Dividenden Blog

6. Juli 2026

Eure Geschichten?

Ich mag gute Geschichten.

Also von Menschen die ihr Leben nicht auf Social Media aufpolieren und nur das sagen oder zeigen was ihrem Narrativ entspricht. Wer meinen Feedreader verwendet hat wahrscheinlich schon gesehen, dass da einige Blogs drin sind die allenfalls am Rande was mit Finanzen oder FIRE zu tun haben. Vor kurzem habe ich dort auch das Subred https://www.reddit.com/r/fireGermany/ aufgenommen.

Dort lese ich ab und zu mal mit und mir gefallen die unterschiedlichen Fragen und Perspektiven .. vor allem sind sie nicht so allgemein gehalten denn die die dort schreiben haben ein konkretes Problem oder eine konkrete Frage.

Da einige Finanzblogs teilweise schon auf KI generierte Texte setzen (zumindest manchmal) dachte ich, ich versuche hier mal das Gegenteil.

Klar .. KI kann ziemlich gute Texte schreiben und ich hab da auch nix dagegen .. wenn der Inhalt einen Mehrwert hat.

KI hat aber keine persönlichen Geschichten, KI befindet sich nicht auf einem Weg zu etwas oder hat ein konkretes Ziel. KI erlebt keine Dinge …

Darum dachte ich mir, dass ich mal EUCH Frage. So nen engen Rahmen möchte ich gar nicht vorgeben aber vielleicht habt ihr eine gute Geschichte, möchtet von eurem Weg erzählen, habt Fragen oder möchtet einfach mal was loswerden.

Das kann alles mögliche sein:

  • Sackgassen: An welchem Punkt hast du gemerkt, dass der klassische Weg (Karriereleiter, Status, Konsum, Hamsterrad) für dich persönlich in eine Sackgasse führt? Gabs nen Auslöser?
  • Irrtümer: Welchen finanziellen oder persönlichen Fehltritt hast du auf deinem Weg geleistet, den man in keinem Lehrbuch findet? Was hat dich wirklich Geld, Zeit oder Nerven gekostet?
  • Ziele: Welches große Ziel hast du irgendwann still und leise begraben, weil dir klar wurde, dass es gar nicht dein eigenes war, sondern nur das der Gesellschaft? Oder vielleicht weil du denkst, dass du es nicht erreichen kannst?
  • Dilemma: Vor welcher Entscheidung stehst du jetzt, bei der du dir unsicher bist?
  • Unvernünftiges: Wo gibst du bewusst Geld aus, obwohl es aus reiner Finanzsicht absoluter Schwachsinn ist .. weil es dir echte Lebensqualität bringt?
  • Sparsamkeit: An welcher Stelle hast du es in der Vergangenheit mit der Optimierung oder dem Sparen übertrieben .. und es bereut?
  • Die Zahl: Welche Zahl oder welcher Meilenstein sah in deiner Tabelle oder Vorstellung super aus .. hat sich beim Erreichen im echten Leben aber überraschend unspektakulär oder sogar leer angefühlt?
  • Hebel: Wenn du auf die letzten fünf Jahre zurückblickst .. welche Entscheidung hat deine Zufriedenheit und dein Gefühl von Selbstbestimmung am stärksten verändert?
  • Rants: Gibt es was, das dich in irgend einer Bubble extrem nervt und das du einfach mal loswerden willst?
  • Fragen: Gibt es ein Problem auf deinem Weg, das du die Leser hier mal fragen möchtest?
  • Anderes: Das sind nur Beispiele .. und alles andere ist auch ok.

Wenn du anonym bleiben willst schreib mir ne Mail: matthias.hotz@gmail.com

Die würde ich hier dann (ohne deinen Namen oder persönliche Details zu nennen) veröffentlichen.

Du kannst natürlich auch gerne in die Kommentare schreiben/fragen.

Kommentare:

  1. Malte-Odysseus

    Ich finde die Idee richtig gut, möchte hier aber auch nur stichwortartig schreiben.
    Sackgasse: Bei mir Finanzkrise 2009 und in der Folge, das der Job (technisches Studium) bedroht war und anschliessend abgebaut wurde.
    Irrtümer: Schnell reich zu werden, bzw. irgendwelche Hypes vor dem Markt zusehen. Habe selbst in der Halbleiterindustrie gearbeitet, aber die war so extrem zyklisch, das man das nicht durchhält (hätte damals Infinion unter 1 € kaufen können). Oder anschliessend Facebook für 17 Euro. Aber natürlich damals nicht gemacht, weil keine Ahnung bzw. viel zu vorsichtig. Aber es geht auch risikoärmer.
    Ziele: Eine Million (angelegt) zu haben und von den Dividenden/Zinsen zu leben. Im Grunde die Rente aufzubessern bzw. Lücke zu schliessen und das Kapital/Zinseszinsidee an die nächste Gneration weiter zu geben.
    Dilemma: Bin jetzt 59 und könnte im Grunde die Rente planen, aber mag die Arbeit und die Kollegen. Solange es mir Spass/Freude/Sinn gibt, warum sollte ich es aufgeben.
    Unvernünftiges: Ein Auto gibt mir Unabhängigkeit und Freiheit und kann ich schwer drauf verzichten. Und ich mag die Freiheit und keine Vorschriften, die einen einengen (Coronaregeln, Klimavorschriften, ..).
    Sparsamkeit: Bin mit wenig zufrieden und hatte das Glück immer etwas zurücklegen zu können. Also nie über die Verhältnisse gelebt, sondern immer erst ausgegeben, wenn genug gespart war.
    Die Zahl: 100k – Ich habe nach dem Studium (2 Jahre gejobbt und gesucht) und dann endlich einen Job gefunden, der mir diekt den Einstieg erleichtert hat. Hatte noch Ausgaben wie ein Student, aber konnte viel Sparen. Die Sparrate war gut, aber überhaupt nicht richtig investiert (nur Festgeld). Aber da gab es auch noch Zinsen von 6-8% pa.
    Hebel: Nach und nach in Aktien zu investieren und über einen längeren Zeitaum ein Dividendeneinkommen aufzubauen. Genau nach dem Vorbild dieses Blogs hier. Am Besten früh anfangen und den Zinseszins laufen lassen. ETFs gab es damals noch gar nicht.
    Tipp: Ich versuche nur noch günstig in den Markt einzusteigen und dann immer nur gestaffelt. Und ruhig, wenn ein Markt überhitzt ist, auch mal Teilgewinne mit nehmen und den Rest laufen lassen. Da lässt sich auch viel ruhiger schlafen.
    Hilfe: Ich hatte das Glück immer von der Eltern unterstützt zu werden und konnte anfangs beruflich etwas mehr riskieren (örtlich ungebunden und Wohnort ins Ausland gewechselt). Wenn etwas schief geht, hätte ich immer abbrechen können und ein Dach übern Kopf gehabt.
    Man sieht, dass die Wege bei vielen sehr ähnlich verlaufen und ich auch schon bei anderen Blogs viele Parallelen gesehen habe.
    Vielen Dank für den Blog hier und den vielen Anregungen/Links zu den anderen FinanzBlogs.
    Zukunft: Plane mit oder ohne Merz den Ausstieg mit 63 und kann alle laufenden Kosten jetzt schon aus passiven Einkommen decken. Und zumindest die Arbeitszeiten bis dahin auf 60-80% zu reduzieren.

  2. Dividendenpirat

    Super Idee! Ich werde mal meine Geschichte etwas aufbereiten und dir zukommen lassen.

  3. Earn&Grow

    Super Idee!

  4. Mr. Pino Cavallo

    Hier ein paar Fakten zu meiner Motivation und weshalb ich FIRE erreichen möchte. Ich bin 41 Jahre alt.

    – Als junger Mann wollte ich eigentlich Archäologie/Geschichte studieren, habe mich dann aber aufgrund der schlechten Jobperspektiven für ein BWL-Studium entschieden („weisst du nicht, was du studieren sollst, machst du halt BWL“). So gesehen war ich für das BWL-Studium nie besonders motiviert und ich habe für den Bachelor und Master insgesamt dann auch 13 Semester gebraucht
    – Mein Berufseinstieg dann in einer sog. Big4-Wirtschaftsprüfungsgesellschaft; diese sind für lange Arbeitszeiten und eine vergleichsweise schlechte Bezahlung bekannt; bekanntermaßen wird man als Junior hier von den Senioren-Kollegen auch mal gerne ausgeschimpft, eine Haltung, die im Finanzen-Bereich leider weit verbreitet ist und schon früh in meinem Arbeitsleben dafür gesorgt hat, dass ich das Hamsterrad als Lebensziel in Frage stelle
    – zu dieser Zeit, so ab 2016, habe ich dann auch FIRE entdeckt; zunächst einmal Mr. Money Mustache und danach – in gewisser Weise – die deutsche Variante Tim Schäfer; ich weiß nicht mehr genau, wie ich darauf gekommen bin; es muss wohl eine Mischung aus dem Fakt gewesen sein, dass ich einerseits nun einige finanzielle Reserven angespart hatte und ich das Geld im Nullzinsniveau nicht ungenutzt der Inflation aussetzen wollte, und andererseits aus meiner todunglücklichen Situation im Job; ich wollte ein selbstbestimmtes Leben und die Leute, die durch Sparen und Investieren sich ein Leben ohne Arbeitgeber/Chef freischaufeln konnten, haben mich zutiefst beeindruckt
    – Den Job in der Beratung habe ich dann gekündigt und im laufe der Jahre immer mal wieder gewechselt; es gab bessere Jobs und es gab mal Jobs, die nur unwesentlich besser als die Beratung waren; letztendlich ist das Hamsterrad für mich nie eine erstrebenswerte Option bis zur Rente gewesen, sondern immer nur ein temporäres Übel um meine Ziele zu erreichen
    – Ziel: Ich möchte ein Depot, von dessen Dividenden ich leben kann. Ich möchte keine Aktien verkaufen müssen, um meine Lebenshaltung zu decken.
    – Zielerreichungsgrad: Ich bin nun COAST-FIRE, benötige ab jetzt eigentlich keine zusätzlichen Investitionen mehr, um meine benötigte Depotgröße im Rentenalter zu erreichen. Darauf ausruhen werde ich mich aber nicht. Meine Depotgröße beträgt derzeit rund 530k. Daraus generiere ich pro Jahr ca. 6k Nettodividenden.
    – Sparsamkeit: bin ich von Natur aus. Ich brauche keinen Luxus um glücklich zu sein. Ich fahre einen alten VW-Diesel und habe eine kleine Wohnung. Wichtig ist mir aber das Reisen in fremde Länder, dafür gebe ich dann mein Geld lieber aus.
    – Unvernüftiges: Große finanzielle Fehler habe ich eigentlich nie gemacht – nur die, der unterlassenen Chancen, etwa den Nicht-Kauf von der ein oder anderen Aktie, deren Potential ich erkannte und ich trotzdem nicht gemacht habe (und sich später als Multibagger herausgestellt haben).
    – Derzeitige Situation: Wegen eines Streits mit meinem letzten Chef (ich komme mit der Gattung „Chef“ nicht mehr gut aus, sicherlich auch ein Effekt meiner größeren F*ck U-Einstellung mit dem Kapital im Rücken) bin ich einige Monate in Freistellung – und ich genieße es total. So fühlt sich wohl ein Leben in Freiheit an. Ich kann viel lesen, habe wenige Verpflichtungen und ich plane eine längere Reise. Aber nur noch das zu tun, kann ich mir derzeit nicht vorstellen, selbst wenn ich es mir leisten könnte. Vielmehr denke ich jetzt über einen radikalen Karrierewechsel nach. Das Gehalt steht jetzt auch nicht mehr so stark im Fokus, da wie gesagt COAST-FIRE an sich erreicht ist. Vielmehr denke ich nun darüber nach, welcher Job mir Freude bereiten und wo ich interessante Kollegen kennenlernen könnte.

  5. Thomas

    finde diesen Beitrag auch ganz lesenswert und passend
    https://www.portfolioprofi.de/fire-illusion

  6. mike

    @ Thomas

    Der verlinkte Beitrag ist wirklich lesenswert und passend.

    @Mad

    Tolle Idee… und danke an alle die schon was geschrieben haben.

  7. Matthias

    @Malte-Odysseus
    du hast quasi ne elegante Landung vollzogen. Mit 59 Arbeit nicht mehr als Notwendigkeit, sondern als Wahl zu betrachten ist doch super .. das mit dem Auto kann ich 100% nachvollziehen, auch das du nie über deine Verhältnisse gelebt hast

    @Mr. Pino Cavallo
    Fuck You Money in Aktion.
    Du beschreibst was viele die von FIRE hören missverstehen. Es geht nicht darum, mit 40 nur noch am Strand zu liegen. Es geht darum, dass der Chef
    keinen Hebel mehr hat und du gehen kannst ohne sorgen zu haben wie du die Miete bezahlst.
    Sonst finde ich mich in vielem was du schreibst wieder (Reisen, kein Luxus, Hamsterrad)

    @Dividendenpirat & Earn&Grow
    Ich bin gespannt auf eure Geschichten.

    @Thomas & Mike
    der letzte Absatz beschreibt aus meiner Sicht was FIRE ist .. Geld schafft Optionen ermöglicht Freiheiten und Flexibilität .. allerdings muss ich sagen .. wenns keine Bananen mehr gibt kann ich da hin fliegen wo sie wachsen ,, das kann dann jemand der kein Geld hat nicht 😉

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