Wer hier schon ein paar Jahre mit liest kennt das One More Year Syndrom.
Kurz:
Die Mathematik hinter FIRE ist im Grunde recht simpel. Irgendwann deckt das jährliche Wachstum des Depots oder wegen mir auch die Dividenden die Lebenshaltungskosten inkl. Inflation und Steuern. Das Spreadsheet in dem man das alles geplant hat leuchtet grün und eigentlich wäre es nun soweit das RE in FIRE umzusetzen.
Kurz vor der Ziellinie erkrankt man dann am One More Year Syndrom.
Der Kopf sagt: Lass uns noch ein Jahr dranhängen .. zur Sicherheit .. mehr Geld schadet ja schließlich nicht und in dem zusätzlichen Jahr kann ich noch einen dicken Batzen sparen. Und überhaupt was ist wenn der Markt einbricht sobald ich gekündigt habe?
Rein aus Excel Sicht hätte mir ein Depot von 750.000 Euro gereicht (das hatte ich im Jahr 2021), aber ich hatte nicht den Arsch in der Hose das damals durchzuziehen.
2022 hatte ich knapp 900.000 Euro im Depot und mein Kopf hat genau das selbe gesagt wie die Jahre davor: Ein Jahr mehr schadet sicher nicht. Was ist wenn …? Was mache ich solle X eintreten? Habe ich alles bedacht? Habe ich nen Fehler in meiner Planung?
Es entsteht eine Analysis Paralysis oder auf deutsch eine Entscheidungslähmung. Der Versuch, alle Eventualitäten und Risiken perfekt abzuwägen, führt dazu, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht und im Status Quo bleibt.
Faktoren die da bei mir eine Rolle gespielt haben:
- Mein Sicherheitswahn sobald es um Geld geht .. was ist, wenn die Inflation plötzlich wieder steigt wird? Was, wenn es zu ner globalen Rezession kommt und auf breiter Front die Dividenden gekürzt werden? Das eine zusätzliche Jahr mit Gehaltsschecks fühlt sich an wie ein schützender Puffer gegen das Unbekannte.
- Der Zinseszins .. als Dividenden Dödel wird man unweigerlich ein wenig süchtig nach dem Wachstum. Jedes Jahr noch ein paar Euro mehr Dividenden kassieren, wenn ich jetzt nochmal 5000 Euro anlege sind das pro Jahr 200 Euro weitere Einnahmen ..
- Man hat sich über viele Jahre so daran gewöhnt das Depot mit frischem Geld zu füttern, dass es schwer wird einfach damit aufzuhören .. wächst das Ding noch wenn ich aufhöre zu gießen?
Nun kann ich nicht mehr sagen wie es gewesen wäre wenn ich schon 2021 oder 2022 den Job an den Nagel gehängt hätte. Wirklich getraut habe ich mich erst Ende 2024 bei nem Depotstand von 1,5 Mios.
Aber rein theoretisch (wenn man die vergangenen Börsenjahre und meine Ausgaben betrachtet) würde ich, wenn ich 2021 schon gekündigt hätte, mit einer weit höheren Summe als 750.000 Euro dastehen.
Gewusst habe ich das natürlich nicht, geahnt vielleicht, ändern kann ich es sowieso nicht mehr.
Ich habe aber mindestens 3 zusätzliche Jahre dem Job geopfert um mehr Sicherheit und ein größeres Polster zu haben.
Das tückische am One More Year Syndrom ist, dass es rational klingt: Ein Jahr mehr schadet doch nicht, es macht alles nur sicherer.
Das ist aber eine Milchmädchenrechnung, bei der die wichtigste Ressource überhaupt ignoriert wird: Zeit.
Jedes Jahr, das man aus reiner Angst im Büro absitzt, obwohl das Portfolio längst tragfähig ist, ist ein Jahr weniger für das was man tun möchte, für Reisen oder Hobbies, ein Jahr weniger Freiheit. Man tauscht unwiederbringliche Lebenszeit gegen die Reduzierung eines ohnehin schon minimalen Restrisikos.
Wie gesagt .. ändern kann ich es sowieso nicht mehr, bereuen kann ich es aktuell auch irgendwie nicht .. es hat ja auch nur drei Jahre angehalten. Wäre nur doof wenn ich morgen von nem überambitioniertem E-Biker auf seinem 25 KG SUV überrollt werde.
Allerdings habe ich, nachdem ich gekündigt hatte, nahezu keine Gedanken mehr an die Ängste und Sorgen verschwendet die ich hatte, als ich mich entschlossen habe doch noch ein Jahr dran zuhängen.
Sprich .. die ganzen Gedanken um Inflation, Rezession, Marktschwankungen usw. sind weg.
Und im nachhinein habe ich viel zu viel Lebenszeit auf diese Gedanken verschwendet .. also seit schlauer als ich.
Lebst du aktuell im One More Year Syndrom?
Wie passend…
Heute, genau heute, und zwar mit der heutigen Gutschrift der TI Dividende habe ich mein Ziel von 1.000 Euro Nettodividende pro Monat (im Mittel über 12 Monate) erreicht!
Klar bin ich stolz darauf. Aber höre ich jetzt auf mit dem Investieren? Meine Rente deckt meinen derzeitigen Bedarf locker. Aber wer weiss, was wird? Kann gut sein, dass ich einfach weiter investiere. Wahrscheinlich bin ich auch ein Dividenden Dödel.
Schönen Tach noch
Renee
Hi Matthias,
bei mir helfen voraussichtlich die Umstände, dem One-Year-More-Syndrom zu entgehen. Eventuell kommt mir bald ein lukratives Abfindungsangebot in die Quere und wird mich mit dem notwendigen Cashpuffer für FIRE versorgen. Die Depotgröße ist schon ausreichend groß.
Danke für deinen Artikel. Im Grunde bist du der einzige Finanzblogger, dem ich noch folge.
Ich freue mich über jeden Post den du veröffentlichst.
Viele Grüße
Thomas
Aktuell 2.200€ Dividende p.M. und 200€ Überschuss aus Vermietung vs. ca. 4.300€ Bedarf inkl. voller PKV.
Danach kein OMY.
Heute allerdings Depotplus in Größenordnung eines brutto Monatsgehalt.
Eine gute Dekade hab ich noch bis zum frühesten Rentenbezug.
Könnte natürlich Aktien und Wohnung verzehren zu Lasten der Cashflowhöhe. Ist aber nicht der Plan.
Also irgendwie dann doch OMY 🙂
… könnte ab jetzt nicht mehr arbeiten gehen, dann allerdings weitgehender Depotverbrauch bis zur Rente. Dividenden bald 1000/ Monat, Tendenz stark steigend… wahrscheinlich tief im one more year….
Danke für Deinen Blog!!!!
Saß im Sommer da mit Kollegen und dachte 800k Depot müsste doch so langsam reichen. Jetzt wieder etwas mehr… Dumm ist nur, mir macht die Arbeit mit meinen Kunden Spaß, die Firma nervt aber mehr oder weniger nur noch…
Ich will jetzt nicht sagen, dass du mein großes Vorbild bist: aber hey: ich muss wohl den Absprung schaffen!
Guten Morgen zusammen,
ich bin im OMY schon allein deshalb, weil ich viel zu spät mit dem Investieren angefangen habe. Aber das wirklich Gute ist: Ich liebe meinen Beruf. Klar, es ist nicht immer alles Sonnenschein, und ich stehe inzwischen ziemlich weit oben in der Hierarchie, was die Sache ziemlich einfach macht. Aber ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass ich sofort aufhören würde, selbst wenn ich könnte.
Was ich allerdings sehr gut kenne, ist Analysis Paralysis. Bei mir war das extrem, als es um die Anschaffung eines Autos ging. Ich glaube, ich habe meine Frau damit ein Jahr lang wahnsinnig gemacht: Welche Marke? Kombi oder nicht? Wie viele Kilometer sind noch okay? Welcher Gebrauchte ist der beste? Was, wenn der Vorbesitzer die Karre schlecht behandelt hat? Was, wenn das Ding eine Woche nach dem Kauf liegen bleibt?
Und so ging das gedanklich endlos weiter.
Nach einem Jahr habe ich dann endlich gekauft. Bin eingestiegen -und habe seitdem keinen Gedanken mehr daran verschwendet. Stattdessen genieße ich einfach die Entscheidung: endlich wieder spontan am Wochenende rausfahren zu können.
Ich bin jetzt bei 1 Mio, meine FU Zahl ist aber auch eher bei 1,5 Mio. Zur Not würde ich wahrscheinlich schon jetzt rumkommen, ich benötige nicht viel.
Ein bisschen OMY fühle ich also schon. Dem Sicherheitsbedürfnis ebenbürtig ist das Gefühl, jetzt jährlich bis zu 6stellige Vermögenszuwächse einfahren zu können. Die OMY Jahre sind die fettesten und es wird schwerer, diesen immer höheren Zuwächsen zu widerstehen. Mein Depot besticht mich 🙂
Ich denke bei dir Matthias greift noch ein anderer Aspekt, du hättest schon alleine von deiner Nebentätigkeit leben können. Du hast aus meiner Sicht alles richtig gemacht, es sollte sich zum Zeitpunkt des Ausstiegs alles richtig anfühlen.
@mad: Schön, dass Du die Ängste los bist und Du Deinen Erfolg genießen kannst! Freut mich 🙂
OMY – ist kein Problem. Ich stehe gerade erst bei 1/3 der nötigen Summe, um mitte 50 die Arbeit ordentlich runterzufahren oder ganz aufhören zu können.
Die Frage ist aktuell eher, ob ich beruflich noch mehr Gas gebe, um mehr Geld zu verdienen, oder es locker auf das Ziel mitte 50 hinauslaufen lasse…
Anstoß ist hier eher nicht der Verdienst an sich, sondern mehr die wirtschaftliche Veränderung hier im Land. Mach ich locker auf kleine Arbeitsbiene, oder ist Leitungserfahrung besser? Hmm…
Erfrischend wie immer
Schön zu lesen, dass ich mit dem Gedanken machen nicht allein dastehe (geht auch an Hendrik).
Mein Depot ist leider noch nicht weit genug um einen Gedanke an den Berufsexit zu verschwenden, aber immerhin um die weitere Karriere zu überdenken.
So stellt sich die Frage ähnlich wie bei @Vroma. Die ersten Stufen in der Hierarchie sind durchlaufen. Doch es fehlt der Anreiz die nächste zu gehen. Rechtfertigen 60h Stress die Woche den Anstieg des Gehaltes? Oder plane ich nicht doch lieber mehr Zeit für die kommenden Kinder etc….
Aktuell denke ich mir lieber zwei, drei Jahre länger bei 38h als der zusätzliche Stress. Lieber mehr Freizeit jetzt als in 20 Jahren mit Anfang 50.
@Renee
du kommst mit 1000 Euro im Monat klar? Auch mit Krankenversicherung .. oder verstehe ich dich falsch?
@Thomas
auf eine eventuelle Abfindung würde ich auch warten .. außerdem wird einem dann die Entscheidung auch irgendwie leicht gemacht .. ich drücke dir die Daumen 🙂
Freut mich das du hier gerne liest!
@Niklas
Hast du so einen großen Bedarf wegen Familie? Aber offensichtlich bist du auf einem guten Weg!
@Medicus
Was ist denn deine FIRE Zahl? Oder wieviel Dividenden willst erhalten?
@Arndt
Wenn der Job Spass macht und man einen Sinn darin sieht ist das ja auch was wert .. als ich bei deiner Depotgröße war dachte ich: Die Million mach ich noch voll und dann ist Schluss 😉
@Hendrik
siehe bei Arndt, wenn der der Beruf Spass macht und sowieso noch Kapital fehlt machst du ja rein gar nichts falsch
Darum habe ich glaube ich genau das selbe Auto wieder gekauft wie ich davor hatte .. habe mir das ganze Recherchieren gespart .. aber ich kenns auch bei Anschaffung von Eletkronik usw. da kann ich auch viel Zeit verplempern
@Catamaran
Kenne den Effekt nur zu gut .. denke wichtig ist, dass du dich damit wohl fühlst und nicht denkst etwas falsch zu machen .. und ja .. die OMY Zeit ist aus Zinseszins Sicht meist ne fette Phase
@Vroma
das kommt natürlich drauf an .. ich habe ein paar Jahre 50 und 60 Stunden Wochen geschrubbt .. für meine psychische Gesundheit war das ganz schlecht .. das kann man mal eine Zeit lang machen .. aber man muss schon aus besonderem Holz sein um die Last über Jahre zu stemmen .. was für dich individuell besser ist kommt natürlich auf Branche und Job an
@Thomas2
ich kann dir nur sagen, dass ich mit Ende 40 nicht mehr die Energie habe die ich mit Mitte 20 hatte .. mein Gedanke bei der Jobwahl war auch .. wo bekomme ich am meisten Geld auf die Stunde .. wenn du 20 Überstunden pro Woche machst kann ggf. der wirkliche Stundenlohn dem entsprechen den du bei ner reinen 40 Stunden haben würdest
Bei den genannten Ausgaben sind 730 PKV +SB, und ein Teil Familienausgaben dabei. Wohne in bezahlter Immo bei der aber auch Instandhaltungskosten anfallen.
Aber klar, auch alleine würde ich mir etwas mehr gönnen als es bei dir der Fall scheint.
Cashflow muss nicht soweit anwachsen, dass er die Ausgaben deckt – das wäre auch (zu) sportlich. Ein „Brückentopf“ darf da gerne verbraucht werden.
Druck verspüre ich derzeit keinen. Arbeite recht gerne mit vielen Freiräumen und überschaubarem Zeiteinsatz.
Hochinteressanter Blog wie Kommentare,
ich beschäftige mich auch mit dem Thema FI. Liest man diverse Blogs und Kommentare darüber, so erscheint es mir immer so, dass die allermeisten, die dieses Ziel verfolgen, keine Kinder haben. Bei mir schaut es anders aus: ich bin Familienvater, verheiratet, 2 Kinder (7 & 5 Jahre). Und ich kann euch sagen, das knallt schon rein. Nicht, weil wir auf großem Fuß leben. Wir sind sparsam, haben bereits viel gespart, aber eine Familie bringt soviel mehr Dimensionen und finanziellen Unwägbarkeiten mit, die man berücksichtigen und abdecken sollte?! Alleine, dass man als Familie damit kämpfen muss, dass man bei weniger Einnahmen (wegen Betreuungs-Orga-Problemchen) auch noch mehr Ausgaben hat (siehe Kinder: Alles, aber wirklich alles wird in diesem Land sch…teuer.). Dazu kommt, dass ich mit nun 43 Jahren vor dem Jobverlust stehe. Die Wirtschaft läuft ja so super. Alles etwas Käse, da einem so die Pläne durchkreuzt werden. Blicke ich auf meine letzten Berufsjahre in meinem aktuellen Job zurück, so komm ich nur auf die Worte: Horror, Stress pur.
Ich bin an dem Punkt, dass ich das echt nicht mehr möchte. Die Zukunft ist ungewiss und die nötige Depotzielgröße ist daher eine sehr interessante Frage… Denn die oben genannte 4300 Öcken im Monat treffen es sehr gut. Depot aktuell bei eigentlich unfassbar guten 1,2 Mio. Auf eine zusätzliche Abfindung (vermutl. 100k) wird es hinauslaufen. Ich merke nur, dass es mir zunehmend schwerer fällt, mich für weitere Berufsjahre zu motivieren, und mich ständig fit zu halten, um weiterhin dem anspruchsvollen, technologischen Wandel durch ständige Anstrengung und „am Ball bleiben“ zu genügen. Der Arbeitsmarkt ist jedenfalls recht angespannt. Zudem hat man mit Kindern echt Abrieb. Das meine ich hinsichtlich Konzentration auf den Job, freie Zeit für sich selbst, etc.
Um so qualvoller sind gerade die Überlegungen wie viele OMYs tatsächlich nötig sind.
Beste Grüße an alle hier
Hallo Bernd,
darf ich dich fragen wie du’s in dem Alter geschafft hast, auf 1.2 Mil Depotgröße zu kommen?
Bei mir ist die Situation sehr ähnlich: 3 Kinder und Haus nahe MUC bald abbezahlt, aber Depot bei ca. 500k, Alter ist dasselbe.
Und ja: Den Familienkonsum etwas einzubremsen und zu controllen ist nicht leicht, ich kämpfe hier oft an vier Fronten gleichzeitig in meiner Rolle als Bad Guy. Für mich gehört es mit dazu, dass man seinen Kindern auch Grenzen aufzeigt, insbesondere was den Konsum angeht.
Ein paar Jahre würd ich meinen Job im Großkonzern schon noch behalten wollen/müssen…
Cheers,
Charly
Danke Matthias für deine regelmäßigen Denkanstöße mit persönlichem Fallbeispiel! Nachdem ich jetzt 8 Jahre mit leichten Ver(w)irrungen mittlerweile nur noch auf kontinuierliches Buy-and-Hold-ETF-Investment und gelegentliches Rebalancing setze, kann ich mir Finanzp0rn sparen. Dein Content zählt ja glücklicherweise sowieso nicht dazu, daher komme ich immer gerne wieder.
Ich rechne mir mit jetzt 39 und kinderlos auch immer gerne durch wann ich denn vielleicht ganz aufhören könnte mit
Arbeiten. 700k + geerbtes, abgezahltes&vermietetes
EFH würden mir den Schritt vermutlich schon bald erlauben. Ich verdiene sehr gut im Job in einem
amerikanischen Großkonzern und habe nicht einmal viel Stress, aber der Job inspiriert mich nicht und ätzt zuweilen.
Aber vielleicht wäre es wertvoller jetzt auf Teilzeit zu gehen und mehr Freizeit gegen etwas mehr arbeiten (OMY ;)) zu tauschen?
Ich weiß auf jeden Fall, dass ich mich mit dem kündigen und an den Nagel hängen schwer tun werde…
Hey mad,
ich hab jetzt schon (56a) ausreichend Rentenansprüche (Versorgungswerk, gesetzlich, Betriebsrente), um ab 65 die Familie zu ernähren, Haus wurde bar bezahlt.
Das Depot ist bei 500k, dazu kommen diverse LV, die alle mit 65 fällig werden, nochmal die gleiche Summe. Aktuelle Sparrate ca 50%, wenn ich so weitermache mit 65 ca 1500k- also da, wo Du jetzt stehst. Inspiriert durch deinen blog gehen aktuell 50% Sparrate in ETF und 50% in Dividendenaktien. Aktuell ca 750Euro/Monat Dividendeneinnahmen, Tendenz stark steigend, nächstes Jahr ca. 1000/Monat. Würde ich das Depot in den nächsten 10 Jahren verprassen (also aufhören zu Arbeiten), würde der Dividendenstrom natürlich versiegen…. Luxusprobleme…:-)
@Bernd und alle die Kinder haben: Tolle Leistung und Energy für die Gesellschaft.
Das ist eine völlig andere Challenge als No Kids or DINKs.
Habe auch 2 mittlerweile erwachsen+ Scheidung.
Insofern ist es verwunderlich warum du, ich und andere den Vermögensstand haben, bzw. Mad‘s durchaus beachtliche Leistung relativiert sich doch erheblich.
Bin 54, 1,1Mio im Depot, 1,5Mio Immo net., 480k div. AV und 66RP.
Hi mad und all die anderen die hier kommentieren,
ich habe viel zu spät angefangen mit dem Investieren, stehe jetzt gerade bei etwas über 250 K, dazu abbezahlte Immo und noch ein halbes Haus geerbt.
Ich bin 51, für mich ist klar, für ein Fire reicht es nicht mehr, aber das Ziel mit 62 bis 63 aufzuhören habe ich.
Die Divieinahmen liegen im Schnitt bei 650 im Monat (steigend) und dazu noch Miete von dem Haus.. (Mitgeerbter Mietvertrag der lächerlich ist).
Der Verkauf des Hauses ist abzusehen, so das in 5 Jahren definitiv Teilzeit ansteht.
Und wenn ich ganz ehrlich bin, so wäre Teilzeit auch jetzt schon möglich, da netto 1000 Euro im Monat da sind, und hier ist mein OMY Syndrom.
Divis müssen fliessen und noch ein Jahr mehr und ich kann noch mehr einsammeln.
Ich versuche aber auch aktiv dagegen zu arbeiten und ganz bewusst in Dinge wie Gesundheit und Erinnerungen zu investieren.
@Bernd
ich habe zwar keine Kinder aber ich kann mir den Stress und die Anspannung im Job sehr gut vorstellen .. ich bin da auch mehrfach durchgegangen und es hat mich zu einem Teil ausgelaugt
auch hat es mich immer mehr Energie gekostet am Ball zu bleiben .. das war für mich auch ursprünglich die Motivation hinter FIRE .. ich konnte Abends nicht abschalten und meine psychische Belastung (durch den Job) war immer sehr hoch .. und ohne es erlebt zu haben .. ist das mit Kindern sicher nochmal eine andere Hausnummer .. ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute und hoffe das du nen neuen Job findest falls es zu der Abfindung kommt
@Malte
ich war die letzten Jahre vor der Kündigung auf einer 4 Tage Woche (32 Stunden) .. ich kann dir das nur empfehlen .. mein Tipp .. achte drauf, dass du wirklich einen Tag nicht arbeitest .. nur Stunden reduzieren und trotzdem 5 Tage arbeiten hatte bei mir keinen wirklichen Effekt
@Medicus
Willst du es dann wirklich bis 65 durchziehen?
@Niklas
Ja .. mit Kindern und abbezahltem Eigenheim an die Depotgröße zu kommen ist nochmal ne andere Hausnummer .. zumal ich mein Nebengewerbe mit Kindern wahrscheinlich gar nicht hätte machen können (aus Zeitsicht) .. darum auch von mir: Respekt
@Mike
wirst du nach dem Verkauf des Hauses zur Miete wohnen?
Hi Mad,
um deine Frage zu beantworten, ich habe eine Wohnung die abbezahlt ist, die gehört mir und hat nichts mit dem geerbten Haus zu tun.. andere Immobilie.
Die Wohnung war mein erstes OMY-Syndrom. Ich habe die Schulden schnellstmöglich abbezahlt. Ich dachte danach wäre ich frei und würde reisen oder ähnliches. Im Endeffekt kam Corona und ich habe angefangen das Geld in Aktien zu stecken.
Ich könnte also locker auf 4 Tage reduzieren, Aber ich schaffe das noch nicht vom Mindest her..
@Bernd
Mein Beileid zur joblichen Situation. Genau so ein Szenario macht mir Angst. Aber Du stehst doch sehr gut da! Mit Anfang 40 1,2Mio liquide.
Habe das gleiche Alter und selbst zwei Pubertiere daheim und stehe bei ca. 600k.
Wenn das Vermögen aus Gehalt und dazugehöriger Sparleistung entstanden ist, müsstest Du mit geringerem Gehalt und heruntergefahrenem Invest gut hinkommen.
Die Depotpflege allein sollte im Notfall reichen, oder?
Es ist doch ganz einfach.
Ohne Kinder ist FIRE ein realistisches Ziel.
Mit Kinder vergiss FIRE.
Mein Nachwuchs soll mich nicht nicht arbeiten sehen.
Egal ob angestellt oder selbständig, wenn man Kinder hat, immer weiter.
Wie sieht es aus, wenn man zu Hause die Beine hochlegt und Kinder genervt aus Schule kommen. Spätestens wenn die Kinder; früher oder später checken, dass alles im Leben Geld kostet und das Geld auch reinkommen muß, werden die sich fragen, was macht mein Alter hier faulenzend zuhause.
Also werde ich bis zur Rente arbeiten.
@ Casius
Also, ich arbeite nur noch 14 Stunden die Woche ( Midijob )
Mein Sohn ist in der Ausbildung und sieht das sein Vater viel Freizeit hat. Ich habe ihm gesagt, viel arbeiten viel sparen viel anlegen und dann kannste das später genauso machen oder noch besser ( gar nicht mehr arbeiten ). Das spornt ihn an.
VG Dirk
Moin!
Ein wichtiger Aspekt beim Thema Frührente dürfte doch auch der für OMY mildernder Effekt ALG1 (Arbeitslosengeld) sein. Klar, man sollte damit nicht hausieren gehen und ich weiß nicht, ob das streng genommen Betrug ist, aber jeder, der freiwillig kündigt und vorgibt, einen neuen Job zu suchen, stehen nach Abzug einer Sperrzeit insgesamt eine Versicherungsleistung von 9 zusätzlichen Monatsgehältern zu. Sind dann nur 60-70% des letzten Durchschnittsgehaltes (auf 12 Monate gerechnet), aber eben geschenktes Geld – Schließlich hat man ja genug in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt.
Was mich an die Betroffenen ebenfalls interessieren würde: wie fühlt sich OMY an, wenn man weiß, dass man das alles nicht mehr machen muss?