Deathclock Twitter Instagram LinkedIn Strava RSS Feed

24. Februar 2022

Der Irre vom Ladoga See

Seit ihren Höchstständen Anfang Januar 2022 haben der S&P 500 grob 10% und der Nasdaq 100 grob 20% an Wert eingebüßt.

Besonders hart dürfte das eben jene treffen die erst kurz in ETFs oder Aktien investieren bzw. nach dem Corona Flash Crash mit dem anlegen begonnen haben.

Depots sind rot, man ist frustriert und fragt sich vielleicht was man da mit seinem Geld gemacht hat. Man hat jetzt weniger .. und das ist scheiße für die Psyche.

Schlimmer trifft es dann noch die Anleger, die stark auf Wachstumsaktien wie z.b. Shopify, Cloudflare, Palantir usw. gesetzt haben. Die Verluste betragen hier (wenn man noch nicht so lange investiert ist) über 50%.

Seit dieser Woche sind dann auch noch die Anleger dran, welche russische Aktien wie z.b. Gazprom, Rosneft oder Nornickel im Depot haben.

Natürlich sind auch ETFs betroffen welche verstärkt solche Aktien abbilden.

Selbst Bitcoin scheint (entgegen vieler Annahmen) kein sicherer Hafen zu sein und nur der Goldpreis (und der Ölpreis) steigen.

Was ich euch sagen kann:

Die Börse preist Krisen und Probleme immer gleich ein. Das heißt nicht, das es nicht noch weiter abwärts gehen kann. Allerdings bilden sich Unsicherheiten und Ängste immer sofort in den Indizes ab. Sofern die Nachrichtenlage entspannter werden soll geht es recht schnell wieder nach oben, wird die Nachrichtenlage schlimmer kann man auch weitere Tiefs sehen.

Märkte reagieren empfindlich auf Krisen, das war schon immer so. Besonders trifft es immer spekulative Werte und Firmen die ggf. stark von solchen Krisen getroffen werden.

Es ist vielleicht auch ein Denkanstoß für einige, die wenig auf Value Aktien gesetzt haben, in Zukunft etwas mehr zu diversifizieren.

Viel wichtiger aber:

Fast zwei Jahre kannten die großen Indizes nur eine Richtung und das ist zwar schön .. aber eben nicht normal. Je früher man das realisiert und versucht damit klar zu kommen desto besser. Es wird nämlich nicht die letzte Krise gewesen sein.

Und was mach ich?

Mein Depot hat seit dem Höchststand Anfang Januar ca. 50.000 Euro an Buchwert verloren. Macht mich jetzt nicht glücklich aber raubt mir auch nicht den Schlaf.

Verkauft habe ich nichts und plane es auch nicht. Allerdings habe ich auch keine russischen Firmen oder Werte wie Shopify im Depot.

Im Gegenteil .. ich werde das Jahr über brav weiter Aktien kaufen (günstiger) und mein Depot aufstocken.

Trotzdem versaut mir der Irre vom Ladoga See die Laune … aber eher weil er einen Krieg vom Zaun bricht, der jeder Grundlage entbeert.

Kommentare:

  1. SeePaddler

    Kann ich nur 100% bestätigen.
    Keine High-Flyer ins Depot nehmen. Bodenständige, regelmäßig Dividenden ausschüttende Werte. An einem Tag wie heute durchaus mal aufstocken (waren bei mir heute Allianz, BASF und Dt. Post). Die Dividendensaison naht und die Gewinne vom letzten Jahr liegen zur Ausschüttung bereit.
    Nebenbei läuft der Sparplan auf MSCI World weiter (jeweils am 1. und 16. des Monats).

    Es ist echt verrückt. Da haben wir seit 70 Jahren wieder einen richtigen Krieg in Europa und kaum jemanden interessiert es (zumindest von der Wirtschaft her). Die Ukraine ist einfach zu unbedeutend. Angeblich wissen 80% der Amerikaner gar nicht wo die liegt.
    Der Rückgang von heute Vormittag ist bereits wieder komplett kompensiert. Mein Depot hat heute sogar knapp 700 EUR zugelegt (bei einem Wert >500k).

    Ich bleibe bei einer Nachrichtendiät und schaue keine Tagesschau o.ä.

    Jetzt dürfen die Politiker mal zeigen was sie „wert“ sind. Genau so eine Situation ist ihr Job. Wohlstand zu verwalten und Steuergelder und Subventionen verteilen ist einfach.
    Jetzt benötigen „echte“ Menschen „echte“ Hilfe“.

  2. Daniel

    Die 70 Jahre ohne Krieg rechnet man so: Man nimmt 2022, minus der Jahreszahl des letzten Krieges in Europa, als die NATO Ex-Jugoslawien überfiel, 1999 und bekommt? 23.
    Zumal der Krieg der ukrainischen Regierung gegen das eigene Volk im Osten des Landes auch ein Krieg ist und der seit dem Putsch 2014 läuft, es aber kaum jemanden interessiert.
    Krieg ist immer Mist, nur wenn die richtigen Länder irgendwo einfallen, ist es nicht ehrenrührig.

  3. Mad

    @Daniel

    bis zum Ende des Euromaidans und der Annexion (nenne es wie du es willst) der Krim durch Pro Russische Kräfte (vielleicht auch Russland direkt) war die Ukraine ein souveräner Staat.

    Der Westen will dir Ukraine näher an Europa bzw. die EU holen, ggf. in die Nato aufnehmen.

    Der Putin will genau das Gegenteil.

    In wie weit die abtrünnigen Gebiete Krim, Luhansk und Donezk den eigenen Wunsch haben sich für unabhängig zu erklären bzw. aus der Ukraine „auszutreten“ weiß ich nicht.

    Aber jetzt stell dir mal vor Bayern will aus der BRD raus und Österreich marschiert dort ein und unterstützt die Bayern mit Waffen und Söldnern .. und es kommt dann immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen weil sich ein „Ausland“ in die inneren Angelegenheiten eines anderen Landes einmischt.

    Ich weiß nicht ob es einen Krieg der Ukraine gegen das eigene Volk gibt. Aber wenn es den gibt hat, Putin dem einen Bärendienst erwiesen. Er war nämlich nicht sichtbar für Presse und Medien.

    Hätte er sich rausgehalten und diesen innerukrainischen Konflikt nicht noch befeuert würden wir heute klarer sehen wer der Aggressor ist. So ist es nunmal Putin.

    Der mischt sich alle Nase lang (wie der Westen auch schon oft) ohne Not in Dinge anderer Staaten ein .. und jetzt hat er einen Krieg vom Zaun gebrochen. (Das hat der Westen auch schon getan).

    Krieg ist immer subjektiv.

    Ich bin froh dass uns die Alliierten von den Nazis befreit haben (Nazis finden das sicher nicht so gut.)

    Ich fand auch gut das man Saddam Hussein abgesägt hat (Fanden sicher auch einige nicht so gut.)

    Den Contra Krieg in den 80ern fand ich nicht gut. (Aber die Amis fanden in prima.)

    Der Vietnam Krieg war in diesem Ausmaß nicht notwendig. (Amis fanden ihn auch prima.)

    Der Afghanische Stellvertreterkrieg war furchtbar. (Den haben die Amis und die Russen geführt,)

    Richtig oder Falsch ist subjektiv.
    Aber manchmal gibt es einen „guten“ Grund.
    Den sehe ich aktuell bei Putin nicht.

  4. MarcMitC

    Hallo,

    eine Frage offtopic zu einer Aktie bzw. deren Dividendenabrechnung.

    Es geht um Artisan Partners Assets Management. Zum Ex-Tag 11.02, sollen zum Zahltag am 01.03 1,75 $ je Anteil ausgeschüttet werden. Ich erhielt für meine 65 Anteile, nach der Abrechnung, ca. 86 € am 02.03.

    Heute am 03.03 gabs ein Dividendenstorno. Also 86 € zurückgebucht und eine neue Abrechnung mit 0,72 $ je Anteil und nach der Abrechnung ca. 35 € erhalten.

    Die APAM Dividende setzt sich aus einer Speziellen Dividende von 0,72 $ und einer Quartalsdividende von 1,03 $ zusammen. Ergibt entsprechend 1,75 $ je Anteil für Februar 22. Die 0,72 $ wurden nun abgerechnet.

    Weiß jemand bzw. hat Erfahrung damit, was nun mit der Quartalsdividende von 1,03 $ ist?

    Muss man nur ein paar Tage warte und im Hintergrund läuft „alles von alleine“, oder, oder, oder…?

    Vielen Danl vorab für Antworten.

    Mit freundlichen Grüßen

    MarcMitC

  5. Alexander

    @MarcMitC

    Hallo,

    Ich hatte bei der Consors Bank genau das gleiche Problem. Sie haben erst alles richtig überwiesen, dann die Einzahlung wieder storniert und später nur die Sonderdividende überwiesen. Es sollten aber 1,75$ am gleichen Tag überwiesen werden. Ich habe eine E-Mail an Consors geschrieben, mal sehen wann es wieder korregiert wird.

    Die haben bei mir schon mal eine Sonderdividende eines BDCs nicht überwiesen, kurze E-mail und die Sache war erledigt. Man muss da echt aufpassen und gegebenenfalls die Bank auf den Fehler hinweisen!

    MfG Alex

  6. MarcMitC

    @Alexander

    Hallo Alexander,

    vielen Dank für diesen Hinweis!

    Ich hatte gestern dazu noch was gelesen, wie BDC’s steuerlich in Deutschland behandelt werden und es sich wohl um einen ROC bei den 1,03 $ handelt, müsste wohl selbst eine Kapitalrückzahlung in Deutschland versteuert, doch so ganz verstehe ich das alles selbst auch nicht…

    Ich werde dann doch noch heute ne Mail mit meinem Anliegen an den Broker schreiben.

    Vielen Dank nochmals und allseits gute Investitionen wünsche ich weiterhin!

    Mit freundlichen Grüßen

    MarcMitC

  7. Alexander

    @MarcMitC

    Das Geld wurde heute schon überwiesen, es war ein Fehler der Bank. Das hatte nichts mit dem Unternehmen zu tun. Mach dir deswegen nicht so viele Gedanken. Ich glaube das System mancher Banken kommt mit variabler Dividende oder Sonderausschüttungen welcher Form auch immer, nicht klar. Speziell bei den BDCs gibt es ja oft zusätzlich zur der normalen Quartalsdividende noch sogennante supplemental dividends und special dividends. Und wenn das alles gleichzeitig überwiesen wird, kommt es manchmal zu einem Fehler im System. Wobei Artisan Partners kein BDC ist, sondern ein Vermögensverwalter. Nicht so groß wie Blackrock oder T Rowe Price, dafür aber aktuell mit einer Divrendite von 10%!!!

    MfG Alex

  8. MarcMitC

    @Alexander

    Hallo,

    habe heute, 05.03 schon die Abrachnung für die Dividenden von 1,03 $ erhalten und dann wird die Überweisung
    im Laufe der nächsten Woche erfolgen.

    Das APAM ein Vermögensverwalter und kein BDC ist, war auch meine Info, welche letztlich mit in die Kaufentscheidung einfloss und dann werde ich das vermischt haben im Zuge dieser Dividenden-Rechnerei.

    Zukünftig warte ich auch erstmal 1 bis 2 Wochen ab und werde dann erst dem Broker schreiben. Nach dem Motto:
    „Wenn kommt, dann kommt.“

    Mit freundlichen Grüßen

    MarcMitC

  9. Etwas ruhiger… › Fuseboroto.info

    […] Lage in der Ukraine hat Matthias von Getmad.de bereits hier und hier geschrieben. Dem kann ich mich nur anschließen, ohne selbst in der Lage zu sein, das […]

Du hast auch was zu sagen: