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22. Mai 2022

Armutsgrenze

Alles was jetzt kommt gilt für eine Person also NICHT für einen Haushalt.

Die Armutsgrenze definiert sich wie folgt:

Sie liegt bei 60 Prozent des mittleren bedarfsgewichteten Nettoeinkommens der Bevölkerung in Privathaushalten. (Bedarfsgewichtet: Mehrpersonenhaushalte haben relativ gesehen niedrigere Kosten)

2019 war der Wert bei Alleinstehenden: 1.074 Euro
2020 war der Wert 1.126 Euro

Der durchschnittliche Nettolohn 2021 aller Erwerbstätigen (VZ und TZ) in D betrug 2.170 Euro.
60% davon wären etwa 1.300 Euro.

Der Hartz IV Satz für einen Alleinstehenden liegt bei 449 Euro.
Allerdings werden Miete und Heizung bezahlt.
Kalkulieren wir da Wohnung und Heizung drauf erhält der Hartz IV Empfänger im Schnitt ca. 1.000 Euro.

Die Armutsgrenze dürfte also etwas um 1.200 – 1.300 Euro für einen Alleinstehenden im Jahre 2022 liegen. Das ist pro Bundesland unterschiedlich.

Die privaten Konsumausgaben lagen 2020 bei 1600 Euro pro Person.

  • Wohnung, Energie: 680 Euro
  • Essen, Trinken, Tabak: 228 Euro
  • Verkehr: 164 Euro
  • Freizeit und Kultur 149 Euro
  • Haushaltsgeräte und Austattung: 86 Euro
  • Gesundheit: 66 Euro
  • Urlaub und Gaststätten: 56 Euro
  • Bekleidung: 56 Euro
  • Telekommunikation: 49 Euro
  • Bildung: 5 Euro
  • Alles andere: 62 Euro

Wohnung/Miete und Energie für Hartz IV bzw. Armutsgefährdeten kalkuliere ich mit ca. 550 – 600 Euro.
Also etwas weniger als beim Durchschnittsverdiener.

Demnach hat ein

  • .. Hartz IV Empfänger 33 Euro (15 Euro abz. Miete) am Tag bzw. 1.000 Euro / Monat zur Verfügung.
  • .. Mensch an der Armutsgrenze knapp 42 Euro (22 Euro abz. Miete) am Tag bzw. 1.250 Euro / Monat zur Verfügung.
  • .. durchschnittlich Entlohnter 72 Euro (50 Euro abz. Miete) am Tag bzw. 2.170 Euro / Monat zur Verfügung.

Ein Hartz IV Empfänger wird das normalerweise komplett aufbrauchen, ebenso ein Mensch der an der Armutsgrenze lebt.

Ein durchschnittlich Entlohnter „braucht“ allerdings nur 920 Euro / Monat also etwa 31 Euro am Tag.
(2170 – Miete – private Konsumausgaben = 570 Euro welche nicht verbraucht werden bzw. für Renten, Kredite usw. eingesetzt werden können)

Eine „normale“ Teilhabe am Leben in Deutschland scheint also ab etwa 30 Euro pro Tag (ohne Miete) möglich zu sein.

Ich selbst brauche (auch ohne Miete) ca. 1.000 Euro / Monat bzw. etwa 33 Euro am Tag.

Dazu muss ich folgendes sagen:

Ich habe extrem wenig Spritkosten, da ich seit 8 Jahren im Home Office arbeite und auch sonst bin ich eher der frugale Typ der versucht die Dinge lange zu nutzen und zu reparieren. Ich kaufe fast nur unverarbeitete Lebensmittel und gehe nur sporadisch in Kneipen und Restaurants. Bin also sicher nicht der Maßstab, allerdings muss ich mich auch nicht zwingen .. mir fällt das leicht und ich habe nicht den Eindruck dass ich spare.

Ich behaupte, wenn ich streng sparen würde, käme ich aktuell auch mit den 22 Euro / Tag (Armutsgrenze) klar. Allerdings müsste ich mich dann tatsächlich einschränken und ggf. bei Hobbies oder im Supermarkt sparen oder z.B. auf das Auto verzichten.

Wie sieht das denn bei euch aus?

Wie viel Geld braucht ihr?

Quelle 1 | Quelle 2 | Quelle 3

Am Rande:

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Kommentare:

  1. Thomas

    Jetzt rechne hier mal die m.E. noch schön gerechnete Inflation von derzeit rund 8% drauf. Wenn da nicht schnell die Einkommen mitwachsen, wird’s dann schnell eng. Der Staat und die EZB haben’s nicht eilig was dagegen zu tun , denn die Staaten verdienen ja prächtig dran. Kapitalerträge von über 8 % kriegt man zur Zeit mit Dividenden oder Anleihen nicht. Also entweder riskant traden oder das Kapital wird weniger in der nächsten Zeit.

  2. Andy

    Ich bin bei mir mal überschlagsmäßig auf 1500 Euro gekommen, welche das Minimum für mich darstellen. Alles drunter wird anstrengend. Z.B. beim Auto irgendeine Billigwerkstatt, selbst um Dinge kümmern etc.

  3. Bergfahrten

    Monatliche Ausgaben inkl. Auto und Bauernhof…

    2021: EUR 15.181,97 d.s. 1.265,16
    2020: EUR 15.580,51 d.s. 1.298,38
    2019: EUR 15.526,31 d.s. 1.293,86
    2018: EUR 15.716,38 d.s. 1.309,70

    schönen Sonntag
    Christian / Bergfahrten

  4. Robert

    Ich wohne in einer eher teuren Stadt in Westösterreich, allerdings in einem Haushalt mit zwei Personen, was es natürlich deutlich günstiger macht.
    Alles in Allem brauche ich etwas über €1200,- pro Monat um meiner Ansicht nach komfortabel leben zu können…

  5. JC83

    Moin,

    meine Ausgaben lagen bis vor kurzem auf ähnlichem Niveau.

    Das hat sich tatsächlich geändert, als DIE WITH ZERO gelesen habe.
    Es macht für mich wenig Sinn, so wenig wie möglich auszugeben und auf schöne Momente und Erlebnisse zu verzichten, wenn ich trotzdem fast 4-stellig im Monat spare.
    Ich war diesen Monat diverse Male in Kneipen und Restaurants mit Frau und Freunden, auf nem Konzert, fahre dann bequem mit Uber nach Hause. Wir waren in den Osterferien im Familienurlaub im Ausland, nächsten Monat im Wellness-Hotel zum Geburtstag etc pp.
    An all diese Unternehmungen habe ich angenehme Erinnerungen, die mir mein Depot nicht liefern kann, daher habe ich das Investieren deutlich zurückgefahren und sehe das Ganze entspannter.
    Ich würde die Ausgaben auf ca. 2500 Euro schätzen. Klingt an sich gar nicht so viel, liegt aber auch daran, dass wir total günstig mieten (350 € fürs Wohnen all in p.P.), demnach hat man Geld für die schönen Dinge übrig.

  6. JC83

    P.S.: Danke für den Artikel.
    Ich finde es gut, dass die scheinbar „altruistischen“ Finfluencer („wir wollen ja nur, dass alle reich werden“) genauer unter die Lupe genommen werden.

  7. Kiev

    Unsere Kosten sind in dem letzten Jahr etwas gestiegen, so dass mein MadFI Kalkulator 2762€ im Monat als gemittelten Wert ausgibt. Unser Haushalt verfügt über 4 Personen, wobei zwei die Grundschule besuchen. Vor ein paar Jahren hatten wir diesbezüglich höhere Ausgaben. Wir wohnen im Eigentum und haben hier nur grob 50€ im Monat an Zinskosten. Allerdings geben wir hin und wieder etwas fürs schöne wohnen aus. Für Urlaub müssen wir allerdings kaum Geld ausgeben ohne uns einzuschränken. Mit einem Ferienhaus verfügen wir hier zwar nicht wirklich über ein Investment, aber dafür decken sich über den Daumen die Kosten, so dass wir 5 Wochen kostenneutral in Jahr in Urlaub fahren können. Darüber hinaus richten wir uns längerfristig auch einen Sitz für den Frühruhestand ein. Das ist in der Hauptsache mit Arbeit verbunden. Als KFZ haben wir einen Firmenwagen, der uns nichts kostet. Allerdings gibt es diesen auch nur in Verbindung mit der Tätigkeit. Für meine Kinder investiere ich aktuell jeweils 100€ im Monat. Das möchte ich bald weiter aufstocken, so dass sie nach einem eventuellen Studium bereits über ein kleines Startvermögen verfügen. Für mich ist es aktuell interessant, wenn ich auch im Urlaub (Ausland) arbeiteten dürfte. So könnte ich in den Sommerferien beispielsweise 3 Wochen statt zwei in Urlaub fahren und könnte die wichtigsten Dinge dennoch erledigen. So flexibel ist meine Firma dann allerdings nicht. In Anbetracht der Änderung der Arbeitsweise durch Corona ist das aber schon Jammern auf hohem Niveau.

  8. Christoph

    Wie haltet ihr es mit Ausgaben für die Gesundheit? Geld für Bio-Nahrungsmittel, Sport, Nahrungsergänzung, Bücher, Stressverminderung etc? Da fließt bei mir echt viel Geld ab, aber je länger und gesünder man lebt, umso mehr profitiert man vom Zinseszins =)

  9. Dagoberts Nichte

    Kurz mal nachgerechnet: wenn man die teure Großstadt-Miete nicht berücksichtigt, gebe ich ca. 65€ pro Tag für mein Leben aus. Etwas komplizierter abzuschätzen, wenn man viele Kosten als Paar stemmt.
    Davon entfallen weniger als 20€ auf das was ich „persönlichen Konsum“ oder „Shopping“ nennen würde. Dafür habe ich ein Budget von 550€ im Monat. Etwa 10€ pro Tag spende ich im Jahresschnitt. Der Großteil des Tagesbudgets geht in hochwertige Lebensmittel, Restaurantbesuche und das Sparen für Urlaube.
    Mein Nettoeinkommen ist allerdings auch weit weg von Durchschnitt, sodass die überdurchschnittlichen Ausgaben etwas in Perspektive gesetzt sind.

    Viele Grüße
    Jenni

  10. Conny

    Ohne Miete (Warmmiete, d.h. Brutto-KM, Heizen, Strom) ca. 650€. Habe allerdings kein Auto, erreiche das meiste zu Fuß. Lebensmittel haben höchsten Anteil, viel Bio. Rest ist sehr minimalistisch.
    Mit Miete (Heizen, Strom) aktuell knapp 1100€.

  11. Kiev

    @ Christoph

    Ich kann frugalen Gedanken etwas abgewinnen. Du musst Ausgaben allerdings nicht rechtfertigen. Auch wenn eine Ausgabe völlig unnötig ist, Du sie aber aber gerne tätigst, ist das völlig in Ordnung.

    Wir kaufen tierische Produkte ebenfalls als Bio. Wir machen es zum Wohle des Tieres. Bei manchen Produkten sehe ich hier nicht unbedingt einen positiven Effekt auf die eigene Gesundheit. Wir spenden auch einen Teil unseres Einkommens. Da haben wir so gesehen auch nichts davon, aber es fühlt sich richtig an.

    Je nach Sportart kann hier regelmäßig Geld versenkt werden. Bücher leihen wir größtenteils aus der Büchereien. Das kostet fast nichts. Ich verwende sehr wenig Nahrungsergänzungsmittel. Nur die empfohlenen Dinge. Das kostet nicht viel. Unter Ausgaben für Stressvermeidung kann ich mir jetzt nichts konkretes vorstellen. Handelt es sich um Massagen? Vielleicht hilft hier auch ein wenig Sport. Klimmzüge, Plancks stärken beispielsweise den Rücksen, so dass nach einer Einführung dieser Fitnessübungen vielleicht in Zukunft keine Massage mehr benötigt wird? In Maßen wird das sicherlich von Vorteil sein.

  12. Wie viel Kosten hast du bis zu deinem Tod? – getmad

    […] letzten Beitrag (Armutsgrenze) habe ich erwähnt, dass eine allein lebende Person in Deutschland etwa 1.600 Euro im Monat braucht […]

  13. Pascal Weichert

    Mit Miete, eigene Wohnung, ohne KV: 690€
    Mach ich was richtig oder Falsch?

  14. faba

    mein Gesamtbedarf beläuft sich auf 939,93 € mehr steht mir nicht zu. Da die Armutsgrenze im Jahr 2022 bei 1200 – 1300 € liegt scheinen beim Amt für Wohnen und Soziales sehr kluge Rechner zu Arbeiten.

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