getmad cause even god loves darkness

Mit Macht und Reichweite kommt auch Verantwortung. Finde zumindest ich. Wie das oft schief geht könnt ihr bei diversen Influencern sehen.

Viele Finanzblogger monetarisiern Teile ihres Contents. Da gibt es Werbung im Blog bzw. Affiliate Links oder gekaufte Blogbeiträge.

Damit habe ich kein Problem, wenn diese Sachen auch also solche gekennzeichnet sind. Wenn die Kennzeichnungen nicht zu sehen sind oder schwer zu finden sind finde ich das schon kritisch.

Manche Blogger kleistern ihre Seiten mittlerweile so hart mit Werbung zu, dass man kaum noch zwischen Inhalt und Ads unterscheiden kann (Gruß in die Schweiz) .. muss man mögen .. oder man ignoriert die Seite dann irgendwann.

Diverse Blogger der ersten Stunde bieten mittlerweile Kurse, Seminare, Workations, Online Akademien usw. an.

Hier muss man unterscheiden ob das gut und stark vom eigentlichen Blog abgegrenzt wird – oder – diese Angebote mehr oder weniger in jedem Artikel offen und aktiv beworben werden.

Ist dies der Fall, dann ist das Ziel des Blogs eben die eigenen Produkte zu verkaufen und ich bin raus.

Es gibt aber auch ein paar die schaffen den Spagat ganz gut. Mehrwert bieten UND ein paar Kröten mit Beratung verdienen ohne den eigenen Misthaufen dauernd wie Sauerbier anbieten zu müssen.

Also mit der Transparenz ist es selektiv gesehen nicht soo weit her.

Ich finde aber mit Reichweite kommt auch Verantwortung.

Verantwortung für viele Menschen welche die Inhalte konsumieren und eben keine cleveren Experten sind, Menschen die gerade mit Geldanlage anfangen und Menschen die wenig Geld haben und sich keine großen Experimente leisten können.

Muss man denen Seminare für tausende von Euro verkaufen und dazu sagen, das es ohne diese Seminare und Produkte sonst fast unmöglich wird, gut und solide vorzusorgen?

Ja .. jeder sollte für sich selbst Verantwortung übernehmen, sich mit Medien auskennen und wissen wie Clickbaits und diverse Trigger funktionieren .. dem ist aber leider nicht so. Siehe auch diverse Reddit Aktien und Krypto Zocks der letzen Monate oder die ganze TikTok Investoren Bubble.

Aber wo bleibt die Hilfe zu Selbsthilfe?

Manche Angebot wirken eher wie ein Strukturvertrieb (Gruß an Maschmeier und AWD). Dann steht nicht mehr der Kunde / Leser im Mittelpunkt sondern die eigenen Einnahmen.

Wie ist es hier?

Für manche ggf. überraschend .. ich bin mit 10% an der Aktienfinder GmbH beteiligt. Habe dort aber keine aktive Rolle. Ich bin seit Gründung (Anfang 2019) beteiligt. Den meisten wird das nicht aufgefallen sein, da es im ganzen Blog wahrscheinlich weniger als 5 Links dorthin gibt. Ich mache auch nicht aktiv Werbung dafür.

Ich habe keine Impressum, ich war bisher zu faul. Ich kann aber nur kein Impressum haben, weil:

  • ich keine Werbung mache
  • nichts verkaufe
  • diese Website (eigentlich) total privat ist
  • keine sponsored Content anbiete
  • kein Affiliate betreibe

Wenn also (irgendwann) ein Impressum auftauchen sollte, bin ich wohl auf den oben genannten Zug aufgesprungen.

Wie finanziert sich das hier dann? Ganz einfach: privat, ist mein Hobby. Kostet auch nur 4-5 Euro im Monat für das Hosting plus meine Zeit.

Natürlich reizt es mich manchmal auch mit diesem Blog etwas nebenher zu verdienen .. sollte ich das irgendwann tun, würde ich das eher so im Creator Stil (Patreon, Ko-Fi) machen wo man dann ein paar Euros spenden kann, wenn man möchte .. oder auch nicht.

Aber alle Inhalte sollen kostenlos Allen zugänglich bleiben.

Ich will weiter Geschichten erzählen, mich aufregen und auch manchmal Hilfestellungen geben bzw. das tun und schreiben worauf ich Lust habe, ohne an Einnahmen, Werbepartner oder Seminarverkäufe denken zu müssen.

Wir alle kennen den Finanzwesir. Ausführlich und mit spitzer Zunge hat er uns die Welt (der Geldanlage) erklärt. Und nicht selten habe ich Neueinsteigern den Link zu seiner Website geschickt.

Seit letztem Wochenende werde ich das wohl nicht mehr machen.

Warum?

Albert hat eine Kehrtwende gemacht.

Er empfiehlt nun ein Produkt einer Firma an der er selbst beteiligt ist und das sagt er auch ganz offen.

Bei dem Produkt handelt es sich um einen sogenannten Alpha Fonds.

Kurz gesagt, es geht um einen Fond, der versucht mit Trendfolgestrategien eine ähnliche Rendite wie der Vergleichsindex zu erzielen bzw. hohe Schwankungen an den Börsen zu glätten und somit eine geringere Volatilität zu haben als ein Brot und Butter ETF. In Krisenzeiten soll dies besonders zum tragen kommen und „Ruhe ins Depot bringen“.

Der Fonds nennt sich Democratic Alpha und hier könnt ihr die Website besuchen.

Ich will das Produkt als solches nicht beurteilen.

Aber .. what isch dann denn the Problem?

Erstens predigte Albert über viele Jahre auf die Kosten der Geldanlage zu achten. Dann legt er aber einen Fond auf der etwa 5% Ausgabeaufschlag und bis zu 1,5% Jährliche Gebühren hat. Siehe Screenshot, da es auf der Website widersprüchliche Angaben hierzu gibt.

Zweitens nutzt er seinen sehr guten und extrem bekannten Blog (welcher von vielen Neueinsteigern gelesen wird) um Marketing für dieses neue Produkt zu machen – auch wenn er es in eine oder mehrere ausführliche Analysen zum Thema Trendfolge packt.

Drittens und laut Reddit hat er auch alte Blogbeiträge angepasst, damit sie besser zum Thema Alpha Fonds passen.

Viertens und das ist für mich das Schlimmste: Er spült seine Reputation den Bach runter. Wir wissen nicht wie gut oder schlecht das Produkt ist, wir wissen nicht ob sich die hohen Gebühren rechtfertigen, da es den Fond erst seit wenigen Monaten gibt. Wir können auch nicht beurteilen, ob die Kosten die (versprochene) geringere Volatilität rechtfertigen.

Ist halt alles irgendwie so, als wenn ein Hardcore Fleischesser nun vegan wird und dann allerdings nur sein nagelneues, eigenes, teures veganes Würstchen empfiehlt.

Was denkt ihr?

Danke auch an JC83 für den Hinweis zu Reddit.

Update 22.06.2021

Albert antwortet teilweise recht ausführlich auf die Kommentare in seinem Blog zur Alpha Strategie.

Dann habe ich noch zwei Anmerkungen zum Produkt als solches. Albert hat früher immer propagiert: Wenn du ein Produkt oder ein Geschäftsmodell (Fond, Aktie usw.) nicht verstehst .. dann FINGER WEG.

Ich gebe zu, ich habe keine große Ahnung von Trendfolgestrategien. Aber auch die Democratic Alpha Website konnte mir die Fondstrategie bzw. die eigene Anlagestrategie bisher nicht so erklären, dass ich sie verstanden habe.

Dann noch kurz ein Spread welches mal den Democratic Alpha Fonds neben nen ETF stellt. Ja da können sich die meisten durchaus selbst ausrechnen und wissen es auch .. aber es gibt immer wieder Leute die von sowas überrascht sind.

Annahmen:

  • 10k Einmalanlage
  • Democratic Alpha macht 8% pro Jahr im Schnitt
  • ETF macht 7% pro Jahr im Schnitt
  • DA Kosten 1,5% p.a. + 5% Aufgabeaufschlag
  • ETF Kosten 0,3% p.a.

Entwicklung über 20 Jahre:

Fragen wir uns also:

  • Mit wie vielen Krisen müssen wir rechnen damit sich das lohnt?
  • Was wenn die Erholung so rapide erfolgt wie nach Corona?
  • Überperformt Democratic Alpha (auch ohne Krisen) einen Brot und Butter ETF?
  • Ist euch der Aufpreis die „Ruhe im Depot“ wert?

20. Juni 2021

Podcast #010 – Maurice

Unverhofft kommt oft? Nachdem ich in der letzten Episode angekündigt habe, dass ich keine neuen Gesprächspartner habe, hat sich Maurice bei mir gemeldet.

Er ist 25 Jahre alt und arbeitet bei einer großen Versicherung in Nürnberg. Mit dem Investieren hat Maurice erst vor etwa zwei Jahren begonnen und wir sprechen darüber wie er überhaupt auf die Idee gekommen ist und was ihn motiviert.

Da Maurice bei einer Versicherung arbeitet interessieren mich natürlich diverse Details aus seinem Arbeitsalltag und ich erfahre, dass er in seinem jungen Alter schon Personalverantwortung hat.

Im letzten Drittel sprechen wir darüber, was es bedeutet nicht über seine Verhältnisse zu leben und warum es aus unserer Sicht viele trotzdem nicht schaffen etwas auf die Seite zu legen. Maurice will auch von mir wissen, wie ich es geschafft habe mich über so viele Jahre zum Sparen und Anlegen zu motivieren und dann fange ich glatt an in meiner Vergangenheit zu wühlen.

Hier ist das Transcript.




14. Juni 2021

Death in F.I.R.E.

das Folgende ist leicht inspiriert von Dagoberts Nichte

F.I.R.E – Financial Independence / Retire Early .. für viele mittlerweile ein Unwort oder auch ein Unkonzept.

Die Gründe sind vielfältig. Manche sehen den Weg dahin von zu vielen Entbehrungen begleitet, andere wissen schlicht nicht wie viel Geld sie final am Tag X brauchen, wieder andere sehen durchaus Erfüllung in dem was sie zum Broterwerb tun und arbeiten gerne. Wieder andere nehmen den Begriff wörtlich, andere legen ihn je nach Tageslaune flexibel aus. Und zum Geier .. was soll ich denn den ganzen Tag machen wenn ich mit 40 in Rente gehe?

Endlose Diskussionen um die 4% Regel, Entnahme Strategien, Steuern, zukünftige Entwicklungen der Gesellschaft und der Wirtschaft, Frugalismus, Minimalismus, Renten, FIRE Zahl usw.

Wenn man die Dinge irgendwann bis ins kleinste Detail zerlegt .. na .. dann werden sie auch madig.

Ich nehme mich da nicht aus.

Was ist FIRE für mich?

Im Jahr 2004 habe ich meinen Job mehr oder weniger gehasst und die Welt war eine andere. Mein Arbeitgeber hat alle paar Jahre 10% der Belegschaft abgebaut und die Arbeitsmarktsituation war nicht so rosig wie heute. Daneben war ich nicht sonderlich von meinen eigenen Fähigkeiten überzeugt (Imposter Syndrome).

Mein Ausweg war damals FIRE.

Das hieß da nicht so und ich kannte den Begriff nicht.

Mein Konzept war folgendes: Soviel Asche haben, dass ich NIE mehr einen Job machen muss, den ich nicht mag und so viel Asche haben, das man mir kündigen kann und ich keine Konsequenzen spüre .. AUCH wenn ich sehr lange keinen neuen Job finde.

Konsequenterweise habe ich angefangen, meine Ausgaben zu tracken, Geld zu sparen und Aktien zu kaufen. Ich hab ne Excel Tabelle gebaut (mit Sparrate, jährlicher Verzinsung usw.) und damals (2004) beschlossen ich brauche nördlich von ner halben Million Euro um der Zeche den Stinkefinger zu zeigen.

Ob das nun FIRE ist / war kannst du selbst entscheiden.

Fast Forward

Nun sind wir im Jahr 2021 und ich habe mich die letzten 17 Jahre nicht nur von Tütensuppe ernährt. Entbehrungen hatte ich keine. Ich habe hunderte kleine und große Fehler an der Börse begangen (sonst wäre ich heute weiter). Den Job den ich heute habe macht mir im Grunde Spass. Ich arbeite nur 4 Tage die Woche. Das Vermögen wächst.

Ein Mensch der nicht so von (immer wiederkehrenden) Existenzängsten geplagt wäre, hätte den Job vielleicht schon an den Nagel gehängt. Ich dagegen schraube meine FIRE Zahl alle paar Monate nach oben .. frei nach dem Motto: Noch ein Schippchen drauflegen .. Sicherheitspuffer und so.

Clever? Doof?
Kannst du auch selbst entscheiden.

Seit vielen Jahren an FIRE zu arbeiten hat es mir ermöglicht, auf ne 4 Tag Woche zu reduzieren ohne mir um Nettogehalt oder Rentenpunkte Gedanken zu machen. Auch werde ich keine Rentenlücke haben. Sinkende oder gar keine Rente im Jahr 2050? Who cares?

Und am Ende

In 25 Jahren wird das Renteneintrittsalter nicht mehr bei 67 Jahren sein sondern eher bei +70 Jahren.

Solange werde ich nicht arbeiten – du?

Dementsprechend „Retire Early“ definierst du für dich selbst. Egal ob du mit 40, 45 oder 60 das letzte mal stempelst, du musst es dir nämlich erst mal leisten können und (Stand heute) wird das eine absolute Minderheit sein.

FIRE ist also eine Idee, dann ein Weg und für ne kleine Minderheit auch irgendwann ein Zustand ..

P.S.
Bitte keine Kommentare das ich keine Existenzängste haben muss. Das weiß ich. Mein Kopf spielt mir aber trotzdem Streiche.



Heute spreche ich mit Thomas. Er ist 30 Jahre alt, arbeitet bei der Deutschen Bahn in München und hat vor langer Zeit Bitcoin für zwei Euro pro Stück gekauft. 

Ihr erfahrt warum man möglicherweise nicht immer gleich auf die Bahn schimpfen sollte wenn etwas nicht klappt. Wir sprechen lange über Nachhaltigkeit, Frugalismus und unser Konsumverhalten. Finanzthemen kommen natürlich auch nicht zu kurz und Thomas berichtet von seinem Investment in ein soziales Mietshaussyndikat, erzählt von seinem Depot und in was er investiert ist.

Zum Schluss geht es dann um eins unser gemeinsamen Lieblingsthemen: Fahrräder. Ich versuche herauszufinden wie viele Fahrräder ich eigentlich besitze und ihr solltet herausfinden ob Thomas seine Bitcoin noch hat?

Hier ist das Transcript.

Das ist die vorerst letzte Folge, da ich aktuell keine weiteren Gesprächspartner habe.

Fühlt ihr euch berufen: matthias.hotz@gmail.com




Andreas lebt in Berlin und arbeitet als Innovationsmanager bei einer deutschen Bank. Er erzählt aus seinem Arbeitsalltag und ich bin sehr neugierig, da ich die etablierten Banken nicht als sehr innovativ ansehe.

Mit seinen 30 Jahren war er einer der letzten Zivi Jahrgänge und hat diese Zeit als Kindergärtner in Costa Rica verbracht. Wir sprechen über sein Projekt finhelp.de, was Shopify und Softwareentwicklung damit zu tun haben, reden über Persönlichkeitsentwicklung, Sport und Ernährung und landen irgendwann dann doch noch bei psychedelische Drogen.

Am Ende will Andreas von mir wissen, was Flow für mich bedeutet. 

Hier ist das Transcript.




Auf Twitter entstand heute eine lebhafte Diskussion zu der ich nun auch meinen Senf abgeben mag.

Zentrale Fragen / Thesen:

These 1/2:
„Stock-Picking is a losing game – Am breiten Markt orientierte ETFs performen auf lange Sicht besser.“

These 2/2:
„Sollte man dennoch in Einzeltitel investieren wollen, sind Dividenden-(Wachstums)-Aktien die beste, zusätzliche Option neben ETFs, da sie einem später ein passives Einkommen über Dividenden generieren können (in Hinblick auf private Altersvorsorge).“

Hier nun meine Antwort (subjektiv):

Die Prämisse:

Mein Depot hat > 90 Aktien. Der Einfachheit halber nehme tue ich so als ob jede Aktie die selbe Gewichtung hat (was auch grob hinkommt).

Ich tue weiterhin so, als ob ich alles auf einmal vor 5 Jahren, vor 1 Jahr und vor 3 Monaten gekauft habe und vergleiche mit dem MSCI World.

Erhaltende Dividenden sind nicht eingepreist.

Die Zahlen:

5 Jahre bis heute:
Mein Depot: +54,5%
MSCI WORLD: +77,4%

1 Jahr bis heute:
Mein Depot: +44,8%
MSCI WORLD: +40,3%

3 Monate bis heute:
Mein Depot: +10,9%
MSCI WORLD: +8,7%

Dazu kommen (auf 5 Jahre gerechnet) knapp 70.000 Euro Dividenden. Die kann ich so einfach allerdings nicht runter brechen, da mein Depot vor 5 Jahren nur einen Teil der Anlagesumme hatte.

Fazit:

Kurzfristig habe ich den MSCI World geschlagen. Auf lange Sicht aber auf keinen Fall. Wenn man die Dividenden dazu zählt komme ich aber in die Nähe.

Auch wenn das hier gar nicht so schlecht ausschaut, ist meine Empfehlung für jeden der mich fragt und um Rat bittet: Mach einen ETF Sparplan auf den MSCI World.

Ich empfehle meinen Weg wirklich nie weiter.

26. Mai 2021

Podcast #007 – Effie

Effie ist 34 Jahre alt und ich kenne sie schon eine ganze Weile, wobei kennen zuviel gesagt wäre. Wir folgen uns gegenseitig auf Twitter haben uns aber im echten Leben noch nie gesehen und auch nicht miteinander gesprochen.

Vor einigen Wochen hat sie mich angeschrieben und gefragt ob ich Tipps habe wie man am besten mit dem Geld anlegen anfängt. Daraufhin habe ich ihr einige Links geschickt und gefragt ob sie nicht Lust auf einen Podcast hätte, wo sie dann ihre Fragen stellen kann.

Zu meiner großen Freude hatte Effie Lust und so reden wir in dieser Folge über ihr Jahr in Kanada, Geld und Investments und ganz viel über Katzen.

Auf Twitter könnt ihr Effie auch folgen

Hier ist das Transcript.




ich berufe mich ein bischen auf den Artikel von FYouMoney den ihr hier findet.

Es geht hier nicht um Sinn oder Unsinn einer Dividendenstrategie vs. Sparpläne in thesaurierende ETFs. Das ist ne andere Geschichte.

Als ich mit der Dividendenstrategie (was ein scheiß Wort) angefangen habe .. habe ich (leider) vornehmlich auf hohe Ausschüttungen geachtet. Alles was 7 und mehr Prozent Dividende versprochen hat war spannend und fast gekauft. Ich habe wenig drauf geachtet ob das Geschäft gut läuft, ob die Zukunftsaussichten gut sind und ob z.B. aus der Substanz gelebt wird.

Zwei Aktien die ich hier nennen will sind Pitney Bowes und Seadrill.

Mit beiden bin ich vor 5-6 Jahren granatenmäßig auf die Nase gefallen.

Als ich die Werte gekauft habe gab es noch hohe Ausschüttungen. Das änderte sich aber schnell. Die Kurse der Unternehmen gingen irgendwann in den freien Fall über, die Ausschüttungen wurden reduziert.

Im Falle von Pitney Bowes: 2013: -50%, 2019: -75% .. oder in Worten: von 36 US Cent auf heute 5 US Cent. Seadrill ging 2017 insolvent.

Ich hatte da noch weiter unrühmliche Werte im Depot wo ich ins fallende Messer gefasst habe. Von allen habe ich mich mit großen Verlusten getrennt.

Das Zauberwort für mich ist heute: Unterbewerte Dividenden-Wachstumsaktien.

Ich schaue im Grunde nur noch drauf ob eine Dividende bezahlt wird, wichtiger ist mir eine reglmäßige Erhöhung welche durch das Wachstum des Geschäftes der Firma zustande kommt. Ausschüttungen sollen nicht aus der Substanz kommen und möglichst auch einen großen Spielraum für Investitionen lassen. Dabei mag ich starke Brands, Firmen die gute Margen fahren oder im allgemeien Marktführer. Wenn ich Aktie dann noch günstig bekomme schlage ich zu.

Ganz einfach .. weil diese Dividenden (auch wenn sie nicht so hoch sind), sicher sind und das ist erst mal das wichtigste. Wenn die dann über die Jahre wachsen freue ich mich jedes mal an der Erhöhung und da die Firmen nicht so hart an der Kante surfen wie damals Seadrill gibts auch keine großen Schwankungen bei den Kursen (in der Regel gehts sanft bergbauf).

Da AT&T gerade heiß diskutiert wird.

Die Dividende soll stark sinken, da AT&T seine Medienaktivitäten in eine neue Firma auslagert. Für mich ist das aber, alles andere als ein Grund jetzt zu verkaufen nur weil die Ausschüttungen geringer werden.

Ich werde mir ansehen wie die zwei neuen Firmen aufgestellt sind und erwarte eigentlich, dass sich beide gut entwickeln werden. Beide können sich nämlich dann auf ihr Hauptgeschäft konzentrieren und müssen nicht mehr den Gemischtwarenladen verwalten.

19. Mai 2021

Podcast #006 – David

Dieses Mal ist mein Gast David. Er ist in (Ost) Berlin aufgewachsen, hat in Frankfurt an der Oder und in Zittau studiert und lebt heute mit seiner Partnerin in Karlsruhe.

Seit 2014 investiert er in Aktien, Peer2Peer Kredite und Crowdfunding Projekte (hier mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit). Wir sprechen über seinen Werdegang bis heute und David erzählt sehr schön wie er sich an Aktien und ETFs rangetastet hat – vom ersten ETF Sparplan bis zu seinen 50 Einzeltiteln im Depot. Während des Corona Crashes hat er sogar einen kleinen Kredit aufgenommen um mehr investieren zu können. 

Natürlich driften wir auch ab und landen bei Themen wie: Was es bedeutet im Hören eingeschränkt zu sein, vegane Ernährung, seinen Job, Stadtentwicklung und (kurz) Reisen.   

Hier ist das Transcript.

Feedback gerne in die Kommentare.




18. Mai 2021

Wasserstand

Ich eiere um die 700.000 Euro Depotwert rum .. es waren schon mal 720.000 Euro, dann auch mal kurz wieder 693.000 Euro. Das liegt zum einen daran das es letzte Woche etwas Schluckauf im Dow gab und zum anderen weil Value Aktien seit Anfang des Jahres besser laufen als die Tech Gegenstücke und ich ja eher ein Old Economy Depot habe .. oder wie man das heute nennt.

Oder mal so ausgedrückt:

Ende 2020 lag mein Depot bei 560.000 Euro .. gestern lag mein Depotwert bei ca. 705.000 Euro.
In den 5+ Monaten habe ich für etwa 30.000 Euro Aktien gekauft und 7.500 Netto Dividenden kassiert.

Das sind also 145.000 Euro bzw. 25% an Zuwachs in nicht mal 6 Monaten und das Ganze während der Dollar heute bei 0,81 Cent rumeiert.

Bei 99,9% Aktienquote und nem Cashbestand von ca. 15.000 Euro.

Ja .. mit Bitcoin wären es bis dato 64% gewesen .. aber will schon von Elons Gnade abhängig sein.

Kann mich also nicht beschweren.

Feiern tu ich es auch nicht .. ich hab ja außer Aktien kaufen (und nicht mehr verkaufen) nicht viel getan.

Kann es so einfach sein?

Offensichtlich.

Und sonst so?

Nachbar Napoleon hat seinen alten Toyota verkauft. Das Wohnmobile hat seit Kauf den Landkreis nicht verlassen und wird immer nur dann bewegt wenn einer der Porsches aus der Garage muss. Das Haus neben ihm ist im Rohbau fertig und ich bin gespannt wer es kauft und welche Leute da einziehen. Vielleicht sollte ich ihnen nahelegen eine Rechtsschutz Versicherung abzuschließen. Denn offensichtlich gibt es Stress mit dem Nachbarn auf der anderen Seite, es geht um Grundstücksgrenzen, wer wem in Whirlpool guckt und wer zum Henker dafür verantwortlich ist, das seine Thuja Hecken sterben.

Mein Podcast macht mir Spass, ich finde es inspirierend mit verschiedenen und mir unbekannten Menschen zu reden. Vor allem da in Deutschland noch immer zu wenig über Geld gesprochen wird. Vor allem wenn Bundestagsabgeordnete (selbst von Die Linke) so nen Stuss verbreiten. Man kann gerne antikapitalistisch sein, doch nur weil ich etwas nicht mag oder schlecht finde sollte man keine Unwahrheiten verbreiten.

Vielleicht kann ich mit dem Podcast dazu beitragen, das mehr Menschen über Geld und alles was damit einhergeht, sprechen. Würde mir schon reichen.

Dementsprechend .. meldet euch wenn ihr reden wollt.

auf die Grüne Kanzlerin und das Gespenst.

Mir ist es schwer gefallen alle Kommentare irgendwie angemessen zu würdigen. Darum oder vielleicht deshalb hier ein Video wo ich es zumindest versuche.

Das war auch (glaube ich) der vierte Anlauf … und wahrscheinlich mache ich nie wieder ein Video 🙂



Samuel kommt aus Heidelberg, hat vor Kurzem sein Abi gemacht und studiert in Stuttgart Wirtschaftswissenschaften. Er ist erst seit einem Jahr an den Kapitalmärkten aktiv und hat in dieser kurzen Zeit schon so einige Dinge (neben Aktien) ausprobiert.

Er hilft seinen Eltern bei der Verwaltung ihres Vermögens und hat eine  wirtschaftsliberale Grundhaltung. Am Anfang erzählt Samuel was er schon alles gehandelt hat, aber mit der Zeit entspinnt sich eine sehr spannende politische Diskussion.

Wir reden über den Berliner Mietpreisdeckel, das Bundesverfassungsgericht und wie viel „Staat“ wir im täglichen Leben haben wollen. Ist mehr Eigenverantwortung der Bürger notwendig und was ist eine sinnvolle Mischung zwischen Staatseingriff und Liberalität? Samuel hat mich mit seinen 19 Jahren einige Male zum Nachdenken gebracht.

Hier ist das Transcript.




Das ist nun vorerst die letzte Folge die ich in der Pipeline habe. Ich würde aber gerne weitere Folgen machen.

Darum ein Aufruf:

Wenn ihr auch Lust habt mit mir zu sprechen schreibt mir doch einfach: matthias.hotz@gmail.com

Mein Gast heute ist Daniel. Er ist 28 Jahre alt und kommt aus der Nähe von Regensburg. Als Daniel sein Depot eröffnet hat, musste er den Antrag noch von seiner Mutter unterschreiben lassen. Wir reden über den Kauf seiner allerersten Aktie, was für ihn ein Investment Case ist und wann Daniel sich wieder von Aktien trennt.

Er investiert aber nicht nur in Aktien sondern auch in Kryptowährungen (Bitcoin, Ethereum und IOTA) und Peer2Peer Kredite. Mit Bitcoin hat er seinen Einsatz mehr als verzehnfacht und aktuell verfügt er über ein Vermögen von etwa 700.000 Euro. Mit den Jahren und dem wachsenden Depot ist er auch sparsamer geworden und gibt nur Geld für Dinge aus die ihm wirklich wichtig sind.

Wir sprechen ne ganze Weile über unsere unterschiedlichen Ansichten zu Kryptowährungen und Daniel kann sehr gut darlegen, warum er Bitcoin für eine sichere und bessere Alternative, im Vergleich zu herkömmliche Währungen, hält. 

Gerne Feedback!

Hier ist das Transcript.

Und wenn ihr auch teilnehmen wollt: matthias.hotz@gmail.com




28. April 2021

Podcast #003 – Imanuel

Dieses mal spreche ich mit Imanuel. Er ist 24 Jahre alt, verheiratet und lebt in Brandenburg. Imanuel ist gläubiger Christ und wegen der Coronakrise hat er seinen Job als Industriemechaniker verloren.

Etwas desillusioniert durch die Maßnahmen der Agentur für Arbeit bezieht er aber kein Arbeitslosengeld mehr, sondern arbeitet an einem Projekt um Geldanlage mit christlichen bzw. moralischen Werten zu vereinbaren und an andere Menschen zu vermitteln.

In den letzten 2,5 Jahren haben seine Frau und er über 70.000 Euro in ETFs investiert und selbst mit einem Einkommen, schaffen sie es immer noch Geld zu sparen. Imanuel erzählt warum er nicht studieren oder umschulen will und wie er sich seine Zukunft vorstellt.

Gerne Feedback!

Und wenn ihr auch teilnehmen wollt: matthias.hotz@gmail.com




Transkript

Dann habe ich ich (testweise) hier ein Transkript. Lieber Aktiensozialist vielleicht schaust du mal rein und gibst Feedback. Es sind nur die ersten 10 Minuten und das Transkript wurde automatisch erzeugt. Die Trefferquote der erkannten Wörter liegt bei +/- 90%.

Hier der Link

Ich weiß, das es nicht perfekt ist. Aber es lässt sich für mich mit recht geringem Aufwand erzeugen und du könntest das Gespräch als Ganzes nachlesen?

Verfügbarkeit

In allen großen und bekannten Podcast Verzeichnissen solltet ihr mich nun auch finden:

Apple Podcasts
Spotify
Google Podcasts
Pocket Casts

Fehlt was wichtiges? -> Melden 🙂

Update 30.04.2021 – Transcript

Lieber Aktiensozialist,

hier ist das komplette Transkript:
https://prey.getmad.de/podcast/#003-imanuel

Du kannst gerne noch einmal Feedback geben.
Für die nächsten Folgen plane ich das auf dem selben Weg zu machen.