getmad the devils lair
19. Februar 2020

A Sense Of Purpose

Uns allen ist eins gemein .. das Streben nach Glück. Wir wären gerne immer gut drauf, hätten immer gerne Spass und alles soll uns einfach von der Hand gehen. Wenn wir dann noch einen Sinn in unserem Dasein finden welcher uns erfüllt ist alles paletti.

Glück ist also (unter anderem) die Abwesenheit von Stress und Ärger.
Glück ist der Flow ohne Drogen.
Glück ist die Tätigkeit die in unserem Kopf Sinn ergibt.
Glück sind Menschen die wir mögen.
Glück ist Zeit in welcher wir exakt das tun und lassen können was wir möchten.

Wir können so maximal 16 Stunden am Tag glücklich sein. Die restlichen acht Stunden sind wir normalerweise nicht Herr unserer Sinne.

Von den 16 Stunden hängt man normalerweise so 8 – 10 Stunden bei der Arbeit ab (inkl. Wege und Pausen).
Leider auch in der Regel die besten Stunden des Tages, wenn man wach, fit und voller Energie ist.
Dann geht es nachhause und normalerweise passiert dann nicht mehr so arg viel .. essen, entspannen, Sport usw.

Wir strukturieren die Freizeit meist um die Arbeitszeit herum.

Also 5 Tage die Woche bestimmen wir nur sehr begrenzt was wir mit unserer Zeit anstellen bzw. alle freuen sich immer auf den Freitag aber niemand auf den Montag.

Mögt ihr etwa eure Jobs nicht?

Jep ich weiß .. das Leben muss auch irgendwie bezahlt werden.

Doof.

Wenn mich heute jemand fragt was er „werden“ soll .. dann antworte ich: REICH und zwar so schnell wie möglich.

Denn ..

es gibt drei Arten von Jobs:

  • solche die Sinn stiftend sind, wo man aber kaum was verdient
  • solche wo einem irgendwann jeder Sinn abhanden kommt, man aber viel oder ausreichend verdient
  • die seltene Gattung des Jobs welcher Sinn stiftend ist und wo man viel verdient

Und ich rede hier nicht von Spass auf der Arbeit. Oder dem Spruch: „Ich mach meinen Job gern.“

Ich hab durchaus Spass und mache meinen Job gern.

Nur wenn die Kohle weg bleiben würde, gehe ich auch nicht mehr hin. Ihr etwa?

Stiftet die Tätigkeit für mich aber einen tieferen Sinn würde ich den Job wahrscheinlich auch machen wenn ich kein Geld dafür bekommen würde und die Zeit dafür hätte. Weil sonst ja was in meinem Leben fehlen würde.

Zu abstrakt?

Schau .. ich fahre gerne Fahrrad .. jeden Tag .. am liebsten Mountainbike oder Gravel. Würde man mir das wegnehmen wäre ein wichtiger Teil meines Lebens plötzlich sinnlos.
Natürlich könnte ich mir was neues suchen .. aber ich würde wohl lange suchen müssen um was ähnlich erfüllendes zu finden.

Wie kann ich damit Geld verdienen?

Ich könnte Touren anbieten und begleiten. Räder reparieren. Ne Bike Website aufbauen .. naja alles eher schwierig und dann ist es auch nicht mehr so schwerelos weil ich ja damit Geld verdienen muss.

Ihr seht das Problem?

Menschen sagen wenn du dein Hobby zum Beruf machst musst du nie mehr arbeiten.

Ich sage Bullshit.

Es macht dir vielleicht mehr Spass aber du wirst oft Dinge machen müssen auf die du keine Lust hast oder wo dir der Sinn abgeht.

Darum (und ich bin kein Fan) muss ich 50 Cent recht geben: Get Rich or Die Tryin!

Dann kannst du dir denn Sinn in deinem Leben suchen und musst die um die Kosten für die ganze Show keine Gedanken machen.

Ich bin nun seit über 20 Jahren auf Zeche. In der Zeit hatte ich drei Arbeitgeber (bin ein treues Schweinchen) und gekündigt habe ich immer nur weil ich mehr oder weniger nicht so ganz mit meinen Chefs (oder den Chefs +1) klar kam .. oder gefühlt drei Chefs hatte die diametrale Vorstellungen hatten. Also so ein großer Experte bin ich nicht. Vielleicht reicht es aber für nen Post. Seit etwa 10 Jahren habe ich auch Personalverantwortung wobei ich darauf eigentlich nie so wirklich Lust hatte. Gemacht habe ich es immer weil es an mich „herangetragen“ wurde.

Einen Plan wie meine Karriere verlaufen soll hatte ich nie und habe ich auch heute nicht. Wie viel Gehalt ich bekommen will ebenso wenig. Nach einer Gehaltserhöhung habe ich auch nie gefragt. Die motiviert mich nämlich irgendwie kein Stück mehr wenn der Job ansich nicht das Wahre ist.

Ich habe weder studiert, noch sonst was geiles gelernt. Zumindest habe ich ne Ausbildung als .. Industriekaufmann.

Moment .. der Typ schreibt hier dauernd was von Software Entwicker und Suchmaschinenoptimierung .. wie geht das zusammen.

Sagen wir einfach so .. ich habe nie als Industriekaufmann gearbeitet.
Software bauen .. also programmieren habe ich mir selbt beigebracht .. genau so wie SEO.

Einfach weil ich Lust drauf hatte.

Das soll jetzt auch als Einleitung reichen.

Was ich dir sagen kann ist folgendes:

  • such dir nen Job wo die Kollegen auf deiner Wellenlänge liegen, dann gehst du auch gerne arbeiten wenn die Arbeit gerade so eher semi ist
  • wenn dein Chef ein Kontrollfreak ist, such dir was anderes
  • wenn dein Chef dich nicht motivieren kann bzw. dich mit doofen Sprüchen demotiviert, such dir was anderes
  • tu alles dafür ein echtes Team zu sein, hilf wo du kannst
  • frag nach Hilfe und hau nie jemanden aus deiner Ebene oder drunter in die Pfanne
  • denke mit, übernimm Verantwortung und mach den Mund auf sofern es konstruktiv ist
  • werde bei Diskussionen nie persönlich
  • toleriere Fehler und helfe sie zu fixen, du machst schließlich auch welche
  • hilf neuen Kollegen sich zurecht zu finden
  • sei genau so freundlich zu Trainees und Werkstudenten wie zu Geschäftsführern
  • grüße die Putzfrau freundlicher als den Geschäftsführer
  • faule Kollegen bzw. Anti-Teamplayer halten sich in der Regel nicht wirklich lange, du musst da nicht nachhelfen
  • lästere nicht, das macht hässlich
  • reden ist Silber, zuhören und dann reden ist Gold
  • mehr Kohle kommt (meistens) automatisch, je besser du einen Job machst
  • lies und beantworte keine Emails zwischen Freitag Feierabend und Montag Morgen
  • sprich mit Leuten persönlich, vermeide Mail und Chat Ping-Pong
  • Pöbler und Motzer mag keiner, sei also keiner
  • wer laut wird hat schon verloren
  • liefer ab
  • aber liefer nur das ab, was du selbst auch als gut akzeptieren würdest

Das sind so ein paar Regeln an die ich mich halte .. am wichtigsten sind mir die Kollegen. Ich verbringen mit ein paar davon mehr Zeit als mit jedem anderen Menschen. Es muss also wirklich zusammenpassen. Erst dann kommt für mich der Job an sich, die Kohle, der Chef usw.

5. Februar 2020

Gallows Tree

Wenn man meine Eltern nach mir fragt und im Gespräch zufällig das Wort „Geld“ fallen lässt ist der O-Ton: Der Bub (Junge) sitzt auf seiner Kohle. Will sagen .. geizig, sparsam, nur keinen Cent zu viel ausgeben.

Bin ich wirklich so?

Meine Eltern haben leicht reden. Finde ich. Beide sind im Ruhestand. Allerdings waren beide Beamte im gehobenen Dienst und dementsprechend üppig sind ihre Pensionen. Von der privaten Krankenversicherung gar nicht zu sprechen.

Als ich mit 20 Jahren das erste mal in einer normalen Krankenkasse versichert war (Ausbildung) wurde mir erst klar, dass man beim Arzt auch mal ein paar Wochen auf nen Termin warten muss.

Aber bin ich wirklich so wie mich meine Eltern beschreiben?

Ich selbst würde mich auf keinen Fall als geizig bezeichnen. Maximal als sparsam .. mit Einschränkungen.

Ich habe Laster .. aus Sicht eines Minimalisten.

Laster: #1

Espresso und Kaffee. Meine Bezzera BZ 10 ist zwar nun schon 10 Jahre alt. Aber müsste ich ne neue Kaffeemaschine kaufen hätte ich absolut kein Problem 2.000 Euro dafür auszugeben. Eine Espresso Mühle für 500 Euro. Aber hallo .. bin ich am Start. Espresso Bohnen Bestellungen im 200 Euro Bereich sind keine Seltenheit und wenn der Espresso gut ist bin ich bereit 30 Euro für das Kilo zu bezahlen.

Laster: #2

Reisen.
Oman, Mali, Australien, Indien, Nepal, Laos, Kambodscha, Vietnam, Karibik, Malaysia, Senegal, Gambia .. usw. egal .. hauptsache weg. Ist mir auch egal was es kostet. Und ich kann das jedem Menschen empfehlen. Schau dir die Welt an. Schau dir auch Länder an wo es die Menschen aus unserer Sicht „schwer“ haben. Das verändert deine Sichtweise und deine Lebenseinstellung zum besseren. Fahr in Länder über die keiner spricht, dort wirst du die tollsten Erlebnisse haben.

Hier forme ich Brotteig in Indien.
Hier fotografiere ich nen haarigen Arsch in Angkor Wat (Kambodscha)

Grob überschlagen habe ich in den letzten 15 Jahren sicher 30.000 Euro in Reisen investiert .. und keinen Cent bereut.

Laster: #3

Bikes.
Fahrräder und Rad fahren können zum Lebensstil werden. Ich würde eher meine letzte Unterhose hergeben als mich von meinen Bikes zu trennen. Die ideale Anzahl an Fahrrädern die man besitzen sollte: Aktuelle Anzahl + 1 (n+1). Meine Fahrräder stehen im Wohnzimmer, im Arbeitszimmer, im Schlafzimmer. Ich fahre am liebsten jeden Tag. Ich kann verstehen wenn jemand 9.000 Euro für ein neues Bike ausgibt und ich decke ihn wenn er seiner Frau sagt: Schatz es hat nur 1.799 Euro gekostet. Für Fahrräder habe ich in den letzten 20 Jahren sicher über 50.000 Euro ausgegeben.

Mein Lauf aus Island
Mein Rocky Vertex

Wenn euch was wirklich wichtig ist .. dann leistet es euch. Bringt sonst auch gar nix mit der ganzen finanziellen Freiheit.

11. Januar 2020

Meinungsnarzissmus

Meinungen sind wie braune Häufchen: das Eigene stinkt doch noch am besten.

Seit Jahren beobachte ich ne zunehmende Empörungskultur und den zugehörigen Meinungsnarzissmus. Man unterhält sich nur noch in Extremen und pöbelt aufs übelste über Menschen die nicht der eigenen Meinung sind. Seine eigene Meinung verteidigt man wie eine Löwenmutter ihr Junges, wird man angegriffen oder fühlt sich betroffen heult man im Gegensatz dazu rum wie ne Kompanie Babys denen man den Schnuller weggenommen hat.

Wir führen mittlerweile Debatten auf dem Niveau von Fünfjährigen .. wer am lautesten schreit wird schon recht haben.

Und wehe du kritisiert meine Art zu Leben, zu essen und zu trinken, zu glauben .. du scheiß Fundamentalist. Dabei merkt man oft nicht das man selbst schon einer geworden ist.

Du darfst im übrigen glauben was du willst und für dich alleine jede Meinung zu jedem Thema haben.

Nur beim laut aussprechen solltest du vorsichtig sein.

Schau .. nehmen wir alles faktische Wissen der Welt, welches belegbar, reproduzierbar und bestätigt ist und stellen uns selbst daneben, dann vergleichen wir Einzeller (wir selbst) mit Blauwalen (das Wissen der Welt).

Beispiel: Das Rauchen von Tabak.

Keiner streitet heute noch ab, das es schädlich ist, zur Krebs führen kann und das Leben verkürzt.

Aber stimmt das?

Glauben tu ich es, wenn mich wer fragt würde ich das wohl auch zum Ausdruck bringen .. aber ich weiß es nicht wirklich .. denn ich habe keine einzige Studie, keine wissenschaftliche Analyse oder sonstige fundierte Belege gelesen. Ich glaube dem was viele hundert Zeitungsberichte, Filme und Dokus behaupten und sage mir: Das wird schon stimmen (wenn alle so auf den Busch klopfen).

Ich muss mich auf das gesammelte „Gehörte“ verlassen wenn ich ne Diskussion anfange. Oder ich lesen mich durch Studien in wissenschaftlichen Magazinen etc. und bilde mir eine belastbare Meinung.

Beispiel: Klimaerwärmung

Es gibt eine gewisse Anzahl von Menschen (aus dem konservativen und rechtem Spektrum) welche abstreiten, dass die Klimaerwährmung vom Menschen gemacht ist.

Liegen die richtig?

Ich weiß auch das nicht. Ich (persönlich) glaube die Klimaerwärmung ist vom Menschen gemacht. Aber Glauben ist nicht Wissen. Will ich nun in die Debatte einsteigen muss ich ich aufrüsten. Ich sollte anfangen meine Meinung durch Fakten zu untermauern und dabei aber auch die Gegenseite nicht ignorieren.

Welche Fakten führen Befürworter, welche Fakten führen Gegner an.
Wie ist der wissenschaftliche Tenor?
Welche Studien sprechen für meinen Glauben, welche dagegen?
Was sind die Quellen und sind diese belastbar?

Wenn ich bei einer ernsthaften Debatte nicht bereit bin meine Hausaufgaben zu machen sollte ich besser still sein.

Und da ist das Problem. Der (von mir beobachtete) zunehmende Narzissmus fördert das nicht gerade, eher im Gegenteil. Durch den Ich-Bezug wird immer weniger das eigene Denken und Handeln reflektiert.

Dazu kommt dann unglaubliche Empörung wenn jemand was konträres zu meinem eigenen Weltbild behauptet.

Klar .. soziale Medien fördern das. Jeder noch so doofe Honk kann anfangen auf Facebook, Twitter usw. seinen Glauben rauszuhauen. Dann findet er noch ein paar Menschen welche die Weisheit auch nicht mit Löffeln gefressen haben und plötzlich ist Impfen schädlich, die Bundesregierung durch die CIA kontrolliert, die Erde eine Scheibe und Elvis auf dem Mond.

Meine Devise für die 2020er Jahre .. wenn ich was nicht weiß, sondern nur „glaube“ was zu wissen -> besser mal Fresse halten.

Wenn ich an einer Debatte interessiert bin bringt es nur was wenn man diese sachlich, mit Quellen und Fakten belegt, diskutiert.

Empörungen spare ich mir, die waren mir schon immer peinlich.

Und was sind eure Vorsätze fürs neue Jahr?

7. Januar 2020

Günstigerprüfung

Du hast Kapitalerträge welche über dem Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro pro Jahr liegen, dann zahlst du auf alles was darüber liegt die Abgeltungssteuer von mindestens 26,375%.
Enthalten darin ist auch der Solidaritätszuschlag mit 1,375%. Außerdem kann ggf. noch die Kirchensteuer drauf kommen. Der Soli wird für Sparer auch nicht abgeschafft. Es bleibt also auch in Zukunft bei mindestens 26,375% Steuern auf Kapitalerträge.

Ergo .. mehr als ein Viertel der Kapitalerträge geht an den Staat (welcher die Party hier finanziert).

Im Jahr 2019 hatte ich ca. 16.000 Euro NETTO Kapitalerträge.
Brutto ca. 21.500 Euro.
Damit habe ich etwa 5.500 Euro Abgeltungssteuer bezahlt.
Ich hätte aber auch nur etwa 3.200 Euro Steuern bezahlen können.

Wie das?

Die Voraussetzung ist, dass die Kapitalerträge meine einzige Einkommensquelle gewesen wären.

Wäre dem so .. hätte ich beim Finanzamt die Günstigerprüfung beantragen können. Hierbei kommt die sog. Grundtabelle der Einkommenssteuer zum Einsatz. Diese definiert ziemlich genau bei welchem Einkommen ich welche Steuerlast abführen muss.
Die Tabelle findest du auf grundtabelle.de

Verdiene ich z.B. weniger als 9.400 Euro pro Jahr zahle ich keine Steuern.
Ab 46.300 Euro / Jahr zahle ich etwa 27% Steuern (inkl. Soli + KST). Was wiederum etwa der Abgeltungssteuer entspricht.

Bei meinen 21.500 Euro Einnahmen zahle ich im Jahr 2020 theoretisch nur 15% Steuern und ich zahle so lange weniger (als die Abgeltungssteuer) bis ich o.g. 46.300 Euro erreiche.

Anstatt 16.000 Euro Kapitalerträge wären das also ca. 18.300 Euro gewesen.

Das wäre schon ein Großteil der Kosten einer Krankenversicherung, welche ich brauche, sollte ich nur von Kapitalerträgen leben wollen.

Im Jahr 2020 werde ich (wenn alles klappt) etwa 24.500 Euro brutto Kapitalerträge haben.

Die Abgeltungssteuer verringert das um etwa 6.500 Euro .. bleiben 18.000 Euro. Wären das meine einzigen Einnahmen 2020 müsste ich mit der Günstigerprüfung etwa 17% Steuern zahlen .. wären 4.150 Euro und es blieben 20.350 Euro.

Also fast 200 Euro im Monat mehr.

Oder anders ausgedrückt .. 1.700 Euro / netto im Monat anstatt 1.500 Euro.

Der Artikel dient mehr oder weniger als Reminder für mich selbst ..

2. Januar 2020

Dividenden 2019

Seit 2013 notiere ich brav meine Dividendeneinnahmen. Davor habe ich es damit nicht so genau genommen .. mangels Lust auf Excel.

Alle Zahlen die nun folgen sind netto, spricht alles versteuert und das Geld welches auf dem Girokonto angekommen ist

  • 2019: €15.969 / Jahr bzw. €1.330/ Monat
  • 2018: €13.092 / Jahr bzw. €1.091/ Monat
  • 2017: €11.596 / Jahr bzw. €966 / Monat
  • 2016: €8.565 / Jahr bzw. €713 / Monat
  • 2015: €7.439 / Jahr bzw. €619 / Monat
  • 2014: €5.918 / Jahr bzw. €493 / Monat
  • 2013: €4.040 / Jahr bzw. €336 / Monat

Macht in Summe: 66.600 Euro (und ein paar Zerquetschte) oder einen neuen BMW X5 in der Grundausstattung (ich rechne gern in Autoeinheiten).

Mein Ziel für 2019 waren eigentlich nur 1.150 Euro. Das hatte ich damals (Dezember 2018 – Korrektur der Märkte) wohl etwas defensiv formuliert.

Ich bleibe aber mal defensiv und formuliere als Ziel 2020 auch nur 1.500 Euro.

Wir werden sehen …

26. Dezember 2019

Only For The Weak

Gestern habe ich meiner Schwester gratuliert.

Warum?

Sie hat ohne großes Wissen von Aktienmärkten die bessere Depotperformance im Vergleich zu mir.

Sie investiert stur (per Sparplan) in den MSCI World (ETF) und einen kleinen Teil in einen MSCI Emerging Markets ETF.

Gut .. zu meiner Ehrenrettung muss ich sagen, dass ich in den letzten 3 Jahren mehr als 40 Werte neu ins Depot aufgenommen habe und die Entwicklung vor 2019 damit etwas verfälscht ist. Ich hab aber auch keine Lust das genau auszurechnen.

Ich komme auch nur auf ein vergleichbar „gutes“ Ergebnis in 2019 weil ich die Dividenden brutto gerechnet habe in den Jahren davor sah es da schlecht aus.

Stock Picking hat mich also ganz klar Rendite gekostet.

Sei darum ein schlauer Weihnachtwichtel und bespare brav nen MSCI World ETF.

Hier der Vergleich*:

Index Entwicklung 2019 Entwicklung 2017-2019 Entwicklung 2015-2019
DAX + 28% + 16% + 34%
Euro Stoxx + 26% + 15% + 18%
S&P 500 + 31% + 42% + 54%
Dow Jones + 22% + 43% + 58%
Nasdaq + 47% + 76% + 103%
MSCI World + 30% + 34% + 36%
MSCI Emerging Markets + 23% + 32% + 42%
Getmad Depot (ohne Dividenden) + 24% + 15% + 25%
Getmad Depot (mit Dividenden, brutto) + 30% + 20% + 29%

Ändere ich nun meine Anlagestrategie?

Nein. Ich mag immer noch meinen Dividenden Cashflow. Der Effekt auf meinen Kopf (wenn man jeden Monat einfach so .. viel Bargeld aufs Girokonto bekommt) wiegt für mich die paar verlorenen Renditepunkte auf.

Was bleibt noch zu sagen?

Jeder Lemming konnte letztes Jahr 20% Rendite an den Aktienmärkten erreichen .. das ist cool .. und jetzt stresse dich nicht wenn es „nur“ 15% waren. Freu dich gerne wenn es über 35% waren.

Die wahren Trottel sind die Bausparer, Festgeldanleger, Tagesgeldhorter und Sparbuchbesitzer.

*die Werte in der Tabelle sind gerundet

Heidi ho Leute,
das Jahr neigt sich dem Ende hin. Was waren die Keyereignisse dieses Jahr? Was hat mich am meisten geprägt? Was habe ich gelernt?

Du musst nicht von jeden gemocht werden, nur von den Richtigen 😉
Irgendwie wollte ich immer dazu gehören, auch bei den Studenten, die meist sehr konträre Ansichten hatten und gerne alles politisieren.

Der Debattierclub steht für mich dabei exemplarisch. Zugegebnermaßen wollte ich wirklich meine Sprachskills verbessern und ich habe auch die ein oder andere nette Person kennen gelernt. Dennoch war alles hochpolitisiert, Wirtschaft war immer das Böseste von allen. Sogar der Doktor, der an dem Debattierclub teilgenommen hatte, war sowohl bei den Linken als auch in der hiesigen Antifa aktiv.

Natürlich kam es so immer wieder zu Reibereien. So fuhr ich sehr oft mit dem Gefühl “Was mache ich Falsch” nach Hause. Eigentlich wollte ich es durchziehen mit dem Debattierclub, aber, wie ich jetzt behaupten kann, kam zum Glück mein Job mit dem wöchentlichen Meeting dazwischen.

Versteht mich nicht falsch. Nur weil jemand Links oder Rechts ist, ist das nicht gleich schlecht. Ich konnte wirklich vieles mitnehmen in der Zeit, und bin im nachhinein wirklich froh das gemacht zu haben. Auch wurde ich, und das ist wirklich kein Scheiß, deshalb zum SPD Jahresempfang eingeladen. Menschlich war es nur irgendwie komisch.

Die wirklich richtigen Leute habe ich eher durch Zufall kennengelernt. Ein Freund hatte gefragt, ob ich mitkommen könne zu einem Gründer Event.
Dort habe ich viele Kontakte knüpfen können zu Personen die ähnlich denken, die sich mit ähnlichen Problematiken rumschlagen. 

Der Staat ist überall

Bis zu diesen Events dachte ich, der größte Teil des Staates liegt offen in Sozialbudgets, Bildung und Militär. Jedoch fällt einen bei diesen Events auf, das einige Unternehmer sind. Diese es aber nur dank einer Förderung von einer staatlichen Stelle geschafft hatten.

Als wäre das nicht genug, gibt es auch viele GmbHs die einfach im kompletten Staatsbesitz sind, aber privatwirtschaftlich agieren. So kann man auch als Bundesland, trotz Schuldenbremse, nochmals die Schulden erhöhen und inoffiziell seinen politischen Wirkungsbereich erweitern. 

Der kleinste Teil waren wirkliche Unternehmer, das fand ich dann doch irgendwie erschreckend.

Konsistente Inkonsistenz 

Weg vom Staat hin zur Person 🙂
Es wird mit der Inkonsistenz definitiv besser. Daran arbeiten möchte ich dennoch. Es gibt dafür verschiedene Auslöser: 

  • Innere Ausreden
    Dabei erwische ich mich immer öfters. Ausreden nicht als Tatsachen hinzustellen sondern diese auch als Ausreden zu erkennen. Im besonderen hat mir hier das Treffen mit Thomas den Sparkojoten und dem Autodidakten geholfen.
  • Essen ist wichtig
    Wäre an zweiter Stelle zu nennen. Mittlerweile esse ich auch regelmäßig. Was sich für die meisten Normalität ist, war für mich ein Kampf.
  • Menschen = Energie
    Wie lange hatte ich richtig Angst vor Menschen? Spätestens seit diesem Jahr bin ich wieder kontaktfreudig geworden 🙂
    Es gibt mir sehr viel Energie was mit Menschen zu machen. Mit den richtigen Menschen.

Energielos → seltener

Diese Fehlerquellen zu beseitigen half mir sehr mein Energielevel auf eine neue Ebene zu bringen. Immer seltener kommt es vor, dass der Körper nicht reagiert, weil keine Energie mehr da ist. Wieder der eigene Herr über seinen Körper zu sein, ist Gold wert.

Der ewige Feind

Mein Perfektionismus. Ihn überhaupt mal als Problem zu erkennen, dabei hat mir insbesondere mein jetziger Chef geholfen. Er kostet nur viel Zeit und Energie.

So habe ich für meinen YouTube Channel über vier reine Drehtage gehabt, aber bis jetzt nur 1 Video veröffentlicht. 

Falsche Blender 

Die Personen mit dem hübschesten Instagram die mit den nettesten Aussagen über dich, wenn du anwesend bist, aber ohne nachweisbaren Erfolg sind meistens Blender. Dieses Jahr habe ich sehr viel (freiwillige Arbeit) in Projekte von solchen Menschen gesteckt. Wo ich am Anfang dachte, “sind doch eigentlich super Nett. Pascal sei nicht so pessimistisch. Wird bestimmt gut.” Weil es sich von Anfang an irgendwie komisch angefühlt hatte.
Ich wäre fast in eine Sache hineingezogen worden, die rechtlich für mich wahrscheinlich nicht so gut geendet wäre. Zum Glück lasse ich Verträge und Co. immer doppelt checken.

2018 das Jahr an dem ich den Hass verlernte, 2019 lernte ich zu lieben 

Mich selbst zu akzeptieren. Mit all den Macken die ich habe. Alles ein wenig lockerer zu sehen. Fehler nicht als Weltuntergang zu sehen. Dies hat sich vor allem seit der Fahrt im November nach Hamburg geändert.

Ich habe dort einen Tag mit dem Sparkojoten verbracht. Es war extremst lehrreich. Bin aber die ganze Woche in Hamburg geblieben.

In meinem Hostel habe ich später noch jemanden kennen gelernt.
Für sie war es, nachdem sie bemerkt hatte, das ich das mit dem Minimalismus ernst meinte, nur ein One Night Stand.

Dennoch hat es extremst mein Selbstbewusstsein geboostet.

Mein erstes Mal

ohne Depressionen mit einem Mensch innig zu werden ist was ganz anderes. Früher habe ich immer danach angefangen zu weinen. Weil der Kopf Entspannung sah, weil der Kopf meinte unbedingt nochmal alles durchkauen zu müssen.
Wahrscheinlich deshalb hatte ich so eine große Abneigung gegen Sex an sich. Wollte nur Kuscheln.

Wie dem auch sei, seitdem nehme ich die Welt anders war. So eine nachhaltige Bewusstseinsveränderung habe ich mir immer bei harten Drogen vorgestellt. Man nimmt Werbeplakate ganz anders war. Genauso wie seine Mitmenschen. Als ob sich der Kopf komplett neu verknüpft hatte. Oft höre ich auch, dass ich seitdem ganz anders auf Mitmenschen wirke.

Lerne von den richtigen Menschen

Von denen die schon da sind wo du hin möchtest. Klingt ausgelutscht. Hat mich dieses Jahr weitergebracht. Im besonderen sei das Treffen mit dem Autodiktaten hervorgehoben. Jetzt bin ich in der Bringschuld auch umzusetzen. 

Das Leben wird langsam lebenswert 🙂

Was habt ihr dieses Jahr gelernt? 

Nicht Klicken!

9. Dezember 2019

Stick To The Plan

Ich habe einen Leserbrief erhalten .. whoop whoop.

Und zwar von Leser H. .. er hat mich gefragt ob ich mein Google Spread (in welches ich die Werte in meinem Depot eintrage) zur Verfügung stellen würde. Das hab ich ihm dann gesendet und wir hatten einen kurzen Mail Austausch.

Hier ein Zitat aus seiner Mail:

Irgendwie mache ich auch immer was falsch, ich bin schon seit zehn Jahren an der Börse tätig und schaffe es meistens nie mehr so als 5 – 6% Rendite zu erwirtschaften. Das liegt natürlich auch daran, dass ich oft wieder raus und rein bin, gekauft und verkauft.

Leser H. hat dann u.a. ein kostenpflichtiges Tool / Börsenbrief abonniert allerdings war er auch hier eher unzufrieden, da er die Kaufphasen nie erwischt hat. Unterm Strich war das für rausgeschmissenes Geld, da er seine Rendite damit nicht steigern konnte.

So und nun antwortet der Matthias*

*seines Zeichens fehlermachender Vollamateur der sich lieber die Zunge abbeisst als Menschen Aktientipps zu geben.

Lieber H.

ich finde 5-6% Rendite erst mal gar nicht so schlecht. Es bedeutet immerhin, dass du dein Geld vermehrst.

Was ich Dir sagen kann ist folgendes:

  • hab einen Plan und lass dich nicht von Emotionen leiten sondern nur von Fakten
  • ignoriere das Grundrauschen (Foren, Facebook, Aktiengurus, Endzeitapostel)
  • fokussiere dich auf das was es ankommt, die Firma von der du Aktien kaufen willst
  • ignoriere Nebenschauplätze: was ist der richtige Broker?, stimmt meine Assett Allokation?, spare ich auch genug bei den Ordergebühren?
  • kaufe nur Aktien die du eigentlich gar nicht mehr verkaufen willst, selbst wenn sie 300% im Plus stehen
  • verkaufe nur Aktien wenn sich die Fakten, die deiner ursprünglichen Kaufentscheidung zugrunde lagen, maßgeblich ändern
  • kaufe billig, kaufe Firmen mit nem Burggraben, die ordentlich Marge machen, gering verschuldet sind und entweder ein quasi Monopol haben oder immer noch wachsen
  • kaufe Firmen die Produkte herstellen welche Menschen auch kaufen wenn sie sparen müssen, kaufe starke Brands
  • auch wenn alle immer von Buffett, Soros usw. quatschen .. die spielen Champions League und wir Kreisklasse C, wir sind Kaulquappen in nem Meer aus Haifischen, verhalten wir uns dementsprechend
  • hab ein Ziel und hinterfrage alle Entscheidungen ob sie dich deinem Ziel näher bringen

So genug abstraktes Gelaber .. für mich bedeutet das folgendes:

  • alle Aktien die ich habe will ich nie mehr verkaufen
  • ich will eigentlich nur unterbewertete Firmen kaufen, deren Gewinne und Dividenden in den nächsten Jahren weiter steigen
  • ich kaufe keine Rüstungsfirmen, Landminen sind uncool .. fahr nach Kambodscha und schaus dir an
  • ich mache nach wie vor Fehler, wenn ich diese erkenne versuche ich sie zu korrigieren
  • ich kaufe gerne starke Brands
  • wenn ich das Geschäftsmodell nicht in einem Satz erklären kann lass ich die Finger davon
  • wachsende Renditen (oder Dividenden) sind cooler als hohe Dividenden die stagnieren

H. hat mich noch nach „Aktientipps“ gefragt. Ich gebe keine. Ich zeige gerne meine Watchlist der letzten 6 Monate, ohne weitere Begründung:

  • Delta Air Lines
  • KeyCorp
  • Starbucks
  • Altria
  • Invesco
  • Kroger
  • Omnicom
  • Albemarle
  • UnitedHealth
  • Marathon Petroleum
  • Walgreens Boots
  • Wells Fargo
  • WestRock
  • Enbridge
  • Eastman Chemical
  • Iron Mountain

Einige davon sind mittlerweile in meinem Depot oder schon lange drin.

Das war mein Senf .. jeder ist eingeladen seine Meinung kund zu tun.

4. Dezember 2019

Flowers Made Of Stone

Zack und das Jahr ist fast rum .. im Dezember werde ich immer melancholisch (nur um dann im Januar depressiv zu werden).

Wenn alles gut läuft kratze ich dieses Jahr an 16.000 Euro Dividenden Einnahmen netto. Dazu gesellt sich noch ein Depotwert weit nördlich von 500.000 Euro.

Meine Ausgaben 2019 (alles in allem) beliefen sich auf knapp 12.000 Euro.

Dann sind da noch diverse weitere Einnahmen: Job, mein SEO Tool usw. Das alles hat es mir u.a. ermöglicht, dass ich nun 80 Werte in meinem Depot habe. Nur zwei davon bezahlen keine Dividenden oder Zinsen (Adobe, Cytosorbents).

Angelegt habe ich initial (Stand heute) knapp 425.000 Euro. Diese verzinsen sich im Jahr 2019 mit knapp 6% (brutto). Der Fuchs merkt nun das es hier eine kleine Diskrepanz zu meinen erhaltenen Dividenden gibt. Das liegt daran, dass ich 16 Werte erst im laufe des Jahres 2019 gekauft habe und natürlich nicht alle Dividendenzahlungen erhalten habe.

Was bedeutet das nun?

Erst mal nix. Ich gebe meinen Job nicht auf und mach auch sonst so ziemlich alles wie vorher.

Wie lange noch? Mal schauen.

Meinem Chef sage ich immer: Wenn du anfängst mich zu ärgern bin ich hier raus.

Anders ausgedrückt:

Alleine meine Dividenden Einnahmen versetzen mich in die Lage morgen zu kündigen und dann erst mal das zu tun wonach mir ist. Arbeitslos werde ich mich nicht melden.

Wenn ich meine verschiedenen weiteren Einnahmen betrachte, könnte ich jetzt schon mit gemütlichem Polster in Ruhestand gehen.

Und wenn alle Nebeneinnahmen abkacken, würde ich mich auch für 450 Euro in die Tanke stellen und Fluppen und Sprit verkaufen um einen eventuellen Gap auszugleichen.

Ich bin also in der komfortablen Lage, dass ich keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgehen muss.

Und da ich seit fast 20 Jahren von Existenzängsten gejagt werde ist das eine wahnsinnige Erleichterung für mich.

Ich kann das kaum in Worte fassen.

Bleibt zu sagen .. Geld macht nachwievor nicht glücklich (aber das wusstet ihr ja schon). Es macht allerdings weniger unglücklich und nimmt mir einfach den Stress aus dem Kopf etwas zu „müssen“ um meinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

9. November 2019

Fürs Hamsterrad

Ungeplante und doch erreichte Meilensteine im Herbst 2019.

September: 400.000 Euro – Kaufwert
Oktober: 500.000 Euro – Depotwert
November: 100.000 Euro – Wertzuwachs

Nur so als Reminder .. falls es wieder zu ner Weihnachstkorrektur kommt.

Depotwert 2019

Ich war schlecht in der Schule. Nach der Grundschule ging ich auf die Realschule und habe dort den Abschluss mit der Durchschnittsnote 3.0 gemacht .. sieht für Arbeitgeber eher nach fauler Socke oder doofem Individuum aus. Da man sich mit so nem Realschulabschluss gar nicht erst bewerben braucht (90er) bin ich glatt aufs Wirschaftsgymnasium. Dort bin ich in der 11. Klasse erst mal sitzen geblieben. Mathe:5, Physik:5 und auch nichts zum Ausgleichen da.

Die zweite Runde habe ich geschafft und das Abi dann auch mit einem Schnitt von 3.0 gemacht. Konsistenz kann ich. Nach etwa 30 Bewerbungen für ein duales Studium (und 30 Absagen) habe ich einen Ausbildungsplatz als Industriekaufmann ergattert. Gehen wir davon aus, dass der Ausbildungsbetrieb die Stelle dringend noch besetzten musste und ich ehrlich gesagt dankbar war, dass die mich genommen haben.

Dank Abi ging die Ausbildung nur zwei Jahre und ich habe diese auch durchgezogen.

Yay .. ich war nun ein Mensch mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung. Zukunfstaussichten: Sachbearbeiter .. GEIL.

Mein erstes Gehalt waren dann 3700 D-Mark brutto (in 2001) .. etwa 1950 Euro brutto oder 1550 Euro netto. Damit macht man keine großen Sprünge. Ich blieb knapp 10 Jahre bei der Firma und mein letztes Gehalt waren 1950 Euro netto in 2010.

Beweis

2004 betrug mein Depotwert .. mit hohem Bargeld-Anteil 19.500 Euro. Im Jahr 2010 waren daraus 81.000 Euro geworden. Das hätte auch weit mehr sein können aber ich musste mir ja einen fast neuen Mini Cooper für 20.000 Euro kaufen und etwa nochmal 20.000 Euro in Mountainbikes versenken. Auch war ich jedes Jahr zwei mal im Urlaub und da das eher Fernreisen waren … teuer. Sagen wir pro Jahr nochmal 4000 Euro für Reisen. In den 6 Jahren habe ich also 64.000 Euro NICHT gespart.

Ob das doof war oder nicht .. darüber bilde ich mir kein Urteil. Ändern kann ich es sowieso nicht mehr. Die Reisen haben meinen Horizont erweitert (Laos, Kambodscha, Vietnam, Indien, Nepal, Senegal, Gambia, Mali, Oman, Ägypten, Indonesien usw.). Der Mini war ein tolles Auto welches im Unterhalt aber recht teuer war. Und die Mountainbikes .. naja .. ich war halt etwas maßlos.

Irgendwann zwischen 2008 und 2012 hatte ich mir auch das Programmieren beigebracht und angefangen hier eine weitere Einnahmequelle aufzutun. Was man früher nie geglaubt hatte .. also ich .. mit meinem nicht vorhandenen Mathe Kenntnissen .. werde ein guter Software Entwickler .. war eingetreten. Und als Softwareentwickler lässt sich halt auch weit mehr verdienen, als als einfacher Sachbearbeiter.

Während ich früher viele CDs und DVDs besaß und gekauft habe, außerdem wahrscheinlich zwei mal im Monat bei Amazon irgendwelchen Schrott bestellt habe, passiert das heute nicht mehr. Ich hab keine Abos, keine CDs/DVDs mehr, keinen Fernseher und auch sonst fällt mir nichts ein was ich kaufen könnte.

Ich kann mich an Shopping Trips in die City erinnern wo ich an einem Samstag 500 Euro in Klamotten versenkt habe. Sport-Scheck Bestellungen .. dort ein Gadget .. hier ein Möbel usw. Ich hatte ne ganze Ralph Lauren Kollektion im Schrank hängen .. heute sind das Putzlappen.

Ich brauchte das alles nicht wirklich ..

Heute kaufe ich Ersatz, wenn etwas kaputt ist und damit hat es sich .. Lustkäufe gibt es schon viele Jahre nicht mehr. Meine Bikes sind Jobbikes .. also 1% Regelung wie beim Auto nur das ich sie danach auch behalten kann.

2014 betrug mein Depotwert 173.000 Euro. Ich hatte billigere Autos gekauft, etwas weniger Reisen gemacht und meine Bikes auch mal länger als 1-2 Jahre gefahren. Das Gehalt war gestiegen und meine Investmentstrategie (die vor 2010 eher chaotisch war) wurde zu einer soliden Strategie (aus meiner Sicht).

Wenn es 2019 keine Korrektur mehr gibt werde ich das Jahr mit über 500.000 Euro Depotwert beenden.

TL;DR?

Auch ein mittelschlaues Konsumopfer mit semi-geilem Job kann das hinbekommen .. vor allem wenn ich das geschafft hab.

17. Oktober 2019

Comdirect First

Seit kurzem bin ich Comdirect First Kunde .. das wird man wenn man eine der folgenden Kriterien erfüllt: > 125 Trades im Halbjahr, 10k Gehaltseingang pro Monat oder 500k Vermögen bei Comdirect.

Nett .. jetzt bin ich auch mal in nem Club ..

Nur irgendwie brauch ich nix davon.

Mein Depot ist schon seit Jahren kostenlos. Angerufen hab ich dort noch nie. So eine Session Time Einstellung brauche ich offensichtlich auch nicht (hab sie bisher nicht vermisst) und ich werde einen Teufel tun und irgend ne Veranstaltung besuchen (wo mir wahrscheinlich nur was verkauft werden soll).

Einen Kasten Bier pro Woche würde ich aber nehmen .. @Comdirect

1. Tanken

Ist teuer, ich weiß, darum habe ich mir nen Gummischlauch und nen Kanister besorgt. Stelle mir dann den Wecker auf drei Uhr morgens und ziehe los um Tankdeckel zu knacken. Ein großer Schraubenzieher* reicht hier meist. Bonus: Du sparst dir das Zähne putzen, da der Sprit den Mundraum gut desinfiziert und alle Keime tötet. Nicht ganz legal aber ich mopse immer nur wenige Liter pro Fahrzeug .. das ist okay.

2. Klopapier

Max. ein Blatt. Bei optimaler Flächeneinteilung des Papiers reicht das fast zweimal. Wenn du dir den Po rasierst brauchst du ebenfalls weniger weil es nicht so schmiert. Außerdem sammle ich Blätter von Bäumen. Die sind fast genau so gut. Wegen der Form empfehle ich Ahorn. Bonus: Während des Sammelns der Blätter sein Geschäft gleich draußen verrichten, das spart zusätzlich Wasser.

3. Fleisch

Das Lidl Fleisch ist viel zu teuer. Darum füttere ich Katzen, Igel und Mäuse an. Vor meinem Haus stehen immer ein paar Näpfe mit Fleischabfällen. Die süßen Tierchen lieben das. Je nach Bedarf und Hunger fange ich ein paar mit Lebendfallen und hau sie mir dann in die Pfanne. Bonus: Gutes Gewissen da ich die Viecher ja selbst erlegt habe.

4. Klamotten

Überall stehen diese Kleidercontainer wo man dicke Winterjacken an Südkongolesen spenden kann. Die Einwurföffnungen kann man einfach mit einer langen und stabilen Holzlatte (von der Baustelle nebenan) blockieren. Die Spender sind meist zu faul die Klamotten wieder mitzunehmen und stapeln die Tüten neben den Containern. Und zack habe ich eine gute Auswahl für meine Garderobe. Bonus: Warten bis der Nachbar mit dem Q7 da war und die Markenklamotten aus letzten Jahr abstauben.

5. Geld verdienen

Ist dir schon mal aufgefallen, das du zwei Nieren hast? Du brauchst aber nur eine. Ganz schön doof vom Körper. Wichtig ist, dass du die Niere nicht schon an einen mittellosen Verwandten gespendet hast. In Ägypten gibt es einen florierenden Markt wo du ganz schnell deine überflüssige Niere an nen morbid-adipösen reichen Amerikaner verkaufen kannst. So lassen sich schnell ein paar tausend Euro machen. Bonus: Du hast übrigens auch zwei Augen, was soll das?

6. Essen gehen

Zugegeben, wäre nicht nötig da ich gern Katze esse. Aber ab und zu zwingt mich die soziale Pflicht. Wichtig ist hier die Vorbereitung. In den Tagen vor dem Restaurantbesuch sammle ich alle Fußnägel, Nasen Popel und Haare die ich finden kann und packe sie sorgfältig in eine Dose, die ich ins Restaurant mitnehme. Wenn ich die Mahlzeit zu 95% beendet habe streue ich meine Mitbringsel aufs Essen und rufe empört die Bedienung. Ich raste regelrecht aus, und drohe dem Etablissement mit dem WKD. Rechnung? Nicht mit mir! Bonus: Wenn du Vergiftungssymptome simulieren kannst (Schaum vorm Mund) lässt sich damit sogar noch Geld verdienen.

7. Zigaretten

Ja .. ich weiß ein unnötiges Laster. Aber für alle Raucher habe ich den ultimativen Geheimtip: Aschenbecher. Einmal in der Woche mache ich mich auf zum Hauptbahnhof und sammle aus den Aschenbechern und vom Gleis nicht fertig gerauchten Kippen, aus denen ich dann den Tabak rausfriemle. Da kommt ganz schön was zusammen und ich spare jede menge Geld. Am Besten ist aber das ich dem Staat keine Tabaksteuer bezahle. Bonus: Als Papers eignen sich Zeitungen ganz hervorragend.

8. Körperpflege

Vermeidet teure Lotionen, Shampoos und Parfums. Bartpflege ist was für Hipster. Spüli reicht vollkommen aus. Sehr sauber macht das von Aldi*. Hier reicht schon ein kleiner Tropfen bei meiner zweiwöchentlichen Dusche und ich komme mit einer Packung ca. 9 Jahre+ hin.
Bonus: Wenn man nach dem duschen die Unterhose auf links dreht ist diese quasi frisch und man kann zwei weitere Wochen darin verbringen.

9. Urlaub

Günstig in den Urlaub kommt man nur mit der Bahn. Absoluter Insider: Güterzüge halten oft an bestimmten Stellen um schnelleren Personenzügen den Vortritt zu lassen. Ich habe mittlerweile eine europaweite Karte, wo sich die größten Rangierbahnhöfe befinden. Dort suche ich mir dann einen offenen Schüttgutwagen und klettere hinein. Ich wurde dort wirklich noch nie nach einer Fahrkarte gefragt. Bonus: Vorher wissen in welche Himmelsrichtung der Zug fährt und schon kann es los gehen.

10. Ultimativer Millionärstip

Den ultimativen Millionärstip, also wie du wirklich und echt ganz, ganz schnell reich wirst ist MLM. Sagt dir nix? Das bedeutet Multi Level Marketing und die Essenz ist, dass du ahnungslosen Leuten, überteuerten Mist andrehst, den sie nicht brauchen um dir selbst deine Taschen vollzustopfen. Bonus: Wenn du das bei Leuten machst die du nicht magst, siehst du die nie wieder.

*keine Affiliate Links

10. Oktober 2019

Dividenden vs. Kursgewinne

Auf einigen Blogs und in diversen Kommentarspalten ließt man ab und zu, dass die Dividendenstrategie mehr oder weniger Selbstbetrug ist. Die Firmen die Dividenden zahlen fehlt das Geld, sie können weniger investieren. Kurse steigen weniger, da weniger „Mehrwert“ erzeugt wird. Dividenden müssen versteuert werden, Kursgewinne usw. nur wenn die Aktien verkauft werden.

Manche Menschen argumentieren, dass viele Firmen ihre Dividendenausschüttungen teilweise aus der Substanz bezahlen und ich mehr oder weniger meine Ausschüttungen durch sinkende Kurse selbst bezahle ..

Und so weiter …

Kann sein, kann auch nicht sein.

Es gibt Firmen, die keine Dividenden zahlen deren Kurs fällt.
Es gibt Firmen, die Dividenden zahlen deren Kurs steigt.

Und ebenso auch andersrum.

Kursgewinne bzw. Kursverluste sind nicht planbar.
Dividenden bis zu einem gewissen Maße schon. (Aristokraten)

Kursgewinne sind Buchwerte.
Dividenden sind Bargeld.

Ein Tenbagger kann morgen massiv abschmieren und meine schönen Buchgewinne vernichten .. Beispiele gibt es genug (Solar, GT Advanced usw.)
Die gezahlte Dividende kann mir keiner mehr wegnehmen.

Ich kann aus dem Cashflow der Dividenden mir selbst eine Art Rente bezahlen und muss keine Aktien verkaufen.

Ich muss mir nur darum Gedanken machen ob die Firma nachhaltig wirtschaftet und nicht an die Substanz geht und eben nicht wann vielleicht der beste Verkaufszeitpunkt nach einer Kursrally ist.

Heutige Dividenden sind für mich der Spatz in der Hand.
Zukünftige Kursgewinne die Taube auf dem Dach.