Bezogen auf meinen letzten Beitrag ist VW ein schönes Beispiel.
Äußere Umstände wie Zölle, Krisen und schwache Dollarkurse braucht es gar nicht .. denn einige Firmen in Deutschland schaffen es ganz alleine, sich ihr eigenes Grab zu schaufeln.
VW ist eins der größten Unternehmen der Welt. Die haben 2024 über 300 Milliarden Euro Umsatz gemacht und sind damit leicht in den Top 10 der größten börsennotierten Firmen.
Viele Jahre lief alles mehr oder weniger gut .. Verbrenner, ein bisschen Navigation, Radio, CD Player .. da kann man die Software einkaufen. Dann hat man irgendwann gemerkt, dass man heutzutage für Autos doch eigene Software haben sollte, weil es mittlerweile ein Kernprodukt eines Automobilherstellers bzw. des Fahrzeugs ist und haben darauf hin CARIAD gegründet. Das war (erst) 2019 und wahrscheinlich mussten viele Software Entwickler aus dem VW Konzern dahin wechseln .. zumindest solche die an Fahrzeugsoftware arbeiten.
Cariad ist dann nach wenigen Jahren glorreich gegen die Wand gefahren. Nicht nur, dass Autos nicht verkauft werden konnten weil die neue Software fehlte oder zu viele Bugs hatte. Es wurde massenhaft Geld verbrannt, falsch kalkuliert und quasi nie das geliefert was man so gebraucht hätte.
Folglich wurde Cariad zusammengestutzt und soll nun Software „integrieren“. Das heißt man kauft Software Pakete von anderen Herstellern ein (XPeng oder Rivian) und passt den Bums dann so an, dass sie auf der VW Architektur läuft. Wie gut sowas funktioniert (vor allem bei so komplexem Zeug) kann man sich wahrscheinlich denken.
In den 5 Jahren die Cariad aktiv ist, hat VW an die 14 Milliarden Euro dort hineingesteckt und ist aktuell am restrukturieren.
Bei Rivian ist VW mit weiteren Milliardenbeträgen eingestiegen und hat ein Joint Venture gegründet. Jetzt haben die VW Dudes wohl einen ersten Blick auf die Software von Rivian geworfen und festgestellt, dass sie allenfalls nen Rohbau bekommen anstatt ein fertiges Haus.
Klar .. es wird nun erst mal eine Task Force gegründet. Gabs garantiert bei Cariad auch.
Am Geld scheitert das mit der Software nicht .. wer in 5 Jahren 14 Milliarden verballert und sich am Ende entscheidet doch wieder Outsourcing zu betreiben hat aus meiner Sicht Lack gesoffen.
Damit hätte VW im Silicon Valley tausende von Entwicklern fürstlich entlohnen können und wahrscheinlich am Ende was Brauchbares gehabt. Oder anders gesagt .. hunderte von Startups beweisen, dass man mit weit weniger Geld solide und anwendbare Software bauen kann.
Und wer das nicht glaubt soll sich die Schwarz Gruppe ansehen.
Die machen zwar nur halb soviel Umsatz wie VW, aber haben sich ihre IT komplett selbst gebaut. Irgend ein Mensch hat da vor einiger Zeit gemerkt das diese Computer Dinger nicht mehr weggehen und sie (oh je) ein zentraler Bestandteil einer gut funktionierenden Firma sind.
Mittlerweile betreibt Schwarz eigene Rechenzentren, eine eigene Cloud, Cyber Security Dienstleistungen usw. Und nicht nur für sich selbst .. nein .. die verkaufen diese Dienstleistungen sogar an weitere Unternehmen.
Bei VW scheint es mir so, dass das alles Neuland ist .. am liebsten will man den ganzen IT Scheiß nicht machen und schiebt ihn von sich weg .. so wird das aber nix .. außer sie wechseln die Branche und produzieren zukünftig Schnürsenkel.

Stimme Dir bei VW zu .. aber die Schwarz Gruppe ist ein schlechtes Beispiel. Die eigene Infrastruktur wird kaum selbst genutzt , mehr als IONOS oder Hetzner ist technisch auch nicht drin und das zu fast AWS Kosten. Das machen andere , wie Hetzner , besser – zwar dann nicht mit dem Anspruch auf Hyperscaler, aber dafür zu günstigen Tarifen