getmad das internet? gibts diesen blödsinn immer noch?
15. Oktober 2014

Ängste

Ich bin kein Kind von Glücklichkeit. Ganz im Gegenteil. Ich lebe seit 20 Jahren mit Ängsten die ich oft nur schwer kontrollieren kann. An manchen Tagen brabbeln sie wie ein Gebirgsbach im Hintergrund und ich nehme sie nur als leises Plätschern wahr. Manchmal sind sie wie ein Gewitter, kurz und heftig. Ab und zu wie eine schwere Brandung die nicht nachlässt.

Ich lebe mit meinen Dämonen, ich kämpfe dagegen an, manchmal gewinne ich und manchmal verliere ich.

Angst vorm Tod habe ich nicht. Ich hab auch keine Angst das mich wer ausraubt oder das mir die Haare ausgehen (*hint*).

Ich habe Existenzängste. Ich habe Angst meinen Job zu verlieren. Ich habe Angst keinen neuen Job zu finden. Ich habe Angst Fehler zu machen. Ich habe Angst das sich der Status Quo ändert. Ich habe Angst nicht mehr gebraucht zu werden. Ich habe Angst nicht gut genug zu sein. Eine Zeitungsnachricht kann diese Ängste auslösen. Einen Satz oder ein Wort das ich irgendwo aufschnappe. Ganz egal. Davor schützen kann ich mich nicht. Sie kommen und gehen wie Schnupfen oder Pickel.

Diese Angst instrumentalisiert mich. Sie bestimmt mein Leben und manchmal auch meinen Schlaf. Ich kann ihr auch nicht entkommen denn egal wohin ich renne sie ist vorher schon da und grinst mich hämisch an wenn ich auch ankomme.

Egal was ich lerne, was ich kann, wie schnell ich mir Sachen beibringen kann, was ich schon erreicht habe und wie einfach mir vieles von der Hand geht. All dies beruhigt mich nicht, nimmt mir auch nicht die Angst. Das alles ist belanglos und nichtig wenn sie entschließt in meinen Kopf einzufallen.

Suggestion hilft mir manchmal aber ist kein Patentrezept. Ruhe hilft manchmal, Lärm hilft manchmal, massive Ablenkung hilft manchmal .. aber die helfen halt nur. Sie nehmen es mir nicht ab.

Und so mach ich vieles in meinem Leben um es mir selbst zu beweisen.

> Wie sollte man sich mit Aktienmärkten auskennen wollen?

Für mich ist das ein Mittel zur finanziellen und existenziellen Unabhängigkeit.
Irgendwann bin ich nur noch auf mich angewiesen.

> Wieso sollte man in seiner Freizeit nächtelang programmieren und Tools bauen?

Einfach um mir selbst zu beweisen das ein guter Programmierer nie eine Uni von innen gesehen haben muss und vor allem um zu wissen das ich mir ALLES selbst beibringen kann.

> Wieso sollte man auf dem Rad 100 km und 2000 Höhenmeter fahren?

Um zu sehen wie weit ich gehen kann. Um mich selbst zu überwinden. Für das kurze Glücksgefühl.

Das alles gibt mir Selbstbestätigung .. aber ich kann mich nicht auf dem Erreichten aussruhen ich kann keine Lorbeeren genießen. Wenn ich das tue steht im nächsten Moment die Angst in der Tür und frägt ob ich heute Abend schon was vorhabe ..

Kommentare:


  1. Eremitin

    DANKE für diesen Artikel .
    DANKE für diesen Artikel!
    Ich stieß via Finanzwesir auf diesen Blog und freue mich in der ‚ Finanzblogszene ˋ so etwas zu entdecken, wundere mich allerdings, dass hier so wenig kommentiert wird.
    Freue mich darauf noch mehr zu lesen ( wobei vieles wohl über meinen technischen Horizont geht)

    LG aus dem Südschwarzwald

  2. Matthias

    Gerne. Ich werde dazu demnächst nochwas schreiben. Versprochen!

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