft. Ich war erleichtert als ich das Zeug wieder los hatte. Die Volatilität und der 24/7 geöffnete Handel hat mir zugesetzt. Ich musste ständig auf die Kurse glotzen und das weniger aus Verlustangst sondern weil ich es so spektakulär empfand.
    Ich habe mich dann für den guten Schlaf entschieden.

    Grüße

  4. Vroma

    MADs Beitrag kann man nur unterschreiben. Keine vernünftige Investition.
    Der Bitcoin wird aber leben, so lange man Waffen, Sex und Drogen damit kaufen kann.

    Für eine Sache kann man ihn aber wirklich gebrauchen: Als Blasenentlastungsinstrument, welches Druck vom Aktienmarkt nimmt 😉

    Also liebe Leute, wollt Ihr reich werden? Raus aus Aktien – rein in Bitcoin! Am Besten mit Kredit! Finanzielle Unabhängigkeit in Null Komma Nix! 😀

  5. Tobias

    Hallo Mad,

    ich stimme Dir ebenfalls ohne Vorbehalte zu.
    Du hast aus meiner Sicht noch ein Argument vergessen, was Bitcoins für mich zu einem Investment macht, was dringend reguliert werden muss. Der Umweltaspekt. Unglaublich wieviel billiger Kohle-Strom für das Mining verwendet wird. Damit kann man ganze Länder versorgen!

    Zu deinem Punkt mit Bargeldersatz kommt auch noch die Stückelung des Bitcoins, die ist viel zu groß. Wer will denn mit 0,00002349 Bitcoin einen Kaffee bezahlen? Nur eine 0 zu wenig und der Kaffee kostet statt 2€ direkt 20€.

  6. Jonny Doe

    Hi,

    Cryptowährungen haben den Vorteil, dass sie nicht zentral kontrolliert werden können. Regierungen können nur regional regulieren. Das viele Cryptos für Spekulationen genutzt werden ist meiner Meinung nach traurig, es bringt Volatilität rein und wirkt eher abschreckend für Leute die damit Waren und Dienstleistungen erwerben möchten. Ich halte BTC und BSV für keine schlechten Wertspeicher, besonders wenn die eigene Währung inflationiert wie etwa in Venezuela.

    @Tobias mit kleinen Beträgen kannst du in Satoshi rechnen

    Ich selbst besitze keine Coins und sehe sie auch nicht als Investment. Sie sind aber super, um beispielsweise Gebühren oder Bevormundung von Kreditkartennetzen zu umgehen. (betrifft in Deutschland nicht so viele, wohl aber z.B. in den USA oder China)

    Viele Grüße aus Spanien

  7. Fuseboroto

    Gibt es inzwischen Anwendungsfälle, in denen Blockchain-Technik ernsthaft genutzt wird? Bisher habe ich nur gelesen, dass der Erfolg in der echten Welt eher nicht über den Buzzword-Begriff hinaus gekommen ist.

    https://www.theregister.com/2018/11/30/blockchain_study_finds_0_per_cent_success_rate/

    Gut ist auch schon wieder 3 Jahre alt die Studie. 🙂

  8. Sparhoernchen

    Jetzt mal ehrlich. Leute!
    Das mit dem Dogecoin war ein Spaß, kein Grund direkt die Kurse um 300% in die Höhe zu treiben.
    Wenn der Blog hier so einflussreich ist, dann investiere ich nächstes Mal selbst, bevor ich dummes Zeug schreibe.

  9. Mad

    @Sparhoernchen

    wenn du hier kein dummes Zeug geschrieben hättest wäre Dodgecoin in den letzten Tagen nicht durch die Decke .. also immer aufpassen! DU BIST SCHULD! 🙂

  10. MarcoZ

    Tja ganz einach ihr versteht den Bitcoin halt nicht, das ist auch gut so. Sonst wären wir ja alles reich und net nur die anderen…

    Nein im Ernst, sehe ich in jedem Punkt von dir genauso Matthias und er kann jederzeit auf 0 fallen..wird wahrscheinlich auch die 100k noch sprengen oder auch noch mehr, aber es ist nunmal nichts dahinter. Bin zwar traurig nicht ein paar gekauft zu haben damals, wollt ich zum Spass machen…aber nunja man kann nicht überall dabei sein und viele werden, so vermute ich mal gehörig auf die Schnauze fallen.

  11. Maurice

    Bitcoin ist ein Wertspeicher (store of value), ähnlich wie Gold und in einigen Aspekten sogar besser als Gold (z.B. günstiger zu transferieren, einfacher zu teilen).

    Warum steigt Gold? Weil die Währungen, in denen der Goldpreis angegeben wird, fallen. Die Währungen fallen, weil die Geldmenge ausgeweitet wird. Da Gold und Bitcoin in der Menge absolut limitierte Güter sind, steigen daher ihre Preise.

    Wenn du mich fragst, sind Wertspeicher und Inflationsschutz sehr wohl Anwendungsfälle. Als Investment wie Aktien sollte man es tatsächlich nicht sehen. Da gebe ich dir recht.

    Es geht aber noch weiter: Es gibt mittlerweile ein Second-Layer-Network auf dem Bitcoin-Network namens Lightning. Hier fallen keine oder nur minimale Transaktionskosten an. Das Lightning-Network eignet sich so als Cash-Ersatz und für Micropayments.

    Um zu verstehen, warum Bitcoin funktioniert und seine Daseinsberechtigung hat, ist es wichtig den Geldmarkt zu verstehen und was gutes Geld ausmacht. Hierfür kann ich den kostenfreien Kurs „Bitcoin for Everybody“ von der Saylor Academy empfehlen.

  12. Mad

    @Maurice

    danke für dein Feedback.

    Für mich ist Bitcoin auf Grund der Volatilität kein Wertspeicher. Klar .. derzeit kennt der Kurs nur eine Richtung .. aber ein Wertspeicher sollte in gewissen Grenzen berechenbar bleiben .. das sehe ich bei Bitcoin noch nicht.

    Mein Eindruck ist (derzeit) das Bitcoin für viele eine Wette ist .. die „Käufer“ spekulieren stark auf steigende Kurse und das ist die Motivation um Bitcoin zu kaufen, nicht der Wertspeicher.

    Den Lightning Layer beobachte ich .. ich bin gespannt ob dieser in den nächsten Jahren eine große Akzeptanz erreicht.

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