getmad serenity

Die letzten Monate an den Aktienmärkten waren volatil.
Hier der Chart des S&P 500 aus den letzen 6 Monaten:

In Zahlen ausgedrückt bedeutete das für mein Depot: Schwankungen von etwa 35.000 Euro zwischen Anfang Oktober und heute.

Im Gegensatz zu anderen hat mich das kalt gelassen. Ich bin stiller Mitleser in einigen Facebook Gruppen und auch dort waren einige Menschen eher unentspannt. Ein Freund beschwor an einem Tag den totalen Crash und das Ende während er 3 Tage später zum All-In aufgerufen hat. Ich habe nicht mal in mein Depot geschaut.

Nervös war ich zu keiner Zeit und Tagesentwicklungen an den Märkten beobachte ich seit Jahren nicht mehr.

Im Gegenteil ich habe brav nachgekauft und in den letzen 2 Monaten für 15.000 Euro Aktien ins Depot geschaufelt.

War das der richtige Zeitpunkt?

Keine Ahnung .. ist mir auch egal.
Ich hätte auch gekauft wenn die Märkte gecrasht wären und auch wenn die Märkte neue Höchststände erreicht hätten.

Warum?

Ich rechne mit einer durchschnittlichen Dividendenrendite von 5% in meinem Depot. Wenn ich also für 15.000 Euro Aktien kaufe steigert das meine Dividendeneinnahmen um 750 Euro im Jahr. Lege ich diese 15.000 Euro nicht an verdienen sie nix. Das fände ich dann beunruhigend.

Ja .. aber was ist mit den Kursen?

Was soll damit sein? Die schwanken halt. Das tun sie immer. Der größte Flop im Depot ist L Brands, da stehe ich heute mit 36% im Minus. Zahlen trotzdem Dividende. Der Star ist heute Oneok, da sind wir 150% im Plus. Und die zahlen auch Dividende. Verkaufen werde ich beide nicht.

Denn ich finde beide Unternehmen gut.

Gut bedeutet: Sie erfüllen meine Voraussetzungen für ein Investment. Warum sollte ich eine Aktie verkaufen oder kaufen nur weil die Märkte etwas tun das ich nicht wirklich durchschauen kann. Ich kaufe ja keine Märkte sondern investiere in Unternehmen.

Die ETF Fraktion sagt dazu: Stockpicking

Und einige halten es nicht gerade für schlau .. weil ich nachweislich den Markt nicht schlagen kann (bzw. die Chancen dazu gering sind) .. aja ETFs habe ich auch.

Dazu kann ich dann nur anmerken:

Ich bin nie angetreten um den Markt zu schlagen.
Mir reicht mein kleiner Cashflow.

Trotzdem:
Die gewichtete Performance meines Depots im Jahr 2018 lag bei knapp über 6% (ohne Dividenden), die des S&P 500 bei 4,25% und ich habe noch 13.000 Netto Dividenden kassiert. Haue ich die Dividenden oben drauf liege ich bei über 10%.

Das Depot in den roten oder den schwarzen Zahlen?

Scheißegal.

Ich will in unterbewertete Firmen investieren die nachweislich und Stand heute ihre Dividenden regelmäßig steigern, die ein solides Geschäftsmodell haben und Geld verdienen. Und im Idealfall will ich keine meiner Aktien je wieder verkaufen. Wieso sollte ich auch? Sofern sich die oben genannten Voraussetzungen nicht verändern wäre das maximal doof.

Und wenn die nun keine Dividenden mehr bezahlen?

Fliegen sie aus dem Depot. Egal wie der Kurs ist.

Ich halte Aktien von knapp 70 Firmen. Keine davon hat mehr als 2% Depotanteil (gemessen auf den Kaufwert). Da es höchst unwahrscheinlich ist, dass alle davon morgen den Laden dicht machen kann ich mit dem „Einzelrisiko“ leben.

Regelmäßiger und realisierter Cashflow schlägt für mich persönlich jeden theoretischen Kursgewinn.

Vor allem .. ich hab jetzt schon keine Idee wann der beste Kaufzeitpunkt ist .. woher sollte ich dann zum Geier wissen wann ich am besten verkaufe?

Und der Vorteil?

  • Kohle: angelegt
  • Dividenden: Girokonto
  • Kursschwankungen: war was?
  • Schlaf: gut
  • Bedürfnis etwas „tun“ zu müssen: ZERO
13. November 2018

All Our Sins

Wenn jetzt sogar der Finanzwesir anfängt Tim Schäfer Geschichten zu veröffentlichen kann ich ja nicht hinterm Zaun halten.

Matthias, wer bist Du?

Mein Name ist M. Ich wohne auf dem Dorf in der Nähe einer Großstadt in Baden-Württemberg. Ich werde in 1,5 Jahren 42 und bin unglücklicherweise auch kein Akademiker mit Niveau. Die Schule machte mir leider nie Spaß und dementsprechend lagen meine Leistungen im hinteren Mittelfeld. Nach der Grundschule entschied sich meine Mutter, mich auf die Realschule zu schicken und ich hatte dort ab und zu meine Mühen. Die mittlere Reife schloss ich mit exakt 3,0 ab und weil man damit beim bewerben eher im Papiermüll landet habe ich weiter die Schulbank gedrückt.

Die glorreiche Idee auf Wirtschaftsgymnasium zu gehen habe ich sofort bereut. In der 11. Klasse bin ich mit ner 5 in Mathe und Physik spontan mal sitzen geblieben. Dann habe ich mich wohl etwa zusammen gerissen und das Abi mit 2,9 bestanden. Es folgten 13 Monate Zivildienst (Fremde Popos putzen ist schlimmer als es sich anhört) während dieser Zeit habe ich mich dann auf diverse Ausbildungsplätze beworben. 25 Bewerbungen für ein Duales Studium an der Berufsakademie wurden mit 25 Absagen quittiert. Was blieb mir übrig? Studieren oder eine andere Ausbildung. Das Studium wäre wohl in die Hose gegangen und darum habe ich mich dann auf Ausbildungsplätze als Industriekaufmann beworben. Da habe ich dann nur 4 Absagen bekommen und letztendlich auch eine Zusage. Dank Abi konnte ich die Ausbildung in zwei Jahren machen und dank Wirtschaftsgymnasium (und dem zweimaligen Besuch der 11. Klasse) konnte ich den Stoff mehr oder weniger schon vorher auswendig. Folglich war ich selten in der Berufsschule und habe die Ausbildung trotzdem bestanden.

Man bot mir eine Stelle im Versand, im Controlling und im Vertrieb an. Aber ganz ehrlich .. machen wollte ich keine davon. Da ich Ende der 90er schon Websites bauen konnte bin ich ins Marketing spaziert, habe denen erklärt das die Firmenwebsite nicht so cool ist und ich das ab jetzt besser mache.

Die haben sich drauf eingelassen, mich mit New Media Specialist betitelt und mir soviel bezahlt das 1100 Euro netto auf dem Girokonto ankamen. Im Jahr 2005 waren es dann schon 1400 Euro. So ganz doof kann ich mich nicht angestellt haben.

Der Job nannte sich irgendwann Webmaster, dann Webentwickler, dann Frontend Entwickler usw. den ganzen Kruscht habe ich mir selbst beigebracht. Also ich hatte nie eine Ausbildung im entwickeln von Software, habe keine Uni von innen gesehen (außer zum pinkeln) und aus Büchern lerne ich auch nicht sonderlich viel. Ich setz mich vor den Rechner und fange einfach an. Dabei mache ich Fehler und Fortschritte und werde besser.

Im Jahr 2010 nach über 10 Jahren bei der ersten Firma bin ich zu 1&1 gewechselt und habe fortan dort die Webshops als Frontend Entwickler gebaut. Das Gehalt lag da bei 1800 Euro/netto. Schwups wurde ich Senior, dann Architekt und zum Schluss Head Of .. mein Team hat die ganzen Websites gebaut wenn sich jemand Hosting Produkte bestellt hat. Lernkurve war heftig. Als ich 2014 gegangen bin lag ich bei 2400 Euro netto und hatte angefangen mir mit SEORCH einen Nebenerwerb aufzubauen.

Heute arbeite ich als Head Of im Bereich SEO. Das Geld kann ich sowieso nicht ausgeben und SEORCH verdient nochmal so viel. Dazu noch die Dividenden. In manchen Monaten kann ich 5000 Euro sparen.

Schon von Geburt an ein Sparer oder ein Saulus, der erst zum Paulus werden musste?

Als Schüler und Zivi wäre ich eigentlich dauernd pleite gewesen .. wäre da nicht Oma als Sponsor aufgetreten. Für das Rasenmähen gabs nen Fuffi, Blumentöpfe durchs Haus schleifen 30 Euro, Holz hacken lag bei nem Hunni. Oma hatte außerdem immer was zu tun.
Girokonto gabs mit 16 .. eins das man nicht überziehen kann .. und so halte ich es auch heute. Meine Girokonten verfügen nicht über einen Dispo. Mit Aktien kam ich auch Ende der 90er in Berührung, das Wirtschaftsgymnasium hat da mehr oder weniger das Interesse geweckt.

Deine Assets und warum? Irgendwelche Fehlkäufe?

Dutzende Fehlkäufe über die letzten 20 Jahre, griechische Staatsanleihen, Nokia bevor es den Bach runter ging, dubiose chinesische Dotcom Titel und Fonds die sich heute noch nicht erholt haben (nordasia.com). Ich sage immer ich habe sicher 100.000 Euro verzockt und durch Dusel auch 100.000 Euro gewonnen. Unterm Strich lief das auf ne schwarze Null raus.

Heute und seit mehr als 10 Jahren: Knapp 70 ETFs und Aktien mit langweiligem Business und Dividendenwachstum. Ich fahre also keine reine Dividendenstrategie sondern achte drauf das die Dividenden (hoffentlich) regelmäßig erhöht werden. Sonst interessiert mich das Papier nicht. Und ich versuche „undervalued“ zu kaufen. Das war es auch schon. Zwei mal im Jahr checke ich das durch. Im Idealfall will ich keine Aktie wieder verkaufen.

Excelfetischist oder eher „Basst scho“?

Ich habe kein Excel auf meinem Rechner installiert. Amen.

Ausblick: Wie siehst Du Deine Zukunft. Wo möchtest Du hin?

1500 Euro netto Dividenden / Monat sind das Ziel. Solange mich mein Chef nicht nervt arbeite ich auch weiter .. weil der Job Spass macht. Das Ziel habe ich in 2-3 Jahren erreicht. Sollte ich entlassen werden müsste ich heute schon nicht mehr arbeiten (dank der Einnahmen durch mein Nebengewerbe). Und sonst? Mal schauen .. there is no Masterplan.

Vorab:

Nein das wird nichts Pascals Blog .. aber ich bin gerade ziemlich beschäftigt mit der Visualisierung von Websites sprich ich programmiere gerade lieber als zu schreiben. Das Resultat könnt ihr euch hier anschauen: SEO Visual Crawl

Solange lasse ich Pascal die Bühne .. aber keine Angst ich schreibe bald wieder was.

Hier geht es los:

Nachdem ich das letzte mal versucht habe, mehr oder weniger erfolgreich binnen 90 Tagen erfolgreich bei dem anderen Geschlecht zu werden, gehen wir jetzt meine persönlichen Zeitfresser an. Die ersten 7 Tage habe ich gemessen um Durchschnittswerte zu generieren, diese zählen nicht zu den 90 Tagen. Alle 30 Tage wird verglichen was sich geändert hatte. Der Messzeitraum ist jeweils vom 10. bis zum 10. nächsten Monats.

Ich messe mit verschiedenen Apps und Chrome Extensions die Zeit die ich verschwe… ähm investiere.

Ich benutze dabei folgende Software:

Desktop:
Webtime Tracker
TimeourWeb

Handy:
Stayfree -> Zeiterfassung (Erstellt Tbl leider nur für die letzte Woche)
App Usage -> lieferte leider falsche Werte
Forest -> Arbeitszeiterfassung (stelle ich evtl. noch mal gesondert vor)

Messfehler bei der Software

Inaktivitätsfalle
Ich habe mich zu Anfang über die riesigen Zahlen in der AppUsage und in den Webtrackern gewundert. Die Apps zählen auch inaktive Zeit mit. Sprich ich höre via YouTube Musik, ein Mitbewohner möchte etwas von mir oder ich schlafe vor dem PC ein, so läuft die gemessene Zeit trotzdem weiter.

Um diesen Fehler vorzubeugen, habe ich die Deaktivierung bei Inaktivität bei den Chrome Extensions auf 25 min gestellt. Bei der mobilen Erfassung bin ich noch nicht ganz zufrieden. Falls ihr Vorschläge habt, immer her damit.

Doppelte Prozesse
Wenn ich mir einen Twitch Stream anschaue, habe ich den Chat auf dem Handy und den Stream auf dem PC laufen. So wird die Zeit doppelt gewertet. Desweiteren benutze ich YouTube auf dem Handy, bis auf den morgentlichen CmC Markets Finanzpornkonsum, zum Musik hören.

Somit fällt der ausgewiesene Konsum in diesen Fällen höher aus als er wirklich ist.

Von diesen 3h YouTube verschwindet die Zeit z.B. bei Morpheus Tutorials, 3Blue1Brown, TheSimpleMaths, MathebeiDanielJung, KanzleiWBS, EvergreenMedia Ar, welches wünschenswert ist, weil diese Kanäle weiterbilden.
Viel zeit geht aber auch bei LPs wie “Flabiki – Cities Skylines Serie”, Dhalucards TTT oder RageofEmpires drauf. Ich schätze das Zeitverhältnis zugunsten der LPs ein.

Flabiki + Biffa 30 min täglich
Dhalucard alle 2-3 Tage 30 min
Rage of Empires 2h Freitags
T90 Community Stream (Do oder Fr / viel zu lange)
DalydoeseofInternet (ca. 3:17min alle 3 Tage)

CmC Markets ca. 5 min täglich (Bin da zwar kein Kunde, finde die Analysen dennoch gut)
Deutsche Bank Maxblue ca. 5 min 1x Woche (Robert Halvers analyse und seine Anekdoten finde ich top)
Horst Lüning (viel zu viel)

Wobei ich dieses Wochenende RoE nur kurz geskippt hatte und der Community Stream ausgefallen ist. Also die zahlen wären eigentlich noch extremer. Was ich doch irgendwie erschreckend finde. 3h 36min und einen Tag war ich in dieser Woche nicht zuhause.

– Halten wir fest, ich bin ein Internetjunkie. –

Bei der Fernuni macht es Sinn, dass sie soweit unten ist, ich habe die meisten Sachen ausgedruckt, bzw. die Vorlesungen als Mp4 vorliegen. Von da aus brauche ich die Website nur zur Übermittlung der Lösungen.

Auch heftig fand ich die mobile Nutzung, im Durchschnitt etwas mehr als 2 ½ h pro Tag.Mein Handy benutze ich gefühlt ausschließlich um zu lesen zu arbeiten oder zu kommunizieren. Wie schnell sich 30 sec zu einer Stunde läppern können hätte ich auch nicht gedacht. Zumal bei mir mein Telefon wirklich fast immer unbenutzt, lautlos im Ultra-Energiesparmodus an der Seite liegt.

Ultra-Energiesparmodus (Handy):
Beim UE Modus werden bis auf 6 ausgewählte Apps pausiert:

1. Uhr (Wecker)
2. Notizen
3. Musik
4. DB Navigator
5+6. Zwei Wissenschaftliche Taschenrechner (Einer wird noch durch die Forestapp ausgetauscht)

Ziele

– Ein Gefühl für die Zeitnutzung zu bekommen (ersten 30 Tage)
– Sich selbst besser verstehen. (Warum mache ich was? Wie korreliert was?)
– Die Zeitnutzung in (NPA) Net Worth produzierende Aktivitäten switchen

Erste Erkenntnisse

Sport und Internet Konsum korrelieren bei mir negativ. An den Tagen an denen ich Sport mache, habe ich danach wenig lust aufs surfen. Auch benutze ich das Internet gerne als eine Art Vorwand vor mir selbst “Ach ich schaue das doch noch mal an bevor ich xyz mache” nur weil man a) Keine Lust auf xyz hat oder viel öfters b) Angst hat zu versagen oder Kritisiert zu werden.
Wirklich. Das geht in mir ganz oft ab, wenn ich zuhause, alleine lerne. Das ich trotzdem Angst habe angeschrien zu werden.

Ich fahre mich selbst oft noch auf Verschleiß. Den Tag sollte ich mit Sport beginnen, mir und meinen Körper was geben und dann erst lernen, so wie früher. Sonst blockiere ich mich immer nur selbst. Bleibe dann vor dem PC hängen. Fühle mich schlapp, schaffe wenig und bin bedingt gut gelaunt.

Funfact: Ich bemerke schon so eine Verhaltensveränderung. Platz 9 u. 10 sind jeweils zwei Erwachsenen Seiten, die ich nur an einem Tag besucht hatte. Es macht einen doch schon irgendwie kirre, wenn man weiß: “Ey du veröffentlichst die Daten willst du dann wirklich so viel Porn sehen”. Und diese tickende Uhr in der Ecke erst recht.

P.S. Da die Tage/Messzeiträume teilweise auseinanderfallen habe ich nur den Screenshot von Webtimetracker veröffentlicht.

In diesem Sinne,
Stay awesome.

Euer Pascal

Die 90 Tage sind rum. 117 wenn man die Verletzungszeit hinzu nimmt.

Was ist mein Fazit, was habe ich gelernt?

Die Blöcke:

Ich habe die Challenge für mich selbst in 30 Tagen Blöcken aufgeteilt. Die ersten 30 Tage habe ich es mit der Haudrauf-Methode versucht, direkt anzusprechen und bin gehörig daran gescheitert.

Tag 30 – 60 habe ich versucht neue Menschen nebenbei kennen zu lernen. Im Zug jemanden ansprechen, während des Wanderns. Hat bis jetzt am besten geklappt.

Tag 60 – 90 haben sich erste kleine Erfolge eingestellt. Eine Dame die ich schon abgeschrieben hatte, ist auf mich zugekommen und wollte mit mir Feiern gehen 🙂

Hey Pascal, jetzt mal Butter bei die Fische! Wie hoch war deine Trefferquote?

0. Ich habe diesbezüglich versagt. Zwar konnte ich mir ein paar (wahrscheinlich Mitleids-) Nummern sichern. Eine davon hat sich als Dramaqueen, wie sie im Buche steht herausgestellt, diese Nummer wurde dann von mir gelöscht. Viele haben sich nie mehr gemeldet. Alles im allen sehr frustrierend.

Vor allem wenn man die Ergebnisse hier auf dem Blog veröffentlicht, dementsprechend Gas gibt und ständig „einen in die Fresse“ bekommt. Tag 57 war mein persönlicher Tiefpunkt.

Innerlich hatte ich langsam die Erwartungshaltung entwickelt: „Die wollen doch eh nichts gutes. Wenn überhaupt lächeln Sie dich an, lotzen dich später ins nirgendwo nur um dann nicht zu erscheinen“ HALT STOP!

Ich hatte mir ein paar Tage Pause zum reflektieren genommen. Früher hatte das ja auch geklappt. Der einzige Faktor der sich geändert hatte war ich und nicht die Frauen.

Was ich gelernt habe

Gegenüber meiner Herzensdame war ich wie ein Bettler. Ich habe früher in diesen Liebesfilmen, wo der Mann der Frau immer hinterherrennt gedacht: „Wasn fürn Opfer“. Zu so einem Typen bin ich selbst geworden. Als mir das während der Challenge aufgefallen ist, hab ich die Nummer gelöscht. Ihrer Freundin bescheid gesagt, warum ich das gemacht habe. Beste Entscheidung ever. Es ist wie der Arbeitsrausch. In der Situation bemerkt man dieses Verhalten gar nicht.

Die ersten 60 Tage habe ich ein Tagebuch geschrieben, dabei ist mir aufgefallen, dass ich doch verdammt viel mache und diese Divergenz riesig ist. Zwischen, wie ich mich wahrnehme. Was ich denke, was ich gemacht habe und was ich wirklich gemacht habe.

Rund um den 60ten Tag bin ich auf einen Youtube Kanal gestoßen. Defender Around Europe. Ein Pärchen, beide sehr jung nutzen ein freies Jahr und entdecken mit ihren Defender ganz Europa. Ich seh mir ein Video an und bemerke dabei erst so richtig wie negativ ich eigentlich alles gesehen habe, wie beschränkt meine Weltsicht war, wie abwechslungsreiche unser Kontinent ist und wie wenig ich allgemein gelächelt habe. Ohne Witz, dieser Kanal hat echt in mir was verändert. Zum Positiven.

Defender Around Europe anschauen

Angst ≠ Risiko

Angst und Risiko sind zwei verschiedene Sachen. Ich gehe zwar immer noch nicht gerne in die Disco. Dennoch bin ich mir bewusst, dass meine Abneigung einfach so in die Innenstadt zu gehen und dort einen drüber geknüppelt zu bekommen einfach nur eine Angst ist. In Bremen damals war es reales Risiko. Jetzt ist es maximal eine Angst.
Agoraphobie heißt der Mist. Ich habe mich belesen. Das einzige was helfen soll ist konfrontation mit der Angst. Mit anderen Worten ich bin auf einem Guten weg 🙂

Veränderungen

Zum Beginn der Challenge jemand mir gesagt, Pascal das wird die schwierigste Challenge, die alles in deinem Leben verändert.

Schwierig ja. Verdammt nochmal ja!

Die Veränderung sind auch nicht zu übersehen. Körperlich gehts mir super. Morgens wache ich mit Lust auf, war noch nie so anhaltend. Ich sehe mich mittlerweile gerne im Spiegel.

Der Freundeskreis hat sich auch verändert. Natürlich sind da immer noch sehr viele Unternehmer vertreten, wenige Studenten. Ich hatte zwei Freunde kennen gelernt, beide ungefähr mein Alter, beide verdienen jenseits der 10k pro Monat. Es tut mega gut, einmal die Woche mit denen zu skypen. Weil erfolgreiche Menschen treffen Entscheidungen verdammt schnell und setzen auch schnell um. Das bemerke ich immer wieder.

Auch das aufgeräumte Zimmer ist mittlerweile normalzustand. Letztes Jahr sprach mich mein Mitbewohner an:“Pascal räum doch mal dein Zimmer auf, das sieht aus wie ne Katastrophe“
Ich: „Ich ich weiß es wirklich nicht wieso es so unordentlich ist, normalerweise bin ich doch sehr ordentlich…“. Gelernt habe ich, wenn du dich nicht gut fühlst sabotierst du dich selbst.

An dieser Stelle möchte ich mich nochmals bei Thomas bedanken. Der mich immer wieder zum aufräumen und ausmisten bewegt hatte.

Das geilste aber: ich träume und denke wieder.
„Hä hascht du vorher nicht gedacht, bischt du doof?!?“
Ich meine damit, ich denke frei nach. Vorher hatte ich Blockaden im Kopf, es fühlt sich jetzt viel freier an. Auch kann ich mittlerweile wieder länger über Themen nachdenken ohne dass es schwierig wird, gerade in der IT sollte man das können 😉

Ich bemerke wie sich in mir Disziplin aufbaut, sei es durch Sport, Uni oder das Zimmer. Jeden Tag setze ich mich mindestens 2h hin und lerne für die Uni. Meist mehr.

Fazit:

Ich habe versagt, ja. Aber dennoch gewonnen. Gelernt habe ich mega viel. Nicht umsonst ist das Gegenteil von Erfolg Nichtstun. Beim Reiten lernen gehört auch mal hinfallen dazu.

Es ist als ob diese Challenge einen Dominostein umgeworfen hatte, der einen viel größeren umwirft. Ein Tagebuch werde ich weiterführen, da es mir enorm viel gebracht hat. Auch werde ich mich weiterhin meinen Ängsten stellen. Als nächstes Ziel nehme ich mir vor meine Zeitfresser zu analysieren und zu neutralisieren.

Das Schlusswort überlasse ich Kollja

denn man muss alles in Relation sehen ..

We are fucked (1 week)

One moment .. oh yes .. we are fucked (1 month)

Okay .. mmh .. but looks not nice (6 months)

What .. same pattern in February? (1 year)

Everything seems to be cool?! (5 years)

Did something happen? (20 years)

Schönes Wochenende!

Ich werde derzeit pro Monat einmal geblitzt. Meistens nur so 10 – 20 km/h zu schnell .. aber mein Führerschein war auch schon mal weg. Nach dem alten Punktesystem hätte ich bei Lufthansa nicht mehr als Pilot anfangen können da man hier maximal 5 Punkte haben durfte. Dies hat mich dann auch sehr betrübt. Dankbar bin ich mittlerweile wenn ich auf bundesdeutschen Autobahnen in die Falle tappe, denn hier lässt man mich meine Sünden mit Paypal bezahlen.

Seis drum .. ich bin ein Idiot wenn es um das Thema geht und scheinbar lerne ich es auch nicht mehr. Ein kleines Auto (wie mein Fiat) hilft hier auch nix da man ja mit jeder Schüssel ziemlich schnell mal über 120 Sachen ist. Alles in allem zahle ich pro Jahr ein paar hundert Euro dafür.

Darum hab ich mich gefragt was mich wirklich dazu bringen könnte die vorgegebene Höchstgeschwindigkeit einzuhalten.

Und ich hab das ne geniale Idee.

Wirklich.

Smartphones haben heute ja ziemlich gute Kameras, außerdem leistungsfähige CPUs und zig andere Sachen.

Also warum entwickelt man nicht eine App mit der sich die Geschwindigkeit von vorbeifahrenden Autos messen lässt. Das Nummernschild sollte man auch leicht erkennen können und anhand von GPS Daten weiß man auch welche Straße das war und was dort die erlaube Höchstgeschwindigkeit ist. Man kann das Ganze gern auf Video festhalten (quasi als Beweis).

Diese Messung lädt man dann in einem Portal hoch und der Strafzettel geht dem Verkehrssünder direkt mit Link zum Video zu.

Der Messende erhält pauschal 10% des Bußgeldes und noch einen Bonus wenn es Punkte gibt.

Die App könnte auch gleich kalkulieren wie viele Einnahmen man pro Tag macht.

Ich sehe hier nur Vorteile:

  • Kosten für stationäre Blitzer können komplett gespart werden
  • Kosten für mobile Blitzer ebenfalls
  • jeder Bürger kann sich so ein Zubrot verdienen
  • keine Sau fährt mehr zu schnell
  • alle haben Spaß

Die nächsten 30 Tage sind rum. Mit etwas Verspätung melde ich mich zurück.

“Du musst, du musst funktionieren”

Ich habe früher immer versucht, das maximale aus mir heraus zu holen. Pascal, du musst es schaffen, der Welt beweisen.
So begann mein Tag meist mit joggen und dabei Videos wie Sonix Fx oder The Mind. Irgendwann habe ich das entspannen vergessen, nur noch versucht krampfhaft Leistung zu erzielen. Selbiges bei der 90 Tages Challenge. “DU MUSST PASCAL!” mit mäßigem Erfolg.

Der Erdrutsch in mir

wurde durch ein Gespräch mit der besten Freundin von meiner Herzensdame ausgelöst. Sie fand es komisch, das sie mir was vorgegaukelt hätte. Natürlich bin ich mir bewusst, dass die gute Dame ihr ansehen schützen wollte – nee mit dem hab ich nichts gemacht – aber es hat mich gefühlsmäßig befreit. Ich hatte danach nicht mehr dieses Gefühl, dass ich jemanden ansprechen muss obwohl meine Gefühle ganz woanders lagen.

Danach bin ich losgezogen quer durch das Bundesland und habe Sachen gemacht, die schon viel zu lange aufgeschoben worden sind. Dabei haben ich immer wieder Menschen kennen gelernt und Nummern eingesammelt.

Insgesamt 4 Stück.
Ein Mädchen das ich für total durchgeknallt halte.
Ein Mädchen hat mir nie mehr geantwortet.
Bei der anderen ist es irgendwie verlaufen.

Heute erst habe ich wieder eine Nummer bekommen. Ein Mädchen wurde von einem Typen mit Pistazien abgeworfen. Ich dachte mir nur oh man was fürn Assi. Sie war am Musik hören, er wollte nur eine Kippe von ihr. Ich hab sie im nachhinein auf dem Typen darauf angesprochen. War äußerst amüsant. So macht warten Spaß 😀

Ich wäre gerne mehr unterwegs gewesen, war leider 2×7 Tage aufgrund von Trainingsverletzungen verhindert.

Zwinge dich nicht habe Spaß, sei locker

Das ist die Devise. Hab Spaß am Leben, dann klappt fast alles von alleine, das habe ich gelernt. Ich setze mich selbst schnell unter Druck, diese Challenge hat mir dabei geholfen dies zu erkennen. Zwanghafter Erfolg währt nicht lange.

Alles im allem merke ich, überall Fortschritte, in der Uni, gesundheitlich geht es mir, bis auf die Zerrungen vom Training bestens, und auch bei dem Dating Thema sehe ich große Fortschritte 🙂

In diesem Sinne,
Stay awesome

Euer,
Pascal

Ps. Ich habe noch einen Super Date Tipp von Garnixoderguru bekommen. Ich werde wenn sich die Gelegenheit ergibt es mal ausprobieren 🙂

18. September 2018

Mit freundlichen Grüßen

Ich bin ein zynisches, boshaftes Arschloch. Zugegeben in der Kombination habe ich das noch nicht gehört aber in Einzelauszügen. Getroffen hat mich das auch nur selektiv. Kommt immer drauf an wer es wann in welchem Kontext sagt. Als Diplomat würde ich wahrscheinlich den dritten Weltkrieg auslösen .. naja vielleicht.

Allerdings habe ich aufgehört Menschen von irgendwas überzeugen zu wollen. In meiner Jugend hat dieser abgelegte Charakterzug manchmal zu harten Diskussionen geführt bei denen alle Kombattanten am Ende ziemlich angepisst waren und wochenlang nicht mehr miteinander gesprochen haben. Es bringt auch nichts. Aggressive Argumentation führt beim Gegenüber fast immer zu einer vollkommenen Abwehrhaltung. Mögen meine Argumente noch so richtig und gut sein, sie werden als Angriff gewertet und auf den Angriff folgt einfach nur Abwehr und Verteidigung.

Heute lobe ich nur noch.

Das führt auf beiden Seiten zu einem wohlig warmen Gefühl in der Magengrube und man hat sich weiterhin lieb. Zwar ein Widerspruch aber Harmonie hat doch auch was. Was ich meine und was der Gelobte versteht sind dann aber irgendwie doch immer zwei paar Stiefel. Hat den Vorteil das ich meinen Zynismus pflegen kann ohne Menschen an den Karren zu fahren.

Beispiele?

Nachbar kauft nen 60k Audi SUV auf Pump

  • Matthias sagt: Prima, ein super tolles Auto, das passt zu dir und 300 PS sind wirklich nicht zu verachten außerdem stehen die Mädels drauf.
  • Matthias meint: Ist dein Schniepel echt so klein? Hey aber cool das du damit die Wirtschaft ankurbelst!

Bekannter bucht zwei Wochen Kreuzfahrt auf der Aida

  • Matthias sagt: Coole Sache, da siehst du sicher viel und das Essen auf dem Schiff soll ja auch wirklich gut sein.
  • Matthias meint: Sich mal zwei Wochen wie ne Legehenne fühlen, kannste machen, wahrscheinlich nimmste 5 kg zu hoffentlich gibts nen Norovirus Ausbruch.

Ehemaliger Schulfreund kauft Haus, kein Eigenkapital

  • Matthias sagt: Beste Zeit um das zu machen, bei den niedrigen Zinsen und wenn man die Inflation berücksichtigst sparst du ja quasi Geld.
  • Matthias meint: In 10 Jahren scheitert deine Ehe, dann wird die Bude zwangsversteigert und du hast Schulden bis ins Grab.

Herr Fridolin spart seine ganze Kohle in Bausparverträge

  • Matthias sagt: Hey das ist supersicher und ein paar Prozentchen gibt es auch auch, klar und wenn du mal renovieren oder bauen willst passt das ja.
  • Matthias meint: Du bist blöd wie Scheiße, kannst die Kohle ja auch gleich verbrennen.

Frau JabbaTheHut baut sich nen echt großen, beheizten Pool in den Garten, also so mit Beton und Bagger

  • Matthias sagt: Du Fuchs, du denkst voraus, Klimawandel und so! Außerdem ist schwimmen ja gesund. Steigert ja auch den Wert des Hauses.
  • Matthias meint: Doofhirn. Du kannst das Ding 9 Monate im Jahr nicht benutzen. Von den laufenden Kosten kannst du wahrscheinlich ne Dauerkarte fürs Schwimmbad kaufen.

Außerdem ermuntere ich gerne Leute zum Konsum oder auch zur Gewichtszunahme. Wenn jemand drauf rumdenkt ob sie/er sich ein teures Gadget kaufen will bin ich der erste der argumentiert, dass man sich auch doch mal gönnen muss. Man kann eigentlich nicht genug Dinge haben. Menschen sollen auch gut und viel essen. Was bietet sich da mehr an als Döner, Pizza und Burger? Danach noch ein Kuchen und ein Eis. Ist ja Soulfood. Bei dem ganzen Stress den man so hat hilft das ja auch das Gemüt zu beruhigen. Dick bist du sowieso nur wegen der Schilddrüsenunterfunktion.

Klar .. manche merken schon das ich das wohl nicht ganz ernst meine. Dem widerspreche ich dann in der Regel energisch und wechsle das Thema.

Einzig beim Thema Rassismus packe ich noch die Axt aus. Wenn jemand mit: „Ich bin ja kein Nazi, aber ..“ anfängt bin ich innerlich schon auf DEFCON 1. Ich weiß zwar das ich den Naziarsch nun nicht bekehren kann, aber ich ertrage das Geschwätz einfach nicht.

Nazis habe ich noch keine umgekrempelt .. aber ein paar Konsumopfer haben doch wirklich nen U-Turn gemacht.

Wir wissen ja .. Geld macht nicht glücklich, allerdings offensichtlich auch nicht unglücklich. Wenn ich Leuten erkläre, wie wichtig genug Geld (für mich) ist ernte ich manchmal Kopfschütteln, Ansagen wie: Ich lebe doch jetzt oder auch mal nen Satz wie: Gönne dir doch mal was.

Und während ich offensichtlich jetzt lebe und mir durchaus Dinge gönne kann man im hier und jetzt auch unzufrieden sein, außerdem führt der Kauf von Dingen nicht zum Glück. Aber ich glaube ja man muss etwas breiter denken. Wir reden hier von Successful Living (der Diesel Spruch aus den Neunzigern) oder besser gesagt von einem zufriedenen (glücklichen, erfolgreichen) Leben.

Das darf auch jeder so definieren wie sie/er will. Kinder, Familie, Haus oder doch lieber reisen, Porsche und Party, vielleicht Bildung, Karriere und Status oder Bier, Fußball und grillen?

Ganz egal .. alles ist valide.

Darunter liegen aber ein paar Voraussetzungen die irgendwie notwendig sind, damit die eigenen Lebensziele erreicht werden können.

Viele Menschen die man fragt nennen hier: Gesundheit, Zeit, eine glückliche Beziehung, Frieden, die Abwesenheit von Stress.

Und klassischerweise kann man das (zumindest derzeit) noch nicht kaufen .. auch nicht bei Amazon.

Kann man nicht .. oder kann man doch?

Ich behaupte immer man kann alles kaufen .. weil alles hat seinen Preis.

Außerdem glaube ich sehr wohl das man Dinge wie Gesundheit, Zeit oder Liebe zumindest indirekt kaufen kann.

Wie das?

Nehmen wir das Beispiel Gesundheit:

Durch genug Kohle auf der Bank muss ich weniger oder gar nicht mehr arbeiten. Ich habe Zeit Sport zu machen. Ich habe keinen Druck im Job zu bestehen und das kann schonmal nicht meine Psyche angreifen. Ich habe Zeit und Geld gesunde Mahlzeiten zu kochen und ich bin in der Lage so lange zu schlafen wie es mir gutut. Klar ist natürlich auch das mich Geld nicht vor Krebs oder erblich bedingten Krankheiten schützt .. aber wenn meine Kauleiste ausschaut wie Hiroshima am Vormittag das 06.08.1945 kann ich mir zumindest neue Beißer kaufen … also eher Glücksspiel?

Und die Liebe:

Beziehungen scheitern oft an vielen verschiedenen Dingen .. unter anderem aber auch wenns ums Geld geht bzw. wenn die Partner nicht mehr genug Zeit für einander finden. Zwei Probleme die man mit ausreichend Schotter nicht mehr hat. Ich habe die (wiedereinmal) Zeit mich um die Beziehung zu kümmmern wenn ich nicht alleine mit geldverdienen beschäftigt bin. Ich bin vielleicht entspannter und ertrage Krisen in der Partnerschaft besser. Der Diskussion ums Geld habe ich die Grundlage genommen.

Frieden .. schwierig:

Klar .. erst mal doof wenn hier Fassbomben an meinem Weber Grill vorbei rollen .. außerdem kann ich dem Assad durch Kohle auch nicht davon überzeugen, dass eine halbe Million Tote echt viel sind und man nun damit aufhören sollte. Geld gibt mir aber ggf. die Möglichkeit mich zu verpissen und vielleicht kann ich in ein Land auswandern welches wenig Kriegspotential bietet .. Palau fände ich nett.

Kommen wir zur Zeit:

Du bist (wahrscheinlich) nur einmal bei der Show hier dabei. Wenn du über den Jordan gehst war es das. Du wirst 60, 70 oder 80 Jahre alt. Ein Drittel verpennst du .. ein Drittel arbeitest du (inkl. Bildung) und ein Drittel steht dir zur freien Verfügung .. und diesen Deal finde ich nicht so clever.

Am Schlaf kann ich nichts ändern. Bei den anderen zwei Parametern allerdings schon. Es ist nicht so geil die wachsten und fittesten 8-10 Stunden pro Tag für die Arbeit zu opfern, Abends dann mehr oder weniger fertig heimzukommen um dann eben alles andere zu machen. Darum lache ich Menschen die mit ihren Überstunden prahlen auch immer hart aus.

Geld kauft mir Zeit. Zeit das zu tun was ich will. Sei es nur weil ich vielleicht auf 30 Stunden pro Woche reduzieren kann (Immerhin 10 Stunden mehr das zu tun was ich mag und nicht was was ein anderer für richtig hält.) oder vielleicht gar nicht mehr arbeite.

Und die Moral?

Geld kauft Zeit kauft (teilweise) Liebe und Gesundheit .. und jetzt dürft ihr gerne meine Hypothese angreifen.

Die Finanzblogger Szene ist zahlreich und scheinbar werden es immer mehr die etwas zu sagen haben. Gut oder Schlecht? Ich beurteile das nicht. Da ich aber ab und zu wieder auf fragwürdige Artikel aufmerksam werde .. (Hier der Letzte) .. kurz was dazu:

Ich finde es okay wenn Leute mit Ihren Blogs Geld verdienen möchten. Nur sollte man das dann auch klar darstellen. Sonst ist das einfach nur armselig. Schleichwerbung braucht kein Mensch und unerfahrene Leser fallen dann solchen Dingen mehr oder weniger zum Opfer. Klar der oben verlinkte Artikel hat einen Hashtag am Ende (#werbung) .. aber das ist dann auch der einzige Hinweis.

Es ist durchaus auch okay über seine EIGENEN Erfahrungen mit einer Dienstleistung, Tool etc. was zu schreiben (so wie ich das mit dem Aktienfinder manchmal mache) nur bezweifle ich, dass das im o.g. Blogpost passiert ist.

Hat irgendwie ein Geschmäckle .. wie man hier zu sagen pflegt.

Darum ..

alles was ihr hier lesen könnt ist erlebt, wurde (wird) so gemacht, ist echt und wenig geschönt. Sollte ich wider erwarten mal Werbung für irgendwas machen, wird das auch so gekennzeichnet.

Meine Geschichten (in denen ich oft selbst nicht so glorreich wegkomme) sind nicht erfunden. Mein Depot und die ganzen Papiere darin existieren wirklich und alle Zahlen die ich hier veröffentliche sind real.

Seit ein paar Wochen kann man meinen Erfolg bzw. Misserfolg hier nachlesen. Mein Ziel habe ich mal dort formuliert (ich sollte noch dran feilen) und die Werte in meinem Depot findet man immer auf der Startseite von theskunk.cc.

Fragen beantworte ich gerne in den Kommentaren oder auch per Email: info@42blue.de

Das erste Drittel der 90 Tage ist rum. Zeit für eine Zwischenbilanz. Die Ausgangslage war: Pascal hat Angst vor fremden Menschen und Ansprechangst.

Vorweg, ich habe die Kommentare gelesen. Super, dass es so gut ankommt. Lob des Sexismus ist ein sehr geiles Buch. Gute Bücher haben meist komische Namen, denke an Dale Carnegie: „Wie man Freunde gewinnt“. Muss es wohl nochmal lesen 😊

Den ersten Tag der Challenge habe ich mein Zimmer aufgeräumt. Ich bin sehr erstaunt mit welchem Elan ich prokrastinieren wollte. Daran merkt man ganz stark, hier ist eine Sache vor der ich sehr viel Angst habe.

Tag 2 – Festival

Ich habe mir vorgenommen auf ein Elektronisches Festival in unserem Ort zu gehen. Direkt raus aus der Komfortzone rein in die Hölle. Ich betrete das Festival. Ich merke wie unwohl ich mich unter Menschen fühle. Die Musik ist zwar gut, die Sonne scheint, der Bass knallt. Aber es ist die gefühlte Hölle. Die pure Anwesenheit von Menschen löst Panik in einem aus.
Komisch früher bin ich gerne auf Festivals gewesen. Habe sehr gerne Leute kennen gelernt.

Ich habe mir eine ruhige Ecke gesucht. Ich bin fertig mit den Nerven.
Ich verlasse das Festivalgelände nach 31 min, Durchgeschwitzt, am Boden.
Habe es nicht mal nach Hause geschafft. Ich brauchte eine Pause, da alle meine Muskeln weh taten.
Normalerweise gehe ich die 4-5 Fache Strecke, aber heute war ich einfach auf.

Auf dem Weg nach Hause fiel mir auf, dass ich die Preisschilder nicht mehr lesen konnte. Normalerweise liegt meine Sehstärke auf beiden Augen bei etwas über 100%. Die Farben sind genauso prächtig, aber alles ist Verschwommen.

Endlich Zuhause, Willkommen in der Hölle. Meine Wahrscheinlichkeits Maschine hat sich entschieden mich auf einem Trip zu schicken, einen Trip der Schmerzen. Als ob dir jemand den Brustkorb auseinander reißt, gleichzeitig aber deinen Körper wieder zusammendrückt. Ich versuche den Schmerz zu betäuben. Mit Schokolade. Vor Erschöpfung schlafe ich gegen 18 Uhr ein. Wache um 21 Uhr wieder auf. Die Wahrscheinlichkeit Maschine lässt den Körper beben. Kurze Schocks, kurze schmerzvolle Schocks.

Wenn man das was in einem Abging in Lieder fassen sollte kommen diese beiden sehr nahe:
Lied 1
Lied 2
Der Schritt war wohl zu groß auf einmal und hat mich Regelrecht ausgeknockt.

Tag 3

Ich habe nach dem Training ein echt hübsches Mädchen angesprochen, naja war echt nicht so cool, shittest der komischen Art. Hat ein gefühlt die ganze Zeit angestarrt und nix gesagt. (Bis zum Schluss, dass sie weg müsse)

Tag 4

Heute habe ich Mut gefasst um ein Bauteil von einem Baumarkt zu holen. Versucht habe ich es schon öfters, leider weiß ich nicht welches Teil ich benötige. Denke mir, ist ja nichts dabei.
Betrete den Baumarkt. Puls steigt. Die Atmung wird flacher.

// Welche Schraube? Was passt? Was denken die anderen? Werden Sie mich auch anschreien?

Das Gehirn läuft auf voller Auslastung -> Erstmal in einem ruhigen Gang. Runterkommen. In diesem Moment erinnere ich mich an früher. Es war vor dem Studium nie ein Problem Personen anzusprechen, wieso sollte das jetzt ein Problem sein? Also let’s GO! Gesagt getan.

Ich war, wie so oft, überrascht, dass die Personen sehr nett zu einem waren. Wir haben alle Bauteile zusammengesucht. Ging schnell, war nett, alles schmerzlos 😊

Nach weiteren 5 min verlasse ich den Baumarkt, bin zwar total durchgeschwitzt, aber glücklich.

Tag 6

Ich fühle mich trotz (oder gerade wegen) dem hinkenden Beines sehr gut.

Mein altes Verkäufer Talent kommt wieder aus mir heraus. 😊 Während des Abiturs wurde mir aufgrund dessen empfohlen in den Vertrieb zu gehen. War ein angenehmes und freches Gespräch mit einem hübschen Mädel. Eine Nummer war drin 😊

Gegen Nachmittag habe ich mich mit einem Kumpel getroffen. Er hat mich auf das letzte Jahr angesprochen, welches nicht zu meinem Besten gehört hatte.

Ich habe mich in die Selbständigen Falle begeben, hatte eine Familie die mir ihr Versagerleben aufzwingen wollte, Probleme mit Feministen und Kommunisten. Es brannte förmlich überall. Gesund für das Mindset war es nicht.

Jedenfalls habe ich bemerkt, dass ich gegenüber vielen Personen nicht der Sozial Kompetenteste war. Ich war sehr unausgeglichen.
Viele Personen habe ich damit unbewusst abgewiesen/verstoßen.
Während des Abiturs hatte ich einen Freundeskreis, überall kannte ich Personen, war kontaktfreudig. Während des Studiums habe ich angefangen mich selbst auszugrenzen.

Dann beginnt die Maschine Schlüsse zu ziehen. Oh der war nicht nett → Alle Menschen nicht nett.
Ich werde bei einigen Personen eine kleine Wiedergutmachung machen. Es geht nicht darum, einen auf Bittsteller zu machen, sondern zu seinen Fehlern zu stehen, ein besserer Mensch sein zu wollen.

Tag 7

Porn. Porn. Porn. Und das Selbstbewusstsein hängen irgendwie zusammen. Die Pornosucht existiert bei mir auch noch nicht so lange. (Ende Abi) Heute habe ich den ersten Tag nicht masturbiert. Alter war ich unruhig, ständig gewälzt. Erstaunlicherweise war ich nach 6 Stunden sehr ausgeschlafen. Mittlerweile haben wir es 14 Uhr. Ich kann mich kaum auf was konzentrieren. Mein Kopf sagt nur noch Sex. Sex. Sex. Blöd, dass ich trotz der schmerzen im Bein rausgegangen bin. Es ist nicht besser geworden. Im Gegenteil.

Tag 8

Gestern habe ich den Rest des Tages in der Pornohölle verbracht. Die Mischung: „Du kannst nicht gehen. Musst im Bett liegen bleiben und bist verdammt geil“ begünstigt dies.
Es ist erstaunlich wie sehr ich gestern die Welt bereisen wollte. Es ist erstaunlich wie sehr das Selbstbewusstsein bei Nofap explodiert. Bis es durch Porn implodiert. Es ist erstaunlich, dass dieses Gefühl, dass mich jemand geschlagen hatte, dieses bedrückende Gefühl, einfach weg war. Auch die Körperzuckungen waren weg.

Heute bin ich aufgewacht. Total im Arsch. Ich will mich am liebsten nur noch einkuscheln und weinen. Fühle mich schlapp.

So schlapp, dass ich den Fehler mache nicht aufzustehen und einen weiteren Tag in der Pornohölle verbringe. Ich beschließe einen Website Tracker zu installieren. Ich habe mir selbst angedroht die Daten zu veröffentlichen, wenn ich weiterhin so viel Zeit auf solchen Seiten verbringe.

Tag 9 + 10

Pornhell

Tag 11

Gutes Wetter → Ab nach draußen. Irgendwie konnte ich meine Chinese Wall nicht durchbrechen. Ich habe keinen angesprochen. Bin dann nachmittags eingeschlafen. Gegen 22 Uhr wieder aufgewacht → Raus, ab in die Berge. Es war wunderbar. Keine Menschen, keine Leute die dich anrempeln, anschreien, dich verprügeln. Es war sehr angenehm. Ich war tiefenrein entspannt.

Tag 12

Heute habe ich mich richtig gefreut, um 16 Uhr treffe ich mich mit Freunden. Je näher der Termin kam, desto größer wurden die Zweifel in mir, mögen Sie mich wirklich, wollen Sie mich wirklich dabei haben.
Schließlich habe ich abgesagt. Wie fast immer seit dem Studium

Abends bin ich dann doch noch raus gegangen, habe aber niemanden angesprochen.

Tag 13

Ich gehe einkaufen. Mädchen steht vor mir an der Kasse, ultra hübsch. Also das natürliche. Sie kauft Essen und Kondome. Ich kann sie riechen. Die Hormone drehen durch. Ich will sie gottverdammt nochmal ansprechen. Computer sagt neeeeiiinn…. Ich stehe wie angewurzelt da.

Wieder Zuhause. Ich gebe mir für den Tag Bettrumlümmelverbot.
Denke über die letzten zwei Jahre nach. Ich verstehe es nicht ganz. Ich lebe nicht mehr in Armut. Ich habe keine Eltern mehr die einen schaden möchten. Ich habe kein schlechtes Umfeld mehr. Dennoch fühle ich mich nicht gut.

Ich liege auf dem Boden und weine, wie so oft, und verstehe nicht was so schlecht an meinem Leben sein soll, das diese Gefühle rechtfertigen.

Ich denke nach über ein Mädchen. Ich war letztes Jahr unsicher, unzufrieden und launisch. Habe mich also selbst aus der Liste der potenziellen Partner gestrichen. Es war oft beim Essen in der Mensa. Jemand sagt etwas, man selbst hatte dazu was gedacht, aber Sie hat meine Gedanken oft ausgesprochen. Sie ist eine Person die eine positive Lebenseinstellung hat, sehr sparsam mit Geld umgeht, eine Person mit der man sehr viel lachen kann. Eine Person, der man nur in die Augen schauen muss, damit der Körper anfängt Dopamin auszuschütten. Eine Person, die man jetzt immer noch irgendwie vermisst. Und man auf sich selbst wütend ist, dass man es „wissentlich“ verkackt hat.

Unser Umfeld hat es sehr schnell gecheckt, dass wir uns mögen. Ich war zu doof den Sack zu zu machen. Dirk Kreuter hätte dazu gesagt:

„Es gibt Verkäufer, die dürfen das Einkaufen nur nicht verhindern. Selbst das schaffen die“

Aus Hase wurde Schnucki, Pascali und dann nur noch Pascal… verständlich.
jedenfalls habe ich im Januar erfahren, dass Sie einen Freund hatte. Seit Januar lebe ich auch zurückgezogen. Ich habe sogar mit dem Trading aufgehört…

Ein bisschen Trost gab es in der AOE 2 / Finanzblog Community. Beides Communities in denen es eine sehr gute Grundstimmung gibt 😊

Im Juni gab es dann die ersten Laufversuche. Ich habe mich zum Training angemeldet, Taekwondo. Jetzt im Juni fing ich mit der 90 Tages Challenge an. Eigentlich dürfte ich nicht traurig sein.

Ich bin trotz der mäßigen Grundstimmung zum Training gegangen. Danach setzte der Suchtdruck wieder ein. PORN PORN PORN. Ich war entschlossen dieser Sucht nicht nachzugehen. Was für eine Nacht. Ich wälzte mich die ganze Zeit. Ich bin dann um 02:00 Uhr nochmals Joggen gegangen. Irgendwie musste ich mich ja müde bekommen.

Tag 14

Ich wache früh morgens auf. BÄM Fühle ich mich gut. Sogar sehr gut.
Dies ist der 2. Tag Nofap. Gegen Mittag bekomme ich die Kopfschmerzen des Todes. Mein Kopf verlangt nach Porn! Das muss der Kater des Fappers sein. Das einzige was gegen die Kopfschmerzen hilft, ist zu fappen.

Viel hinbekommen habe ich nicht, da ich wirklich heftige Kopfschmerzen hatte.
Erstaunlich fand ich in diesen 2 Tagen diese innere Haltung von:

„Ach wäre es schön jetzt einen geblasen zu bekommen (sehr sehr passiv)“
zu
„Alter ICH FICK EUCH ALLE DURCH (man wird selbst aktiv)“

In der Nacht hatte ich es dann nicht mehr ausgehalten. Binnen Sekunden waren die Kopfschmerzen weg. Ich fühle mich schlapp und energielos. Auch das Zucken und die Emotionslosigkeit ist wieder da. Damit bin ich mir zu 110% sicher.
DIE PORNOSUCHT MUSS WEG
Fassen wir es kurz zusammen:
Ein Süchtiger möchte Kontakt zu Menschen Aufbauen. Kann dies aufgrund seiner Sucht nicht. Mit anderen Worten, die Ansprechangst ist nicht mein Hauptproblem. Die Pornosucht ist es.

Tag 15

(Keine Aufzeichnung)

Tag 16

Ich war gestern Unterwegs, habe dabei ein paar Menschen kennen gelernt. War nix besonderes.

Abends bin ich dann noch zu einem Kumpel in die Innenstadt. Ich bemerke wie viele Leute trinken. Der Bitchfaktor ist enorm hoch, finde ich irgendwie nicht so gut. Ich war wegen der vielen Leute angespannt. Angenehm habe ich es nicht empfunden. Es war aber nicht so schlimm wie an Tag 2 😊

Tag 17

Mich haben Freunde dazu eingeladen in eine Vereinigung für Entrepreneure einzutreten, die sich in Brüssel für die Industrie 4.0 einsetzt. Ich bin bei solchen Themen immer wieder überrascht. Ich habe (noch) kein positives Bild über mich. Aber anscheinend haben andere Leute dann doch ein anderes Bild von mir.

Tag 18 – 31

Aufgrund der neuen Arbeit ist das Notizen erstellen ein wenig unter dem Tisch gefallen. Das waren 14 Tage der Hitze. Unser Trainer hat uns bei 35 Grad ein Hochleistungstraining absolvieren lassen. War extrem, im Nachhinein war ich froh an meine Grenzen gegangen und diese auch teilweise überschritten zu haben. Der Sport ist sehr gut für mich, jedes Mal lerne ich neue Menschen kennen.

Mir ist aufgefallen wie stark ich mich in den letzten 30 Tagen verändert habe. Von jemanden, der einen Job bei Lidl abgelehnt hatte, nicht weil ihm die Arbeit zu schwer war, sondern weil er den Kontakt zu Menschen minimieren wollte, zu jemanden der kontaktfreudiger wird.
Ich bemerke, dass mein Selbstbewusstsein wieder größer wird und dass ich die Welt wieder entdecken möchte.

Fazit: Die ersten 31 Tage

Für meine Verhältnisse habe ich sehr große Fortschritte gemacht 😊
Ich habe zwar nicht mitgezählt, schätzungsweise habe ich um die 50-70 neue Personen kennen gelernt: D
Ich habe die Störquelle/ den Flaschenhals gefunden: Porn
Die Neutralisierung von eben diesem gibt mir die Möglichkeit wieder so erfolgreich wie früher zu werden.
Wenn ich rausgehen möchte, bleibe ich oft noch bei dem Gedanken hängen „Was soll ich da“
Also ich möchte rausgehen aber Computer sagt: Neeeiiiin. Tja, das Gefängnis ist überall.
Die statistische Auswertung lasse ich lieber, weil mich das irgendwie aufhält. Ich bin noch am Anfang und muss diese Ansprechangst erstmal überwinden, danach kümmern wir uns um die Conversion.

Meine Einstellung:

Ich war 3 Jahre ohne Schule, 2 auf Jahre Sonderschule, während des Abiturs hatte das Jugendamt mir ein Arbeitsverbot erteilt und hatte einen kleinen Zahlungsverzug von 13 Monaten, wenn ich es geschafft habe mich dadurch zu Boxen:
Dann schaffe ich das locker 😊

Meine Ziele für die Nächsten 30 Tage:

1. So wenig Porn wie möglich
2. Jeden Tag mindestens eine neue Person kennen Lernen

29. Juli 2018

Hell Is A Place On Earth

2014 und 2017 habe ich was zu meinem Kapitalziel geschrieben. Damals habe ich mir 360.000 Euro als Ziel gesetzt welche sich mit 5% pro Jahr verzinsen und dann 18.000 Euro bringen. Das wären 1500 Euro im Monat. Idealerweise rein durch Dividenden und nicht durch Depotentnahmen. Großzügig habe ich die Steuer da mal außen vor gelassen. Die sollte ich aber nun irgendwann nachreichen weil die Rechnung natürlich ohne den Abzug von Steuern war.

Rechne ich 25% Kapitalertragssteuer weg bleiben von den 18k nur 13.500 Euro übrig und das sind dann nur 1125 Euro im Monat. Auch wenn das meine Fixkosten soweit deckt .. ist da kein Spielraum für Firlefanz, Tand und Kram. Ich komme zwar auch ohne solche Dinge aus aber für mein Sicherheitsgefühl hätte ich doch gerne einen Puffer.

Darum erkläre ich hier und jetzt die 480.000 Euro zum Ziel. Der schnelle Rechner hat erkannt: das wären dann 24k (bei 5% Rendite) im Jahr. 24k abzüglich der Steuer wären 18k und eben dann 1500 Euro im Monat / netto.

Stand heute stehe ich bei über 400.000 Euro insofern ist das gar nicht mehr soweit.

Mit 35 habe ich frech behauptet, dass ich mit 45 in Rente gehe. Aktuell bin ich 40 Jahre alt und das Ziel bleibt nach wie vor bestehen. Ich habe damals schon sehr konservativ kalkuliert und mache das jetzt ebenso.

Während also der große Fischschwarm im besten Alter brav Schulden tilgt schwimme ich weiter gegen den Strom erhebe grinsend den Mittelfinger und singe Fuck You ..

Wenn es so einfach wäre …

Anfang Juli hatte ich wie (als ob ich es geahnt hätte) tatsächlich einen Durchhänger .. eine Woche lang hatte ich massiv Existenzängste und ein, zwei nette Panikattacken. Einen Grund gab es allerdings dieses mal nicht. Ich hatte keinen Stress und auch sonst war eigentlich alles cool, bis auf ein paar Nächte in welchen ich schlecht geschlafen hatte.

Da ich das nun kenne habe ich direkt gegengesteuert. Sprich: massives Entspannungsprogramm. Ich habe meist nur 6-7 Stunden pro Tag gearbeitet und dann direkt einen Mittagsschlaf gemacht. Hab viel gelesen und fast ausschließlich frisches Gemüse und Salat gegessen. Wenn es ganz schlimm wurde habe ich mich daran erinnert das ich absolut gar nichts MUSS und zwar im Zweifelsfall die nächsten 20 Jahre. Die Kohle dafür liegt im Depot.

Ich kann einfach auf der Couch liegen und das Treiben beobachten, den lieben Gott nen guten Mann sein lassen usw.

So hart es klingt .. mir hat das Erleichterung in meiner Birne verschafft.

Ja .. Geld macht nicht glücklich.

Aber es macht auf jeden Fall weniger unglücklich.

Was?
Die Challenge besteht darin in 90 Tagesabschnitten ein Problemfeld bei sich selbst zu lösen indem Gewohnheiten etabliert werden. Es ist ein Experiment, 90 Tage außerhalb der Komfortzone. Nach 90 Tagen gibt es ein Resümee. Ihr dürft euch auf verrückte Statistiken und auf eine knallharte Fehleranalyse freuen. Die Statistische Auswertung werde ich via R machen

Wer schreibt denn hier?
Mein Name ist Weichert, Pascal Weichert. Ich trinke meinen Kakao gerührt und nicht geschüttelt. Ihr kennt mich vielleicht schon aus den Kommentarspalten von diversen Finanzblogs. Ich bin der Meinung im Leben geht es um Wahrscheinlichkeiten, diese sollte man im Leben zu seinen Gunsten optimieren.

Warum auf diesen Blog?
Damit ich mich verpflichte durch öffentlichen Druck mich positiv zu ändern. Ich lade jeden gerne ein mitzumachen 😊

1. From Niceguy to Fuckboy in 90 Days

Ist Situation:

Ich bin im privaten Bereich sehr schüchtern. Das Phänomen des Niceguys trifft am besten auf mich zu. Immer nett. Biste zu nett, bekommste sie nicht ins Bett. Auch in anderen Bereichen, in denen es um mich geht fällt es mir mittlerweile schwerer, Bewerbungsgespräche etc. Auch brauche ich ein festes Ziel um rauszugehen. Es fühlt sich an wie eine innere Chinese Wall. Du willst gerne rausgehen, kannst aber nicht. Du willst gerne Leute kennen lernen kannst es aber nicht.

Woher kommt Schüchternheit?

Schüchternheit ist ein Schutzmechanismus der wie so oft noch aus der Steinzeit kommt
//ah wie die Politik heutzutage
Das Gehirn möchte uns dabei beschützen nicht aus der Gruppe ausgestoßen zu werden. Darum erzeugt es Angst. Wie so oft sind Ängste wie Kredite mit einem Zinseszins versehen der die Eigenbewegung verstärk, je länger man wartet. Der es einen immer schwerer macht.
//ah wie die Politik heute ..

Während meines Studiums bin ich auf Feministen gestoßen, nicht die Netten. Meine Wahrscheinlichkeitsmaschine über den Kopf hat dies als Anlass genommen Menschen die man nicht kennt als wahrscheinlich gefährlich einzustufen. Der Kontakt sollte möglichst versucht werden zu vermeiden, sonst wird die Wahrscheinlichkeitsmaschine zu deinem Lieblingsdealer und schickt dich auf den hormongetränkten Horrortrip des Jahrhunderts. Korrelation reicht dem Gehirn. Kausalität interessiert es oft nicht.
//ah wie die Pol..

Die Challenge:

  • bei Konversationen immer ein Satz mehr sagen als Nötig (z.B. An der Kasse)
  • jeden Tag mindestens eine neue Person kennenlernen
  • alle 30 Tage auf eine Veranstaltung gehen

Endziel:
Schüchternheit im Privatbereich überwinden

Wahrscheinlichkeiten:
Als Marketeer will ich die Conversionrate natürlich nach oben treiben. Habe hier keine großen Datenquellen, werde euch meine als Benchmark gerne nach den 90 Tagen zur Verfügung stellen. Auch ich kenne das Gesetz der großen Zahl, deshalb versuche ich jeden Tag mindestens eine Person kennen zu lernen. Dadurch lernt (hoffentlich) mein Gehirn auch, dass nicht alle Menschen böse sind.

Wie senke ich also meine Bounce Rate?

  • der erste Eindruck zählt -> Rücken grade und gepflegt aussehen
  • lange Antwortzeiten mag niemand deshalb höre zu
  • sei nicht der Einheitsbrei, deswegen (AAA) Angenehm Anders als die Anderen

Wie erzeuge ich einen guten Link Juice bei Google bzw. Eindruck bei meinem Gegenüber?

  • positives Umfeld haben
  • gemeinsam Spaß haben
  • negative Personen am besten nicht während der Gespräche erwähnen
  • niemand mag Push-Marketing. Ich vergleiche es immer mit einem Mann der die Frau mit aller Gewalt nach unten drückt. Mag evtl. kurzfristig funktionieren, aber langfristig?
  • niemand mag Push-Marketing #2. Wenn man immer auf sich aufmerksam macht, wirkt es needy. Ich bin ein Freund des organischen Wachstums und des Seo´s 😊

Von kurzfristiger Conversion Optimierung halte ich nix, da bekommt man nur Personen in sein Leben die nicht zu einem Passen und erzeugen doppelt und dreifach Arbeit. Qualität statt Quantität.

Fast so wie bei Google 😀

Pickup und NLP beschäftigen sich damit, wie man eine Konversation zielführend und mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Erfolg führen kann. Finde ich sehr interessant. Beide streben im Endeffekt ein besseres/selbstbewussteres Ich an. Eventuell gibt es dazu später mehr.

Die nächsten 90 Tage werden eine spannende Reise außerhalb der Komfortzone 😊

Gruß,
Pascal

30. Juni 2018

Anatomie eines Burnouts

Erst mal definiere ich Burnout für mich:

Ein Zustand in dem keine Lebensfreude mehr herrscht, man sich maßlos überfordert fühlt, jede kleinste Aufgabe zu einem unüberbrückbaren Hindernis wird und man emotional so angegriffen ist, dass schon die kleinste Kritik zu einem Nervenzusammenbruch führt. Im Grunde ist man arbeitsunfähig, hat Lust auf exakt nichts und vegetiert vor sich hin. Ruhe und Entspannung findet man aber nicht, weil das Karussell der negativen Gedanken gerade Freifahrten raushaut. Hier die Definition in der Wikipedia.

Ich hatte bisher Drei davon.

Den Ersten habe ich nicht kommen sehen, den Zweiten schon .. aber ich wollte es nicht wahrhaben und beim Dritten .. das weiß ich noch nicht so genau .. werde noch etwas drüber nachdenken müssen.

Ich erzähle mal von meinem zweiten Burnout. Der war so vor 7 Jahren (alle diese Phasen hatte ich übrigens immer im Juli, wahrscheinlich schreibe ich das hier auch als netten Reminder an mich selbst).

Vorab .. es tauchen Personen auf .. allerdings gebe ich, ganz ausdrücklich, KEINER dieser Personen eine Schuld daran. Auch nicht dem Job oder der Firma.

Damals habe ich als Frontend Entwickler bei nem großen Telco gearbeitet. Der Job machte Spaß, die Kollegen waren cool .. alles eigentlich gut. In den Wochen vor dem Burnout fühlte ich mich aber schon „edgy“ .. meine Gelassenheit war weg, ich hatte oft schlecht geschlafen und vieles was einem eigentlich nichts ausmacht stresste mich.

Beispiel:

Die Ex-Freundin wollte nach New York fliegen .. eigentlich cool .. für mich war der Gedanke daran purer Stress ich konnte das einfach nicht verarbeiten und mich schon gar nicht darauf freuen. Es hat mich komplett überfordert.

Und dann nahmen die Dinge im Job ihren Lauf ..

Ausgangssituation:

  • ein Vorgesetzter verspricht seinem Vorstand in genau vier Wochen eine für Smartphones optimierte Website mit Bestellfunktion zu bauen
  • das sollte ein eigenständiger Webshop werden .. vorhandene Basis für das Projekt: NULL, NADA
  • wird hatten KEIN mobile Framework welches uns die Bausteine bereit gestellt hätte, wir mussten alles selbst von Grund auf neu bauen
  • dann hieß es: Matthias mach mal (als Lead Entwickler)
  • ich hatte das Projekt NICHT geschätzt und war wie so oft zu optimistisch es in der Zeit hinzubekommen
  • also legte ich los

Protagonisten:

  • ein Vorgesetzter mit wenig emotionaler Intelligenz
  • eine Projektmanagerin die nur darauf bedacht war, dass sie gut dasteht
  • ein Frontend Kollege den man wohl mit „leicht cholerisch“ beschreiben könnte
  • ein Backend Kollege der zu verkopft an die Sache ran gegangen ist und auf den wir oft warten mussten
  • ich, der es irgendwie hinbekommen wollte

Verlauf am Anfang:

  • nach ca. 2 Wochen stand (wenn ich ehrlich bin) fest, dass wir das in der Zeit nicht schaffen (also die Entwickler wussten das)
  • das haben wir „locker“ auch an Projektmanager und Vorgesetzten kommuniziert
  • von denen hieß es nur: Das müsst ihr aber schaffen!
  • wir drei Entwickler setzten und zusammen und schauten wo wir Zeit sparen können
  • haben beschlossen wir versuchen es einfach

Verlauf dritte Woche, Freitag:

  • am Ende von Woche drei war es klar das wir es nicht hinbekommen, das war ein Freitag
  • Frontend Kollege rastet aus wenn man ihn nur gefragt hat wann Feature X fertig ist
  • Backend Kollege brauchte weit länger vom Feature Y zu bauen
  • Projektmanagerin fällt auf, dass wir noch Feature Z brauchen (war nie gebrieft)
  • Projektmanagerin steht da und fragt ob wir nun fertig wären, ich: NEIN und das wird auch nichts, sie rennt direkt zum Vorgesetzten
  • Vorgesetzter stürmt ins Büro und fragt was sooo lange dauert, kann er sich nicht vorstellen das man für X und Y so lange braucht
  • Feature Z würde ja auch schnell machbar sein
  • außerdem: „Die Deadline kann unter keinem Umständen verschoben werden, Termin ist so nach oben kommuniziert“
  • ich: Mensch, Horst (Name geändert) ich erzähle hier seit 2 Wochen das es schwierig wird den Termin zu halten
  • er: Dein Problem, ich dachte ihr schafft das, ich hätte das ja in 2 Wochen locker hinbekommen (sinngemäß)
  • musste schlucken und bin erst mal heim gefahren, ich war so durch das ich sowieso nichts mehr hinbekommen hätte

Wochenende, Samstag und Sonntag:

  • kann keinen klaren Gedanken fassen, schreibe lange Mail an Vorgesetzten was aus meiner Sicht schief gelaufen ist (ne Antwort bekam ich nie)
  • baue zuhause noch Feature Z damit wir kommenden Montag Zeit sparen
  • schlafe quasi nicht, suche sämtliche Schuld bei mir
  • denke ich werde dann sowieso entlassen wenn das Projekt schief läuft
  • Sonntag Abend bin ich so erschöpft, dass ich ein paar Stunden Schlaf finde

Verlauf vierte Woche, Montag:

  • wache mit Panik und Angst auf
  • fahre in die Firma, habe massiv Puls, Panik und Angst nehmen zu
  • in der Firma merke ich schnell, dass ich ABSOLUT GAR NICHTS auf die Reihe bekomme
  • ich bin zu nervös, zu aufgekratzt, zu angstvoll
  • kurz gesagt ich bin durch .. ich bin nicht mehr arbeitsfähig
  • daraufhin melde ich mich krank, manche noch eine saubere Übergabe und fahre zum Arzt
  • beschreibe dem Arzt die Situation und der schreibt mich erst mal drei Wochen krank
  • und by the way .. danke für die Erfindung von Beruhigungsmitteln
  • die nächsten zwei Wochen schlafe ich quasi durch

Interpretation:

Ich war vor dem Projekt schon psychisch leicht angegriffen .. das Projekt hat mich dann aber über die Kante geschubst. Der Todesstoß war mehr oder weniger die Aussage des Vorgesetzten (Dein Problem, ich dachte ihr schafft das, ich hätte das ja in 2 Wochen locker hinbekommen). Bei mir kam das eher so an: Er hat mir unterstellt das wir uns nicht richtig bemüht hätten, er hat an meinem Einsatz und meiner Arbeit gezweifelt. Das ich in den Wochen davor echt alles gegeben hatte sah er nicht. Das hat mich massiv verunsichert.

Ein weiterer Punkt .. wir waren kein Team .. besonders Vorgesetzter und Projektmanager haben im Grunde nur Druck auf die Entwickler ausgeübt aber nicht unterstützt. Keiner ist zum Vorstand gegangen und hat um eine zusätzliche Woche gebeten (Projekt war nicht zeitkritisch). Keiner hat sich vor uns gestellt. Keiner hat gesagt: Hey lasst es uns versuchen, wenn es nicht klappt stirbt auch keiner. Ich hatte immer das Gefühl es gibt massiv Ärger wenn wir die Deadline reißen.

Allerdings war das oben beschriebene am Ende nur die Spitze des Eisberges. Ich hatte in den Wochen zuvor schon viele Überstunden geschoben, wenig Erholung gehabt, war (aus meiner Sicht) dauerhaftem Druck ausgesetzt usw.

Die Hauptangst war Versagensangst und die eher irrationale Angst, dass man mich auf die Straße setzt und in der Folge Existenzangst (über die ich ja schon geschrieben habe).

Was hat das nun alles wieder mit Kohle und finanzieller Freiheit zu tun:

Einmal mehr wurde mir klar: Du brauchst FUCK YOU Money. Viel davon. Dann haben die keinen Hebel mehr um in mir Existenzangst auszulösen.

Und das Projekt:

Soweit ich weiß wurden dann zwei Freelancer engagiert, da die Abteilung sowieso komplett ausgebucht war. Die Freelancer haben dann weitere vier Wochen gebraucht um den Shop fertig zu bauen.

Disclaimer

Das war meine Sicht der Ereignisse vor 7 Jahren. Beteiligte mögen das komplett anders gesehen haben. Aber so kam es bei mir an. Und wie gesagt, auch wenn es möglicherweise etwas vorwurfsvoll formuliert ist, das war mein Empfinden in dieser Zeit, und ich mache KEINEM BETEILIGTEN einen Vorwurf (auch keine Kritik). Mit den meisten war ich in den Jahren danach Bierchen trinken oder grillen.

21. Juni 2018

Der ewige Tim Schäfer

Zugegeben, den Impuls zu diesem Text lieferte mir der Garnix. Aber vielleicht (ganz sicher) ist er besser darin, die Worte die durch mein Hirn fetzen in Form zu gießen und ohne viel Geschwafel auf den Punkt zu bringen.

Bedeutet schlicht und einfach er hat mir den Kelch befüllt den ich nun trinke.

Impulse sind kleine oder große Explosionen in deinem Leben welche dich auf einen anderen Weg führen. Ähnlich einem Objekt im Raum welches durch das plötzliche Auftauchen eines anderen Objektes abgelenkt wird. Diese Impulse können dich in eine beliebige Richtung schicken und vielleicht dein ganzes Leben verändern. Und das ist gut so. Denn Stillstand ist der Tod (das wusste schon der Herbert).

Nichts empfinde ich als so langweilig wie dauernde Routine. Klar sie strukturiert mich und macht das Leben einfacher. Aber kein Mensch erinnert sich an den tollen Tag vor genau 10 Jahren an dem alles so war wie immer. Aber die meiste Zeit deines Lebens ist meistens genau so wie dieser Tag, an den sich keine Sau mehr erinnert.

Schau .. du lässt dir die beste Zeit deines Lebens für Geld abkaufen, ob viel, ob wenig ist ganz egal. Von den 24 Stunden die du am Tag hast, schläfst du 8, die aktivsten und produktivsten 8 arbeitest du und die restlichen 8 machst du das Zeug das liegen geblieben ist während du gearbeitet hast. Mit viel Glück springen am Tag noch zwei Stunden Sport, Entspannung oder Freunde raus. Klar du hast das Wochenende, aber sind wir mal ehrlich .. die meisten nutzen das nur zur Entspannung von der stressigen Arbeitswoche, manche sogar zur Vorbereitung auf die Arbeit viel bleibt da einfach nicht übrig. Dann hast du noch deine 30 Tage Urlaub im Jahr, immerhin .. die meisten nennen sie nicht umsonst die beste Zeit des Jahres.

Dann freust du dich halt auf die Rente?

Mein Opa ist mit 67 in Rente gegangen. Mit 68 ist er tot umgefallen: Herzinfarkt, Bluthochdruck. Mein Onkel hat sich mit Mitte 50 abfinden lassen. Er hat damals schon körperliche Probleme festgestellt die sein sehr stressiger Job mit sich gebracht hat (er hat Leute entlassen). Jetzt macht das Herz nicht mehr mit, Wasser in den Beinen, Herz OP. Der Mann hat kein Übergewicht, säuft nicht, raucht nicht, hat gesund gelebt. Bei meinem ersten Arbeitgeber hatte morgens in der Firma ein Kollege mal einen Herzinfarkt. Ganz cool hat er gemeint wir sollen mal den Notarzt rufen. Sportler, Ende 40, Normalgewicht. Aber wer ihn kennt weiß das er nicht so cool auf Stress reagiert.

Ich habe keine Ahnung ob das Impulse waren die mich in eine bestimmte Richtung gelenkt haben. Mir ist es egal wann ich abnibble. War es mir irgendwie schon immer. Mich beruhigt der Gedanke sogar in einer Weise, also zu wissen, dass wir alle irgendwann Regenwurmfutter sein werden.

Ich finde es nur bedauernswert. Du reißt dir ein Leben lang den Arsch auf und wenn du Pech hast bleibt am Ende nicht mehr genug Zeit. Hättest du so gelebt wenn du gewusst hättest welche Krankheiten dich erwarten oder das es dann doch so schnell vorbei ist. Vor allem dann wenn du deine Job ungefähr so toll findest wie Zahnschmerzen?

Die meisten Menschen die ich kenne haben nen Job den sie oft und gern gegen (leichte) Zahnschmerzen eintauschen würden. Alle jammern am Sonntag, weil sie Montag wieder auf der Matte stehen müssen. Keiner hat den Plan „vorzeitig“ in Ruhestand zu gehen. Die Hälfte hat Schulden, bei der anderen Hälfte zeichnen sich irgendwelche Gesundheitsprobleme ab. Kein einziger von denen würde den Job rein aus Lust und Freude machen und die meisten könnten sich für die beste Zeit ihres Lebens was besseres vorstellen.

Ich weiß nicht warum ich heute so nachdenklich bin, vielleicht weil ich morgen 40 werde? Aber um so mehr wird mir klar das der sich ewig wiederholende Tim Schäfer recht hat.

Mach dich frei.

Ein anderer wirds für dich nicht tun. Und dann verpiss dich und genieße dein Leben. Mach Sport, triff Freunde, ließ Bücher, sei ein guter Mensch und setz dich an den Rand des Spielfeldes und beobachte deine Mitmenschen wie sie sich in der Tretmühle abstrampeln und doch nichts erreichen.

Und um es nicht melancholisch enden zu lassen:

Letztes Wochenende hat meine Firma ein großes Sommerfest in München geschmissen (Danke liebe Firma, ich halte das nicht für selbstverständlich). Während im am Buffet anstand habe ich (wie immer) meine Mitmenschen belauscht. Vor mir standen zwei Kollegen die sich über Autos unterhielten. Beide haben wohl einen Geschäftswagen der Größe 3er BMW, Audi A4, Mercedes C-Klasse und planen ein Upgrade. Innerlich reibe ich mir die Hände .. weil nichts ist geiler als Konsum (bei anderen). Auf jeden Fall haben sie über diverse Ausstattungsvarianten der aktuellen 5er Reihe geplaudert und was eben notwendig wäre und was nicht. Daraufhin habe ich mich erinnert, dass mir auch ein Firmenwagen zusteht .. ich aber nie in Erwägung gezogen habe einen haben zu wollen. (Danke Tim Schäfer). Ich hoffe sie bestellen beide einen recht teuren 5er BMW.

Disclaimer: I am long on BMW.