getmad the edge of sanity
27. September 2019

Zuerst das Geld ..

Finanzblogger und Websites die sich mit privaten Finanzen befassen gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Vor 8 Jahren (als ich auf diese Nische aufmerksam geworden bin) waren es nur eine Handvoll. Das erste Blog welches ich entdeckt habe war https://finanzielle-freiheit-dividende-blog.de dann aber schnell Mr. Money Mustache und http://earlyretirementextreme.com/ ..

Irgendwann ist das Ganze dann explodiert und heute kann man die Szene gar nicht mehr überblicken. Ich werte das auch nicht.

Nur .. mit zunehmender Zeit scheinen vielen die Themen auszugehen .. und dann wiederholt Blogger X den Artikel von Blogger Y mehr oder weniger komplett ohne der Sachlage was Neues hinzuzufügen.

Ist mir auch egal .. ich muss es ja nicht lesen.

Was mich eher stört ist die zunehmende Tendenz Alles und vor allem jeden Scheiß zu monetarisieren .. oder zumindest es zu versuchen.

Das fängt mit Affiliate Links an, dem Sammeln von E-Mail Adressen für Newsletter, dem Verkauf der Blogartikel in Buchform usw.

Manche Seiten verkaufen Excel Tabellen die es anderswo kostenlos gibt, andere verlangen recht sportliche Preise für Coaching Sessions oder Workshops. Es gibt ganze „Online Akademien“ für finanzielle Bildung die sich den Zugang auch noch entlohnen lassen.

Teile der ganzen Finanzbloggerszene sind zu dem geworden über das sie oft und gerne schimpfen .. einer Art Bankberater der nur den Vertrieb seiner eigenen Produkte als Ziel kennt.

Frei nach dem Motto:

Wie mach ich zu aller erst meine eigene Tasche voll?

Und ich habe wirklich nichts gegen volle Taschen.

Wenn der Mehrwert stimmt, die Inhalte wenigstens unterhaltsam sind oder in die verkauften Daten und Listen wirklich viel Arbeit geflossen ist.

Ich hatte immer das Gefühl wir wollten anders sein, gerade nicht so wie Banken, Finanzvertriebe und die ganzen anderen Klinkenputzer ..

Aber am Ende ist sich doch jeder selbst der Nächste?

Kommentare:


  1. Marco

    Das habe ich leider auch schon vor einige Zeit festgestellt. Mich langweilt das nur noch. Wenn man dann noch den Blogger darauf hinweist das man seinen Blogbeitrag schon ein paar in anderen Blogs gelesen hat, wird einfach der Kommentar gelöscht oder gar nicht erst freigegeben.
    Ich nutze Adblocker und da merke ich zumind

  2. Marco

    …mindest was die Werbung angeht nichts auf den jeweiligen Webseiten. Aber dieses aus Affiliate Links und diese permanente Eigenwerbung geht mir richtig auf den Sack.

  3. Vroma

    Hey Matze alter Kumpel!

    Wie immer ein super Blogbeitrag von Dir!

    Ach ja, schau mal auf meiner Seite vorbei. Da schreib ich wie man mit einem ETF reich werden kann.
    Außerdem habe ich mich schon selbst bei einen sog. Online Broker angemeldet. Das war der Anstoß auch ein Buch über meinen Weg in die FF zu schreiben.

    Dein Vroma von verkackterneuerfinanzblog.com

  4. Sven

    Volle Zustimmung.

    Die Finanzbloggerszene ist schlimmer als jeder Instagram-Influencer.

  5. Covacoro

    Ich habe auf einem Bloggertreffen 2017 mal gegen die Kommerzialisierung argumentiert, hatte damit aber keinen Erfolg. Der Weg zur Monetarisierung war vorgezeichnet. Dann plädierte ich für einen Kodex, um transparent zu machen, was abläuft und wie Geld verdient wird. Das Feedback der anderen Blogger war größtenteils: Die Transparenz sei ausreichend. Wer es genau wissen will, sieht es ja an den Links, im Impressum etc. Wenn man es boshaft formulieren will: Es gibt doch das Kleingedruckte (wie in der Bank- und Versicherungsbranche). Daher habe ich keine weiteren Artikel zum Thema gepostet.

    Nun sind 2 weitere Jahre ins Land gegangen und ich denke, dass der Hype am Abebben ist. Bald haben alle Monetarisierer ihren Podcast und Youtube-Kanal. Die hochfliegenden Träume damit viel Geld zu verdienen, werden oft zerplatzen oder realistischen Zahlen Platz machen.

    Ich würde sagen, um aus dem damaligen Artikel zu zitieren, das nach wie vor gilt: „… dass viele Finanzblogger, obwohl oder gerade weil sie in das Thema Quereinsteiger sind, nützliches Wissen mit ihren Lesern teilen und damit helfen, Probleme und Fehler auf den Gebieten Vermögensbildung und Geldanlage anzugehen.“

    Übrig bleiben diejenigen Blogger, die aus einem inneren Bedürfnis und ohne kommerzielle Interessen schreiben und die Marketing-Genies, die guten Content „unterhaltsam“ an die Leute bringen. Und die Entwicklung der Finanzmärkte geht weiter, auch mit Abschwüngen und unerwarteten Wendungen, darauf können wir Gift nehmen. Außerdem bleibt aber auch, dass in Summe mehr Leute sich mit Geldfragen intensiv beschäftigt haben und über mehr Wissen verfügen, die Sache in die eigenen Hände zu nehmen, weil sie bei Bloggern gelesen, zugehört oder zugeschaut haben.

  6. Hans

    Stört mich zwar auch, aber irgendwie kann ich es auch verstehen. Um mit Dividenden finanziell frei zu werden oder gar reich, braucht es nunmal eine ganze Menge Geld. Klar, man kann auch mit wenig Geld reich werden oder finanziell frei. Der Zinseszinseffekt durch das Reinvestieren und das Dividendenwachstum macht es theoretisch auch mit kleineren Summen möglich. Nur, braucht man dann 500 Jahre Zeit, und wer hat die schon? Wenn man zu Lebzeiten also noch die Früchte des Zinseszins in vollen Zügen auskosten will, und damit meine ich schon mind. 3000 Euro netto pro Monat (besser mehr), dann muss man erstmal ordentlich Cash machen und dieses investieren. Von nichts kommt halt auch nichts. Ich bin übrigens kein Finanzblogger, falls mir hier jemand Eigeninteresse nachsagen will. 😉 Ich investiere anonym und privat. Liebe Grüße, Hans.

  7. Stefan

    Vollkommen deckungsgleich mit meiner „Beobachtung“.
    Vor ein paar Jahren, zumindest vor Bienen Monaten, habe ich (noch) jeden Podcast und Blog aufgesaugt. Jetzt bin ich oft einfach nur mindestens gelangweilt oder angeödet.
    Wenn bspw ein Podcast schon damit (eigentlich immer) startet, wie super spannend die Folge geworden ist und wie astronomisch viel man mitnehmen kann…

  8. Matthias

    Ich überlege gerade ob man nicht ein Verzeichnis starten sollte wo man alle aufnimmt die nicht primär monetäre Interessen verfolgen?

    Bzw. die noch echten Mehrwert bieten?

    So mit Abstimmung und so?

  9. Vroma

    Das hört sich doch nach einem vernünftigen Plan an!

  10. Stefan

    Finde ich auch gut!

Du hast auch was zu sagen: