getmad fall in love, with a weird one, cause life is far more interesting when love is odd

Was?
Die Challenge besteht darin in 90 Tagesabschnitten ein Problemfeld bei sich selbst zu lösen indem Gewohnheiten etabliert werden. Es ist ein Experiment, 90 Tage außerhalb der Komfortzone. Nach 90 Tagen gibt es ein Resümee. Ihr dürft euch auf verrückte Statistiken und auf eine knallharte Fehleranalyse freuen. Die Statistische Auswertung werde ich via R machen

Wer schreibt denn hier?
Mein Name ist Weichert, Pascal Weichert. Ich trinke meinen Kakao gerührt und nicht geschüttelt. Ihr kennt mich vielleicht schon aus den Kommentarspalten von diversen Finanzblogs. Ich bin der Meinung im Leben geht es um Wahrscheinlichkeiten, diese sollte man im Leben zu seinen Gunsten optimieren.

Warum auf diesen Blog?
Damit ich mich verpflichte durch öffentlichen Druck mich positiv zu ändern. Ich lade jeden gerne ein mitzumachen 😊

1. From Niceguy to Fuckboy in 90 Days

Ist Situation:

Ich bin im privaten Bereich sehr schüchtern. Das Phänomen des Niceguys trifft am besten auf mich zu. Immer nett. Biste zu nett, bekommste sie nicht ins Bett. Auch in anderen Bereichen, in denen es um mich geht fällt es mir mittlerweile schwerer, Bewerbungsgespräche etc. Auch brauche ich ein festes Ziel um rauszugehen. Es fühlt sich an wie eine innere Chinese Wall. Du willst gerne rausgehen, kannst aber nicht. Du willst gerne Leute kennen lernen kannst es aber nicht.

Woher kommt Schüchternheit?

Schüchternheit ist ein Schutzmechanismus der wie so oft noch aus der Steinzeit kommt
//ah wie die Politik heutzutage
Das Gehirn möchte uns dabei beschützen nicht aus der Gruppe ausgestoßen zu werden. Darum erzeugt es Angst. Wie so oft sind Ängste wie Kredite mit einem Zinseszins versehen der die Eigenbewegung verstärk, je länger man wartet. Der es einen immer schwerer macht.
//ah wie die Politik heute ..

Während meines Studiums bin ich auf Feministen gestoßen, nicht die Netten. Meine Wahrscheinlichkeitsmaschine über den Kopf hat dies als Anlass genommen Menschen die man nicht kennt als wahrscheinlich gefährlich einzustufen. Der Kontakt sollte möglichst versucht werden zu vermeiden, sonst wird die Wahrscheinlichkeitsmaschine zu deinem Lieblingsdealer und schickt dich auf den hormongetränkten Horrortrip des Jahrhunderts. Korrelation reicht dem Gehirn. Kausalität interessiert es oft nicht.
//ah wie die Pol..

Die Challenge:

  • bei Konversationen immer ein Satz mehr sagen als Nötig (z.B. An der Kasse)
  • jeden Tag mindestens eine neue Person kennenlernen
  • alle 30 Tage auf eine Veranstaltung gehen

Endziel:
Schüchternheit im Privatbereich überwinden

Wahrscheinlichkeiten:
Als Marketeer will ich die Conversionrate natürlich nach oben treiben. Habe hier keine großen Datenquellen, werde euch meine als Benchmark gerne nach den 90 Tagen zur Verfügung stellen. Auch ich kenne das Gesetz der großen Zahl, deshalb versuche ich jeden Tag mindestens eine Person kennen zu lernen. Dadurch lernt (hoffentlich) mein Gehirn auch, dass nicht alle Menschen böse sind.

Wie senke ich also meine Bounce Rate?

  • der erste Eindruck zählt -> Rücken grade und gepflegt aussehen
  • lange Antwortzeiten mag niemand deshalb höre zu
  • sei nicht der Einheitsbrei, deswegen (AAA) Angenehm Anders als die Anderen

Wie erzeuge ich einen guten Link Juice bei Google bzw. Eindruck bei meinem Gegenüber?

  • positives Umfeld haben
  • gemeinsam Spaß haben
  • negative Personen am besten nicht während der Gespräche erwähnen
  • niemand mag Push-Marketing. Ich vergleiche es immer mit einem Mann der die Frau mit aller Gewalt nach unten drückt. Mag evtl. kurzfristig funktionieren, aber langfristig?
  • niemand mag Push-Marketing #2. Wenn man immer auf sich aufmerksam macht, wirkt es needy. Ich bin ein Freund des organischen Wachstums und des Seo´s 😊

Von kurzfristiger Conversion Optimierung halte ich nix, da bekommt man nur Personen in sein Leben die nicht zu einem Passen und erzeugen doppelt und dreifach Arbeit. Qualität statt Quantität.

Fast so wie bei Google 😀

Pickup und NLP beschäftigen sich damit, wie man eine Konversation zielführend und mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Erfolg führen kann. Finde ich sehr interessant. Beide streben im Endeffekt ein besseres/selbstbewussteres Ich an. Eventuell gibt es dazu später mehr.

Die nächsten 90 Tage werden eine spannende Reise außerhalb der Komfortzone 😊

Gruß,
Pascal

30. Juni 2018

Anatomie eines Burnouts

Erst mal definiere ich Burnout für mich:

Ein Zustand in dem keine Lebensfreude mehr herrscht, man sich maßlos überfordert fühlt, jede kleinste Aufgabe zu einem unüberbrückbaren Hindernis wird und man emotional so angegriffen ist, dass schon die kleinste Kritik zu einem Nervenzusammenbruch führt. Im Grunde ist man arbeitsunfähig, hat Lust auf exakt nichts und vegetiert vor sich hin. Ruhe und Entspannung findet man aber nicht, weil das Karussell der negativen Gedanken gerade Freifahrten raushaut. Hier die Definition in der Wikipedia.

Ich hatte bisher Drei davon.

Den Ersten habe ich nicht kommen sehen, den Zweiten schon .. aber ich wollte es nicht wahrhaben und beim Dritten .. das weiß ich noch nicht so genau .. werde noch etwas drüber nachdenken müssen.

Ich erzähle mal von meinem zweiten Burnout. Der war so vor 7 Jahren (alle diese Phasen hatte ich übrigens immer im Juli, wahrscheinlich schreibe ich das hier auch als netten Reminder an mich selbst).

Vorab .. es tauchen Personen auf .. allerdings gebe ich, ganz ausdrücklich, KEINER dieser Personen eine Schuld daran. Auch nicht dem Job oder der Firma.

Damals habe ich als Frontend Entwickler bei nem großen Telco gearbeitet. Der Job machte Spaß, die Kollegen waren cool .. alles eigentlich gut. In den Wochen vor dem Burnout fühlte ich mich aber schon „edgy“ .. meine Gelassenheit war weg, ich hatte oft schlecht geschlafen und vieles was einem eigentlich nichts ausmacht stresste mich.

Beispiel:

Die Ex-Freundin wollte nach New York fliegen .. eigentlich cool .. für mich war der Gedanke daran purer Stress ich konnte das einfach nicht verarbeiten und mich schon gar nicht darauf freuen. Es hat mich komplett überfordert.

Und dann nahmen die Dinge im Job ihren Lauf ..

Ausgangssituation:

  • ein Vorgesetzter verspricht seinem Vorstand in genau vier Wochen eine für Smartphones optimierte Website mit Bestellfunktion zu bauen
  • das sollte ein eigenständiger Webshop werden .. vorhandene Basis für das Projekt: NULL, NADA
  • wird hatten KEIN mobile Framework welches uns die Bausteine bereit gestellt hätte, wir mussten alles selbst von Grund auf neu bauen
  • dann hieß es: Matthias mach mal (als Lead Entwickler)
  • ich hatte das Projekt NICHT geschätzt und war wie so oft zu optimistisch es in der Zeit hinzubekommen
  • also legte ich los

Protagonisten:

  • ein Vorgesetzter mit wenig emotionaler Intelligenz
  • eine Projektmanagerin die nur darauf bedacht war, dass sie gut dasteht
  • ein Frontend Kollege den man wohl mit „leicht cholerisch“ beschreiben könnte
  • ein Backend Kollege der zu verkopft an die Sache ran gegangen ist und auf den wir oft warten mussten
  • ich, der es irgendwie hinbekommen wollte

Verlauf am Anfang:

  • nach ca. 2 Wochen stand (wenn ich ehrlich bin) fest, dass wir das in der Zeit nicht schaffen (also die Entwickler wussten das)
  • das haben wir „locker“ auch an Projektmanager und Vorgesetzten kommuniziert
  • von denen hieß es nur: Das müsst ihr aber schaffen!
  • wir drei Entwickler setzten und zusammen und schauten wo wir Zeit sparen können
  • haben beschlossen wir versuchen es einfach

Verlauf dritte Woche, Freitag:

  • am Ende von Woche drei war es klar das wir es nicht hinbekommen, das war ein Freitag
  • Frontend Kollege rastet aus wenn man ihn nur gefragt hat wann Feature X fertig ist
  • Backend Kollege brauchte weit länger vom Feature Y zu bauen
  • Projektmanagerin fällt auf, dass wir noch Feature Z brauchen (war nie gebrieft)
  • Projektmanagerin steht da und fragt ob wir nun fertig wären, ich: NEIN und das wird auch nichts, sie rennt direkt zum Vorgesetzten
  • Vorgesetzter stürmt ins Büro und fragt was sooo lange dauert, kann er sich nicht vorstellen das man für X und Y so lange braucht
  • Feature Z würde ja auch schnell machbar sein
  • außerdem: „Die Deadline kann unter keinem Umständen verschoben werden, Termin ist so nach oben kommuniziert“
  • ich: Mensch, Horst (Name geändert) ich erzähle hier seit 2 Wochen das es schwierig wird den Termin zu halten
  • er: Dein Problem, ich dachte ihr schafft das, ich hätte das ja in 2 Wochen locker hinbekommen (sinngemäß)
  • musste schlucken und bin erst mal heim gefahren, ich war so durch das ich sowieso nichts mehr hinbekommen hätte

Wochenende, Samstag und Sonntag:

  • kann keinen klaren Gedanken fassen, schreibe lange Mail an Vorgesetzten was aus meiner Sicht schief gelaufen ist (ne Antwort bekam ich nie)
  • baue zuhause noch Feature Z damit wir kommenden Montag Zeit sparen
  • schlafe quasi nicht, suche sämtliche Schuld bei mir
  • denke ich werde dann sowieso entlassen wenn das Projekt schief läuft
  • Sonntag Abend bin ich so erschöpft, dass ich ein paar Stunden Schlaf finde

Verlauf vierte Woche, Montag:

  • wache mit Panik und Angst auf
  • fahre in die Firma, habe massiv Puls, Panik und Angst nehmen zu
  • in der Firma merke ich schnell, dass ich ABSOLUT GAR NICHTS auf die Reihe bekomme
  • ich bin zu nervös, zu aufgekratzt, zu angstvoll
  • kurz gesagt ich bin durch .. ich bin nicht mehr arbeitsfähig
  • daraufhin melde ich mich krank, manche noch eine saubere Übergabe und fahre zum Arzt
  • beschreibe dem Arzt die Situation und der schreibt mich erst mal drei Wochen krank
  • und by the way .. danke für die Erfindung von Beruhigungsmitteln
  • die nächsten zwei Wochen schlafe ich quasi durch

Interpretation:

Ich war vor dem Projekt schon psychisch leicht angegriffen .. das Projekt hat mich dann aber über die Kante geschubst. Der Todesstoß war mehr oder weniger die Aussage des Vorgesetzten (Dein Problem, ich dachte ihr schafft das, ich hätte das ja in 2 Wochen locker hinbekommen). Bei mir kam das eher so an: Er hat mir unterstellt das wir uns nicht richtig bemüht hätten, er hat an meinem Einsatz und meiner Arbeit gezweifelt. Das ich in den Wochen davor echt alles gegeben hatte sah er nicht. Das hat mich massiv verunsichert.

Ein weiterer Punkt .. wir waren kein Team .. besonders Vorgesetzter und Projektmanager haben im Grunde nur Druck auf die Entwickler ausgeübt aber nicht unterstützt. Keiner ist zum Vorstand gegangen und hat um eine zusätzliche Woche gebeten (Projekt war nicht zeitkritisch). Keiner hat sich vor uns gestellt. Keiner hat gesagt: Hey lasst es uns versuchen, wenn es nicht klappt stirbt auch keiner. Ich hatte immer das Gefühl es gibt massiv Ärger wenn wir die Deadline reißen.

Allerdings war das oben beschriebene am Ende nur die Spitze des Eisberges. Ich hatte in den Wochen zuvor schon viele Überstunden geschoben, wenig Erholung gehabt, war (aus meiner Sicht) dauerhaftem Druck ausgesetzt usw.

Die Hauptangst war Versagensangst und die eher irrationale Angst, dass man mich auf die Straße setzt und in der Folge Existenzangst (über die ich ja schon geschrieben habe).

Was hat das nun alles wieder mit Kohle und finanzieller Freiheit zu tun:

Einmal mehr wurde mir klar: Du brauchst FUCK YOU Money. Viel davon. Dann haben die keinen Hebel mehr um in mir Existenzangst auszulösen.

Und das Projekt:

Soweit ich weiß wurden dann zwei Freelancer engagiert, da die Abteilung sowieso komplett ausgebucht war. Die Freelancer haben dann weitere vier Wochen gebraucht um den Shop fertig zu bauen.

Disclaimer

Das war meine Sicht der Ereignisse vor 7 Jahren. Beteiligte mögen das komplett anders gesehen haben. Aber so kam es bei mir an. Und wie gesagt, auch wenn es möglicherweise etwas vorwurfsvoll formuliert ist, das war mein Empfinden in dieser Zeit, und ich mache KEINEM BETEILIGTEN einen Vorwurf (auch keine Kritik). Mit den meisten war ich in den Jahren danach Bierchen trinken oder grillen.

21. Juni 2018

Der ewige Tim Schäfer

Zugegeben, den Impuls zu diesem Text lieferte mir der Garnix. Aber vielleicht (ganz sicher) ist er besser darin, die Worte die durch mein Hirn fetzen in Form zu gießen und ohne viel Geschwafel auf den Punkt zu bringen.

Bedeutet schlicht und einfach er hat mir den Kelch befüllt den ich nun trinke.

Impulse sind kleine oder große Explosionen in deinem Leben welche dich auf einen anderen Weg führen. Ähnlich einem Objekt im Raum welches durch das plötzliche Auftauchen eines anderen Objektes abgelenkt wird. Diese Impulse können dich in eine beliebige Richtung schicken und vielleicht dein ganzes Leben verändern. Und das ist gut so. Denn Stillstand ist der Tod (das wusste schon der Herbert).

Nichts empfinde ich als so langweilig wie dauernde Routine. Klar sie strukturiert mich und macht das Leben einfacher. Aber kein Mensch erinnert sich an den tollen Tag vor genau 10 Jahren an dem alles so war wie immer. Aber die meiste Zeit deines Lebens ist meistens genau so wie dieser Tag, an den sich keine Sau mehr erinnert.

Schau .. du lässt dir die beste Zeit deines Lebens für Geld abkaufen, ob viel, ob wenig ist ganz egal. Von den 24 Stunden die du am Tag hast, schläfst du 8, die aktivsten und produktivsten 8 arbeitest du und die restlichen 8 machst du das Zeug das liegen geblieben ist während du gearbeitet hast. Mit viel Glück springen am Tag noch zwei Stunden Sport, Entspannung oder Freunde raus. Klar du hast das Wochenende, aber sind wir mal ehrlich .. die meisten nutzen das nur zur Entspannung von der stressigen Arbeitswoche, manche sogar zur Vorbereitung auf die Arbeit viel bleibt da einfach nicht übrig. Dann hast du noch deine 30 Tage Urlaub im Jahr, immerhin .. die meisten nennen sie nicht umsonst die beste Zeit des Jahres.

Dann freust du dich halt auf die Rente?

Mein Opa ist mit 67 in Rente gegangen. Mit 68 ist er tot umgefallen: Herzinfarkt, Bluthochdruck. Mein Onkel hat sich mit Mitte 50 abfinden lassen. Er hat damals schon körperliche Probleme festgestellt die sein sehr stressiger Job mit sich gebracht hat (er hat Leute entlassen). Jetzt macht das Herz nicht mehr mit, Wasser in den Beinen, Herz OP. Der Mann hat kein Übergewicht, säuft nicht, raucht nicht, hat gesund gelebt. Bei meinem ersten Arbeitgeber hatte morgens in der Firma ein Kollege mal einen Herzinfarkt. Ganz cool hat er gemeint wir sollen mal den Notarzt rufen. Sportler, Ende 40, Normalgewicht. Aber wer ihn kennt weiß das er nicht so cool auf Stress reagiert.

Ich habe keine Ahnung ob das Impulse waren die mich in eine bestimmte Richtung gelenkt haben. Mir ist es egal wann ich abnibble. War es mir irgendwie schon immer. Mich beruhigt der Gedanke sogar in einer Weise, also zu wissen, dass wir alle irgendwann Regenwurmfutter sein werden.

Ich finde es nur bedauernswert. Du reißt dir ein Leben lang den Arsch auf und wenn du Pech hast bleibt am Ende nicht mehr genug Zeit. Hättest du so gelebt wenn du gewusst hättest welche Krankheiten dich erwarten oder das es dann doch so schnell vorbei ist. Vor allem dann wenn du deine Job ungefähr so toll findest wie Zahnschmerzen?

Die meisten Menschen die ich kenne haben nen Job den sie oft und gern gegen (leichte) Zahnschmerzen eintauschen würden. Alle jammern am Sonntag, weil sie Montag wieder auf der Matte stehen müssen. Keiner hat den Plan „vorzeitig“ in Ruhestand zu gehen. Die Hälfte hat Schulden, bei der anderen Hälfte zeichnen sich irgendwelche Gesundheitsprobleme ab. Kein einziger von denen würde den Job rein aus Lust und Freude machen und die meisten könnten sich für die beste Zeit ihres Lebens was besseres vorstellen.

Ich weiß nicht warum ich heute so nachdenklich bin, vielleicht weil ich morgen 40 werde? Aber um so mehr wird mir klar das der sich ewig wiederholende Tim Schäfer recht hat.

Mach dich frei.

Ein anderer wirds für dich nicht tun. Und dann verpiss dich und genieße dein Leben. Mach Sport, triff Freunde, ließ Bücher, sei ein guter Mensch und setz dich an den Rand des Spielfeldes und beobachte deine Mitmenschen wie sie sich in der Tretmühle abstrampeln und doch nichts erreichen.

Und um es nicht melancholisch enden zu lassen:

Letztes Wochenende hat meine Firma ein großes Sommerfest in München geschmissen (Danke liebe Firma, ich halte das nicht für selbstverständlich). Während im am Buffet anstand habe ich (wie immer) meine Mitmenschen belauscht. Vor mir standen zwei Kollegen die sich über Autos unterhielten. Beide haben wohl einen Geschäftswagen der Größe 3er BMW, Audi A4, Mercedes C-Klasse und planen ein Upgrade. Innerlich reibe ich mir die Hände .. weil nichts ist geiler als Konsum (bei anderen). Auf jeden Fall haben sie über diverse Ausstattungsvarianten der aktuellen 5er Reihe geplaudert und was eben notwendig wäre und was nicht. Daraufhin habe ich mich erinnert, dass mir auch ein Firmenwagen zusteht .. ich aber nie in Erwägung gezogen habe einen haben zu wollen. (Danke Tim Schäfer). Ich hoffe sie bestellen beide einen recht teuren 5er BMW.

Disclaimer: I am long on BMW.

18. Juni 2018

Aktienaufstieg.de

Vor einigen Tagen bin ich über die Website Aktienaufstieg gestolpert. Das Tool verspricht Aktien mit dem größten Potential und maximaler Sicherheit zu finden.

Aufgeschlossen wie ich bin, habe ich mich angemeldet denn man kann gratis drei Aktien analysieren und sich dann entscheiden ob man ein kostenpflichtiges Konto eröffnet.

Vielleicht noch vorab .. ich bin bekennender Fan des Aktienfinders. Das Tool ist transparent, die Daten sind nachvollziehbar, ich kann sie auf Wunsch nochmal manuell prüfen, Analysen etc. sind plausibel. Aber ich schaue auch gerne über den Tellerrand und bin nicht auf ein Tool festgelegt. Ich vertraue keinem Tool blind und benutze es erst mal einige Wochen bis sich so eine Art Vertrauen entwickelt und ich weiß die Daten sind solide. Der Aktienfinder hat das bei mir erreicht.

Frei nach dem Motto: Andere Mütter haben auch hübsche Töchter .. habe ich mir dann mal das Tool von Aktienaufstieg angesehen.

Nach etwa 5 Minuten habe ich mich gefragt ob ich einem Aprilscherz auf den Leim gegangen bin.

Anbei mal zwei Screenshots. Einer ist aus dem Login Bereich und zeigt eine Analyse. Der andere Text findet sich im frei zugänglichen Bereich unter „Das Team“.

Aktienaufstieg.de Analyse

Aktienaufstieg.de Analyse

Habt ihr euch die Screens genau angesehen?

Vielleicht erst mal zum zweiten Screen. Tools die mit „geheimnisvollen Formeln“ werben .. schwierig. Ich arbeite im SEO (Suchmaschinenoptimierung) Bereich. Dort gibt es viele schwarze Schafe (SEO Agenturen) die ahnungslosen Kunden was von geheimnisvollen Google Algorithmen erzählen und behaupten nur sie wüssten auf was es ankommt. Wenn ich sowas höre bekomme ich immer Angstschweiß in der Ritze.

Tools, Menschen und Agenturen die nicht 100% logisch erklären können wie sie zu ihrem Fazit, Empfehlungen und Analysen kommen sind schlicht und einfach nicht vertrauenswürdig. Das ist Pseudowissenschaft und auch wenn es einigen nichts ausmacht in einer postfaktischen Epoche zu leben .. wir brauchen nicht noch mehr Bullshit.

Der erste Screen zeigt dann eine Analyse von Aktienaufstieg.de und jetzt versteht ihr vielleicht langsam auch warum ich es erst für einen Aprilscherz hielt.

Denn das I.S.T. die komplette und vollständige Analyse von (in diesem Fall) Caterpillar. Drei gelbe Kreise, zwei rote X und zwei grüne Haken mit dem Hinweis: verkaufen.

Kein Warum, kein Wie, keine weiteren Informationen .. nichts.

Wer auf Basis dieser Infos Anlageentscheidungen trifft .. dem ist nicht mehr zu helfen oder der hat es einfach nicht anders verdient.

Fazit:
Ein Tool welches die Welt nicht braucht.

Aber vielleicht ist die Seite auch nur eine affiliate Schleuder .. denn sämtliche Links unter Depotvergleich sind Affiliate Links die den Betreibern der Seite einige Euros bringen könnten.

Torsten vom Aktienfinder hat einen kleinen Sidekick gestartet den ich sehr reizvoll finde. Das Projekt(chen) nennt sich Income Heroes, ist aktuell erst mal auf englisch verfügbar und soll uns Kapitalisten etwas Unterhaltung bereiten.

Wer möchte, kann an Torsten monatlich seine Dividenden- und Optionseinnahmen senden und erscheint dann mit anderen Finanzbloggern in einer gemeinsamen Tabelle. Neben den monatlichen Einnahmen kann auch das Net Worth mit angezeigt werden und natürlich werden auch Zahlen wie Rendite und Stabilität berechnet. Bonus ist dann noch der plakative Chart mit welchem man die (eigene) Entwicklung nachvollziehen kann inklusive download Funktion.

Ich finde das Tool super .. nicht um hier nen Schwanzvergleich zu fahren .. eher für die eigene Motivation. Außerdem lerne ich so neue (Blogs) Menschen kennen die vielleicht Inspiration sein können oder deren Geschichten ich gerne lese.

401k?

sind ja eigentlich steuerlich begünstigte Rentensparpläne in den USA. Heute ist das aber was anderes .. zumindest hier. Dank der freundlichen Börse der letzten Wochen ist mein eigener Net Worth gestern auf 401.000 Euro gestiegen.

Hart ..

1. Juni 2018

Blitzkreuz

Ein kreativer Rant fällt mir heute leider nicht ein. Irgendwie habe ich die Tage einen Durchhänger. Wird auch wieder besser. Darum erzähle ich einfach ein paar zusammenhanglose Dinge die im Mai passiert sind.

Als erstes habe ich gerade eben beim Login ins Blog meine Login Daten für mein Depot eingegeben. Ist das Banane? Ich glaube es fast.

Stigmata

Dann .. habe ich mich verliebt. Mit fast 40 ist es meist nicht mehr Liebe auf den ersten Blick sondern man muss sich erst etwas annähern, beschnüffeln, kennen lernen. Nun ist natürlich die Frage ob Sie sich auch in mich verliebt. Derzeit warte ich noch auf Ihre Antwort. Sie ist natürlich ne Luxusfrau mit Stil, einzigartig und will dementsprechend behandelt werden. Man findet Sie nicht an jeder Ecke aber es lohnt sich. Sie ist nämlich bildhübsch. Aber seht selbst.

Für Bikenoobs:
Das ist ein Gravel Bike. Quasi ein Rennrad mit Mountainbike Reifen und damit auch geeignet fürs Gelände. Gemacht ist ist Sie aus Carbon und die Farbe nennt sich Gloss Fog. Sie wiegt zarte 8kg und kommt aus Santa Cruz, California. Und aktuell muss mein Dealer noch klären ob er Sie in meiner Rahmengröße und vor allem in der Farbe beschaffen kann.

Und wenn es schon in der echten Welt nicht so klappt wie ich mir das vorstelle .. wird Sie (vielleicht) mein Placebo.

Asche, Kohle, Zaster, Moneten .. darum seid ihr doch hier!?

Hier mal ausnahmsweise meine Dividenden im Mai 2018. Warum ausnahmsweise .. ich habe kein Problem über Geld zu sprechen im Gegenteil: Wer mich fragt bekommt auch Antwort. Aber ich bin schlicht zu faul meine Einnahmen immer einzeln aufzuführen (wie andere Blogger das machen). Ich sehe da wenig Mehrwert. Warum dann diesen Monat?

Einfach: Rekord

Diesen Monat hatte ich die höchsten Dividenden Einnahmen bis dato.

  • Peritus €16.49
  • Powershares €29.41
  • Gladstone Inv €20.41
  • Gladstone Cap €34.11
  • Wadell & Reed €39.91
  • CVS €36.01
  • Universal €39.10
  • Blackstone €35.00
  • BASF €156.64
  • Global X €39.56
  • OneOk €108.15
  • Realty Income €13.59
  • National Retail PPTS €41.10
  • Procter&Gamble €31.03
  • Main Street Capital €21.15
  • AbbVie €59.36
  • Alliance Bernstein €54.31
  • Hercules Capital €97.21
  • BMW €202.11
  • Caterpillar €48.86
  • Welltower €46.53
  • Aurelius €180.47
  • Starbucks €20.77
  • Williams Sonoma €32.48
  • Marine Harvest €45.03

Macht netto 1448 Euro. Sind ein paar Einmalzahler dabei .. aber den Schnitt berechne ich ja sowieso aufs Jahr. Brutto wären es etwa 1810 Euro. Aber ich beteilige mich ja gern daran unseren kleinen Vergnügungspark zu bezahlen.

30 Day Challenge im Juni

Ich habe früher öfter 30 Tage Challenges gemacht. Die Idee dahinter das man für die nächsten 30 Tage etwas konsequent jeden Tag macht. Das kann alles Mögliche sein:

  • 30 Tage mal 100 Klimmzüge
  • jeden Tag jemanden ein Kompliment machen
  • jeden Abend einen Comic zeichnen
  • einen Monat kein TV schauen
  • seine Gedanken am Morgen und am Abend niederschreiben
  • usw.

Die Idee dahinter das man seine Gewohnheiten anpasst, vielleicht ändert. Oder einfach um was Neues auszuprobieren.

Meine Challenge:
Zuhören, Fragen stellen und nur über mich selbst sprechen wenn ich konkret gefragt werde.

Warum ich das mache?
Ich beobachte schlicht und einfach, daß viele Menschen sich nicht mehr wirklich für einander interessieren. Viel mehr erzählen sie gerne und ausführlich über sich selbst ohne auf das Gegenüber einzugehen. Mag ggf. nur in meiner Filterblase so sein. Aber Grund genug für mich 30 Tage gegen den Strom zu schwimmen 😉

Gesinnung:

Friede allen, die längst ruhen
Dem Rest hab ich den Krieg erklärt
Willkommen in der Sackgasse
Willkommen in der Realität

Willkommen in deinem Leben
Und der Freiheit, nein zu sagen
Willkommen in deinem Leben
Denn ohne Kampf will kein Herz schlagen

Alle paar Monate schreibe ich was zur Lage der Nation (die Nation bin in diesem Fall ich). Mein erster Artikel dazu war von November 2014. Das war der erste Monat in welchem die Einnahmen aus SEORCH und den Dividenden meine fixen Kosten gedeckt haben.

Die Einnahmen aus SEORCH sind dieses Jahr etwas gefallen. Mit den kassierten netto Dividenden reicht es aber immer noch ziemlich dicke um keiner angestellten Tätigkeit mehr nachzugehen. Im Besonderen sind zwei größere Whitelabel Kunden nicht mehr am Start was etwa 500 Euro weniger im Monat ausmacht. Alles nicht schlimm musste ja irgendwann auch mal passieren. Ich bin auch aktuell nicht auf Klinkenputzen gepolt.

Die reinen Dividendeneinnahmen (netto) zum Stichtag heute (23.05.2018):

  • 2015 (im Schnitt / pro Monat): 540 Euro
  • 2016 (im Schnitt / pro Monat): 710 Euro
  • 2017 (im Schnitt / pro Monat): 970 Euro
  • 2018 (im Schnitt / pro Monat): 1030 Euro

Meine passiven Einnahmen 2018, im Monat / im Schnitt lagen bisher bei etwa 3500 Euro.

Allerdings hat mein innerer Tim Schäfer etwas gelitten. Warum?

Der Bub kann bei Teilen fürs Rad nur schwer die Geldbörse geschlossen halten. Da kann dann ein Sattel fürs MTB auch mal schnell 150+ Euro kosten .. wenn er doch sooo leicht ist und noch im Schwarzwald gefertigt wurde. Und wenn wir schonmal dabei waren musste auch gleich ein Upgrade fürs Cockpit her. Nötig war es nicht. Aber ich steh (sitz) drauf.

Mein Net Worth (wie die US Blogger so schön sagen) liegt nun im einem Bereich, daß ich ein mittelgroßes Haus im Umland einer süddeutschen Großstadt einfach mal so bar kaufen könnte. Was (pervers) schon ein ziemlich geiles Gefühl ist (Keine Angeberei, bitte nicht falsch verstehen). Auf Basis meiner aktuellen Lebenshaltungskosten müsste ich die die nächsten +/- 40 Jahre nicht arbeiten .. erst dann wäre Kohle verbrannt.

Und jetzt?

Keine Ahnung.

Den Sommer werden ich abwechselnd auf meinen vier Fahrrädern verbringen und dabei laut (und leise) singend durch den Schwarzwald fahren.

Hier noch alle Artikel aus der Serie:

Gesinnung:

Two children
Guns loaded
Take aim and blow all the dreams away
Too late for anything better to say

Hey
Are we just crazy with the pain?
Or do we see just what we are?
We are naked in the rain

Credits und Danke an den großartigen Ronnie James Dio

Wenn du hier gelandet bist, hast du schon den ersten Fehler gemacht. Wenn du das folgende dann auch noch ließt den Zweiten. Somit erkläre ich alle zu Siegern (meines Tests) welche den Blogpost zwar wahrgenommen, diesen aber dann vollständig ignoriert haben: Du bist toll, auch wenn du es nie erfahren wirst.

Die Anderen bekommen jetzt hier eine kostenlose Schulung! Nein, ihr müsst dafür keinen Newsletter bestellen, auch sonst kein doofes Flyover oder Popups wegklicken und auch keine Push Benachrichtigung akzeptieren. Werbung kann ich leider auch nicht bieten. Wenn sich jetzt jemand angesprochen fühlt .. alles gut .. ich mag dich! Aber über irgendwas muss ich ja auch schreiben!? Denkst du nicht?

Vielleicht wird das auch ein Rant, ich weiß es nicht. Ich habe nichts gegen Leute die mit ihrer Website Geld verdienen möchten. Aber verdammt macht es cool oder zumindest nicht nervend. Clickbaits braucht kein Mensch.

Also pass auf .. es ist ganz einfach .. wir schulen heute deinen Bullshit Radar. Bullshit ist leicht zu erkennen aber man muss es etwas üben. Es ist okay wenn das nicht gleich auf anhieb klappt. Wir sind ja erst am Anfang.

Dinge die wir nicht mehr klicken beinhalten in der Überschrift:

  • Die 10 geheimen Gesetze … (denn sie sind ja nun nicht mehr geheim)
  • Von [beliebiges Tier] lernen .. (ja die Hummel ist zu fett zum fliegen, sie fliegt trotzdem, was bringt mir das?)
  • Person küsst Raubtier. Du glaubst nicht was als nächstes passiert .. (Gott ich hoffe sie geht drauf!)
  • Bist du auch doof? … (hatte hier im Blog die meisten Leser)
  • Kannst du diese Rätsel lösen was nur Menschen mit einem IQ von über 130 schaffen .. (Nein. Glaubs mir!)
  • Und dieses Rätsel? 95% derer die es versucht haben scheiterten .. (Nein. Nein. Nein.)
  • Neun Dinge die du nicht über [irgendwas] wusstest … (Glaub mir du willst sie auch nicht wissen)

Mal ehrlich? Was erwartest du? Das Zeug hat den Nährwert von Styropor und ist meist auch ähnlich spannend. Etwa 12 Sekunden nachdem du es gelesen hast, hast du es wieder vergessen. Du hast deine Zeit verschwendet.

Warum ist es gut für Dich keinen Bullshit zu konsumieren?

Ich bemühe einmal mehr ne Analogie (ich bin süchtig danach). Wenn du dich den ganzen Tag mit Schrott vollstopfst (Pizza, Cola, Chips, Gummizeug, Eis, Alkohol usw.) wird dir das am Abend schwer im Magen liegen. Wenn du diese wertlosen Kalorien nicht abarbeitest wirst du zunehmen. Irgendwann vielleicht sehr dick sein und ziemlich unbeweglich und/oder krank. Konsumierst du das aber nur in geringen Dosen oder gar nicht bleibst du flexibel, brauchst weniger Schlaf und bist fitter und gesünder.

Klar das Zeug ist verführerisch, lecker und man muss nur die Tüte aufreißen … meeh .. ja ist es .. der Nährwert ist aber vergleichbar mit dem von oben genannten Thermoplast.

So und muss ich dir nun noch mehr erklären?

Gerne!

Wertlose, gehaltlose, dubiose, geheime Nachrichten die auch noch dein Ego triggern bringen dich nicht weiter. Genau wie der Konsum von Junk Food. Kurz lecker, aber nicht nachhaltig. Du hast nichts davon. Du verlierst damit den Blick aufs wesentliche. Es ist völlig wurscht ob Reitlehrersohn Harry eine amerikanische Schauspielerin heiratet oder der Özil dem Erdogan sagt wie toll er doch ist. Ebenso bringt es dir nicht wenn du versuchst ein sinnloses Rätsel zu lösen nur um zu schauen ob du nicht so blöd wie der Rest der Menschheit bist.

Was hat das nun alles mit meinen Finanzen zu tun?

Keine Ahnung .. muss es das?

Ich versuchs mal:

Ich kenne und beobachte Leute die „investieren“ gelinde gesagt in jeden Scheiß. Krypto, Aktien, CFDs, Optionen, Optionsscheine, Zertifikate, Immobilien, P2P Kredite, Wälder, Flugzeuge, Container, Schiffe, Plantagen, Rohstoffe, Anleihen .. you name it. Wenn das Rendite Versprechen nur hoch ist schaltet das Hirn ab. Gier frisst Hirn. Man „denkt“ man macht einen cleveren Invest und kassiert.

Ich hab das auch gemacht. Nicht in alles was da oben steht. Aber das meiste. Ich bin immer auf die Nase gefallen. Es ist unbestritten, dass ein paar wenige, mit dem Zeug Geld verdienen. Wenn du 2012 ein paar hundert Bitcoin gekauft „hättest“ .. wärst du .. ja ist klar.

Hätte, hätte .. Fahrradkette.

So ist es aber. Wie oft habe ich schon den Satz gehört:
Wenn ich vor X Jahren Aktie Z gekauft, dann wäre ich heute steinreich.

Fakt:
Es passiert dir nicht. Mir auch nicht. Und 99,9% der Leute die hoffen, dass sie so clever sind denen passiert es auch nicht.

Wie kamen die Leute auf die Idee in alles mögliche zu investieren?

Nachrichtenoverflow, Gier, Hoffnung? .. ich weiß es nicht!

Aber ich muss ich meinem Postboten plötzlich Bitcoin und Blockchain erklären. Irgendwer will mir Osmium andrehen und auf der Bank erzählen sie 75 Jahre alten Omas sie sollen ihre Kohle in einen Emerging Markets Fonds stecken. Der geschlossene Immobilienfonds wird plötzlich nicht mehr gehandelt. Deine Goldmine läuft mit Wasser voll und deine Bananenplantage wird von Pilzen befallen. Dein A380 steht in der Wüste weil keine Airline ein Anschlussleasing machen will. Prokon war eher ein Schneeballsystem und der Containerleasingladen auch. Aja .. der nachhaltige Wald in Rumänien ist abgebrannt.

Und die Moral von der Geschichte?

Blende den Scheiss aus. Wenn du dich mit etwas nicht auskennst lass die Finger davon. Wenn du keinen Bock drauf hast dich damit zu beschäftigen .. dann lass die Finger davon. Wenn du dir nicht aller Risiken bewusst bist (z.b. was das Emittentenrisiko ist) dann .. bitte .. lass die Finger davon. Tue das was du kannst und werde besser darin. Investiere erst in einen neuen Bereich wenn du dich ausführlich damit beschäftigt hast .. sonst wird es schiefgehen.

Man findet den Heiligen Gral nicht einfach so .. glaub mir .. mein Lehrgeld hatte etwa den Preis einer Mercedes S-Klasse.

10. Mai 2018

Bist du auch doof?

Provokativ .. zugegeben ..

ich würde für nichts in der Welt einen Kredit aufnehmen. Einerseits finde ich das Gefühl jemandem (und sei es nur der Bank) etwas zu schulden extrem unangenehm. Auf der anderen Seite bin ich der Meinung man soll nur das kaufen was man sich direkt und bar leisten kann. Das gilt für Unterhaltungselektronik, für Autos und auch im besonderen für Immobilien und Grundstücke.

Wenn du dir im Elektronik Markt nen Fernseher finanzierst finde ich das allerdings weniger kritisch als wenn du dir ein Haus finanzierst. Im Grunde glaube ich, dass die Finanzierung von selbstgenutzten Wohneigentum viel risikoreicher ist als ein Kleinkredit.

Warum?

Die meisten Menschen die ich kenne bauen oder kaufen ein Haus und bezahlen dann über viele Jahre einen Kredit ab. Sind es 15, 20 oder 30 Jahre ist hierbei egal. Es sind alles sehr lange Zeitspannen. Man trifft diese Entscheidung meist wenn man so um die 30-35 Jahre alt ist. Man nennt es Nestbau. Feste Beziehung, vielleicht heiraten? Kinder? Eben das was die Mehrheit in dem Alter so macht, nachdem sie die „wilden“ Jahre rum hat. Sesshaft werden. Warum auch nicht?

Nun ich sehe das etwas anders.

Blicken wir mal auf das Leben eines 30 Jährigen zurück:

Die ersten fünf Jahre verbringt er als sabbernde Heulsuse am Rockzipfel seiner Eltern. Dann beginnt sie/er die Welt zu entdecken. Erst mal Schule und bevor man sich verguckt schlagen die Hormone zu .. Pubertät .. alles spielt verrückt. Schulabschluss, Ausbildung, Studium, saufen, Parties, Urlaub das volle Programm .. mit 25 meint man dann man ist der König der Welt und lebt ewig. Das erste eigene Geld die Liebe des Lebens und ab ins nächste Level. Im Bekanntenkreis wird geheiratet, die Vervielfältigung beginnt und man ist plötzlich erwachsen. Die anderen kaufen Häuser oder bauen .. verdammt .. das willst du auch.

Und hier beginnt das Problem.

Diese 30 Jahre waren eine Achterbahnfahrt. Als du 15 Jahre alt warst konntest du dir dein eigenes Ich im Alter von 30 nicht vorstellen .. oder? Nun triffst du aber eine Entscheidung welche die nächste 15 bis 30 Jahre deines Lebens bestimmen wird. Du schließt einen Kreditvertrag ab.

Das ist ernst. Das ist kein Spiel. Du bindest dich an einen Ort, an ein Leben, an einen Lebensstil du musst dir schon ziemlich sicher sein?

Ehen scheitern, wenn man sich einig ist muss das noch nicht mal teuer werden. Kinder werden flügge und sind schneller aus dem Haus als du denkst. Aber den Kreditvertrag wirst du nicht so schnell los. Vor allem jetzt nicht.

Echt jetzt?

Das Baugeld ist so billig wie nie, noch billiger geht nicht sonst müssten die Banken zu 0% verleihen. Jeder baut oder kauft gerade ein Haus. Die Immobilienpreise gehen durch die Decke. Günstig kaufen ist nicht mehr. Handwerker sind unbezahlbar wir haben die Speerspitze erreicht.

Steigen die Zinsen in dieser Phase nur um einen Prozentpunkt an, wird die Immobiliennachfrage zurück gehen und die Preise werden fallen. Dann bekommst du nicht mehr das was dich dein Haus gekostet hat, der Kredit bleibt aber der selbe.

Hast du dir die Zinsen nur auf 10 Jahre festschreiben lassen? Auch doof denn die Konditionen von heute wirst du nicht mehr bekommen. Deine Anschlussfinanzierung wird teurer. Finanzierst du mit zwei Gehältern oder mit einem? Hast du finanziell Luft zum atmen? Was ist wenn dein Partner ausfällt?

Alles kein Problem .. denkst du .. deine Ehe hält, dein Job ist sicher und überhaupt ist das alles nicht so dramatisch wie ich es hier schildere.

Mag sein .. oder auch nicht:

Hier im Dorf wird alle paar Jahre ein Neubaugebiet ausgewiesen. Dort beginnen dann die jungen Familien Häuser zu bauen. So haben das meine Eltern gemacht und der einzige Unterschied zu heute ist, dass die Häuser immer kleiner werden und die Baugebiete winzige Grundstücke haben und sehr „dicht“ sind. Haben alle gebaut toben draußen die Kinder rum, die Eltern arbeiten wieder und klein Matthias war eifrig dabei den Wald anzuzünden (andere Geschichte).

Dann betrügt der erste Nachbar seine Frau (bei uns war es der neue Dorfarzt) .. zack .. schönes Anwesen zu kaufen. Der Geschäftsführer einer Computerfirma ist mehr mit der Sekretärin beschäftigt (trotz der drei Kindern .. oder wegen?) und ein paar Monate später konnte man auch die Bude kaufen (200 m von mir entfernt). Der Lokführer findet heraus das er homosexuell ist (Nachbardorf) und die Frau des Beamten hat doch keine Lust mehr auf Familie und verlässt in windeseile die Gemeinde (700 m entfernt, außerdem reimt sich das).

Objektiv gesehen klappt es hier im Dorf (katholisch, CDU schwarz, konservativ) bei ca. einem Drittel der Paare nicht .. aber alle hatten ein Haus am Bein das dann schnell weg musste. Einige wenige haben die Finanzierung alleine gestemmt und wohnen noch hier und bei einem großen Teil ist es natürlich auch gut gegangen (ich will ja nicht so sein).

Nun glaube ich, dass ich in einer Filterblase lebe. Süddeutschland, Karlsruhe und Stuttgart sind nicht weit. Alle haben nen Job. Armut sehe ich hier nicht. Und ich frage mich dann wie das wohl in anderen Teilen der Republik sein muss?

So .. nachdem ich mit diesem Blogpost den Großteil meiner Freunde und Bekannten zu Idioten erklärt habe (Ich suche übrigens neue Freunde die ich beleidigen kann!) folgendes:

Klar .. es kann alles gut gehen. Und klar du willst bewusst so leben. Du meisterst Krisen und wirfst nicht hin. Komme was wolle.
Dann drücke ich dir ehrlich die Daumen.

Für mich ist das nichts.

Weltanschauungen und Pläne die ich vor 15 Jahren hatte sind längst in Rauch aufgegangen und ich habe keine Ahnung was die nächsten 10 Jahre bringen. Vielleicht werde ich Yogalehrer in Indien oder Kräutersammler im Schwarzwald?

Am Ende noch paar Fakten aus Deutschland:

  • Scheidungsrate 2016: ca. 40% (2005: 51%)
  • etwa ein Viertel aller Immobilienfinanzierungen geschieht ohne Eigenkapital
  • etwa 50% der Häuslebauer lassen sich die Zinsen nur auf 10 Jahre festschreiben
  • etwa 70% der Bauherren bringen maximal 50k Eigenkapital mit
  • dabei haben ca. 50% einen Kapitalbedarf der über 150k liegt
  • der größte Teil der Finanzierungen läuft über 20 bis 30 Jahre

Quellen: Immoscout, Postbank, Zeit, Statista

Am Samstag fand das vierte Treffen der autonomen Finanzwesir Zelle Karlsruhe statt. Einmal mehr im Koflers in KA-Rüppur. Wir waren glaube ich so 12 Leute und es ging um 17:00 Uhr mit ner kurzen Vorstellungsrunde los. Einige bekannte Gesichter waren am Start aber auch ein paar neue Finanzrebellen .. oder solche die es werden wollen.

Ziemlich schnell haben wir uns wieder auf zwei Tische aufgeteilt .. und an meinem Tisch ging es dieses mal eher um die politische Großwetterlage, Crash Propheten, witzige Zertifikate die Banken so erfinden und warum man lieber einen Job machen sollte in dem man einen Sinn sieht.

Interessanterweise waren einige Leute dabei die fest daran glauben das es (doch) bald einen Börsencrash geben muss .. ich konnte nur entgegnen das ich Leute kenne die schon seit 2012 drauf warten ..

Später haben wir dann noch ausführlich über Rohstoffe diskutiert. Ein Teilenehmer der Runde investiert hier in diverse Minen Aktien (Gold, Diamanten) und erzählte was da so passieren kann. Krypto und Blockchain kamen auch nicht zu kurz ebenso habe ich mich über Exporo aufklären lassen.

Dann habe ich noch etwas über die P&R Pleite zum Besten gegeben und mich über die (wenig beachtete) Nachschusspflicht lustig gemacht .. jaja ich weiß Schadenfreude und so.

Dummerchen (der Organisator) hat dann noch berichtet, daß die Börse Stuttgart alle Mitglieder der autonomen Zellen in Stuttgart und Karlsruhe zu einem Besuch der Börse im Juli einlädt. Dort ist dann auch der Finanzwesir (persönlich) vor Ort und es gibt ein anschließendes Grillen.

War ein gelungener, angenehmer Abend der mir viel Spass gemacht hat! Und wie immer ein dickes Danke an Dummerchen fürs organisieren 🙂

19. April 2018

The Most Beautiful Black

Als ich klein war (also im letzten Jahrtausend) hatten wir drei Fernsehsender. Da kam bis Nachmittags Videotext für alle. Wir hatten eine Zeitung und Montags hat mein Vater den Spiegel gekauft. Wenn irgendwas in der Welt passiert ist hat man es Abends in der Tagesschau mitbekommen. Gut man hätte noch Radio hören können aber das fand ich schon damals zu banal.

Das war eine gute Zeit.

Dann kamen die Privatsender, das Fernsehprogramm wurde ausgedehnt. Videotext für alle war Geschichte und zu jeder vollen Stunde kam in der ARD die Tagesschau. Es wurden Morgenmagazine, Mittagsmagazine und Nachrichtensender erfunden. Abends kam immer noch die Tagesschau, dann das heute Journal oder die Tagesthemen und irgendwann dann auch das Nachtmagazin. Politische Talkshows, investigative Nachrichtenmagazine usw. .. jeder Sender wollte sie haben. Heute gibt es Dutzende.

Das war nur eine gute Zeit wenn man hart weggezappt hat.

Dann kam das Internet. Jede Zeitung und jedes Magazin hat ne Website gebaut und Nachrichten veröffentlicht. Für Privatpersonen war es noch nicht so einfach. Blogs gab es nicht wirklich und man musste wissen wie man ne Website erstellt wenn man etwas veröffentlichen wollte.

Das war nur eine gute Zeit wenn man hart weggezappt hat und kein Internet hatte.

Dann kam das Web 2.0 (scheiß Name) .. jeder konnte nun bloggen und seinen Senf im Web veröffentlichen. Die Technik dahinter musste man nicht mehr beherrschen. Man musste nur den Willen zum Schreiben haben. Ob man gelesen wurde war da mehr oder weniger Zufall. Damals dachte ich, cool, jetzt kann jeder „senden“ und das Nachrichten Monopol liegt nicht mehr bei einigen wenigen .. denkste.

Da ahnte ich noch nicht mal wo das hin führt.

Dann kamen die sozialen Medien, Twitter, Facebook, YouTube und die Schleusen öffneten sich. Nun konnte jeder, der halbwegs nen Rechner bedienen kann, seine Inhalte ins Netz raushauen. Und spätestens seit dem Erfolg von Facebook passiert das auf breiter Basis. Ungefiltert, unredigiert, falsch, richtig, beleidigend, lustig .. jeder ist Sender. Manche nennen sich Influencer.. Propaganda, Werbung, Meinung etc. prasseln ungefiltert auf uns ein und wir konsumieren (und glauben) wie ein Junkie auf kaltem Entzug. Für normale Menschen ist nicht mehr zu unterscheiden was wirklich Relevanz hat und was nicht.

Das ist die schöne neue Welt

Jede Verschörungtheorie fällt bei irgendwem auf fruchtbaren Boden, Fakten zählen nicht mehr, wir werden nicht erst seit Cambridge Analytica manipuliert. Wir sollen Meinungen entwickeln die irgend einer politischen Fraktion, einem Land, einer Firma, einer Agenda oder auch nur einer Privatperson dienen. Wer nicht in der Lage ist Bullshit von Wahrheit zu unterscheiden wird so lange im Kreis gedreht bis er gar nicht mehr weiß was richtig oder falsch ist.

Vor Jahren habe ich täglich dutzende Male irgendwelche Newsseiten im Netz aufgerufen .. um auf dem „laufenden“ zu bleiben .. habe ich mir eingeredet. Ich habe Zeitung gelesen und den Spiegel von vorne bis hinten inhaliert. Ich hatte zig Seiten in meinem Feedreader abonniert und habe einen Großteil meiner Zeit damit verschwendet Dinge zu lesen die 48 Stunden später völlig belanglos sind.

Ich habe aufgehört das zu tun.

Vor zwei Jahren war ich das letzte mal auf Spiegel Online, Zeit Online oder Website der SZ. Bei meine Eltern lese ich in der Tageszeitung alle zwei Wochen mal den Lokalteil. Nachrichten im Fernsehen schauen? Ich habe keinen Fernseher mehr. Radio höre ich immer noch nicht und auf FB habe ich alles geblockt was nur im entferntesten „dubios“ daher kam. Ich lebe in einem beruhigenden News Black Out.

Naja fast.

Einmal am Tag rufe ich die Startseite der Wikipedia auf. Was dort unter In den Nachrichten steht klicke ich eventuell an. Vorteil: Reine Fakten ohne einen roten oder brauen Anstrich, ohne Agenda ohne Meinungsmache. Und ich habe nicht das Gefühl das ich was verpasse.

Bei vielen Blogs halte ich es ähnlich (sorry liebe Kollegen) .. ich scanne ggf. 1-2 mal in der Woche über Finanzblognews bzw. Finanzblogroll und wenn es ne interessante Überschrift gibt klicke ich den Link an. Ich frage mich beim lesen ob mich der Artikel irgendwie weiter bringt und wenn ich das verneine bin ich auch schon wieder weg.

Ich mache schon fast eine Kunst daraus das Grundrauschen im Äther auszublenden und das mit Relevanz für mich zu selektieren.

Ein Meister bin ich da noch nicht .. aber es wird 😉

14. April 2018

Invest 2018

Heute war ich auf der Invest 2018 in Stuttgart. Ja .. was habe ich erwartet? Wie immer gar nichts. Wenn ich wo noch nicht war gehe ich immer unvoreingenommen dahin. Am Eingang waren dann die üblichen Prospektverteiler und wollten mir ihre Tüten, Flyer und Broschüren andrehen. Wie immer lehne ich freundlich dankend ab. Wobei ich schon den Eindruck hatte das recht viele Besucher den Papiermüll sammeln wie andere Briefmarken.

Die Messe findet im Grunde nur in einer Halle der Messe Stuttgart statt. Da gibt es dann jede Menge Stände. Angefangen von Banken über Börsenverlage, Medienhäuser, ein paar Fintechs, Fondsgesellschaften, Rohstoffhändler bis hin zur BaFin war alles vertreten. An diversen Ständen gab es regelmäßig Vorträge zu allen möglichen Finanzthemen. Sei es Trading, Rohstoffhandel, Immobilien, Finanzprodukte der Banken, Kryptowährungen usw. also man konnte sich echt über so ziemlich alles informieren was die Branche derzeit hergibt.

Gerald Hörhan

Die ARD hatte ne große Bühne und um 12:00 Uhr gabs eine Diskussionsrunde zum Thema Immobilien und Zinsen (nicht das ich das spannend fände) aber einer der Gäste war der Investmentpunk Gerald Hörhan und den finde ich nun auf jeden Fall sehr unterhaltsam. Leider hatte er aus meiner Sicht irgendwie zu wenig Redezeit und die anderen Gäste waren eher langweilig.

In der Bloggerlounge hat man die üblichen Verdächtigen erspähen können (Finanzwesir, Ex-Studentin, Mrs. Monneypenny, Finanzrocker usw.) was ich zumindest insofern cool finde, dass bekannte Blogger in der Finanzbranche Beachtung finden und das was mit den Finanzblogs in den letzten Jahren passiert ist nicht unter dem Radar läuft.

Ein paar Vorträge habe ich mir (teilweise) angehört. Meist dann aber leicht schmunzelnd. Also Banken die ihre Discount oder Index Zertifikate verkaufen wollen. Wie erwartet wurde hier auch knallhart verkauft .. Risiken oder Nachteile wurden in der Regel nicht genannt (stehen ja auch im Kleingedruckten) .. trotzdem hatten die Vortragenden wirklich regen Zulauf was mich etwas verwundert hat.

Osmium .. musste kaufen .. schnell

Einer von den Rohstoff Menschen wollte mich für Osmium begeistern (das neue Platin) .. Zweck? Schmuck .. Anlageobjekt. Hab dann gemeint das ist ja schön und gut. Aber welche Frau wünscht sich einen Osmiumring zur Verlobung. Gold, Platin, Diamanten usw. klar .. kennt Frau. Aber Osmium .. das kannte noch nicht mal ich. Nächstes Argument .. Osmium ist in den letzten 2 Jahren um 200% +/- im Wert gestiegen. Also wirds auch die nächsten Jahre steigen. Hab ihn dann gefragt woher er das weiß. Als ich dann gefragt habe wo Osmium industriell eingesetzt wird ist er auf Hard Reset gegangen .. naja ihr denkt euch den Rest .. und nachdem ich mir an Rohstoffen (finanziell) schon ein paar mal massiv die Finger verbrannt habe war das Thema auch gegessen.

Exporo Opa

Das interessanteste Gespräch hatte ich mit einem etwa 80 jährigen Hamburger (aus der Stadt) der mir erklärt hat wie er sein Geld anlegt. Er war am morgen extra aus Hamburg nach Stuttgart geflogen (u.a. weil er ein kostenloses Ticket bekommen hatte). Außerdem sind im Aktien zu heiß. Er investiert nur in Immobilien, informiert sich ausführlich und investiert pro Immobilie max. 2000 Euro. Das macht er alles über Exporo. Hat alle seine Wohnungen in Hamburg verkauft und sein Geld über die Exporo Plattform in Immos verteilt. Fand ich irgendwie cool 😉

Ja und sonst?
Man muss die Invest sicher nicht besuchen .. aber um mal über den Tellerand zu gucken taugt es allemal.

7. April 2018

Frühjahrsoffensive

Alt Nazi Addi hatte es ja auch mit seinen Frühjahrsoffensiven und so auch die Bewohner meiner Straße. Das hier ist ein Update zu nem Post den ich vor einiger Zeit mal geschrieben hatte. Es geht darum um des Deutschen liebstes Kind .. das Auto. Während ich nun rumnölen könnte, daß VW trotz des Dieselbetrugs (und der Strafzahlungen) Rekordgewinne verbucht oder dass mich auf dem Rad jeder zweite Audi Fahrer ohne Abstand überholt .. berichte ich lieber was sich bei meinen Nachbarn getan hat.

Ihr erinnert euch .. Nachbar Gröfaz hatte sich einen 2er BMW Active Tourer gekauft, welchen er in der Regel (trotz zwei Kindern und Frau) alleine fährt (Frau fährt mit den Kindern einen Nissan Micra). Nun der 2er BMW ist einem 5er BMW Kombi gewichen .. weil eben größer geht immer. Ich schätze mal der Herr hat einfach mehr Platz gebraucht außerdem muss man ja auch zeigen was man hat. Die Farbe des Fahrzeugs ist in etwa Schlammtümpel braun und er hat sich einen Stromtrooper aufs Armaturenbrett gepappt. Seis drum .. ich verstehe es ja sowieso nicht.

Dafür haben wir einen neuen Teilnehmer im Spiel. Einen jungen Mann der früher einen alten Audi A3 gefahren hat. Wenn ich davon ausgehe, daß die Zahlen auf dem Nummernschild in etwa das Geburtsdatum des Besitzers widerspiegelt (Warum wählt man solche Nummernschilder?) ist er etwa 25 Jahre alt. Der A3 ist Geschichte und er hat ihn durch einen Seat Leon Kombi ersetzt. Der Seat Leon ist ein Cupra (Sportversion) mit 300 PS und kostet ohne Sonderausstattung etwa 35.000 Euro. Hätte ich im Alter von 25 nicht bar bezahlen können. Naja ihr denkt euch euren Teil.

Ein weiterer Nachbar der ebenfalls in den frühen Zwanzigern sein sollte hat bis vor einiger Zeit einen alten Audi A4 gefahren. Nun er hat er sich ebenfalls verbessert. Er war etwas cleverer (oder hatte die Kohle nicht) und hat sich „nur“ einen gebrauchten 3er BMW gekauft. Allerdings mit Allradantrieb (xDrive). Kurz nach dem Kauf ging jedenfalls das Getriebe flöten. Kosten scheinbar an die 7000 Euro (neues Getriebe und Werkstatt). Ratet mal ob er die Kohle für die Reparatur hatte.

Ein Update zu meinem Fiat 500? Er ist jetzt sieben Jahre alt. Ich musste dieses Jahr den Gurt wechseln lassen und der Auspuff röhrt ganz schön laut. Vielleicht brauche ich auch mal neue Reifen .. hmmm. Ernst nimmt mich immer noch keiner.

Full Disclosure:
I am long on BMW

30. März 2018

Grundeinkommen

Bedingungsloses Grundeinkommen sagt dir was? Wenn nicht erst mal hier nachlesen. Es geht darum, dass jeder Bürger eines Landes eine finanzielle Zuwendung vom Staat bekommt. Unabhängig davon wie seine wirtschaftliche Lage, sein Alter oder sein sozialer Status ist. Diskutiert werden hier Beträge von z.B. 1000 Euro im Monat die du einfach dafür bekommst das du deutscher Staatsbürger bist.

Dafür werden dann das Arbeitslosengeld, Hartz IV, Sozialhilfe, Kindergeld usw. abgeschafft. Diese Betrag liegt über dem aktuellen Existenzminimum von 735 Euro / pro Monat / pro Person und soll jedem Bürger ein menschenwürdiges Leben ermöglichen.

Das Existenzminimum wird in Deutschland alle zwei Jahre von der Bundesrgierung bestimmt und soll ausdrücken was ein Mensch (unter sehr sparsamen Bedingungen) im Monat an Geld benötigt um am am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Primär also Unterkunft, Nahrung, Kleidung, Strom, Krankenversicherung, Bildung, Kosten für Nahverkehr und sogar Kultur. Die deutschen Sozialleistungen wie Hartz IV orientieren sich daran.

Ob sich das finanzieren lässt oder nicht darüber wird gestritten. Bei 83 Millionen Bürgern die ein Anrecht drauf hätten wären es 996 Mrd Euro im Jahr. Die gesamten Steuereinnahmen von Bund Ländern und Gemeinden lagen allerdings nur bei 674 Mrd Euro im Jahr 2017. Da fehlt also ein dicker Brocken. Und wenn wir möchten das auch weiterhin Straße usw. gebaut werden ist es sogar ein sehr dicker Brocken.

Fakt ist allerdings das es ohne zusätzliche Steuern oder Erhöhung bestehender Steuern nicht gehen wird.

Aber darum soll es gar nicht gehen.

Der psychologische Aspekt eines Grundeinkommens ist allerdings nicht zu verachten. Klar .. von 1000 Euro kann man keine großen Sprünge machen aber in den meisten Orten in Deutschland kann man davon seine Lebenshaltungskosten bestreiten. Also Miete, Futter, Klamotten usw. Urlaub und Auto dürfen eher schwierig werden. Doof wenn du jetzt in München oder Hamburg wohnst.

Was passiert wenn du ein Grundeinkommen von 1000 Euro im Monat bekommst?

  • die Angst vor Jobverlust verliert ihren Schrecken .. gerade in dem Bereich wo nicht gut bezahlt wird und der Cut nicht so groß ist
  • du kannst in Ruhe Luft holen und dir überlegen wie es weitergehen soll, ohne sofort den nächstbesten Job anzunehemen
  • du kannst erst mal einen Halbtagsjob machen oder wenn du minimalistisch veranlagt bist, das tun wonach dir eben gerade ist
  • du kannst es dir „leisten“ einer Arbeit nachzugehen die weniger gut bezahlt wird .. aber vielleicht dir mehr Freude bereitet
  • der Druck Geld zu verdienen und somit der Leistungsdruck sinkt .. wenn er nicht gar ganz verschwindet
  • du fühlts dich freier

Woher ich das nun weiß?

Keine Angst .. keiner zahlt mir ein bedingungsloses Grundeinkommen (Ich würds aber nehmen). Ne ich habe mir selbst ein bedingtes Grundeinkommen verschafft. Letztes Jahr habe ich 11.500 Euro an netto Dividenden kassiert. Also etwa 966 Euro im Monat. Der Großteil davon aus sehr soliden Firmen die ziemlich kugelsichere Geschäftsmodelle haben. Dieses Jahr werden es über 12.000 Euro sein.

Mir hilft das sehr. Ich habe mich viel zu oft von Arbeitgebern unter Druck setzen lassen. Diverse Male hatte ich auch Angst um meinen Job. Zu wissen das ich sehr weich Falle hat mir (ironischerweise) aber auch den Spass an der Arbeit zurück gebracht. Ich bin kreativer und leistungsfähiger wenn ich keine Angst und vor allem keinen negativen Druck verspüre.

Ich mache keine sinnlosen Überstunden mehr nur um vielleicht mit Kollegen mitzuhalten. Am Wochenende bin ich weder per Mail noch per Telefon erreichbar.

Klar ist keine Blaupause für jeden .. ich kenne Leute die kann man nicht unter Druck setzen .. andere haben vielleicht Spass daran und sehen das oben als Herausforderung.

Ich bin so (leider / zum Glück) nicht und darum bin ich froh den Weg eingeschlagen zu haben.

Der Spruch lautet natürlich: Jeder Mensch hat etwas das ihn antreibt .. das NICHT ist meine kreative Ergänzung.

Damit hat die Volksbank vor ein paar Jahren Werbung gemacht und ich glaube es ist wahr. Manche mehr, manche weniger, manche eben gar nicht. Ist es aber einfach? Ich meine schaut euch um: Tim Schäfer wiederholt seine Glaubenssätze mantramäßig: spare Geld, lebe auf kleinem Fuß, investiere, kauf kein Clownauto, mach keine Schulden. Diverse Finanzblogs aber auch Blogs zur Persönlichkeitsentwicklung blasen ins gleich Horn.

Da steht dann:

  • Fünf einfache Regeln um deine Schulden loszuwerden
  • Wie du immer ruhig und gelassen bleibst – in drei Schritten
  • Minimalist werden in 10 Tagen
  • Drölf Bücher die du gelesen haben solltest
  • Geld sparen durch Konsumverzicht
  • Wege aus dem Hamsterrad (Autor: Sisyphos)
  • usw.

Alles sehr gute Empfehlungen. Prima Tipps. Nein .. echt jetzt .. vieles davon ist wahr und richtig.

Nur ist es nicht einfach.

Wenn es einfach wäre würde wahrscheinlich kaum jemand drüber schreiben. Und der liebe Tim hätte nicht so viel Feedback auf seine Beiträge.

  • Warum sparen nicht alle Menschen Geld und legen es in ETFs an?
  • Warum ist der Anteil der übergewichtigen Menschen in Deutschland größer als der der Normalgewichtigen?
  • Warum machen Menschen Jobs die sie nicht mögen?
  • Warum schieben Menschen Wünsche und Träume in die Zukunft?
  • Warum ist es scheinbar so schwer sich an Vorsätze zu halten?

Was ist der Antrieb?

Ich spreche jetzt mal nur für mich. Ich habe drei Dinge die mich antreiben: Angst, Freude und Neugier. Die sind je nach Situation unterschiedlich ausgeprägt. Meine Existenzangst hat mich dazu gebracht Geld in Aktienmärkte zu investieren und dan der finanziellen Freiheit zu arbeiten. Freude lässt mich im Sommer fünf mal die Woche aufs Rad steigen und irgendwelche Berge hochfahren. Neugier hat mir das Programmieren beigebracht.

Ich behaupte jetzt mal, mein innerer Antrieb ist stärker ausgeprägt als bei vielen Menschen die ich kenne. Sowohl Angst als auch Neugier .. bei der Freude zweifle ich da .. leider.

Will sagen .. viele Menschen verspüren sicher keine so tiefe Angst wie ich, aber auch keine große Neugier an diversen Dingen. Viele geben sich mit dem Status Quo zufrieden. Ihnen macht es keine Angst vielleicht den Job zu verlieren und auf der Straße zu sitzen. Sie haben auch keine Angst davor, durch Übergewicht und wenig Sport ggf. gesundheitliche Probleme zu bekommen.

Sie entwickeln vielleicht aber auch keinen Drang etwas Neues auszuprobieren.

Sie haben einfach grundsätzlich weniger Antrieb, halten ihre Situation für ganz okay und sehen nicht so wirklich einen Grund die Komfortzone zu verlassen.

Und das ist der Punkt.

Einige übergewichtige Menschen wären sicher gerne schlank, arme Menschen (arm an Geld und Geist) wären sicher gerne reich und ein paar Dorffussballer sicher gern so gut wie Messi.

Nur muss man das wollen. Und ich meine nicht so wie man einen Burger essen will oder einen Film sehen will. Man muss es unbedingt wollen und man muss Opfer bringen: Schweiß, Zeit, Geld, Frustration, Rückschläge usw.

Ich kenne (von mir selbst) dutzende Dinge dich ich mal angefangen habe und die im Sande verlaufen sind. Die Idee war nett. Der Antrieb und der Wille dazu aber nicht von Dauer. bzw. die Angst / Neugier / Freude daran haben nach einiger Zeit nachgelassen .. lange bevor ich das Ziel erreicht hatte.

Darum ist es für die meisten Menschen eben nicht wirklich einfach Minimalist, schlank, finanziell frei oder „gelassener“ zu werden. Man muss einen massiven Antrieb spüren. Und das auch noch über einen langen Zeitraum.

Ich war jahrelang ziemlich dick. Zu Spitzenzeiten wog ich ca. 115 kg bei 180 cm Körpergröße. Ich mochte meinen Körper nicht wirklich und wäre gerne schlank gewesen. Die Energie und den Willen das zu ändern habe ich aber erst entwickelt als ich schon Mitte 20 war.

Wo kam die Energie plötzlich her?

Vielleicht hatte ich Angst keine Freundin abzubekommen, war frustriert das ich bei der kleinsten körperlichen Aktivität schnell nicht mehr konnte, das ich mich nicht ins Schwimmbad getraut habe .. kurz .. irgendwann ist das Fass überglaufen.

Darum sind zwar die oben angesprochenen Artikel und Blogs ganz nett um jemanden Alternativen vorzuschlagen .. aber mehr auch nicht. Die meisten Menschen (glaube ich) haben nicht wirklich Lust darauf sich zu verändern .. außer sie haben keine andere Wahl.