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1. November 2026

ETFCockpit: Depotanalyse, Entnahmeplaner & Berechnung der Vorabpauschale

Dieser Beitrag ist von Planschkuh. Er hat hier vor kurzem sein Tool für die Entnahmesimulation vorgestellt und war wieder fleißig.

Hier geht es los:

In den letzten Wochen habe ich an einer browserbasierte Anwendung zur Auswertung von ETF-Depots gearbeitet, dem ETFCockpit.

Schwerpunkte sind dabei neben der Depotanalyse die Bestandsübersicht und Prognose der Vorabpauschle sowie die steueroptimierte Depotentnahme,

Die Anwendung benötigt weder Registrierung noch Konto. Sämtliche Daten werden ausschließlich lokal im Browser gespeichert; eine Sicherung kann jederzeit als Datei exportiert und wieder eingelesen werden.

1. Depotdaten importieren und verwalten

Die Grundlage bilden die tatsächlichen Käufe und Verkäufe. Transaktionen können per csv, txt oder excel importiert oder einzeln erfasst werden. Mehrere Depots lassen sich getrennt verwalten und bei Bedarf gemeinsam betrachten.Zusätzlich gibt es ein Demo-Depot mit Beispieldaten, über das sich die Anwendung kennenlernen lässt, ohne gleich die eigenen Daten verwenden zu müssen.

2. Das ETF-Depot im Cockpit analysieren

Das Cockpit fasst die wichtigsten Informationen übersichtlich zusammen. Dazu gehören unter anderem:

  • Aktueller Depotwert: Bewertung der gehaltenen ETF-Anteile anhand der verfügbaren Kurse.
  • Einstandswerte und unrealisierte Gewinne: Wie hoch sind die den noch gehaltenen Anteilen zugeordneten Anschaffungskosten, und wie weit liegt der aktuelle Wert darüber oder darunter?
  • Gewichtung der einzelnen ETFs: Wie verteilt sich das Depot auf die verschiedenen Positionen?
  • Depotentwicklung im Zeitverlauf: Historische Kursverläufe und die Entwicklung des investierten Vermögens.
  • Rendite- und Performanceauswertungen: Verschiedene Kennzahlen helfen dabei, die Entwicklung des Depots aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten.

Dabei lassen sich Zeiträume und ETF-Auswahl anpassen. So kann man sowohl das gesamte Depot als auch einzelne Positionen genauer untersuchen.

3. Kurse und Einstellungen individuell anpassen

Unter „Kurse & Einstellungen“ werden die ETF-Zuordnungen, Kursdaten und Berechnungsparameter verwaltet. Dazu zählen auch ETF-spezifische Angaben wie die laufenden Kosten (TER) sowie steuerliche Einstellungen.

Die Kursdaten lassen sich aktualisieren. Damit die Auswertungen aussagekräftig sind, sollten die importierten Transaktionen, die Stückzahlen und die verfügbaren historischen Kurse regelmäßig kontrolliert werden.

4. Vorabpauschale und Steuerbelastung einschätzen

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der steuerlichen Seite von ETF-Investments. Die Funktion „Vorabpauschale“ unterstützt dabei, die voraussichtliche Vorabpauschale für vorhandene ETF-Bestände zu untersuchen.

Die Berechnung berücksichtigt unter anderem den Basiszins, die Teilfreistellung und die hinterlegten Jahresdaten. Die Ergebnisse werden so aufbereitet, dass sich die Vorabpauschale vor und nach Teilfreistellung sowie eine daraus abgeleitete Steuer-Schätzung unterscheiden lassen.

Wichtig: Die angezeigten Werte sind Berechnungen auf Basis der vorhandenen Daten und Annahmen. Sie ersetzen weder die Steuerabrechnung des Brokers noch eine individuelle steuerliche Beratung.

5. Der Entnahmeplaner: ETF-Verkäufe durchrechnen

Besonders interessant ist der Entnahmeplaner für Anleger, die bereits Vermögen aufgebaut haben und regelmäßig Geld aus ihrem Depot entnehmen möchten.

Hier lässt sich ein geplanter Brutto-Verkaufsbetrag festlegen und auf die vorhandenen ETF-Positionen verteilen. Das ETFCockpit berechnet daraus unter anderem die benötigten Stückzahlen, die zugeordneten Anschaffungskosten, geschätzte Steuern und den verbleibenden Nettoerlös.

Für die Aufteilung stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Nach Portfolio: Verteilung entsprechend den Werten der einbezogenen Depotpositionen.
  • Steuerminimal: Suche nach einer Aufteilung mit möglichst geringem steuerpflichtigem Gewinn innerhalb der Berechnung.
  • Steuermaximal: Eine Vergleichsvariante mit möglichst hohem steuerpflichtigem Gewinn.
  • Eigene Aufteilung: Die Verkaufsanteile der einzelnen ETFs selbst festlegen und anpassen.

Damit lassen sich unterschiedliche Verkaufsszenarien vergleichen, bevor man sich für eine konkrete Vorgehensweise entscheidet.

6. Daten sichern und mehrere Depots nutzen

Das ETFCockpit bietet Funktionen zum Import und Export sowie zur Sicherung des Depotbuchs. Dadurch können Datenbestände wiederhergestellt und eigene Depotinformationen gesichert werden.

Die Anwendung unterstützt außerdem mehrere Depots und eine gemeinsame Übersicht über die eigenen Depots. So lassen sich beispielsweise unterschiedliche Brokerdepots getrennt führen und zusätzlich in einer Gesamtansicht betrachten.

7. Übersichtliche Bedienung auf verschiedenen Geräten

Die Oberfläche passt sich an unterschiedliche Bildschirmgrößen an und bietet sowohl auf dem Desktop als auch auf Smartphones eine kompakte Darstellung. Ein heller und ein dunkler Darstellungsmodus sind ebenfalls vorhanden.

Ergänzend erklären Info-Symbole und eine integrierte Hilfe wichtige Kennzahlen, Berechnungen und Bedienungsschritte direkt in der Anwendung.

Alle Ergebnisse sind Schätzungen auf Grundlage der erfassten Daten. Eine Verlustverrechnung mit anderen Töpfen oder Vorjahren ist nicht enthalten; die Anwendung ersetzt keine steuerliche Beratung. Es werden auch keine Aufträge an Broker übermittelt – die Funktion „Verkauf buchen“ erzeugt ausschließlich eine lokale, rückgängig zu machende Buchung.

Über Rückmeldungen würde ich mich freuen, insbesondere von Nutzern mit mehreren Depots oder ausschüttenden ETFs. Fehlende Wertpapiere in der Datenbank ergänze ich auf Hinweis gern.

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