Normalerweise schreibe ich hier recht wenig über meine Käufe und Verkäufe. Das liegt eher daran, daß ich manche Entscheidungen aus dem Bauch heraus treffe und die dann nicht wirklich begründen kann. Aber auch daran, daß ich keine öffentlichen Empfehlungen geben will.
Für die meisten Privatanleger tut es ein simpler MSCI World ETF und wenn man sich nicht mit Aktien und Firmen beschäftigen will sollte man es dabei belassen.
Also wie immer:
Alles was jetzt kommt ist keine Handlungsempfehlung. Ein Sparplan auf den MSCI World schlägt in der Regel die meisten Stockpicker und ich würde behaupten, daß das auch bei meinem Depot so ist.
Intel
Intel hatte ich 2022 für knapp 50 USD pro Stück gekauft insgesamt 100 Aktien für damals etwa 5000 Euro. (der USD stand damals weit höher). Danach ging es eigentlich nur noch abwärts. Gelockt hat mich die hohe Dividende und das x86 Duopol mit AMD.
Über die internen Probleme war ich mir bewusst, neue Fertigungsprozesse haben nicht skaliert und die ARM Architektur kostet Intel im Servermarkt zunehmend mehr Marktanteile.
Egal .. der Kurs fiel in der Folge bis auf 19 USD. Der Dollarkurs auch und der Buchverlust lag weit über 3000 Euro.
Die Dividende wurde gestrichen, CEOs ausgewechselt, die High End Chips musste man bei TSMC fertigen weil man es in den eigenen FABs nicht auf die Reihe bekam usw.
Mehr als einmal habe ich überlegt ob ich Intel rauswerfe. Wäre da nicht der Gedanke dran gewesen, daß wenn sie den 18A Prozess hinbekommen doch noch einiges an Potential da sein sollte, da sie dann einer von drei Herstellern sind die in dieser Strukturgröße fertigen können (neben Samsung und TSMC).
Das haben wohl nun auch weitere Marktteilnehmer realisiert. Denn Intel geht gerade durch die Decke.
Seit April 2026 hat sich der Wert der Aktie verdreifacht.

Aus meinen 5.000 Euro sind 10.000 Euro geworden auch wenn ich ein paar Jahre drauf warten musste.
Also ich den Verdoppler im Kurs hatte, habe ich alle Aktien verkauft.
Einerseits zahlt Intel keine Dividende, wird wahrscheinlich in diesem Jahr auch Verluste machen und der Wettbewerb durch ARM verschärft sich eher. Auch ist der Kurs aktuell fast doppelt so hoch wie auf seinem ehemaligen Höchststand vom August 2000.
Andererseits kaufen AI Firmen und Rechenzentren immer noch Chips wie warme Semmeln, dann hat sich Intel als Auftragsfertiger positioniert und wird zukünftig u.a. auch Chips für Apple produzieren und zu guter letzt scheint Intels neue Prozessorfamilie Panther Lake alle Erwartungen zu erfüllen.
Also die Aussichten sind durchaus gut, dass Intel in den nächsten Jahren wieder viel Geld verdient.
Nur irgendwie scheint mir das beim aktuellen Kursniveau schon komplett eingepreist zu sein .. darum .. ein Spatz in der Hand etc.
Accenture
Accenture ist mit 800.000 Mitarbeitern wahrscheinlich das größte IT Consulting und Outsourcing Unternehmen. Die Aktie hat seit Ende 2025 etwa 50% ihres Wertes verloren. Wie bei so vielen Firmen ist der Grund: AI. Viele sehen Accentures Geschäftsmodell durch den zunehmenden Einsatz von AI gefährdet.
Allerdings zeigt Accenture bis dato kontinuierliches Wachstum, hohe Margen, hohe Kapitalrenditen usw. Obwohl KI ein potenziell hohes Risiko ist, ist das meiner Meinung nach durch den starken Kursrückgang mittlerweile eingepreist. Daneben locken jährliche zweistellige Dividendensteigerungen und eine aktuelle Dividendenrendite von 3,6% bei ner moderaten Ausschüttungsquote von etwa 50%.
Hier der Chart

DNB Bank
Bei der DNB Bank lockt mich einerseits die hohe Dividende von 6,11%, die regelmäßigen Steigerungen der letzen Jahre aber auch das DNB Norwegens größter Finanzdienstleister ist und der Norwegische Staat über ein Drittel der Aktien hält. Daneben reduziere ich etwas die Abhängigkeit vom Dollar und US Werten.
Auch muss man hier auch keine Angst haben, daß der AI Hype auf Bewertungen oder Umsatz drückt.
Der Chart sieht langfristig auch ganz sonnig aus:

Sowohl bei Accenture und der DNB Bank bin ich mit etwa über 5000 Euro eingestiegen.
Accenture ist eine echt interessante Bude, aber Irland,
dividendentechnisch sowas wie die Vorhölle.
Was bleibt da von 3,6%
Norwegen Quellensteuer zurück holen
macht wohl noch mehr Spaß als bei Irland.
Und wenn der Staat die Finger im Spiel hat ist das
für mich eher abschreckend.
Beide Antworten sind keine Wertung, sondern sollen nur
zur Diskussion/Nachdenken der Mitleser/Autor anregen.
Habt alle einen schönen Sonntag Abend.
Hi Mad,
bei mir war es Cisco. Irgendwann Ende 2022 gekauft für 40 Euro. Nur ne Kleine Position für 800 Euro. Ziel war damals.. in den Monate 01/04/07/10 Einkommen zu generieren.
Mit der KI Phantasie gab es einen Verdoppeler und vor 3 Tagen für 80 verkauft. Reinvestiert in den I Shares Global Select. Auch mit dem Ziel breitere Streuung. Meine Rechnung war hier. Der Verkaufserlös war, begünstigt durch die Verluste aus dem Verkauf von Wallgreens, steuerfrei und haben die Dividenden von 32 Jahren erbracht.
Hallo 555,
norwegische Quellensteuer ist gar nicht so schwierig. In Norwegen 10% Erstattung beantragen. Alles schön online. Norwegen hat bei mir auch direkt in Euro erstattet. Das muß man im Formular anklicken.
Wichtig immer nur 10%. Die 25% sind oft weniger als die 10%. Warum?
Die 10% wird von tatsächlicher Quellensteuer erstattet.
Die 25% aber nur von einem fiktiven Gewinn ermittelten Steuer, der oft niedriger ist, als der wirkliche Gewinn.
Nun hat man die 10%. Was ist mit den restlichen 15%, die nicht von der Bank angerechnet wird!
Diese 15% muß man dann in der Steuererklärung zusätzlich zur von der Bank bestätigten Quellensteuer in die Anlage KAP eintragen und dem Finanzamt mitteilen, dass man nur 10% in Norwegen gestellt hat.
Das Finanzamt muß es im deutschen Steuerbescheid mindestens die norwegische Quellensteuer offenhalten, wenn man z.b. nur alle drei Jahre die norwegische Steuer holt.