Dividendenstrategie ist tatsächlich mein aktuelles Thema – wie stark die werden soll, überlege ich aber derzeit noch.
Wenn es alle im großen Umfang machen, kann das Ganze etwas kippen und ggf. nicht mehr so vorteilhaft sein. Also zumindest warnte die Wirtschaftswoche (Paywall) gerade davor, aber das muß ich mir nochmal durchlesen und vor allem nochmal durch den Kopf gehen lassen. Die WiWo muß ja auch immer irgendwelche Schlagzeilen produzieren und man weiß nicht, was da wirklich dran ist.
@Matthias, vielleicht hast Du ja Lust, dazu mal etwas zu schreiben?
Klar .. gerne:
Ich kenne den Inhalt des WiWo Artikels nicht da ich da kein Abo habe.
Aber vielleicht erst mal ein paar Hinweise auf vergangene Artikel:
- https://www.getmad.de/learnings-aus-10-jahren-dividendenstrategie/
- https://www.getmad.de/warum-nur-eine-dividendenstrategie/
- https://www.getmad.de/dividendenstrategie-anyone/
- https://www.getmad.de/dividendenstrategie-und-corona/
- https://www.getmad.de/ein-klitzekleiner-vorteil-der-dividendenstrategie/
Und wie sieht das nun HEUTE aus?
Wie schon früher gesagt, eine Anlage in Aktien die nur darauf abzielt hohe Dividenden zu kassieren und andere Bereiche außer acht lässt, ist zum scheitern verurteilt.
Andreas Frage suggeriert, dass wenn alle auf Dividenden setzen die Kurse der Unternehmen die gekauft werden über die Maßen steigen und es keine realistische Bewertung mehr gibt. Das Ganze könnte dann kippen.
Das ist aus meiner Sicht komplett unwahrscheinlich.
Warum?
Die Anzahl der Privatanleger die fokussiert auf Dividenden Aktien setzen ist im Vergleich zum globalen Kapitalmarkt extrem gering. Kurse von Dickschiffen wie Microsoft, Apple, Allianz oder Procter & Gamble werden nicht von Kleinanlegern gemacht.
Über 80–90 % des Handelsvolumens an den Börsen stammt von institutionellen Investoren. Diese Akteure kaufen Aktien nicht wegen eines Trends, sondern basierend auf Bewertungsmodellen (DCF-Modelle, KGV-Vergleiche, Cashflow-Analysen). Sobald eine Aktie fundamental zu teuer wird, schichten die einfach um.
Eine Blase entsteht, wenn Kurse rein aus Erwartungen steigen, ohne dass dem ein realer Gegenwert gegenübersteht (Dotcom-Blase).
Bei einer Dividendenstrategie ist das Gegenteil der Fall:
- Eine Dividende kann man nicht fälschen oder herbeisehnen. Sie muss als Cashflow auf dem Bankkonto des Unternehmens liegen und ausgeschüttet werden.
- Wenn eine Aktie durch zu viele Käufer extrem im Kurs steigt, sinkt automatisch die Dividendenrendite
- Eine Aktie, die bei einem Kurs von 100 € eine attraktive Rendite von 4 % hatte, hat bei einem Kurs von 200 € nur noch 2 %. In dem Moment verliert sie für die Dividenden Dudes ihren Reiz und die Herde kauft weniger.
Andrea spricht davon, dass alle auf Dividenden setzen. Aber worauf genau?
- Setzen sie auf hochzyklische Dividenden-Ausrutscher mit 8 % Rendite? (Autobauer / Reedereien / Rohstoffe)
- Setzen sie auf defensive Aristokraten? (Konsumgüterhersteller)
- Oder setzen sie auf Dividendenwachstum bei dem die aktuelle Rendite niedrig ist, aber die Dividende jährlich um 10 % steigt?
Weil sich das Kapital auf tausende verschiedene Unternehmen weltweit in völlig unterschiedlichen Branchen verteilt, kann es gar nicht den einen großen Knall geben, bei dem das ganze Konzept kippt.
Alle weiteren Disclaimer zur Dividendenstrategie gelten weiterhin!
Kurz:
- Die Dividendenstrategie ist NICHT der Königsweg!
- Höchstwahrscheinlich verlierst du gegenüber der Anlage in einen World ETF sogar Rendite.
- Sie hat steuerliche Nachteile.
- Dividenden sind NICHT garantiert.
- Man muss genau wissen warum man auf Dividenden setzt und das bewusst wollen.
Hallo, ein wirklich wichtiges Thema und ich liebe Dividenden. Was ich mich derzeit Frage ob ich nicht doch von den reinen Dividenden Aktien komplett umschichten sollte auf ausschüttende ETFs, da diese weniger Steuern kosten als die Aktien Dividenden, da bleibt mehr übrig unterm Strich zumindest auf den ersten Blick. Wie siehst du das, Unabhängigkeit davon das Aktien und die Unternehmen einfach Spass machen sich mit ihnen ein wenig zu beschäftigen. Bin zur Zeit hin und her gerissen, welchen Weg ich einschlagen soll.
Verkürzt wiedergegeben antwortet der Honorarberater, das in einer Rezession die Fokussierung auf Dividenden ein Gefahr darstellt -> keine Zinsen, sondern Geld aus der Unternehmenssubstanz und somit die Gefahr der Kürzung/ Streichung der Dividende. Weiterhin schreibt er von einem Klumpenrisiko bei nur wenigen Aktien.
Er rät zu einem breit diversifizierten ETF Weltportfolio mit einer Portion Cash und kurzlaufenden Anleihen.
Ich halte sowohl ETF und knapp 50 Aktien.
Und ich hab mich vor ein paar Monaten an die Global X und JPM Premium Income getraut. Da will ich mal schauen, wie die sich so entwickeln.
Wenn man, wie ich, überzeugt davon ist, das es McDonalds, Coca Cola, Procter & Gamble usw. in 20 oder 30 Jahren auch noch gibt, ist es derzeit ein Vergnügen diese Aktien einzusammeln. Aber wer kann schon in die Zukunft schauen?
Ich investiere in „Qualitätsaktien“, also Unternehmen mit starken Bilanzen (geringe Verschuldung), einem Geschäftsmodell mit vielen sich wiederholenden Transaktionen bei den Kunden, hohem Cashflow und hohen Margen.
Fast alle dieser Aktien in meinem Portfolio sind Dividendenzahler, meistens allerdings bei/unter 2% Dividendenrendite. Diese steigern jedoch üblicherweise ihre Dividendenzahlungen über die Zeit, so dass man auch hier langfristig eine schöne Entwicklung hat. Auf eine Investition, die nur auf die Höhe der Dividenden abzielt, würde ich abraten, da eine hohe Dividendenrendite oft ein Zeichen für eine runtergeprügelte Aktie ist (meistens zurecht!) und dann oft eine Dividendenkürzung erfolgt.
ETFs spielen bei mir eine untergeordnete Rolle, da ich mich gerne mit einzelaktien beschäftige. Letztes Jahr habe ich auch eine unschöne Erfahrung mit ETFs gemacht, die ich vorher gar nicht auf dem Schirm hatte: mein ETF ist mit einem anderen ETF zusammengelegt worden, was technisch einen Verkauf meiner Anteile und einen unmittelbaren Wiederkauf zur Folge hatte. Das hat natürlich eine ungewollte Zahlung von Gewinnsteuern (Abgeltungsteuer) ausgelöst. Man stelle sich jemanden vor, der hier signifikante Kursgewinne vorweist und ohne darüber entscheiden zu können, dazu gezwungen wird, seine Position zu veräußern und richtig viel Geld dafür zu bezahlen.
Daher wird auch weiterhin mein Fokus auf Einzelaktien bleiben.