getmad auch die bretter, die mancher vor dem kopf trägt, können die welt bedeuten
10. November 2017

Die Tankstelle

Ich wohne auf nem Dorf. Die nächste Stadt ist einige Kilometer entfernt. Darum brauche ich ein Auto. Das will ab und zu getankt werden .. ihr kennt das. Vor einigen Jahren hat auf dem Weg zu Stadt eine neue Tankstelle aufgemacht, genau auf dem Weg in die Stadt. Ideal zum tanken ohne einen Umweg fahren zu müssen um an das begehrte Nass zu kommen. Mein Problem ist nur: Ich meide diese Tankstelle wie der Papst den Puff (oder zumindest versuche ich es .. auch wie der Papst).

Warum ist das so?

Sprit ist Sprit und wegen ein paar Cent einen Umweg fahren finde ich nicht sonderlich clever. Ich weiß auch gar nicht ob die Tanke besonders teuer oder billig ist. Es ist was anderes was mich stört.

Die Tankstelle hat seit einigen Monaten einen sogenannten Tankwart. Also wenn ich an die Zapfsäule fahre und aussteige steuert dieser Mensch (meist ein älterer Herr) schon auf mich zu und versucht mich in ein Gespräch zu verwickeln. Er will mir irgendwelche Serviceleistungen andrehen und mir was zusätzlich verkaufen. Das Gespräch startet jedes mal gleich. Er frägt mich wie viel PS mein Auto hat und das seine Tochter das selbe Modell fährt (Ich steh auf Frauenautos). Das geht mir so auf den Zeiger das ich schon in Stress komme wenn meine Tanknadel gen Null geht und nur diese Tankstelle in der Nähe ist.

Jedes mal wenn ich den Herrn schon anlaufen sehe bereue ich es, daß ich die Tankstelle angesteuert habe. Ich will nicht zu einen Gespräche gezwungen werden. Auch kann ich ganz gut alleine tanken (so schwer ist das ja nicht) und ob ich eine Autowäsche benötige kann ich auch noch selbst herausfinden.

Höflich wie ich erzogen wurde antworte ich ganz nett auf seine Fragen und versuche ihn möglichst schnell abzuwimmeln. Doch das nächste Ungemach ist dann wieder nicht weit. Im Kassenraum wurde vor einiger Zeit ein Labyrinth (ich nenne es The Death Maze) aufgebaut. Man muss auf dem Weg zum Kassenschalter erst diverse Regalreihen ablaufen welche den Weg vom Eingang zur Kasse in etwa verdreifachen. Vor dem Bezahlen werde ich dann regelmäßig darauf hingewiesen, daß heute (wahlweise) Snickers, Mars, M&Ms etc. im Angebot sind und das ich doch welche kaufen könnte. (Der nächste Aldi wo der Schrott die Hälfte kostet ist 400 m entfernt.) Ich lehne wie immer dankend ab.

Das Geld darf der Beschäftigte dann noch nicht einmal selbst kassieren. Man muss es in einen Zählautomaten stecken.

Ich ergreife panikartig die Flucht zu meinem Auto und zuhause brauche ich nach diesem Erlebnis jedes mal ne Stunde autogenes Training. Ich bin aber auch selbst Schuld. Irgendwie schaffe ich es dieses Tankerlebnis nach einer gewissen Zeit zu verdrängen und vier Wochen später beobachte ich mich selbst wie ich wieder diese Tankstelle ansteuere.

Ich hab mir nun fest vorgenommen dies nicht mehr vorkommen zu lassen.

Und die Moral?

Keine Ahnung .. darüber hab ich nicht so viel nachgedacht. Ich frage mich nur wie man es als Tankstelle schaffen kann potentielle Kunden zu vergraulen die noch nicht mal wirklich auf den Preis achten. Verdammt .. ich fahre nun wegen dem Schrottladen extra wieder Umwege .. und das will schon was heißen.

von dem was ich tue .. ?

Im Oktober, respektive Ende September habe ich gegen meine Glaubenssätze (Kauf keine Firmen die im Digitalen Business unterwegs sind) Adobe und Qualcomm Aktien gekauft.

Adobe habe ich gekauft weil auf der größten Online Marketing Messe in Europa (DMEXCO) auf dem Adobe Stand gemunkelt wurde, daß Microsoft ggf. Adobe übernehmen will.

Qualcomm habe ich gekauft da die mehr oder weniger ein Monopol auf Baseband Chips haben.

Beide Branchen nicht mein übliches Jagdgebiet. Adobe zahlt keine Dividende, bei Qualcomm konnte ich mir das mit nem fairen Preis und guter soldier Dividende schönreden. Daneben schafft es kein Qualcomm Wettbewerber aktuell die technologisch zu übertrumpfen. Willst du die beste und schnellste Datenübertragung im Handy haben kommste an Qualcomm nicht mehr vorbei.

Hier die Charts der letzten Wochen:

Adobe ist dank glänzender Zahlen um 20% im Plus. Broadcom hat am Freitag bekannt gegeben, daß sie Qualcomm für 70 Dollar je Aktie übernehmen wollen. Zack 12% Plus.

Beides totale Glückstreffer .. hätte auch genau so gut gen Süden gehen können. Aber auch nett und jetzt schau ich mal was passiert.

Letzten Samstag fand das zweite Treffen der autonomen Finanzwesir Zellen in Karlsruhe statt. Ich war das erste mal dabei und skeptisch was mich da wohl erwarten würde.

Ich kannte keinen und wusste nur das „Dummerchen“ das Treffen sehr sorgfältig organisiert hatte. Frei nach dem Motto: erst mal ankommen, abchecken, Fresse halten und lauschen habe ich mich dazu gesetzt.

Nachdem alle da waren gab es ne kurze Vorstellungsrunde, jeder konnte aber über sich sagen was er wollte und ggf. was seine Interessen und Erwartungen sind. Da haben sich dann auch schon direkt die ersten Gesprächspartner gefunden und irgendwie war man dann auch schon mitten in die Gespräche vertieft.

Vom 22 jährigen Stundenten bis zur 66 jährigen Rentnerin war alles dabei. Die meisten kannten natürlich die üblichen Blogs aus der Szene und man war sich auch schnell einig welche Blogs nen wirklichen Mehrwert bieten und welche man nur zur Unterhaltung liest.

Das Anlagespektrum der Teilnehmer hat wirklich alles abgedeckt. Menschen die konsequent ETFs besparen, Stockpicker, Optionshändler, Immobilienbesitzer, Leute die Kryptowährungen ausprobieren oder in P2P Kredite anlegen bzw. von jedem etwas.

Interessante Lebensläufe, spannende finanzthematische und politische Diskussionen und ein paar Anlageideen gab es zuhauf.

Auf jeden Fall verging die Zeit wie im Flug und ich fands ziemlich geil mal mit Menschen über Geld zu sprechen, das ist ja eher doch ein Thema das im Freundeskreis nicht so fortgeschritten diskutiert wird.

Der Abend hat sich auf jeden Fall gelohnt und ich kann nur jeden ermuntern solch ein Treffen mal zu besuchen.

Ein Danke auch nochmal an Dummerchen, für die ganze Organisation und die Vorbereitung des Treffens!

17. Oktober 2017

Dream Of A Ghost

Bitte das folgende nicht in den falschen Hals bekommen. Ich möchte nicht prahlen. Allenfalls als Motivation verstehen.

Meine finanzielle Reise habe ich mehr oder weniger bei 0 gestartet. Ich habe zwar Geld geerbt (Danke an Oma und Opa). Allerdings habe ich die Kohle 2004 in einen Mini Cooper investiert .. komplett.

Zwischen 2002 und 2008 habe ich dann auch noch den Wert eines VW Golfs in Fahrradteilen versenkt. Daneben war ich auch mindestens zwei mal im Jahr im Urlaub. Gearbeitet habe ich durchgehend. Da ich aber kein Studium sondern nur ne Ausbildung habe, habe ich 2005 beispielsweise gerade mal 1400 Euro netto verdient. Ich musste allerdings auch keine Miete bezahlen.

Das Gehalt wurde über die Jahre mehr, meine Ausgaben sanken aber bzw. stagnierten. Das lag unter anderem daran das ich angefangen habe ein Haushaltsbuch zu führen. Je genauer ich die Kosten aufgeschrieben habe desto mehr wollte ich sie senken. Für mich ist und war das ein Spiel. Wo kann ich Kosten einsparen ohne die Leistung die ich dafür erhalte zu verschlechtern.

Als Resultat waren meine durchschnittlichen monatlichen Ausgaben im Jahr 2015 geringer als im Jahr 2005.

Geld hatte ich am Monatsende immer übrig. Ich habe noch nie einen Dispo benutzt und seit ich denken kann gammeln auf dem Girokonto mindestens 1000 Euro vor sich hin. Alles was diese 1000 Euro überschreitet wandert ins Depot. Wenn sich im Depot ca. 2500 Euro (später 5000 Euro) an Bargeld angesammelt haben, habe ich davon Wertpapiere gekauft.

Das ging auch öfter mal schief, da ich auf die schnelle Kohle aus war. Einsamer Rekord war ein Verlust von 8000 Euro (Gruß an griechische Staatsanleihen, Nokia usw.). Ab etwa 2008 tendierte es aber immer mehr zu Buy & Hold. Ein Zock ist heute die absolute Ausnahme.

Was ist nun in der Zeit passiert?

Man sagt immer die erste Million ist die schwerste (kann ich bestätigen, denn ich hab sie noch nicht).

Die ersten 100.000 Euro waren aber ebenso schwer.

Das erste mal 100K Depotwert hatte ich 2011. Es hat also 7 Jahre gedauert um von 0 auf 100K zu kommen.
Die 200.000 Euro Depotwert habe ich dann 2015 überschritten. Da waren es nur noch 4 Jahre.
300.000 Euro habe ich erst dieses Jahr geknackt. Also 2 Jahre.
Und wenn es keinen Crash gibt schaffe ich die 400.000 Euro nächstes Jahr .. da war es dann nur noch 1 Jahr.

Seit 2004 sind 13 Jahre vergangen und ich war kein Großverdiener (bin ich auch heute noch nicht). Aber man kann eben auch seine Ausgaben optimieren um mehr Geld für andere Dinge zur Verfügung zu haben.

Ich hatte ja schon einige male über die Zukunft der Arbeit geschrieben. Durch Deep Learning, Künstliche Intelligenz, Quantencomputer, hochintegrierte Chips usw. sind Computer in der Lage immer mehr Dinge zu übernehmen für die man vorher Menschen gebraucht hat. Das betrifft nicht nur Supermarktkassen oder die automatische Erkennung und Zuordnung von Rechnungen im Gegenteil .. das geht weiter als viele denken.

Nehmen als Beispiel Drohnen. Und ich meine nicht die Spielzeuge die jeder von uns heute kaufen kann. Sondern Drohnen die vom Militär heute schon eingesetzt werden. Die US Streitkräfte setzten aktuell mehr als 20 verschiedene Typen von Drohnen ein, sowohl zur Überwachung als auch zum Angriff. Diese Drohnen können teilweise autonom fliegen und werden bei Bedarf ferngesteuert. Der Drohnenpilot sitzt also in ner Box irgendwo in Nevada während er Angriffe auf den den I.S. im Irak fliegt.

Das ist keine Utopie sondern Realität. Boeing hat gestern bekannt gegeben, daß sie Aurora Flight Sciences gekauft haben. Eine Firma die sich darauf spezialisiert hat unbemannte und autonome Fluggeräte zu bauen.

Wenn ich nun Lufthansa Vorstand wäre, würden mir schon Zahlen durch den Kopf rattern. Pilot und Co-Pilot sind für einen Verkehrsflug vorgeschrieben und nebenbei auch die best bezahlten Jobs in der Fliegerei. Da ließe sich doch prima Geld sparen.

Ein Verkehrsflug wird zu einem Großteil der Zeit durch den Autopiloten gesteuert. Bedeutet 95% der Flugzeit sitzt der Pilot nur da und schaut den Autopiloten an. Richtig notwendig ist er eigentlich nur am Boden und bei Start und Landung. Und selbst die lassen sich mit manchen Flugzeugtypen schon automatisch durchführen.

Was spricht also dagegen irgendwo ein Control Center zu haben wo 20 Piloten am Boden sitzen und 100 Flüge fernsteuern und eben nur bei Bedarf eingreifen? Technisch möglich ist das schon .. siehe Militärdrohnen. Zumindest kann man sich aber den Co-Piloten fürs erste sparen. Wäre mir als Passagier auch egal ob da ein oder zwei Piloten im Cockpit sitzen. Zack hab ich die Personalkosten bei den Piloten halbiert.

Aber ich muss gar nicht soweit gehen.

Autonome U-Bahnen sind schon heute Realität (Nürnberg) und seit Jahren im Einsatz. Keine neue U-Bahn die nicht drauf vorbereitet ist. Während die Deutsche Bahn immer noch sehr viele neue Lokführer sucht, ausbildet und einstellt würde ich mich als junger Mensch fragen ob der Beruf überhaupt noch Zukunft hat.

Je billiger, zuverlässiger und gewohnter autonome Transportsysteme werden umso mehr werden Firmen sie einsetzen. Warum einen Menschen etwas machen lassen was eine Maschine billiger und mindestens genau so gut wenn nicht sogar besser kann.

Dabei sind für mich autonome Taxis noch das komplizierteste Unterfangen .. weil der generische Straßenverkehr am chaotischsten und unberechenbarsten ist. Natürlich schreien alle, daß sie ihr Leben nicht einer Maschine anvertrauen möchten. Allerdings haben das die Benutzer von Kutschen vor 100 Jahren auch gesagt als das Auto populär wurde.

Aber hey .. stellt euch vor ihr pendelt jeden Tag mit dem Auto eine Stunde die selbe Strecke, jeden Tag die gleichen Ampeln der selbe Stau. Ich hätte liebend gerne ein Auto das mich autonom dorthin bringt und ich kann dann während der Fahrt gefahrlos auf meinem Smartphone rumdrücken.

5. Oktober 2017

Oma

Ein Nachbar ist gestorben. Er war 52 Jahre alt. Angeblich Herzfehler. So richtig traurig bei einem Todesfall war ich bisher zweimal. Vor 20 Jahren als mein Kater eingeschläfert werden musste und als vor ein paar Jahren meine Oma (bei der ich teilweise aufgewachsen bin) gestorben ist.

Sonst berührt mich das Sterben irgendwie nicht. Manchmal denke ich, ich bin auf der Ebene irgendwie kaputt. Ich gehe auch nicht auf den Friedhof um der Toten zu gedenken. Wenn ich an meine Oma denken will tue ich es da wo ich gerade bin. Traurig bin ich dabei allerdings auch nicht wirklich. Ich denke da eher an die Marotten die jeder Mensch hat und muss eher schmunzeln.

Meine Oma kommt (kam) aus einem kleinen Dorf im Schwarzwald. Dort gab es damals eigentlich nur Landwirtschaft. Ich weiß nicht mehr wieso, aber ihre Eltern haben sie zur Buchhalterin ausbilden lassen, während ihre Altersgenossen nach 9 Jahren Hauptschule geheiratet haben und sich dann um den Nachwuchs und den landwirtschaftlichen Betrieb gekümmert haben.

Sie hat dann in einer Firma in der Nähe auch als Buchhalterin gearbeitet. Mein Opa war ebenfalls kein Landwirt sondern Elektriker. Er war selbständig und das ergänzt sich. Neben den fünf Kindern die sich groß gezogen haben, hat mein Opa gearbeitet und meine Oma dann später und mit den Kindern als seine Buchhalterin gearbeitet.

Das lief wohl auch ziemlich gut, denn meine Mutter und deren Geschwister haben ordentlich was geerbt. Opa und Oma waren sparsam. Große Ausgaben gab es nicht. Dinge wurden so lange verwendet und repariert bis sie wirklich hinüber waren. Obst und Gemüse wurden selbst angebaut und mein Opa fuhr einen 20 Jahre alten Opel Kadett Kombi. Sie haben in Ihrem Leben drei Häuser gebaut. Zwei davon vermietet und in einem gewohnt. Das war auch die Altersvorsorge. Das Geld wurde dann auf den Namen der Enkel angelegt, oder in Bundesschatzbriefe bei welchen es damals noch 7-9% Zinsen gab.

Meine Oma war manchmal etwas anstrengend .. wenn sie sich was in den Kopf gesetzt hatte musste das auch erledigt werden. Oft musste ich dann natürlich mithelfen, sie irgendwo hin fahren, mit ihr einkaufen gehen, jenes Beet umgraben, dort den Rasen mähen oder mal 600kg Äpfel ernten. (Äcker hatte sie ne Menge). Bevorzugt auch die steinernen Geranientöpfe zwei mal im Jahr durchs Haus wuchten. Als Teenager habe ich das auch eher widerwillig und oft nur unter Protest gemacht. Trotzdem hat es sich aus finanzieller Sicht immer gelohnt.

Oma hat nämlich die besten Stundenlöhne gezahlt.

Geizig war sie nämlich überhaupt nicht. Kein Besuch bei Oma wo man nicht mit dem Fuffi in der Tasche wieder gegangen ist. Fürs Rasenmähen gabs schon mal nen Hunni und sämtliche Strafzettel die ich bekommen hab hat sie auch bezahlt (Mein Auto war damals auf Sie zugelassen .. günstigere Versicherung .. Geld sparen .. ihr wisst schon.)

Wenn Oma mir Geld gegeben hat dann NIE ohne nen Ratschlag:

Der Erste war immer ne Warnung .. Bub wenn du das Geld so in die Hosentasche steckst verlierst du es .. also schön in den Geldbeutel.

Der Zweite war immer .. Bub tu das Geld schön aufs Sparbuch.

Ja Oma .. mach ich .. immer noch!

5. Oktober 2017

Depot und Kommentare

Ich dachte ich teile das mal .. wegen den Kommentaren hinter den „->“ .. das steht auch so in meinem Verwaltungsspreadsheet ..

  • AbbVie Inc -> Medis: Immunologie, Onkologie, Virologie
  • Aflac Inc. -> Kranken und Lebensversicherung
  • Altria Group -> Kippen und saufen
  • AllianceBernstein -> Reiche reicher machen
  • Amgen Inc. -> Biotech No.1 / Krebsmedis
  • Apollo Commercial Real Estate -> Hypotheken REIT
  • Aurelius -> Heuschrecke
  • Baldwin & Lyons -> Transport und Firmenversicherungen
  • Bank Of Nova Scotia Bank -> Kanada, Bank
  • BASF -> Chemtrails für den Bund
  • Blackstone Group L.P. -> schlimme Heuschrecke
  • BMW Autombil -> selbst schuld wer soviel Geld fürn Auto ausgibt
  • Bombardier Anleihe -> ich mag die C Series
  • Caterpillar -> so geil wie Lego
  • Coca Cola -> Coke Zero Sucht
  • CoreCivic -> Jailbreak
  • Deka Daxplus Max Div -> laaaangweilig
  • Duke Energy Energie -> Energieversorger SC
  • Emerson Electric -> Wettbewerber meines ehemaligen AG
  • Gladstone Capital Corporation -> BDC, MoPa
  • GlaxoSmithKline -> Antidepressiva FTW
  • Global X SuperDividend ETF -> weltweit laaangweilig
  • Harley Davidson -> die VRod siegt geil aus
  • HCP Inc -> Gestorben wird immer
  • Hercules Capital -> Venture Capital
  • iShares DJ Asia Pacific -> laangweilig Asien
  • iShares STOXX Global Dividend -> laangweilig weltweit
  • L Brands -> Victorias Secret, weil ichs kann
  • Main Street Capital -> BDC
  • Marine Harvest -> wegen Überfischung geschlossen
  • MPH Mittelständische Pharma -> wenn ich sehe was manche pro Tag schlucken
  • Muench Rueck -> so langweilig
  • National Retail Properties -> FedEx Immos
  • New Mountain Financial -> sehr Reiche reicher machen
  • Novo Nordisk -> Diabetes Medis siehe CocaCola
  • ONEOK -> Erdgas, wers braucht
  • Peritus High Yield ETF -> Junk Bonds, MoPa
  • Phillips 66 Tankstellen -> JET weil Shell mich nervt
  • Pitney Bowes -> was weiß ich
  • Potash Corp of Saskatchewan -> oder halt K+S
  • PowerShares KBW High Dividend -> laangweilig Finanzsektor, MoPa
  • Procter Gamble -> Gilette, Pampers, die Leute kaufens
  • Realty Income -> REIT, ein MoPa
  • Safety Insurance Group -> Versicherung, Auto
  • Southern Company -> Energieversorger, Georgia
  • SPDR S&P Intl Dividend ETF -> laangweilig Europa, Asien, Kanada, Australien
  • Target -> Aldi Aktien gibts ja nicht
  • TICC -> BDC
  • Tupperware -> Plastikschüsseln halten 100 Jahre
  • T. Rowe Price -> Asset Management
  • United Bankshares Inc. -> Banken Holding
  • Universal Co. -> Tabakhändler
  • Waddell & Reed Financial -> Finanzberatung, Vermittlung, hihihi
  • Welltower Healthcare -> REIT
  • Westwood Holdings -> Kohle für die 1%
  • Williams Sonoma -> Pottery Barn, Haushalt
  • W.P. Carey Inc. -> Business Immobilien REIT
27. September 2017

Hurra wir leben noch VII

Alle sechs Monate schreibe ich was zu meinem Ziel, meine Lebenshaltungskosten durch passive Einnahmen zu decken. Mein erster Artikel dazu war von November 2014. Das war der erste Monat in welchem die Einnahmen aus SEORCH und den Dividenden meine fixen Kosten gedeckt haben.

Das ist nun bald drei Jahre her und das sah in etwa und ganz grob so aus:

  • Passive Einnahmen 2015 (im Schnitt / pro Monat): 2260 Euro
  • Passive Einnahmen 2016 (im Schnitt / pro Monat): 3240 Euro
  • Passive Einnahmen 2017 (im Schnitt / pro Monat): 4200 Euro

2017 ist noch nicht komplett .. aber bis Ende September passt die Zahl. Die SEORCH Einnahmen sind im August auch etwas zurück gegangen da einige Kunden ihre Whitelabel Versionen gekündigt haben. Bringt mich nun aber nicht um den Schlaf.

Ziel ist es immer noch sämtliche Fixkosten durch Dividendeneinnahmen zu decken. Wieviel Vermögen in Wertpapieren ich dazu brauche habe ich hier mal geschrieben. Der Depotwert steht kurz davor. Der Kaufwert liegt aber noch drunter. Ich rechne allerdings mit dem Kaufwert der Wertpapiere da sich hierauf meine Dividendenrechnung bezieht.

Die reinen netto Dividendeneinnahmen haben sich so entwickelt:

  • 2015 (im Schnitt / pro Monat): 540 Euro
  • 2016 (im Schnitt / pro Monat): 710 Euro
  • 2017 (im Schnitt / pro Monat): 970 Euro

Der Schnitt für 2017 wird noch sinken .. aber ich rechne mit so 900 Euro.

Fazit hier

Einen soliden Basis Fuck You Level habe ich damit erreicht und den baue ich jetzt noch etwas aus.

21. September 2017

Wer die AFD wählt ist ..

Bitte geht am Sonntag wählen! Und bitte stimme für eine Partei die nicht menschenverachtend ist. Ganz egal welche. Sogar die FDP ist okay 😉

Wenn du Entscheidungshilfen gegen die AFD brauchst:

https://wir-sind-afd.de/
Hier auch
Sammlung Zitate PDF

Möglicherweise werde ich für diese Wahlempfehlung in 10 Jahren von Zuhause abgeholt und in ein Lager verfrachtet .. wer weiß das schon.

Das mir dieser Gedanke wirklich in den Sinn kommt und ich zwangsläufig an die 1930er Jahre zurückdenken muss, zeigt (mir) irgendwie die Parallelen der AFD zur NSDAP. Noch ist es nicht soweit, trotzdem werden wir zum ersten Mal seit ich lebe wieder eine rechtsradikale Partei in einem deutschen Parlament sitzen haben.

Um die Überschrift zum Abschluss zu bringen .. wer die AFD wählt ist ein dummes, grenzdebiles Arschloch.

31. August 2017

Konsumstreik?

Mein Handy mag nicht mehr so richtig laden. Wenn ich den Mini USB Stecker einstöpsle muss ich schon arg rumwackeln das sich etwas tut. Heute habe ich mich dann nach einem neuen Gerät umgesehen. Nur leider habe ich scheinbar keine Lust eins zu kaufen.

Früher war ich ein Apple Jünger der am liebsten in Ralph Lauren Hemden durch die Gegend gelaufen ist. Es gab sicher Jahre in welchen in ein paar tausend Euro in Klamotten, Schuhe etc. mit schicken Labels investiert habe. In Fahrräder und Fahrradteile habe ich grob überschlagen auch schon 30K angelegt.

Wie gut das Amazon alle Bestellungen archiviert und man diese nach Jahren noch sehen kann. Ich hab wirklich jeden Scheiß gekauft. Dutzende DVDs, CDs, Bücher, Möbel und Kleinmöbel .. ich hab die Kohle halt rausgehauen .. notwendig war vieles davon nicht.

Das ist fast 15 Jahre her ..

Außer einige Fahrräder (meine Achilles Ferse) besitze ich nichts mehr davon. Die DVDs und CDs habe ich sogar verschenkt. Meinen Apple Laptop zahlt mein Arbeitgeber und mein letztes Bike ist ein Firmenfahrrad (siehe Firmenwagen). Das hat hat ein 3500 Euro Preisschild und kostet mich netto 35 Euro im Monat.

Ich lebe grob überschlagen von 10.000 Euro im Jahr, konstant die letzten 10 Jahre und .. ich vermisse nichts, also nichts was man sich für Geld kaufen kann.

In der Zeit entwickelt man ganz unbewusst Gewohnheiten die auf andere Menschen manchmal befremdlich wirken.

Ich zähle mal ein paar davon auf:

  • ich kaufe nur Lebensmittel die ich die nächsten Tage brauche, ich kaufe nie auf Vorrat
  • ich kann micht nicht erinnern wann ich das letzte Mal Lebensmittel weggeworfen habe
  • ich plündere des öfteren den Gemüsegarten meiner Eltern
  • wenn ich keinen Sport mache dusche ich nur alle 3 Tage
  • ich hab noch nie ein DEO benutzt und zum duschen nehm ich Kernseife
  • ich hab 5 Hosen, 5 Hoddies und 15 T-Shirts welche ich regelmäßig trage
  • je 4 Hosen, 4 Hoodies und 5 T-Shirts sind das identische Model
  • meine Winterjacke hat 70 Euro gekostet und ist aus Armeebeständen
  • ich hab 5 Paar Schuhe und 3 paar davon hatte ich seit Jahren nicht an
  • neue Dinge kaufe ich nur wenn alte völlig kaputt sind
  • ich horte nichts und versuche eigentlich dauern was loszuwerden
  • ich habe keine emotionale Bindung zu Gegenständen

Wirkt vielleicht etwas creepy, aber ja, ich hab durchaus soziale Kontakte und Freunde. Es gibt aber sehr wenig Menschen bei welchen es mir wichtig ist was sie über mich denken, viel wichtiger ist aber das mir das so leicht fällt, daß ich heute zum ersten mal seit langem wieder drüber nachgedacht habe.

Ich bin sicher kein Gutmensch der die Welt retten will, der kleine ökologische Fußabdruck kommt von ganz alleine. Ich tue das auch nicht damit ich möglichst viel Geld sparen kann, das ist auch nur ein Nebeneffekt.

Warum tue ich das also?

Ich habe einfach keine große Lust mir über Alltäglichkeiten Gedanken zu machen. Wenn alle Hosen, Shirts und Hoddies gleich sind stellt sich nicht die Frage was ich anziehe. Wenn ich keine Lebensmittel auf Vorrat kaufe, muß ich nicht daran denken was alles noch „im Haus“ ist. Wenn ich mich nicht mit anderen Menschen vergleiche komme ich gar nicht auf die Idee, daß ich das neue Ding XYZ brauchen könnte.

Und das Handy?

Ist ja noch nicht komplett kaputt .. und wenn es soweit sein sollte bestelle ich in Asien wieder einen Xiaomi Chinaböller für 120 Euro.

23. August 2017

Equilibrium

per Definition ein System in welchem alle Dinge ausgeglichen sind ..

Ich erzähle nun zwei Geschichten ..

Geschichte 1: Der Arbeitnehmer

Stell dir vor du hast einen Traumjob. Um diese Arbeit zu machen musst du die Ausbilung selbst bezahlen. Diese ist teuer und kostet dich knapp 100.000 Euro. Nach dieser Ausbildung solltest du einen Job bekommen der gut bezahlt ist. Je nach Arbeitgeber liegt das Einstiegsgehalt zwischen 50.000 und 80.000 Euro im Jahr. Wenn alles gut läuft sind nach ein paar Jahren auch 120.000 bis 200.000 Euro drin.

Nun ist es aber so das in der Branche ein Preiskampf tobt. Sofern du in Europa bleiben willst hast du es schwer eine solche Anstellung zu finden. Du bewirbst dich beim europäischen Marktführer, die laden dich zu einem Gespräch ein und du bekommst den Job.

Die sagen dir aber, daß sie dich nicht direkt anstellen sondern du einen Vertrag bei einer anderen Firma bekommst welche deine Arbeitskraft dann diesem Marktführer zur Verfügung stellt. Diese andere Firma will dich aber nur als selbständigen Subunternehmer anstellen.

Kurzum .. um den Job zu bekommen arbeitest du als selbständiger Unternehmer.

Warum?

Der Marktführer spart sämtliche Sozialleistungen wie Krankenversicherung, Rentenversicherung, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall usw. ein. Er kann sich so sehr günstig deine Arbeitskraft sichern und wenn man dich mal nicht mehr braucht bist du schnell wieder weg.

Du schluckst die bittere Pille weil in deinem Job alles auf Erfahrung basiert. Frisch ausgebildet musst du dringend Erfahrung sammeln. Ohne viel Erfahrung nimmt dich nämlich auch kein anderer Marktteilnehmer.

Da du in diesem Job viel Verantwortung hast solltest du ihn wirklich nur ausüben wenn du 100% gesund bist. Problem hierbei .. da du selbständig bist gibt es kein Geld wenn du nicht arbeitest.

50% deines Gehalts sind variabel und werden direkt von deinem Arbeitnehmer bestimmt. Du kannst es selbst nicht beeinflussen. Die Vorbereitung auf deinen Job wird nicht als Arbeitszeit anerkannt und auch nicht bezahlt. Dein Arbeitgeber kann dich ohne große Vorwarnung überall in Europa einsetzen. Wenn keine Aufträge da sind kannst du einfach so in unbezahlten Urlaub geschickt werden.

Außerdem führt dein Arbeitgeber interne performance Listen. Diese sind für alle Kollegen einsehbar. Sie zeigen wer dem Arbeitgeber bei der Ausübung des Jobs am meisten Geld spart und eben auch welcher Kollege Ressourcen „verschwendet“.

Die Gehälter deiner Kollegen bewegen sich allesamt am unteren Limit der Branche. Manche verdienen weniger als den gesetzlichen Mindestlohn.

Geschichte 2: Der Marktführer

Du bist Chef einer Firma die über 20% Umsatzrendite macht und das in einer Branche in der andere erfolgreiche Wettbewerber knapp über 5% Rendite schaffen. Du hast in 20 Jahren den Markt planiert. Du bist von ein paar hundert auf 11.000 Angestellte gewachsen. Machst 2016 6,5 Milliarden Umsatz und 1,3 Milliarden Gewinn. Du hast 117 Millionen Kunden. Vor 20 Jahren waren es nicht mal zwei Millionen.

Filialen öffnest du zu 90% nur an Orten welche dir massive Subventionen zugestehen. Du verlangst von diesen Orten über Jahre hohe Marketingzuschüsse. Sollten die Subventionen weniger werden schließt du deine Filiale und ziehst in den nächsten Ort. Deine Kunden behandelst du wie Legehennen. Dein Produkt ist im besten Fall befriedigend, dein Kundenservice ist mangelhaft und du verlangst für alles extra Gebühren.

Trotzdem wächst die Anzahl deiner Kunden weil du einfach der billigste Anbieter bist. In dieser Branche ist billig alles. Kaum jemand ist bereit für ein besseres Produkt mehr zu bezahlen. Deine Kunden lassen sich mieß behandeln weil sie einfach Geld sparen.

Ein Großteil der anfallenden Kosten in deiner Branche ist für alle Wettbewerber gleich. Diese fallen an und lassen sich nicht reduzieren. Die variablen Kosten sind deine Angestellten, die Qualität deines Produkts und der Standort bzw. die laufenden Kosten deiner Filialen.

Deine Angestellten beutest du aus. Deine Filialen wechselst du (sofern notwendig) wie andere ihre Unterwäsche und dein Produkt ist gelinde gesagt scheisse. Du wächst pro Jahr um 10% – 15%. Ein Ende ist nicht abzusehen.

Trotzdem sind diverse deiner Wettbewerber (u.a. wegen dir) mittlerweile insolvent bzw. massiv angeschlagen. Allesamt Wettbewerber die nicht sooo viel teurer sind als du, ihre Angestellten etwas fairer behandeln und auch ein besseres Produkt haben.

Ja und .. ist doch nur eine Geschichte?

Nein. Der Marktführer ist Ryanair und der Angestellte jeder frisch ausgebildete Co-Pilot der dort anfängt. Seine Kollegen sind Flugbegleiter. Alles was da oben steht ist Fakt und lässt sich leicht nachrecherchieren.

Das ist halt die Krux mit der Liberalisierung von Märkten. Sie kann Märkte effektiver machen und Preise senken. Man sollte aber nicht außer acht lassen zu welchem Preis. Ryanair nutzt jedes Loch in den Gesetzen. Nichts von dem was sie machen ist aktuell illegal. Die EU ist zu träge um zu agieren. Wenn eine Gesetzeslücke geschlossen wird hat Ryanair schon wieder drei neue gefunden.

Am Rande .. wenn Ryanair jedem seiner Angestellten 10.000 Euro mehr pro Jahr zahlen würde, würde der Gewinn um 110 Millionen Euro sinken.

15. August 2017

Bullshitjobs

Ein Zitat von David Graeber (Ethnologe, lehrt an der LSE)


1930 sagte John Maynard Keynes voraus, dass die Technologie bis zum Ende des Jahrhunderts so weit fortgeschritten sein würde, dass Länder wie Großbritannien oder die Vereinigten Staaten eine 15-Stunden-Woche erreicht haben würden. Alles deutet darauf hin, dass er recht hatte. Technologisch gesehen sind wir hierzu in der Lage. Dennoch passiert dies nicht. Stattdessen wurde Technologie dafür eingesetzt, damit wir alle mehr arbeiten. Um dies zu erreichen, mussten Jobs geschaffen werden, die im Resultat sinnlos sind. Große Mengen an Menschen, insbesondere in Europa und Nordamerika haben ihr gesamtes Arbeitsleben damit verbracht, Tätigkeiten auszuführen, von denen sie heimlich denken, dass sie eigentlich nicht getan werden müssten. Der moralische und spirituelle Schaden, der hier aus dieser Situation resultiert, ist schwerwiegend. Es ist eine Wunde in unserer kollektiven Seele. Doch niemand spricht hierüber.

Dazu gab es auch eine Umfrage in Großbritannien (2015) wo 37% der Befragten angaben das ihr Job im Grunde bedeutungslos ist.

Was ist ein Bullshit Job?

Eine Tätigkeit die keinen volkswirtschaftlichen Mehrwert bringt, bzw. die nicht zum Gemeinwohl beiträgt.

Ich habe mich z.B. immer gefragt was den Beruf eines Steuerberaters rechtfertigt. Wäre es nicht besser eine Steuergesetzgebung zu haben die so einfach wäre das es diese Berufsgruppe nicht bräuchte? Die wachsende Horde der Berater und Consultants halte ich ebenso für überflüssig. In meiner Zeit bei 1&1 hatten wir Booz im Haus. Da haben mir dann einige Jungs die frisch von der Uni kamen erklärt wie ich meinen Job besser machen kann. Dann waren sie wieder weg und alles lief so weiter wie gehabt.

Warum brauche ich einen Immobilienmakler?
Einen Ernährungsberater?
Oder nen Finanzberater?

Wäre ich wirklich schlechter dran wenn es die nicht gäbe, würde ich mir vielleicht mehr Mühe geben Dinge selbst zu lernen? Aber halt das geht ja nicht. Da ist der Mangel an Zeit unter dem wir alle leiden.

In vielen Bereichen kann man auch nur teilweise von Bullshit Jobs sprechen.

Während die Bauarbeiter am neuen Berliner Flughafen sicher einer sinnvoller Tätigkeit nachgehen, wurde durch beschissene Planung und Missmangement, ein vielfaches an Arbeitsstunden angehäuft als tatsächlich benötigt worden wäre. Viele Arbeiten die verrichtet wurden waren einfach überflüssig.

Oder im Gesundheitswesen .. die Techniker Krankenkasse hat über 13.000 Angestellte (10 Millionen Versicherte), die DAK 10.000 (6 Millionen Versicherte). Die kassieren Geld und geben es wieder an Ärzte und Krankenhäuser. Nahezu alle Leistungen sind gesetzlich standardisiert. Die Beiträge steigen ab und zu und ich bekomme alle paar Jahre etwas weniger für meinen Beitrag. Dazu brauche ich aber keine 100.000 Angestellten im Krankenkassensektor. Also was machen die den ganzen Tag?

Als ich bei 1&1 war haben die mit 5000 Mitarbeitern 10 Millionen Kunden betreut. Und selbst da war ein Teil der Jobs einfach Bullshit. Als ich angefangen habe, haben wir mit 2-4 Entwicklern prima eine Kampagne (Monatsangebot Hosting oder Mobilfunk) gebaut. Als ich gegangen bin hatten wir 10 mal soviel Leute, einen Wasserkopf aus Projektmanagern, UXlern, QAlern usw. schneller waren wir nicht und besser auch nicht.

Seis drum ..

Wirklich wichtige Jobs haben wir komplett automatisiert oder werden in unserer Gesellschaft schlecht bezahlt und haben oft auch kein hohes Ansehen. Oder stellt euch mal vor wenn morgen alle Krankenpfleger, Müllmänner, Bauern oder Paketzusteller nicht mehr hier wären. Das nackte Chaos würde ausbrechen.

Nen Immomakler, Personal Trainer oder nen Firmenanwalt wird aber so schnell keiner vermissen.

Es ist doch schon massiv verdächtig, daß der Kapitalismus eine so hohe Anzahl an überflüssigen Beschäftigungen hervorbringt und dann diese Jobs in der Regel auch noch besser bezahlt, als Jobs die uns als Gesellschaft weiterbringen.

Glücklich der welcher nicht darüber nachdenkt .. man könnte ja sonst in Depressionen versinken.

9. August 2017

Einnahmen Juli 2017

Letzte Woche hatte ich Jahresgespräch. Also im Job. Davor muss ich immer einen Fragebogen ausfüllen. Da wird unter anderem gefragt wo ich mich in 3-5 Jahren sehe. Habe dann reingeschrieben „Finanziell frei“.

Das war wohl gelogen wie dann im anschließenden Gespräch rauskam. Mein Chef fragte mich ob ich noch arbeiten muss um meine Lebenshaltungskosten zu decken ..

Hier die Bruttoeinnahmen vom Juli

  • Dividenden € 1849
  • SEORCH Whitelabel € 1809
  • SEORCH Werbung € 100
  • SEORCH Keywordmonitor € 1120
  • Google Adsense € 350

Macht 5228 Euro

Der Juli wird 2017 der beste Monat bleiben. Warum?

April, Mai, Juni und Juli sind in meinem Portfolio die stärksten Dividendenmonate. August bis Dezember die schwächsten. Außerdem haben doch glatt drei Kunden Ihre SEORCH Whitelabel Versionen gekündigt und darum wird es auch hier weniger werden.

Auf Marketing und Werbung habe ich keine Lust .. wobei da sicher noch einiges an Potential vorhanden wäre. Allerdings habe ich festgestellt das ich eigentlich nicht so gerne Kunden habe.

Whaaaat? Das hat Gründe:

  • Kunden zahlen oft ihre Rechnungen verspätet, man bitte öfter mal freundlich offene Rechnungen zu begleichen
  • Mahnen mag ich nicht, weil sollen ja Kunden bleiben
  • Manche Kunden wollen immer wieder Dinge die vorher nicht abgesprochen waren, und ich hab echt keine Lust ihnen das immer auszureden
  • Einige wenige beauftragen Leistungen, dann hört man nie wieder was von ihnen, auf Emails .. keine Antwort
  • ein paar sind einfach unfreundlich, der Ton ist aggressiv, kein Bitte, kein Danke
  • die Gruppe (welche in meinem Fall) immer Probleme macht: selbständige Männer über 40 die gerade ihr Unternehmen gegründet haben, mit zwei Dritteln davon hatte ich Ärger

Darum mag ich Aktien irgendwie lieber. Die fragen nix, die jammern nicht, die Einnahmen sind irgendwie kalkulierbarer, Dividenden kommen pünktlich oder gar nicht .. vor allem muss ich nicht anstrengend kommunizieren .. ja jemandem zum dritten mal zu erinnern, daß seine Rechnung noch offen ist, ist einfach anstrengend.

Aus Scheiss stelle ich mal meine Ausgaben im Juli 2017 gegenüber, also Strom, Wasser, Sprit, Nahrungsmittel, sonstige Ausgaben außerdem die angerechneten jährlichen Kosten. Ich zahle glücklicherweise keine Miete, die Hütte in der ich wohne gehört meinen Eltern. Denen habe ich vor ein paar Jahren vorgerechnet das ich eine theoretische Miete besser verzinsen kann als sie selbst. Da ich das Geld sowieso irgendwann erbe wäre es somit ein Verlustgeschäft Miete zu bezahlen. Gab wenig was man dagegen sagen kann.

Die Ausgaben im Juli 2017 beliefen sich auf 792 Euro.

Außerdem gibts in 3 Wochen wieder Lebkuchen im Supermarkt!

Während Tesla das Modell 3 in den Verkauf bringt und die deutsche Automobilindustrie scheinbar in einer Art Nokia Schockstarre verfallen ist, mutmaßen einige mit denen ich diskutiert habe schon, daß wir hierzulande bald gar keine Autos mehr bauen.

Ist dem so?

iPhone und Android haben Nokia, Blackberry und Windows Phone gekillt. Das kann keiner bestreiten. Als Nokia halbherzig versuchst hat dem gegenzusteuern war es eigentlich zu spät. Tausende von Entwicklern haben schon Apps für iOS und Android gebaut und keiner hatte noch Lust auf ein schlecht zu bedienendes Nokia Betriebssystem (Symbian).

Ob Tesla nun dasselbe mit der alten Automobilindustrie macht? Ich wage keine Prognose zu treffen. Aber möglicherweise werden die nächsten zwei Jahre die entscheidenden sein. Der Dieselskandal und die Kartellvorwürfe haben es den Deutschen sicher nicht leichter gemacht. Das Image von VW in den USA ist beschissen. Tausende von Autos wurden zurückgegeben. Konsumenten sind enttäuscht und suchen Alternativen.

Da kommt er 35.000 USD Tesla gerade recht. Angeblich hat Tesla ne halbe Million Vorbestellungen. Das wäre immerhin die doppelte Anzahl von Fahrzeugen die Opel letztes Jahr verkauft hat. VW hat knapp 10 Millionen Fahrzeuge in 2016 verkauft. Nur um das mal in Relation zu setzen.

Das erste iPhone war nun kein richtiger Renner, das iPhone 3G hat den Markt geöffnet und die Leute haben es Apple aus den Händen gerissen. Mit dem iPhone 4 wurde dann der Markt planiert. Das hat 3-4 Jahre gedauert.

Sollte Tesla 2019 ein bis zwei Millionen Model 3 verkaufen, und VW immer noch denken es reicht nen halbherzigen e-Golf mit 150 km Reichweite zu bauen, kann man in Wolfsburg bald günstig Industriebrachen mieten.

Aber lassen wir mal die Häme.

Uns wird es vielleicht bald auch so gehen. Ich bin Software Entwickler und staune was in den letzten 5 Jahren in meiner Branche passiert ist. Ich baue heute Tools und führe Analysen automatisiert durch für die vor einigen Jahren ganze Abteilungen viele Tage gebraucht hätten.

Jede Art von Verwaltungsarbeit und Sachbearbeitung lässt sich zumindest teilautomatisieren. Statt einer Abteilung mit fünf Leuten, brauche ich dann nur noch einen der im Fehlerfall (wenn die Software nicht klar kommt) manuell entscheidet.

Als Beispiel soll mal der Buchhalter herhalten:

  • 2013 gab es in D 240.000 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Buchhalter
  • 2017 waren es 244.000

Wäre der Job dem Arbeitsmarkttrend gefolgt müssten heute 253.000 Buchhalter in Lohn und Brot stehen. Die Anzahl aller Beschäftigten stieg in diesem Zeitraum um 5,5%, die Anzahl der Buchhalter nur um 1,8%.

Es ändert sich also nicht von heute auf morgen. Aber es wird Jobs geben die in den nächsten Jahren weniger werden oder ganz verschwinden. Jede technologische Veränderung die uns in großem Maßstab betrifft hat dies unwiederbringlich zur Folge.

Anderes Beispiel:

Ich bin einmal im Monat in München. Dort gehe ich dann gelegentlich zu einem Edeka.

  • 2014 hatte er nur Kassen an welchen Kassierer saßen
  • 2015 gab es die ersten Kassen zum selbst scannen und bezahlen .. die funktionierten nicht so toll und dauernd musste ein Mitarbeiter helfen
  • 2016 war die Anzahl der herkömmlichen Kassen im Vergleich zu den Scannerkassen bei etwa 50/50
  • 2017 gibt noch zwei Kassen an welchen Mitarbeiter sitzen und zwölf Kassen zum selbst scannen

Klar, da stehen immer noch ein bis zwei Leute und überwachen das. Aber eben keine 10 Kassierer mehr wie früher.

Die Welt ändert sich, und sie nimmt keine Rücksicht auf dich. Wenn du noch mehr als 15 – 20 Jahre arbeiten musst, solltest du mal drüber nachdenken was mit deinem Job passiert -> https://job-futuromat.ard.de/

22. Juli 2017

Proletarierkoks

Konsum find ich gut.
Also bei anderen.
Bei mir nicht so.

Ich bin ein Junkie. Ich bin schwer süchtig. Wenn ich Cold Turkey gehe werde ich .. sagen wir .. schwierig bis unangenehm. Ohne meinen Schuß am Morgen geht eigentlich gar nichts.

Meine Drogen koche ich mit einer Bezzerra BZ 10 aus Mailand auf. Vorher jage ich das schwarze Gold durch eine Compak aus Barcelona. Mein Stoff muss gut sein. Frisch. Am liebsten nach neapolitanischer Machart.

Es geht natürlich um Espresso.

Problem für mich ist mittlerweile, der Kaffee oder Espresso der in unseren Breitengraden in Bahnhöfen und Cafés verkauft wird, genügt meinen Ansprüchen schon lange nicht mehr. Es kann also sein das ich schon mal 20 Minuten durch die Stadt laufe und einen Laden suche der seinen Kaffee nicht aus einem Vollautomaten mit Billigbohnen bezieht.

Tchibo ist für mich der Teufel, Jacobs, Dallmayr und wie sie alle heißen seine Weggefährten. Kaffee vom Discounter? So schnell hat man mich noch nie rennen sehen!

Ich bin bereit für guten Espresso 25-30 Euro pro Kilo zu bezahlen und ich verstehe Menschen nicht die sich einen Vollautomaten für 2000 Euro hinstellen und dann das Kilo Bohnen für 8 Euro kaufen. (Ich habe schon über 100 verschiedene Espressosorten getrunken, wenn der Kilopreis unter 14 Euro lag waren sie nicht genießbar. Nie. Punkt. Außerdem wird Kopi Luwak überschätzt.)

Vor einigen Tagen bin ich über das hier gestolpert .. es geht um den Preis für Kaffee.

Ich war nach Lesen des Artikels freudig begeistert.

Bin ich doch nicht der einzige Trottel der nach etwas süchtig ist, welches einen nicht mal High macht. Viel besser ist noch, daß meine Mitbürger auch noch viel mehr dafür bezahlen als ich. Und aus meiner Sicht für mindere Qualität.

Der oben verlinkte Artikel unterstellt, daß jeder Deutsche ca. 170 Liter Kaffee pro Jahr trinkt (Anfänger). Unter der Annahme, daß für 1 Liter Kaffee ca. 35 Gramm gemahlene Bohnen benutzt werden ergeben sich Extreme ..

Die Kosten pro Jahr:

  • Bin ich der ALDI Kaffee Typ: 45 Euro / Jahr
  • Der Senseo Trinker: 202 Euro / Jahr
  • Bin ich eher der Nespresso Mensch: 560 Euro / Jahr

Wohlgemerkt für die selbe Menge.

Der Kilopreis:

  • Aldi: 8 Euro
  • Senseo: 23 Euro
  • Nespresso: 63 Euro

Anmerkung:
Ich halte Aldi und Senseo Kaffee für nicht wirklich genießbar. Nespresso für ordentliches Mittelmaß.

Der Abstand von Senseo (23 Euro / kg) zu Nespresso (63 Euro / kg) beträgt also über 350 Euro im Jahr. Der Kauf und Betrieb einer Nespresso Maschine entbehrt also, von den Zahlen her, einfach jeder Logik. Für das Geld kann ich mir hervorragenden italienischen Chromstahl kaufen. Und dazu noch erstklassige Bohnen meiner Wahl. Selbst dann muss ich mich anstrengen den Nespresso Preis zu toppen.

Schön für Nestlé und deren Aktionäre.

Und nun würden mich mal die Argumente der Kapsel und Padnutzer interessieren?