Diese Woche hatte ich wieder eines „dieser“ Gespräche.
Ich spreche meinen finanziellen Status bzw. das Arbeit für mich optional ist nie von selbst an. Wenn mich allerdings wer zu diesem Thema was frägt gebe ich Auskunft.
Ich wurde gefragt was ich denn mit meiner Zeit anfangen würde.
Die Frage kenne ich mittlerweile zu genüge .. meine Antwort ist dabei nicht relevant .. die Leute wollen mir lieber erklären, das dies gar nichts für sie wäre .. also im Kontext: „Man muss doch was tun haben“
Argumente die dann gerne kommen:
- sie hätten dann Langeweile
- sie gehen sehr gerne zur Arbeit
- das ist ja nichts so „in den Tag“ leben
- was sollen sie denn dann den ganzen Tag machen
Ohne das ich es will, komme ich dann immer in so eine Art Verteidigungshaltung und fange an mich zu rechtfertigen oder suche Argumente warum mein Lebensstil doch ganz okay ist (Überzeugen will ich sie gar nicht). Danach denke ich immer: Warum rechtfertige ich mich eigentlich?
Es ist ermüdend, wie zuverlässig dieses Muster abläuft. Man wird etwas gefragt, antwortet, und statt eines echten Austauschs bekommt man einen Monolog darüber, warum das Gegenüber unbedingt die feste Struktur eines klassischen Jobs braucht.
Ich glaube mittlerweile das ist ein Reflex meiner Gesprächspartner.
Wenn Menschen mit dem Konzept konfrontiert werden, dass Arbeit optional ist, triggert sie das .. und ich versuche das zu verstehen:
- Menschen definieren ihren Selbstwert, den sozialen Status und ihre Tagesstruktur über ihren Beruf. Die Vorstellung, dieses Gerüst wegzunehmen, löst Verunsicherung aus. Sie wissen schlichtweg nicht, wer sie ohne ihre Visitenkarte wären.
- Die Begegnung mit jemandem, der das Hamsterrad verlassen hat (oder könnte), rüttelt am mühsam aufrechterhaltenen Glaubenssatz, dass der Alltag nun mal so aussehen muss. Die Rechtfertigung „Ich gehe ja sehr gerne arbeiten!“ repariert dieses Weltbild im selben Moment.
- Die Idee, dass man auch ohne äußeren Druck (Chefs, Deadlines) aktiv, kreativ und zufrieden sein kann, übersteigt vielleicht die Vorstellungskraft. Für viele existiert nur der binäre Zustand zwischen Fremdbestimmt auf Arbeit oder Couch und nichts tun. Oder ihnen fehlt (wegen der Arbeit) die Antriebskraft in der Freizeit etwas aktiv zu gestalten?
Das ist natürlich nicht bei allen so (wenn über das Thema gesprochen wird) .. aber doch bei nem Großteil.
Manchmal frage ich dann auch ob sie ihre Arbeit machen würden wenn sie dafür kein Geld bekommen würden .. oder andersrum: Was sie denn tun würden wenn ich ihnen jeden Monat 3000 Euro netto (ohne Bedingung) überweise .. ein Leben lang.
Dann kommen sie ab und zu ins Grübeln .. aber so ne konkrete Idee kommt nie. Einfach weil es sich für die meisten Menschen ausschließt darüber überhaupt nachzudenken.
Man arbeitet von Urlaub zu Urlaub, von Wochenende zu Wochenende, so ist das halt und das hat so zu sein.
Ein anderer Aspekt da da manchmal auch kommt:
Wenn ich so viel Geld hätte würde ich mir mehr tolle Dinge kaufen!
Mein Gegenüber:
Matthias, du fährst nen Fiat 500, hast alte Heavy Metal T-Shirts an, läufst in Badelatschen rum und warst zuletzt „nur“ in Italien im Urlaub. Da würde ich mir mehr gönnen.
Ich dann so:
Wenn man genug Geld hat um sich die ganzen tollen Kram zu kaufen verliert der irgendwie seinen Reiz. Außerdem macht mich materieller Kram auf Dauer nicht glücklicher.
Mein Gegenüber:
Verständnisloses Kopfschütteln.
Verunsichern tut mich das nicht, ich merke nur wie anders meine Realität (geworden) ist.
Ich denke im Grunde sucht doch jeder nach Selbstbestätigung (confirmation bias). Jeder will zu einer Gruppe dazugehören. Um das zu erreichen, werden (vermehrt) Statussymbole gekauft.
Um es mit den Worten meines früheren Vorgesetzten zu sagen: Fuck them!
In meinen Augen sind solche Gespräche reine Zeitverschwendung. Die Leute wollen es nicht verstehen.
Womöglich ist Dein Gegenüber einfach nur neidisch?
Menschen verwechseln die Freiheit nichts tun zu müssen mit Müßiggang.
Ein Sklave muss auch so lange ‚extrinsisch motiviert‘ werden (Peitsche), bis er das Sklaven-Sein internalisiert hat; dann steht er inrinsisch motiviert auf, um seine Sklavenarbeit zu erledigen.
Typisch deutsche Mentalität, erzeugt aus Jahrzehnten an linker Indoktrination (Arbeiter, der sich für dumm verkaufen lässt von Politik und Staat = gut. Selbst Verantwortung für Leben übernehmen und Kapitalistisch im Eigeninteresse handeln = sehr böse.).
Viel spannender als der von dir angesprochene Moral-Monolog wäre doch die ehrliche Frage: Was tust du für dich und warum? Was tust du für die Wahrung der Freiheit der Generationen nach dir und warum?
Da kommt sicher ein interessanteres Gespräch bei rum.
Viele Grüße,
C.
Ich würde die Aussage: „Man wird etwas gefragt, antwortet, und statt eines echten Austauschs bekommt man einen Monolog darüber, warum das Gegenüber […]“ generell für fast jeden Dialog unterschreiben. Einfach mal beobachten. Meine Theorie ist, dass es selten echtes Interesse von Menschen aneinander gibt. Jeder wartet auf die Plattform, seine eigene Geschichte zu erzählen. Fast wie eine Youtube-Party, wo keiner zuhört und jeder sein Lied spielen möchte.
Kann man nur 1:1 zustimmen, braucht keinen langen Text. Ich nutz die gewisse Freiheit primär dafür dass ich Situationen die mir nicht gut tun zu entkommen – selbst jetzt wo ich noch nicht ganz deinen Status erreicht habe – es bringt auch nichts wie Teufel komm raus zu sparen und Situationen zu ertragen die einem nicht guttun. Bin aber auf einem guten Weg und lerne 🙂
Das sind aber einfallslose Fragen.
Ich würde folgendes Fragen:
1. Hast du nennenswert an Gewicht zugelegt oder abgenommen ?
2. Trinkst du mehr Alkohol (alternativ kiffen etc pp) ?
3. Lebst du (noch) gesünder oder kommst jetzt dort
auf neue Gedanken – Biohacking/LaVita trinken;)
4. vergrößert sich dein Bekanntenkreis oder wird es eher einsam ?
5. Stehst du wesentlich später auf ?
6. Machst du jetzt die Sachen die du
immer schon machen wolltest ?
7. Nimmt der Sportanteil ungesunde Züge an weil einfach zuviel Zeit da ist ?
8. Ich denke das man auch mehr Zeit zum nachdenken hat. Falls das so ist – ist da was bahnbrechendes rausgekommen ?
Das ist KEINE Aufforderung diese Fragen zu beantworten,
ist mir einfach nur eingefallen als ich den Text gelesen habe.
Haha, witzig. Ich spiele auch mit dem Gedanken aufzuhören. Mir macht die Arbeit mit meinen Kunden immer wieder Spaß. Ab nächsten Jahr wird auf 20 Stunden reduziert. Ich darf von überall arbeiten. Ich stehe eher in meiner Freizeit früher auf. Können viele nicht verstehen. Langsam wächst das Depot aber doch kräftig weiter. Ich muss viel an den einen Artikel mit One more year denken. Es ist nicht so einfach, den Absprung zu schaffen. Dafür schaue ich zu dir auf und danke dir, für deine Beiträge.
@Chris
ist ja auch etwas Selbstschutz .. wäre ja nicht gut festzustellen, dass man einen anderen Weg hätte einschlagen können .. aber ja .. es ist im Grunde Zeitverschwendung
@Christiane
das spielt da ganz sicher oft mit rein, auch wenn es den meisten wahrscheinlich gar nicht so bewusst ist
@C.
bezogen auf deine Fragen .. ich glaube die Gedanken machen sich die meisten Menschen nicht .. oder sie brauchen erst mal ne Weile um sich damit auseinanderzusetzen
@ich
Ja .. das ist leider so .. zuhören .. ein wirkliches Gespräch führen usw. ist oft verloren gegangen .. manchmal frage ich mich warum das so ist .. habe dein Eindruck, früher war das noch nicht so offensichtlich
@Alex
Die Freiheit, zu unangenehmen Situationen Nein zu sagen .. ist fast schon wertvoller als der finale Ruhestand
@#555
1. weder noch, obwohl ein paar KG weg müssten
2. weniger Alkohol als früher als ich noch gearbeitet habe, keine sonstigen Drogen
3. nein, das hat sich nicht verändert .. lebe immer noch vegan mit ab und zu mal nem Ausrutscher in Richtung Käse .. Fleisch esse ich nicht
4. naja .. in meinem Alter haben nun viele Freunde Kinder usw. da hat man weniger Zeit .. aber der Kreis ist gleich geblieben
5. nein .. ich gehe die Tage anders an .. lasse mir generell mehr Zeit
6. nein .. irgendwie auch nicht
7. ab und zu .. ich versuche mich dann aber zu bremsen und mehr Ruhetage zu machen
8. nix .. ich hab früher schon gerne Beobachtet aber bahnbrechende Erkentnisse habe ich nicht gewonnen
@Arndt
danke für dein nettes Feedback 🙂
ich glaube die Reduktion auf 20 Stunden ist der richtige Schritt .. ich habe damals ja auch auf 32 Stunden reduziert .. und wenn dir der Job Spaß macht und nur noch eine halbe Wochen arbeiten muss .. hört sich das für mich nach nem guten Übergang an
Trotzdem bist Du privilegiert. Arbeit muss aber im gesellschaftlichen Sinn gemacht werden. Ohne fleißige Worker gäbe es kein Essen, kein Strom, kein Wasser aus der Leitung, keine Heizung etc etc. kein Krankenhaus usw usw. Keine Schuhe, keine Hose. Keine Depotbank. Stell Dir mal vor , alle Banker wären so reich, das sie keine Lust mehr hätten zu arbeiten und würden Dein Depot nicht mehr führen. Keine Lust!
Wenn alle Millionäre wären und es nur noch einen Klempner gäbe in Baden Württemberg, dann würde die Ausführung seiner Arbeit mehr als eine Million kosten und die Millionen wären wertlos.
Du tust für die Gesellschaft nicht mehr viel bis gar nichts und erwartest aber, das der Supermarkt wie von selbstverständlich voll ist und auch noch preisgünstig dazu. Gottseidank gibt es ärmere Leute als Dich, die noch arbeiten gehen müssen. Was für ein Glück für Dich.
Also mokiere Dich nicht über Leute die arbeiten gehen und nicht Deine Möglichkeiten haben.
Versuche mal die Ich-Perspektive (ich ich ich) abzulegen.
Sorry mußte sein, mag den Blog sonst.
@Thomas
Ja, es ist ein Privileg und ich halte mich für nichts Besseres.
Beitrag zur Gesellschaft: Geld im Depot tut ja was es finanziert Unternehmen, schafft Arbeitsplätze und fließt über die Kapitalertragssteuer an den Staat zurück. Außerdem habe ich ne Firma (mit) gegründet und mittlerweile auch Arbeitsplätze geschaffen.
Ich Perspektive: Liegt in der Natur der Sache .. das hier ist ein persönliches Tagebuch …ich beschreibe meinen Weg und meine Beobachtungen und will gar nichts allgemeingültiges formulieren
Sicher ist bei dieser „Abwehrhaltung“ viel von Ängsten und einem Verharren in alten Denkmuster dabei. Vielleicht auch Unzufriedenheiten und sich mit dieser Art der Argumentation diese schönzureden.
Was die FIRE Community dann oft schwarz/weiß schlussfolgert, ist aber auch so nicht der Weisheit letzter Schluss. Man darf nicht davon ausgehen, dass nicht arbeiten immer und für jeden besser ist als arbeiten. Gerade in einem Alter, indem das gleichaltrige Umfeld noch in Lohn und Brot ist.
@mad ist ja auch noch in verschiedenen Rollen tätig. So halte ich die Selbstbestimmtheit und zeitliche Freiräume für sehr wichtig. Ist das in einer Tätigkeit gegeben, sodass andere Aktivitäten wie Urlaube, Sport oder Müßiggang im in einen guten Verhältnis stehen ist es mit der umfassenden Zufriedenheit nicht weit.
Geht halt so nicht in allen Jobs. Wenn TZ, Sabbatical eine Option ist plus das eingebunden sein, im sozialen Austausch und am Ende auch noch Einkommen und Absicherung über Sozialversicherungen rausspringen ist das nunmal für viele eine bessere Option als ganz aufzuhoren.
Die von dir beschriebene Art von „Gesprächen“ – oder eher Belehrungsversuchen – habe ich auch häufiger erlebt. Und das schon vor langer Zeit, als mein Vermögen noch wirklich überschaubar war.
Für mich sind diese unerfreulichen Erfahrungen der Grund dafür, weshalb ich mich überhaupt nicht mehr zu Themen wie Geld und Vermögen äußere und Gespräche, die in die Richtung gelenkt werden, ins Leere laufen lasse – von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen.
Das ist schade, denn ich selbst finde es immer sehr interessant und lehrreich, wenn ich Leute treffe (auch virtuell wie in diesem Blog), die sich öffnen und ehrlich von ihrem Lebensweg berichten.
Ich habe wirklich großen Respekt davor, dass du dich in deinem Blog so offen zeigst und damit auch angreifbar machst. Ich kann nur vermuten, wie unerfreulich es sein muss, wenn allgemein bekannt ist, dass man über ein Vermögen verfügt, das vielleicht noch 10 oder 100 Mal größer ist als das, womit wir als kleine Fische so umgehen.
Für mich würde der Verlust an Freiheit und der vermutlich sehr kleine Kreis an Leuten, denen ich noch vertrauen könnte, weitaus schwerer wiegen als der Nutzen, den ich aus einem 10-fach höheren Vermögen ziehen könnte.
Klar kann man dann schnell sagen: dann mach dich frei und streich die missgünstigen Besserwisser aus deinem Leben.
Ganz so einfach ist es (für mich) leider nicht. Auch wenn ich mich über die Jahre von einigen ehemals engen Freunden trennen musste (ich habe den Kontakt gezielt einschlafen lassen) kann ich nicht so einfach mein soziales Umfeld ganz radikal zusammenschrumpfen.
Nach wie vor kriege ich dann und wann mit, dass hinter meinem Rücken Mutmaßungen über die Größe meines Vermögens angestellt werden. Vor ein paar Jahren habe ich eine Immobilie erworben. Das ist für die meisten dann eine gute Erklärung „wo das Geld geblieben ist“, auch wenn die Immobilie nur ein kleiner Teil (15 % etwa) des Ganzen ist.
Ich würde gerne ehrlich und offen über meinen Lebensweg, den Vermögensaufbau und auch die Wahl der Prioritäten im Leben reden. Leider ist das meiner Erfahrung nach aber nur beschränkt möglich – z.B. (fast) anonym hier im Netz. Beispiele für Kommentarbereiche von Blogs, die aus dem Ruder laufen, gibt es ja viele. Das brauche ich im realen Leben nicht 🙂 .
Der Mensch braucht keine Visitienkarte oder seinen Beruf. Was er braucht ist Struktur. Und Arbeit kann auch Struktur sein.
„Einfach nur in den tag leben“ ohne Struktur macht, meiner Meinung nach, langfristig unglücklich.
Servus Mad,
spannende Zeilen die du da geschrieben hast. Ich kenne solche Gespräche nur in abgemilderter Form, da viele in meinem Umfeld wissen, das ich Vermögen in Form von Immobilien und Aktien besitze aber nicht was es ausmacht.
Das Vermögen unserer Familienwurde über ein sparsames Leben aufgebaut. Angst war der bestimmende Faktor, angst wieder arm zu werden wie nach dem Krieg. In der Zeit zwischen 45 und 60 muss es noch wirklich schlimm gewesen sein mit dem Herabblicken auf Menschen. Die die großen Bauernhöfe hatten und die die sich nur die kleinen Einsiedlerhäuser leisten konnten.
Ich habe den Grundstock den ich mitbekommen habe sehr gut ausgebaut, da ich die Angst vor dem Kapitalmarkt überwunden habe.
, ich würde gerne sagen, ich kann mir jetzt Dinge leisten und sie haben den Reiz verloren.. nein bei mir ist das Augenwischerei.. ich kann es nicht.. auf Grund meiner Erziehung.. jede Ausgabe ist schwierig.
Erst die letzten 2 Jahre konnte ich mich langsam davon frei machen, das das Vermögen mich nicht bestimmt.. Geld ausgeben lerne ich langsam.
Wenn mir also jemand sagt, er würde sich dann das oder das kaufen, ist mein Gefühl.. ich beneide dich.. das du diese Träume hast und es umsetzen kannst. Möge dir der Kauf das Glück geben was du dir erhoffst.
@Niklas
ich glaube es geht eher darum nicht zu müssen .. bzw. eben selbst zu bestimmen was man tut, wie man es tut und ob man es tut. Rentner gehen oft von 100 auf 0 .. aber man sieht dann, dass sich auch hier eine neue Routine etabliert .. egal ob man sich ne Aufgabe sucht oder eben den Tag so verbringt wie man möchte
@Scheues Reh
ich kann das nachvollziehen und das ist auch wahrscheinlich der Grund warum sich viele Menschen lieber bedeckt halten was Vermögen oder Investitionen angeht .. und gerade in der Anonymität des Internets eskaliert das leider oft .. was Leute sonst nur hinter deinem Rücken sagen hauen sie dir dann direkt ins Gesicht .. und du weißt noch nicht mal wer dahinter steckt .. ich bin irgendwann zu dem Schluss gekommen, dass mir die Meinung der meisten Menschen zu mir egal ist .. gerade wenn ich diese Menschen gar nicht oder nur oberflächlich kenne .. aber man befindet sich nun mal in einem sozialen Gefüge und das muss man irgenden wie balancieren
@Merowinger
es geht darum diese Struktur selbst zu bestimmen .. und sie sich nicht durch z.b. eine verpflichtende Erwerbsarbeit definieren zu lassen
@Mike
bei uns wurde auch immer auf Geld geachtet und gespart .. keiner in meiner Familie hat je über seine Verhältnisse gelebt .. das prägt dich natürlich .. Oma war immer sehr großzügig beim Taschengeld .. allerdings kam immer der Spruch: Tu es ins Sparschwein und gebe es nicht aus 😉
Ich habe erst mit 60 den Stecker gezogen und erfahre im Umgang mit gleichaltrigen Bekannten eher Ablehnung. Die aktuelle Diskussion in den Medien, dass „alle“ mehr und länger arbeiten „müssen“ tut ihr Übriges.
Um wieviel höher muss der Neid erst sein, wenn man schon mit 40 aufhören kann…
Die Kritiker haben in ihrem Leben aber meist 2-3 Urlaube, gerne Fernreisen pro Jahr gemacht und alle 2 Jahre ein neues Auto geleast etc. während ich ein altes Auto fahre und nie eine Lifestyle Inflation hatte.
Durch Hunde und viele Hobbies hat mein Tag Struktur und ich möchte nicht um viel in mein altes Leben zurück.
Danke für deinen stets inspirierenden Blog, der einen großen Anteil an meinem Weg zur finanziellen Freiheit hatte.
Ich habe vor einem Jahr aufgehört zu arbeiten und bezeichne mich mittlerweile als selbständiger Investor.
Damit können die meisten Leute mehr anfangen als wenn man sagt: ich war sparsam, diszipliniert kann von meinem Vermögen leben, v.a. weil ich auch jetzt noch bewußt mit Geld umgehe.
Und ergänze noch: in der Selbständigkeit ist es freie Zeiteinteilung, manchmal eine 10std Woche und machmal halt eine 40std Woche (wobei es das nie ist)
Gleichzeitig kann ich zustimmen das es nicht immer leicht ist die Tage „sinnvoll“ zu gestalten, aber ich bin noch ziemlich am Anfang und „sammle“ viel Input für spätere Tatigkeiten.
Und bewußtes Reisen empfinde ich auch als Bildung.
Werde mir einen imaginären Arbeitsplan schreiben um disziplinierter in der Umsetzung zu werden!
Danke für deinen stets inspirierenden Blog.
@Richy
Neid ist mir irgendwie fremd, klar kann es sein das ich mal wen um was beneide .. aber das ist bei mir in der Regel ein kurzer Impuls .. so richtig Neid pflegen und missgönnen tu ich nicht .. aber an dem was du schreibst ist was dran
Danke für deinen Kommentar 😉
@Pet
ich erlaube mir manche Tage nicht sinnvoll zu gestalten .. das hängt meist davon ab wie ich mich morgens fühle und ob ich was konkretes vor habe .. aber wenn mir z.b. das Wetter einen strich durch die Rechnung macht und ich weder in den Garten noch aufs Rad kann .. dann ist es auch mal okay die Zeit zu verplempern
@ mad Danke für diesen Beitrag , es spiegelt echt die Realität wieder, mit der man so oft konfrontiert wird. Ich habe auch schon oft Aussagen zu hören bekommen wie “ Wieso sparts Du fürs Alter? woher weißt Du wie viel Dir nachher fehlt oder Du benötigst“ “ Wieso willst Du mit 60 oder 55 aufhöhren zu Arbeiten?“ Oder die Klassiker wie Du es beschreibst – Verneinung „Ich könnte das nicht, ich hab kein Geld übrig / ich will jetzt leben“ und bezeichnen das „jetzt leben“ mit Konsum ohne nennenswerten Mehrwert – als kurzfristige Dinge (Handy,Klamotten,Autoleasing etc)
@ Scheues Reh da bin ich ganz bei Dir. Gespräche über dieses Themengebiet stößt in Deutschland fast immer auf Unverständnis oder (meist versteckt) Neid. Ganz viele leben im Hier und Jetzt und von Zahltag zu Zahltag. Andere sparen etwas, um es wieder auszugeben. Dann kenne ich noch die, die Geldanlage verstehen, aber Gewinne immer gleich verkonsumieren, oder die Aktie weil sie Gewinn gemacht hat komplett verkaufen und sich was leisten.
Wahrer Austausch mit Personen, so wie hier über die Gedankengänge, um finanzielle Strukturen aufzubauen gibt es real – vielleicht 1% bei mir, und selbst dort halten viele Informationen hinterm Berg und damit meine ich nicht das man jeden€ offenlegen muss, diese Mentalität ist ja in Deutschland fast strafbar 🙂 offen damit umzugehen. Effektiv habe ich zwei Personen mit denen ich darüber tiefer sprechen kann, einer mit sehr ähnlichen Zielen und etwas anderer Strategie, der andere Plant aktuell nciht früher aufhören können zu wollen, will aber ermögen aufbauen fürs Alter.Alle anderen folgend dem Schema das @mad beschreibt.
Leider sieht man bei vielen die Missstände im Verhalten und Ich würde Ihnen gerne etwas näherbringen wie man seine Situation verändern und verbessern kann, aber Ich belasse es dabei – wie heisst es so schön : Man kann nicht alle retten.
Ich für mein Teil bleibe daher lieber alleine, lese diesen Tollen Blog der inspirierend ist und kann mir meine Gedanken dazu machen bis ich hoffentlich an das persönlich gesteckte Ziel komme und ebenfalls in der – zumindest vordergündig – bequemen Situation wie manche hier bin.
bis dahin Viele Grüße
@Krisu
danke für deinen Kommentar .. habe ähnliche Erfahrungen gemacht wie du .. über Geld reden ist in Deutschland immer noch meistens tabu
@Matthias
Danke ja, ich kann immer öfters Nein sagen und mache das trotzdem nicht immer. Aber ich weiss dann exakt warum ich erstmal „JA“ sage – aber bewusst und nur bis zu nem gewissen Limit.
Ich habe mir nun erneut ein paar Monate an meinem Lieblingsplatz ausserhalb DE gesichert, super günstig und die Aura die diese Person und Tiere dort versprühen ist wahnsinnig auch wenn man nicht täglich mit der Besitzerin spricht.
Das ist für mich die neue Freiheit. Das ist kein Luxus-Platz aber für jeden der auch nur ansatzweise in meine Richtung denkt ist es besser als jedes 5* Hotel.
Mancher hier der im goldenen Käfig gefangen ist z.B. die Gattin meines Kumpels die immer wieder stichelt. Aka warum ich denn zeitweise ein altes Auto fahre oder die auch dort sagen würde „naaaja ich/wir wüüürden ja nur Luxus XYZ buchen aber tjaaa“….
Diese sind für mich kein Maßstab mehr – eher dafür dass ich alles richtig mache für mich. Ich sehe wie diese nicht wirklich glücklich sind trotz 5 stelligem Haushaltsnetto – aber ist es mein Problem? Nein! Ich sehe nur mit hoher Wahrscheinlichkeit wo es mal endet. Und wenn das der Fall ist dann sind die Standards so hoch dass wahnsinniger Druck herrscht. Gegenüber der eigenen finanziellen Situation den Standard zu halten – und auch dem neuen Umfeld des Paares – bestehend aus Leuten in der selbigen Blase….mal eben anpassen ist dann nicht wenn die 80k Küche und die 10 Dyson noch abzuzahlen sind.
Aber das führt zu weit, 80% der aktiven Dauerleser hier verstehen sofort was ich meine und ich belasse viele andere im Glauben daran dass „Reich sein“ bedeutet dass man den ganzen Luxus hat und XYZ geniesst jeden Tag.
Für mich bedeutet das einfach „ich könnte“ aber ich „muss nicht“ oder dass ich täglich selbst entscheiden kann ob ich jetzt nen Jahr lang Porsche fahre oder weiterhin den Fiat Punto.
@Alex
genau .. es gibt dir Optionen Dinge zu tun die vorher nicht in Reichweite waren .. wenn man sich entschließt das Geld in unnötigen Luxus zu investieren .. kann man das machen .. aber dann ist man aus meiner Sicht auch weiter gefangen .. Luxus sind für mich keine Gegenstände .. sondern Entscheidungsfreiheit
Diese Nachfragen sind ja auch keine klassischen interessierten Nachfragen um ggf seinen Horizont zu erweitern. Das gibt es ja in vielen Themenbereichen. Beispiel: Hast du endlich wieder eine Freundin oder Steigerung das wird jetzt aber langsam mal Zeit. Die Frage zielt nicht drauf ab ob es dir wirklich gut geht. Wenn du sagst mir geht es alleine besser (weil introvertiert) dann erhältst du auch nur Kopfschütteln obwohl 30% der Ehen geschieden sprich total unglücklich sind und wahrscheinlich weitere 30% aus wirtschaftlichen Gründen nebeneinander her lebt. Niemand käme auf die Idee zu fragen ob die Ehe gerade gut läuft aber als Single bist ab nem bestimmten Alter einfach „komisch “ genauso wie der Privatier mit „40“
Das sind aber alles Menschen die sehr oberflächlich leben. Da sagst am besten wirklich „bin vergeben“ oder halt “ bin „selbständig“ im Idealfall mit iwas das vom Homeoffice aus möglich ist und schon werden diese neugierigen Nachfragen weniger die nie das Ziel hatten sich mit dir auseinanderzusetzen.
Ja @Make83 da sagst du was.
Wir kennen das Spiel und um so mehr ich mich darauf besinne das nicht mehr zu spielen, um so mehr ich an einen Ort gehe wo ich das nicht habe – um so besser.
Das was solche Orte aber von einer „Sekte“ unterscheidet, das man trotzdem weiter durchs leben geht und nicht isoliert lebt, aber ich entscheide selbst wieviel Einflüsse ich mir noch antue.
Um so weniger ich mich also in diese Einflüsse gebe um so weniger Nachfragen und Rechtfertigung….ich versuche es auch nicht mehr als Rechtfertigung zu sehen – sondern manche Menschen kriegen noch eine „Erläuterung/Erklärung“ wenn Sie angenehm fragen. Wenn Sie dann nochmal Fragen gerne auch nochmal – aber dann wars das – denn dann sind wir schnell bei dem was du auch sagst.
Die meisten wollen nichts ändern – und ich bin selbst jemand der das zu gut weiss weil ich selbst so war… Jetzt bin ich schlauer aber – man muss es so sagen – natürlich etwas finanziell freier – Daher maße ich mir nicht an in jede Lebenssituation reinzublicken. Ich versuche Sie aber aufgrund meiner Prägung sehr genau und oft bis ins Detail nachzuempfinden und liege selten falsch – so wie du mit deiner Ehe-Einschätzung…bin ich auch der Meinung.
Nur die „sehenden“ sind oft diejenigen die aus deren Sicht nicht in der Position sind dies zu beurteilen oder zu sehen z.b. weil Sie selbst Single sind oder oder….Hitch der Datedoktor wäre wohl das Gegenstück, den muss ich mir nochmal anschauen wie da die Story dazu ist.