getmad mit leerem kopf nickt es sich leichter

Ich habe 2016 Abbvie gekauft. Damals 100 Aktien für etwa 5000 Euro. Man muss nun vorher beachten, daß der Dollar 2016 bei etwa 1,10 Euro stand und heute bei etwa 1,25 Euro. Da der Euro stärker geworden ist und dementsprechend der Dollar schwächer bekomme ich in Euro natürlich weniger Dividende. Darum habe ich die Berechnungen da unten mit dem heutigen USD / EUR Wechselkurs gemacht. Einfach um die Währungsschwankung rauszurechen. Die Euro Dividenden die ich tatsächlich kassiert habe war höher.

So .. ich habe also 100 Aktien für 5k gekauft. Folgende Zahlen habe ich nun bei meinen Berechnungen zugrunde gelegt. Alles Brutto.

Jahr 2016

  • 0.57 Quartalsdividende / Aktie / USD
  • 2.28 Jahresdividende / Aktie / USD
  • 228 USD Dividende für 100 Aktien
  • 182 EUR Dividende für 100 Aktien

Jahr 2017

  • 0.64 Quartalsdividende / Aktie / USD
  • 2.56 Jahresdividende / Aktie / USD
  • 256 USD Dividende für 100 Aktien
  • 205 EUR Dividende für 100 Aktien

Jahr 2018

  • 0.96 Quartalsdividende / Aktie / USD
  • 3.84 Jahresdividende / Aktie / USD
  • 384 USD Dividende für 100 Aktien
  • 307 EUR Dividende für 100 Aktien

2016 haben sich meine 5000 Euro mit 3,64 % verzinst .. das sind die 182 Euro.
2017 waren das dann schon 4,1 %
2018 werden das 6,14 % sein

Sollte das auch nur anähernd so weitergehen will ich gar nicht wissen wie massiv sich der Invest in 10 Jahren verzinst. Und wenn nicht .. 6 % Rendite sind für mich auch super.

Und was war mein Beitrag an dem Ganzen in den letzten Jahren?

nix .. nothing .. nada .. AMEN

6. Februar 2018

Mein Aktienscreener und ich

Ich bin Software Entwickler. Per se denke ich, das man alle Aufgaben die anstrengend, wiederkehrend und aufwändig sind … aber vor allem keinen Spaß machen … mit Software erschlagen sollte. In meinem Job bau ich für alles, auf was ich keine Lust habe, Tools. So habe ich vor einigen Jahren angefangen einen Aktienscreener zu bauen. Der nennt sich The Skunk, und er darf unter Strafe nur von Menschen benutzt werden die Mat(t)hias heißen. Die Entwicklung hat Spaß gemacht, allerdings bin ich recht bald auf die ersten Probleme gestoßen. Finanzmarktdaten sind teuer. Wenn man nicht dafür bezahlen will, ist man auf eher unzuverlässige Quellen angewiesen. Man „holt“ sich die Daten von anderen Seiten. Wo kein Kläger, da kein Richter.

Fakt ist, dass mein Stinktier (Skunk) zwar eine nette Fingerübung ist, ich die Seite aber eher als Inspiration sehe und niemandem empfehle, sich darauf zu verlassen.

Vor einem Jahr hat dann auch ein NICHT Mat(t)hias das Ding entdeckt. Er hieß Torsten und er hatte ein ähnliches Tool im Kopf. Kurzum: er hat mich kontaktiert und fragte mich, was ich mit meinem Stinktier plane.

Ich hatte keinen Plan.

Zumindest nicht damit. Denn ich betreibe seorch.de und wollte mir kein zweites Tool ans Bein binden. The Skunk ist einfach nur Zeitvertreib (ich habe keinen Fernseher) und wenn das Wetter zu schlecht zum Radfahren ist, hab ich etwas sinnvolles zu tun.

Noch ein Aktienscreener: Ein gewagter Plan

Irgendwann haben Torsten und ich telefoniert. Er erzählte mir, dass er in Kürze seinen eigenen Aktienscreener starten wolle. Ich merkte schnell, dass er in dabei ambitionierter ans Werk ging als ich mit The Skunk. Er hatte sogar vor, für die für Marktdaten zu bezahlen. Auch sein Hintergrund als Entwickler in der Investmentbranche klang nicht schlecht.

Dennoch: ich weiß, wie es bei mir mit seorch.de lief.. Wie wenig das Tool in den ersten Monaten genutzt wurde. Wie ich froh war, wenn überhaupt ein paar Analysen am Tag gemacht wurden. Kurzum, so solches Startup-Projekt kann sehr frustrierend sein. Und finanziell gesehen, kann man sich glücklich schätzen, wenn man mit den Einnahmen die Providerkosten decken kann. Von Marktdaten oder dem eigentlichen Leben ganz zu schweigen. Man muss sich zudem vor Augen halten, dass ein Aktienscreener keine ganz neue Idee ist. Unter unzähligen Anbietern haben unter anderem auch Yahoo und Google einen Aktienscreener im Angebot. Viele davon gibt es seit Jahren und sind etabliert. Nicht wenige zudem kostenlos. Alleine irgendwas auf die Beine zu stellen, dass im Vergleich zur riesigen Konkurrenz so gut ist, dass Benutzer auch noch dafür bezahlen. Das kann doch eigentlich gar nicht funktionieren.

Der Aktienfinder geht live: was dann geschah

Torsten hat dennoch ernst gemacht, seinen alten Job hingeschmissen und wie geplant vor rund einem Jahr den Aktienfinder online gestellt. Seitdem sind wir in Kontakt. Wie viele andere auch investiere ich in Dividendenaktien. Da lag es nahe, den Aktienfinder auszuprobieren. Dabei habe ich dann gemerkt, dass das Tool irgendwie anders und tatsächlich hilfreich ist.
Wie jeder, der etwas Neues wagt, hatte nicht nur ich, sondern auch Torsten Zweifel, ob dem Projekt Erfolg beschieden war. Was dann geschah, hatte ich nicht erwartet. Dass sich einige Benutzer registrieren war nicht überraschend. Die Mitgliedschaft im Aktienfinder ist schließlich kostenlos, und warum nicht auf die Schnelle etwas Neues ausprobieren? Doch schon innerhalb der ersten Woche wurden tatsächlich Umsätze gemacht. Ich gratulierte. Beeindruckt hat mich dann auch bald die Geschwindigkeit, mit der neue Features hinzukamen.

Monat für Monat schmolzen unsere gemeinsamen Restzweifel am Projekterfolg dahin. Ohne Werbung zu schalten, waren irgendwann tausend Mitglieder erreicht. Dann zweitausend und mehr. Fast überflüssig zu erwähnen, dass mit steigender Mitgliederzahl auch die Umsätze zunahmen.

Das „Geheimnis“ seines Erfolgs

Es war ein gewagter Schritt in die Selbständigkeit. Doch ich denke, er hat sich für Torsten ausbezahlt. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es kaum etwas erfüllenderes gibt, als die eigene Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Doch zugleich ist es ein hartes Brot. Ich habe mit Torsten gesprochen, welchen Gründe seines Erachtens für den bisherigen Erfolg verantwortlich sind.

Mach etwas, dass Menschen wollen

Das Wichtigste ist die Idee. Es muss etwas sein, dass Menschen wollen, bisher aber nicht bekommen. Jedenfalls nicht in der gewünschten Form. Ursprünglich war der Aktienfinder eine Desktopanwendung, die Torsten nur für sich selbst entwickelt hat. Dann fing er an zu bloggen und stellte sein Projekt als Wachstumsfinder auf seine Seite. Der Wachstumsfinder kam schließlich so gut an, dass Torsten sah, dass hier etwas Größeres entstehen konnte. Denn Anleger wollten in Qualitätsaktien investieren, wurden aber mit hierfür ungeeigneten Kennzahlen von der Stange, Zahlenkolonnen und umständlich zu navigierenden Seiten abserviert.

Da es das Internet schon eine Weile gibt und Finanzseiten gefühlt wie Sand am Meer, klingt es zunächst unglaublich, dass nicht einer der etablierten Player einen „Aktienfinder“ erfunden hat. Im Nachhinein scheint das Neue eben immer offensichtlich.

Eng damit verbunden ist die Bereitschaft, den Benutzern zuzuhören. Das heißt nicht nur die E-Mails lesen und antworten, sondern sich wirklich mit den Anliegen zu beschäftigen. Natürlich kostet das Zeit. Aber wen ein Benutzer ein Problem hat, so haben es auch zig andere. Und auch wenn Torsten selbst ein Benutzer ist, so gehen auch viele gute Ideen auf Anfragen von Mitgliedern zurück.

Konzentrierte Kompetenz auf engstem Raum

Von einer Idee zum Produkt in Eigenregie ohne ein mindestens sechsstelliges Budget. Geht das? Früher nicht, heute schon. Die Möglichkeiten des Informationszeitalters führen dazu, dass Kompetenz eine größere Rolle spielt als Geld.

Zudem ist ein großes Budget auch mit Nachteilen verbunden. Wo viel Geld ist, sind viele Personen. Es gibt niemandem mehr, der so gut wie alles weiß. Dafür aber Schnittstellen und Hierarchien. Ein neues Feature geht von dem für das Produkt Verantwortlichen aus. Der hat natürlich viel zu tun, und gibt die neue Anforderung an jemand anderen ab. Das ist dann der Business Analyst. Der hat mehr oder weniger Ahnung, worum es inhaltlich geht. Arbeitet sich aber gerne ein und gießt das neue Feature nach einigen Rückfragen in eine Spezifikation. Diese wird dann einem Team übergeben, dass schon ganz heiß ist, das neue Feature zu implementieren, weil es ja sonst nichts zu tun hat. Selbstverständlich hat der Business Analyst nicht an alle Fälle gedacht. Es geht nun während der Implementierung zwischen Programmierer und Analyst hin und her, bis das neue Feature schließlich steht. Eventuell wird noch getestet und nickt der Verantwortliche das neue Feature ab. Dann wird ausgerollt und die neue Version auf den Kunden losgelassen.

Man kann sich vorstellen, wieviel Zeit und Geld in solchen Strukturen verloren geht und weshalb es tatsächlich möglich ist, als einzelner Mensch mit ungleich größeren Budgets zu konkurrieren – die entsprechende Kompetenz vorausgesetzt.

Laß dich nicht kleinkriegen

Aus dem Berufsalltag wissen wir, dass es gute und weniger gute Tage gibt. Doch auch wenn etwas schiefgeht, immer bekommen wir als Angestellte am Monatsende unser Geld. Als Selbständiger ist der Automatismus zwischen Zeit und Verdienst aufgehoben. In den ersten Monaten hat Torsten nicht weniger gearbeitet als zuvor als Angestellter. Verdient hat er aber nur einen winzigen Bruchteil des Geldes zuvor. Es gab Anfangs Tage, in denen sich nicht ein einziges neues Mitglied angemeldet hatte. Von Umsatz ganz zu schweigen. Selbständigkeit hat Ähnlichkeiten mit Drogenkonsum. Man steigert sich in etwas hinein, und alles wird intensiver wahrgenommen. Erfolg ebenso wie Misserfolg. Geholfen hat Torsten das positive Feedback der Benutzer, die sofort vom Wachstumsfinder auf den Aktienfinder umgestiegen waren.

Kontakte und ein finanzielles Polster helfen

Ohne finanzielle Durststreckte am Anfang geht es nicht. Ob bester Aktienscreener der Welt oder eine Suchmaschine, die Google alt aussehen lässt. Am Anfang ist die Seite unbekannt. Hier kam Torsten zugute, dass er schon gut ein Jahr zuvor angefangen hatte über Finanzthemen zu bloggen. Dadurch kamen einige Kontakte zustande, die den Start beschleunigten. An dieser Stelle wurde ich gezwungen, Alexander von Rente-Mit-Dividende namentlich zu erwähnen. Zudem hatte Torsten durch seine Zeit als Angestellter bereits ein finanzielles Polster angespart (das er zu einem guten Teil natürlich in Aktien steckte). Dadurch brauchte er keine Investoren, denen beständig Rechenschaft abzulegen ist. Die so gesparte Zeit fließt in das Produkt.

Fazit

Es ist erstaunlich, was man als Einzelner erreichen kann, wenn man an seine Idee glaubt und dem eigenen Weg aller Hindernisse zum Trotz geht. Ich denke, was Torsten innerhalb weniger Monate aus dem Boden gestampft hat, sucht seinesgleichen.

Zwar habe immer noch meinen Skunk .. allerdings vertraue ich den Daten im Aktienfinder weit mehr und nutze ihn auch jedes Mal, wenn ich eine geeignete Aktie suche oder einfach nur inspirieren will.

Auf Wunsch von Timo hier nun ein Beitrag wie ich mein Haushaltsbuch führe. So mache ich das seit 10 Jahren nahezu unverändert. Ich mag es klein und vor allem einfach. Es ist ein Tabellenblatt für jedes Jahr.

In dem Beispiel habe ich einfach einige Fantasie Werte aufgenommen. Hier noch der Link zum Google Spreadsheet. Ihr dürft das gerne kopieren, weiterverwenden und natürlich modifizieren.

Kurz noch ein paar Anmerkungen:

  • Drei Spalten: einmalige Ausgaben, monatliche Ausgaben, jährliche Ausgaben
  • einmalige Ausgaben sind ggf. geplant oder auch nicht .. aber ich habe ja vielleicht nicht jedes Jahr eine KFZ Reparatur
  • die Einnahmen stehen unten, euer Nettogehalt mal die Anzahl wie oft ihr das pro Jahr bekommt (12,13 .. 13,5)
  • Saldo, Sparquote, monatliche, jährliche Summen usw. berechnet sich dann automatisch
  • der Eintrag SONSTIGES (monatliche Ausgaben) bezieht sich auf „irgendwelche Kosten“ die man halt so hat .. nen Kaffee am Bahnhof, bei mir Lebensmittelkauf oder auch Kinobesuch
  • da gestehe ich mir in dem Beispiel 300 Euro im Monat zu
  • auf der rechten Seite schreibe ich diese sonstigen Kosten dann grob auf, wichtig ist eigentlich nur das ich nicht über die 300 Euro komme (also in Summe und aufs Jahr betrachtet)
  • hat den Vorteil das man nicht alles im Korinthenkacker Style notieren muss .. und man spart Zeit

Warum das Haushaltsbuch in Google Spreadsheets?

Funktioniert an jedem Rechner, auch auf dem Handy. Ich kann zugreifen von wo ich möchte und natürlich auch zu Excel oder so exportieren .. taugt mir einfach so am meisten.

Ja das war es eigentlich schon .. wüsste nicht was ich noch erklären sollte .. bei Fragen .. fragen.

Gestern fand das dritte Treffen der autonomen Finanzwesir Zellen in Karlsruhe statt. Ich war das zweite mal dabei und nicht mehr ganz so skeptisch wie letztes Jahr.

Wir waren im Kofflers in Rüppur und irgendwie fand ich die Location besser als letztes Jahr im Vogelbräu. Es waren auch nicht ganz so viele Teilnehmer. Allerdings haben wir zwei große Tische voll bekommen.

Nachdem alle da waren haben wir ne kurze Vorstellungsrunde gemacht wo jeder kurz sagen konnte was er für (Finanz-) Interessen hat, wo er gerne mehr erfahren würde oder in welchem Bereich er sich gut auskennt.

Dann haben wir auf zwei Tische aufgeteilt .. Dummerchen hatte vorher per Mail gefragt welche Themen mal denn am Anfang besprechen konnte und Immobilien und Kryptowährungen wurden ausgewählt. Da ich kein Interesse an Immobilien habe saß ich am Kryptotisch und wir haben 1-2 Stunden Bitcoin und Konsorten diskutiert. Mit der Zeit hat es sich dann durchmischt und die Teilnehmer haben auch öfter mal den Tisch gewechselt.

Ich glaube ich habe gestern von Kryptowährungen über REITs, Selbständigkeit und Gewerbe, Karrieren und Jobs, passives Einkommen bishin zu Immobilien (dann doch) über alles geredet und auf jeden Fall noch diverse Dinge erfahren die ich nicht wusste.

Hat sich auch zum zweiten Mal absolut gelohnt .. vor allem wenn man mit Menschen ungezwungen über Kohle reden kann.

Danke an Dummerchen für Planung und Organisation und ich freue mich schon aufs nächste Treffen.

Wer nun auch mal Lust bekommen hat kann sich hier anmelden.

Und zwar auf Basis meines Aktienportfolios? SEORCH welches einen Großteil meiner weiteren Einnahmen ausmacht will ich mal außen vor lassen.

Das ist eher ein Gedankenspiel und sicher nicht komplett ausgegoren.

Einnahmen vs. Ausgaben

Fangen wir mal mit den Kosten an. Die habe ich hier mal durchgerechnet. Meine Ausgaben auf Monatsbasis betrugen in den letzten Jahren etwa 1150 Euro / Monat. Dabei wird es aber nicht bleiben wenn ich nicht mehr arbeiten möchte. Ich sollte mich freiwillig krankenversichern und das ist nicht ganz billig. Je nachdem wie ich das der Krankenkasse verkaufen kann liegen die Beiträge zwischen 160 und 370 Euro. (Hängt davon ab ob ich mich als Selbständiger versichern lasse oder „ohne Einkünfte“).

Kommen wir auf ca. 1500 Euro bzw. 18.000 Euro im Jahr. Wenn ich die durch mein Portfolio erzielen kann brauche ich theoretisch auch keine Nebeneinkünfte mehr.

Die Dividendeneinkünfte aus dem Depot werden dieses Jahr mindestens 12.000 Euro netto sein. Haben wir also ne Versorgungslücke (hehe) von 6000 Euro.

Nun geistert in den geschätzten Finanzblogs immer mal wieder die 4% Regel herum. Diese besagt, daß du pro Jahr 4% deines Portfolios entnehmen kannst und auf Sicht von 30 Jahren dein Vermögen nicht aufbrauchen wirst. Das ist übrigens Bullshit und auch das haben die meisten schon festgestellt. Ich will am Ende der 30 Jahre ja nicht mit 0 dastehen und ggf. leben ich auch noch etwas mehr als 30 Jahre.

Reduziert man die 4% Entnahme auf 3% oder gar 2,5% ist man allerdings so ziemlich auf der sicheren Seite. Bedeutet man wird auch in 40 Jahren sein Vermögen nicht komplett aufbrauchen.

Wenn ich mit 2,5% rechne brauche ich (um die 6000 Euro zu erreichen) ein Portfolio im Wert von 240.000 Euro.

Zu beachten ist allerdings, daß beim Verkauf (Entnahme) von Aktien ggf. die Dividenden auch sinken. Ich hab zwar eine gute Mischung aus Aktien die seit Jahrzehnten die Ausschüttungen steigern .. allerdings muss das ja nicht passieren.

Auf der anderen Seite war z.B. die historische Rendite bei einer Anlage in den DAX zwischen 1970 und 2017 bei knapp 9%.

Ich sollte da noch etwas drauf rum denken … aber irgendwie fühle ich mich gerade leicht ..

Inspiriert von Holger von Zendepot .. das folgende soll keine Kritik sein nur eine andere Sichtweise.

Vorab:

Ich bin kein Akademiker und ich mache meinen Job gern. Es gibt max. 2-3 Tage im Jahr an welchen ich aufwache und keine Lust zu arbeiten habe. Einen besseren Job kann ich mir nicht vorstellen und dementsprechend habe ich schon diverse Angebote die mir mehr Kohle in die Tasche stopfen wollten abgelehnt. Ich verzichte auf nichts was mir wichtig ist. Ich habe eine große Wohnung, vier Fahrräder und ne italienische Espressomaschine die 30 kg wiegt. Ich gehe ab und zu mal essen, ins Kino und mein letzter großer Urlaub hat mich auf die Malediven und nach Sri Lanka geführt. Ich lebe in der Gegenwart und verschiebe Dinge nicht in die Zukunft. Ich arbeite max. 45 Stunden die Woche und meist aus dem Homeoffice. Einen Arbeitsweg habe ich nicht und wenn ich um 08:00 Uhr anfange mach ich spätestens um 16:30 Feierabend. Dann treibe ich Sport, mache #Teammittagsschlaf treffe Freunde oder koche was.

Trotzdem:

strebe ich die finanzielle Freiheit an und werde sie auch erreichen. Bin also blöd? Freunde meinen schließlich ich hab das geilste (Arbeits-)Leben welches sie kennen.

Warum:

Arbeiten ist doch toll und wenn man keinen Job hat welcher einem Spass macht, kann man sich selbständig machen oder sich was Neues suchen. Das ist sicher richtig. Nur muss man dazu seine Komfortzone verlassen und das Sichere gegen das Ungewisse aufgeben. Nicht gerade die Stärke meiner Mitmenschen. Vorallem wenn da noch ne Familie und Kinder dranhängen. Es ist da doch oft einfacher in einem ungeliebten Job in der Masse zu verschwinden und am Wochenende seinen Mitmenschen das Ohr vollheulen wie scheisse doch alles ist. Um an seiner eigenen Situation etwas zu ändern braucht man ne ganze Menge Antrieb (alternativ Schmerzen) und Mut. Und leicht ist dann immer noch nicht wenn man kein finanzielles Polster hat.

Holger hat allerdings (zumindest bei mir) in einem Punkt recht. Ich giere nach Freiheit und Unabhängigkeit mehr als andere Menschen. Da kann ich das „frei sein“ von Arbeit nicht ausnehmen. Und da wären wir auch schon. Ich kenne persönlich niemanden der seinen Job machen würde wenn er keine Entschädigung (Geld) dafür bekommen würde. So auch ich, da könnte mein Chef noch so nett sein. Folglich ist jede Arbeit die bezahlt wird eine Zwangssitutation. Kohle gegen Zeit. In dem ich mir einen anderen Job suche ändert sich das nicht. Wenn ich selbstständig bin ändert sich das nicht. Wenn ich nichts leiste gibts nix. Punkt. Und ich brauche nun einmal Geld zum Leben.

Depression? Körperliche Leiden? Anerkennung? Gebraucht werden?

Eine Frage die ich oft gestellt bekomme:

Matthias was machst du dann wenn du nichts mehr arbeitest? Das geht doch nicht? Da ist dir doch langweilig wenn du nichts mehr zu tun hast!?Da falle ich dann natürlich in ein Loch, zeige Nachbarn wegen falsch Parken an und hänge irgendwann am Baum. Ganz klar.

Ob ich in den vorzeitigen Ruhestand gehe?

Sicher .. irgendwann. Ob das in 3, 5 oder 10 Jahren ist weiß ich nicht. Die freie Wahl es zu tun wann ich möchte ist mir wichtig. Aber warum sollte ich in ein Loch fallen oder in Depressionen versinken? Wie würde mein Leben aussehen wenn ich es irgendwann tun werde?

Warum wird angenommen, daß ich nichts sinnvolles mit meiner Zeit anzustellen weiß. Und wenn dem so ist wieso freuen sich die meisten Menschen auf die „schönsten Wochen des Jahres“ .. den Urlaub?

Ich würde mein Leben ja nicht grundsätzlich ändern wenn ich zu 100% frei über meine Zeit verfügen kann ..

  • ich werde fremde Länder besuchen – aber 2-3 Monate statt 2-3 Wochen
  • ich werde weiter Sport treiben – aber ich sitze dann 3-4 Stunden auf dem Rad anstatt 2-3
  • ich programmiere weiter an Projekten – nur eben an meinen eigenen Ideen
  • ich treffe weiter Freunde und Familie – nur eben manchmal entspannter
  • ich lerne neue Dinge – nur eben mehr und vielleicht öfter

Und wenn ich auf all das keine Lust habe und stattdessen lieber anfange einen Garten anzulegen tue ich eben das und ich habe die Zeit dafür es zu tun.

Das ist für mich auch der Punkt. Bei einer Erwerbstätigkeit bin ich immer (teilweise) fremdbestimmt. Meine Zeit wird mir abgekauft vielleicht für Dinge die ich gerne tue oder auch nicht. Aber darum geht es nicht.

Ich für meine Teil will zu 100% frei über meine Zeit bestimmen können.

Vielleicht abschließend noch ein Beispiel .. ich war die erste Januar Woche in Georgien. Nach einer Woche hätte ich aber ohne weiteres noch eine Woche dranhängen können. Allerdings musste ich irgendwann für den Job wieder auf Matte stehen. Ich wusste aber eben vorher nicht, daß ich Georgien so spannend finde und selbst dann muss ich mit meinen Urlaubstagen haushalten .. Dinge die eben entfallen wenn ich im Ruhestand bin.

10. Januar 2018

Georgien

Am 31.12. bin ich spontan für eine Woche nach Georgien geflogen. Georgien liegt im Kaukasus und grenzt an das schwarze Meer, Russland, Türkei, Armenien und Aserbaidschan. Die Hauptstadt mit über einer Million Einwohner ist Tiflis. Die spannendsten Reiseländer sind (aus meiner Sicht) die, welche die üblichen Touristen nicht auf der Karte haben. Land und Leute haben sich nicht dem Massentourismus angepasst und man kann an allen Ecken und Enden überrascht werden.

Georgien als solches war mir zwar ein Begriff, aber mehr als Heimatland von Stalin und Schewardnadse bzw. aus dem Kaukasuskrieg 2008. Im Grunde hatte ich also keine wirkliche Ahnung was mich erwartet. Ich war nun auch nur in der Hauptstadt aber die hat Lust auf mehr gemacht.

Allem voran die Georgische Küche .. Chatschapuri könnte ich jede Tag essen, bei Käse habe ich gedacht ich kenne schon alles nur um mich dann durch Sulguni eines besseren belehren zu lassen. Mit Chinkali kann man jeden ins Fresskoma befördern. Und damit hab ich die Nationalspeisen nur angeschnitten. Man kann in einer Woche nicht alles essen was die georgische Küche ausmacht, was wohl bedeutet das ich nochmal hin muss.

Ich hatte auch keine Ahnung, daß Georgien ein Weinland ist. In Tiflis gibt es aber dutzende kleine Weinbars wo man aus unzähligen georgischen Weinen auswählen kann. Süßspeisen schneide ich mal gar nicht an.

Georgien ist für europäsche Verhältnisse „billig“. Ein Abendessen für zwei Personen inkl. Getränke bekommt man schon für 10 Euro. In Supermärkten muss ich mich anstrengen mein Geld loszuwerden und ich habe in einer Woche kaum 150 Euro ausgegeben inkl. Taxis.

Mit Englisch kommt man hervorragend durch und überall gibt es freies WLAN. Die Infrastruktur (zumindest in Tiflis) funktioniert prima wenn man mal von den vielen Staus absieht. Die Georgier waren mir gegenüber freundlich aber auch zurückhaltend. Man wird kaum angesprochen geschweige denn in Touristenfallen gelockt.

Alleine Tiflis ist schon eine Reise wert. Die Architektur ist geprägt von neoklassizistischen Häusen die kaum renoviert aber bewohnt sind. Verwinkelte Gassen, kaputte Fassaden, kleine Innenhöfe, dazwischen Neubauten mit moderner Architektur und wieder Wohnhäuser die so aussehen als ob sie jeden Moment in sich zusammenbrechen. Dutzende Kirchen, ein Bäderviertel mit heißen Schwefelquellen, Paläste, Denkmäler usw. Die Sowjetunion hat auch ihre Spuren hinterlassen und man findet überall Hinweise auf die zweckmäßige, kommunistische Bauweise.

Kneipen wie ich sie mir auch oft bei uns wünschen würde, gehobene Gastronomie und sehr einfache lokale Restaurants, westliche Kaffeeketten und versteckte Bars ins historischen Kellern .. jeder Geschmack wird irgendwie bedient.

Vor allem aber wird man (als Europäer) mal wieder auf den Boden der Tatsachen befördert. Die Einkommen sind gering. Der Verkehr ist massiv chaotisch. Nachmittags ist die Stadt ein einziger großer Stau und kein Auto ohne Kratzer und Beulen. Die Straßen sind teilweise nicht als solche zu bezeichnen und alles dauert etwas länger. Man übt sich aber in Geduld und ist tolerant und kommt trotzdem vorwärts.

Wer also Paris, London, Rom, Prag usw. schon gesehen hat und etwas langweilig findet sollte sich mal 4 Stunden in den Flieger setzen und dem Kaukasus nen Besuch abstatten.

Und um die Kurve zum Geld zu bekommen .. auf den georgischen Lari gibts derzeit 7,5% Zinsen .. na wenn das mal kein Grund ist?

30. Dezember 2017

Take A Walk On The Wilde Side

Die letzten Dividenden des Jahres sind eingetroffen und ich korrigiere nochmal nach oben. Gelandet bin ich schlussendlich bei 11.591 Euro. Ziel für 2017 waren 833 Euro im Monat und geworden sind es 966 Euro.

Ich hänge mich mal an den Garnix dran .. meine Sparquote auf mein Nettogehalt lag bei 74,1%. Bedeutet ich komme mit 26% meines Gehalts über die Runden. Die Sparquote wenn ich meine anderen Einkünfte dazurechne dürfte irgendwo bei über 85% liegen aber ich bin zu faul um das genau auszurechnen.

Was sind die Ziele für 2018?

  • 1050 Euro an Dividenden im Monat wären nett (12.600 Euro gesamt)
  • Depotwert jenseits der 400.000 Euro
  • stabile (gleichbleibende) SEORCH Einnahmen
  • monatliche Ausgaben unter 900 Euro
  • soviel Sport treiben wie 2017
  • wieder mehr reisen
  • Spass im Job wie 2017

Wie erreiche ich das?

  • Dividenden: schätze mal einfach weiter investieren
  • Depotwert: wenn es keine Korrektur gibt, kein Problem
  • SEORCH: ggf. mal doch ein paar neue Whitelabelkunden werben
  • monatliche Ausgaben: Reparaturen am Auto sind hier so eine Variable
  • Sport: ich kann sowieso nicht stillsitzen
  • Reisen: kann zum Kostenfaktor werden, aber ich will noch ein paar Länder sehen
  • Job: wenn mein Chef so bleibt wie jetzt ist alles cool

Im Depotwert stecke ich nicht wirklich drin. Ist mir im Grunde auch nicht so wichtig solange die Dividenden kommen (und die sind mir wichtig). Bei SEORCH sind in 2017 einige Whitelabel Kunden abgesprungen. Bis dato kann ich das nicht kompensieren. Da ich es auch nur als Hobby betreibe ist die Zeit die investieren kann auch begrenzt. Ich bin auch nicht der Sales Guy der Klinken putzt. Mal sehen ..

Ich brauche ein Auto weil ich aufm Dorf wohne. Außerdem habe ich es gern problemlos und darum lass ich Reparaturen immer sofort durchführen. Die Krawallschachtel ist nun auch schon sieben Jahre alt und ich kalkuliere mal mit nem Tausender. 2017 waren es 1500 Euro.

Sport läuft bei mir automatisch (meistens) insofern .. die Zeit habe ich und wenn das Wetter wieder besser wird (ich hasse Nässe) kann ich auch wieder aufs Rad. Eine größere Reise habe ich noch nicht gebucht .. allerdings war ich das letzte mal 2015 länger weg (Sri Lanka und Malediven) wird also mal wieder Zeit.

Meinen Job muss ich nicht machen. Allerdings ist mein Chef ein ganz cooler Chef und ich mag meine Kollegen, außerdem würde ich 80% von dem Zeug welches ich im Job mache auch als Hobby und in der Freizeit machen.

Privat?

Die Beziehung, in welcher ich war, ist 2017 nach fast fünf Jahren zu Ende gegangen. Einerseits schade aber nachdem ich die bittere Pille erst mal geschluckt hatte kann ich die positiven Seiten wieder sehen. Ich bin keiner der an Dingen festhält die nicht mehr funktionieren. Ich bin bereit zu kämpfen und ich kann mich auch ändern. Aber wenn es wirlich nicht mehr funktioniert muss man irgendwann einen Schlußstrich ziehen. Dementsprechend entdecke ich gerade alte Freiheiten wieder .. und ich mag sie 😉

Das Zitat stammt von Helmut Kohl. Nein ich bin kein Kohl Fan .. erkenne aber seine Leistungen durchaus an. Gesagt hat er es schon 1984. Richtig war es immer.

Auf dem Weg zu einem Ziel verliert man sich oft in Details. Das kann so extrem werden, daß man Zeit in Dinge investiert die einen im Grunde nicht weiterbringen. Ich bin Programmier und in meiner Branche gibt es gute und schlechte Software Entwickler. Wie erkennt man nun ob einer gut oder schlecht ist?

Man kann diverse Maßstäbe anlegen:

  • schreibt die Person clevern, kompakten Code?
  • werden Entwurfsmuster eingesetzt?
  • ist der Code durch Kollegen gut wartbar?
  • schafft die Person die Umsetzung des Projekts in der vorgegebenen Zeit?
  • kann die Person sich selbst managen und Probleme lösen oder braucht sie Support?

Wenn nun Wünsch Dir Was wäre würde ich gerne nur Kollegen haben die alle genannten Punkte erfüllen. Aber das ist utopisch.

Mir waren immer zwei Dinge wichtig:

1. Delivern -> Halte deine Deadline und liefere was funktionierendes ab
2. Bau den Scheiß so, daß um Himmels Willen Kollege X auch dran arbeiten kann

Wir nannten das damals immer Trashy rauspusten. Bedeutet so viel wie .. hacke den Code runter, muss nicht hübsch sein .. Hauptsache fertig .. die Bugs fixen wir schon noch.

Ob das nun im allgemeinen richtig oder falsch ist hängt sehr vom Projekt und der Aufgabenstellung ab. Ich schreibe gerne sauberen eloquenten Code. Aber ich habe nicht immer die Zeit oder die Leichtigkeit dafür.

Ich habe angefangen dieses (ich nenne es mal) Trashy Pattern auf mein Leben zu übertragen.

Fakt ist:

  • 100% Perfektionismus .. schöne Sache .. aber wirklich notwendig?
  • Für die meisten Dinge reicht 80% Perfektionismus (vgl.Paretoprinzip)
  • der Aufwand um 100% zu erreichen steht in keinem Verhältnis zur Zeit und Energie die dafür notwendig sind
  • Nerven die es kostet wenn man sich 100% vornimmt aber diese nicht erreicht
  • gut ist was funktioniert

Viele Menschen überanalysieren, wägen Entscheidungen wochenlang ab und tun sich wahnsinnig schwer zu Potte zu kommen. Ob sie einen Fernseher kaufen, ein Auto, ETFs oder Aktien ist dabei egal. Alles muss wohl durchdacht und lange überlegt sein. Alle Fakten müssen gesammelt werden und in die Entscheidung einfließen.

Während ich früher auch so gehandelt habe, halte ich das heute für maximalen Bullshit.

Warum?

  • mir werden NIE alle Fakten bekannt sein die notwendig wären um eine 100% Entscheidung zu treffen
  • ich werde definitiv IMMER Punkte übersehen (auch wenn ich glaube ich habe alles bedacht)
  • ich kann die Zukunft nicht antizipieren
  • meine Entscheidung mag also heute richtig sein, aber was ist morgen?
  • ich bin nicht der schlauste Mensch, und es gibt immer Leute die mehr wissen
  • und was ist wenn doch Zombies den ganzen Laden überrennen?

Ich nehme mir durchaus Zeit wenn ich etwas Neues kaufen möchte, sei es ein Investment in Aktien, nen neuen Rechner oder ein neues Küchenmesser. Aber ich darf das Ziel nicht aus den Augen verlieren. Muss ich das beste Messer der Welt kaufen oder reicht eins mit dem man gut Gemüse schneiden kann? In welcher Zeit treffe ich meine Entscheidung?

Ich habe schon „schlechte“ Messer gekauft, das habe ich irgendwann eingesehen und die Dinger entsorgt und nächstes mal etwas mehr Geld ausgegeben.

Ich habe auch schon „schlechte“ Investments gemacht, ich habe das irgendwann bemerkt und meine Entscheidung revidiert. Ein Großteil meiner Investments ist aus meiner Sicht aber „gut“ und führt mich mittelfristig an mein Ziel. Habe ich wider erwarten ins Klo gegriffen stehe ich zu meinem Fehler, verkaufe das Papier und bin nächstes mal schlauer.

Mein Ziel ist nicht die beste Aktie / Firma der Welt im Depot zu haben, ich will ein Depot welches solide ist und kontinuierliche Dividenden liefert. Sind da nun ein paar Äpfel drunter die nicht so hübsch sind .. egal .. solange sie nicht zu faulen anfangen ist alles gut.

Etwas 80% Überlegtes zu tun ist besser als gar nichts zu tun .. das ist meine Erfahrung.

btw.
der Begriff Trashy Pattern erschien zum ersten mal am 21.12.2017 auf getmad.de

12. Dezember 2017

Dividenden 2017

Das Jahr neigt sich dem Ende und während ich noch ein paar Dividendenzahlungen erwarte kann ich doch ein Fazit ziehen.

Im Jahr 2017 habe ich bis dato 11.000+ Euro netto Dividenden kassiert (es werden wahrscheinlich noch so 11.300 Euro). Macht pro Monat etwa 915 Euro (mein selbst formuliertes Ziel waren 833 Euro / Monat bzw. 10.000 Euro im Jahr). Brutto nur der Vollständigkeit halber: ca. 14.500 Euro.

Das ist insofern cool da es meine Fixkosten im Grunde komplett deckt. Alle Dividenden waren mehr oder weniger stabil und es war keine Einmalzahlung dabei.

Wie war das in den letzten Jahren?

  • 2016: €8565 / Jahr bzw. €713 / Monat
  • 2015: €7439 / Jahr bzw. €619 / Monat
  • 2014: €5918 / Jahr bzw. €493 / Monat
  • 2013: €4040 / Jahr bzw. €336 / Monat

Wobei es in diesen Jahre auch einige Einmalzahlungen gab.

Alles in Allem waren das nun bisher rund 37.000 Euro in fünf Jahren. Oder ein gut ausgestatteter 3er BMW. Nächstes Jahr dann hoffentlich die 12.000+ Euro.

Und JA .. Geld macht nicht glücklich .. aber es ist ein zentraler Faktor über den ich mir zumindest keine (oder wenig) Gedanken machen muss.

28. November 2017

Recon

Im Jahr 2005 habe ich mir mein erstes Apple Gerät gekauft. Damals ein iPod (Classic). Das lag unter anderem daran, daß ich Musik mag und dementsprechend meine Musik gern dabei habe. Da mir User Interface, Verarbeitung usw. sehr gut gefallen haben folgten in den nächsten Jahre diverse weitere Apple Produkte. Von iMac, MacBook Air, MacBook Pro bis hin zu diversen iPhones war alles mal am Start.

Den iPod habe ich abgeschafft als ich ein iPhone mit 16GB gekauft habe, den iMac als ich auf ein MacBook Pro gewechselt bin. Ich hab diverse Iterationen von Apple Geräten mitgemacht und war offensichtlich immer zufrieden. Es gab auch lange keine wirklichen Alternativen. Microsoft hatte es sich auf dem Desktop mit Windows Vista so ordentlich verkackt. Ein Linux Desktop funktioniert (für mich) bis heute noch nicht zufriedenstellend. Beim Smartphone war es ähnlich. Die ersten Android Versionen waren furchtbar. Erst zu Zeiten des iPhone 4 wurde Android dann doch ne Alternative für mich.

Mutig habe ich dann vom iPhone 4 auf ein Android Gerät gewechselt. Grund war in erster Line der Preis. Ein (zum iPhone 4s) vergleichbares Android Smartphone kostete damals etwa die Hälfte. Für mich erfüllte es aber den selben Zweck. Daneben hänge ich keiner Doktrin an ohne die zumindest ab und zu mal zu hinterfragen.

Was im Grunde bedeutet, daß Apple aus meiner Sicht immer noch hervorragende Hard- und Software baut, ich aber keine Lust habe die Kohle dafür auf den Tisch zu legen, zumindest bei Smartphones.

Meine Firma stellt mir einen Arbeitsrechner. Ich kann mir aussuchen was ich haben möchte und arbeite seit dem auf diversen Generationen von MacBook Pros. Aus meiner Sicht der beste Laptop den man für Geld kaufen kann. Auch wenn er mit der selben Ausbaustufe 30 – 50% teurer ist, als ein vergleichbares Windows Gerät.

Nun ist mir vor einigen Wochen am MacBook eine Taste kaputt gegangen. Da ich (eigentlich) handwerklich nicht auf den Kopf gefallen bin habe ich versucht die Taste selbst zu reparieren.

Fataler Fehler.

Schon beim entfernen der Taste kann einer der Haken abbrechen wenn man die Taste von der falschen Seite her heraushebelt. Das Ende vom Lied war, daß ich drei Tasten kaputt gemacht habe inkl. des Butterfly Mechanismus. (Offensichtlich bin ich doch ein Idiot).

Gut .. ich stehe zu meinen Fehlern und bin zum Gravis (Autorisierter Apple Service Partner) marschiert. Dort hat man mir dann glaubhaft versichert, daß es nicht vorgesehen ist die Einzeltaste zu reparieren. Die Tasten sind eingeklebt und können dementsprechend nicht getauscht werden. Vielmehr muss das komplette Topcase (Alugehäuse, Touchbar, Batterie) getauscht werden.

Preis: An die 600 Euro.

Nicht falsch verstehen. Ich wäre bereit gewesen für meine eigene Blödheit und das Fixen so 100 – 150 Euro zu bezahlen. Aber 600 Euro für drei kaputte Tasten .. GEHTS NOCH? Eine komplette Austauschtastatur bei nem Lenovo bekomme ich für 80 Euro.

Frustriert bin ich nach Hause marschiert, hab mir ohne nachzudenken einen Dell XPS (Variante: Unten Rechts) gekauft und das MacBook auf die Seite gestellt.

Seit dem arbeite ich wieder unter Windows 10.

Whoooot? Ist doch ein Firmengerät?

Stimmt schon und die Firma bezahlt auch die Reparatur. Allerdings finde ich eine Ersatzteilpolitik bei welcher ein defekter 50 Cent Artikel zu einer mehrere hundert Euro hohen Rechnung führt extrem scheiße. So scheisse das ich KEINE Lust habe dem Hersteller zukünftig auch nur einen Cent meiner Kohle zu geben. Und somit besitze und nutze ich derzeit kein Apple Gerät mehr.

Drawbacks?

Ja .. ist alles nicht so hübsch im OS. Ein paar Shortcuts muss man sich erst wieder neu beibringen und Apple hat das mit dem Touchpad einfach besser drauf. Aber was solls. Nach einer Woche bin ich Windows 10 prima zurande gekommen. Ich mag sogar einige Features welche es auf MacOS nicht gibt .. und arbeiten kann man damit genau so gut.

Gesinnung: Breaking Chains

10. November 2017

Die Tankstelle

Ich wohne auf nem Dorf. Die nächste Stadt ist einige Kilometer entfernt. Darum brauche ich ein Auto. Das will ab und zu getankt werden .. ihr kennt das. Vor einigen Jahren hat auf dem Weg zu Stadt eine neue Tankstelle aufgemacht, genau auf dem Weg in die Stadt. Ideal zum tanken ohne einen Umweg fahren zu müssen um an das begehrte Nass zu kommen. Mein Problem ist nur: Ich meide diese Tankstelle wie der Papst den Puff (oder zumindest versuche ich es .. auch wie der Papst).

Warum ist das so?

Sprit ist Sprit und wegen ein paar Cent einen Umweg fahren finde ich nicht sonderlich clever. Ich weiß auch gar nicht ob die Tanke besonders teuer oder billig ist. Es ist was anderes was mich stört.

Die Tankstelle hat seit einigen Monaten einen sogenannten Tankwart. Also wenn ich an die Zapfsäule fahre und aussteige steuert dieser Mensch (meist ein älterer Herr) schon auf mich zu und versucht mich in ein Gespräch zu verwickeln. Er will mir irgendwelche Serviceleistungen andrehen und mir was zusätzlich verkaufen. Das Gespräch startet jedes mal gleich. Er frägt mich wie viel PS mein Auto hat und das seine Tochter das selbe Modell fährt (Ich steh auf Frauenautos). Das geht mir so auf den Zeiger das ich schon in Stress komme wenn meine Tanknadel gen Null geht und nur diese Tankstelle in der Nähe ist.

Jedes mal wenn ich den Herrn schon anlaufen sehe bereue ich es, daß ich die Tankstelle angesteuert habe. Ich will nicht zu einen Gespräche gezwungen werden. Auch kann ich ganz gut alleine tanken (so schwer ist das ja nicht) und ob ich eine Autowäsche benötige kann ich auch noch selbst herausfinden.

Höflich wie ich erzogen wurde antworte ich ganz nett auf seine Fragen und versuche ihn möglichst schnell abzuwimmeln. Doch das nächste Ungemach ist dann wieder nicht weit. Im Kassenraum wurde vor einiger Zeit ein Labyrinth (ich nenne es The Death Maze) aufgebaut. Man muss auf dem Weg zum Kassenschalter erst diverse Regalreihen ablaufen welche den Weg vom Eingang zur Kasse in etwa verdreifachen. Vor dem Bezahlen werde ich dann regelmäßig darauf hingewiesen, daß heute (wahlweise) Snickers, Mars, M&Ms etc. im Angebot sind und das ich doch welche kaufen könnte. (Der nächste Aldi wo der Schrott die Hälfte kostet ist 400 m entfernt.) Ich lehne wie immer dankend ab.

Das Geld darf der Beschäftigte dann noch nicht einmal selbst kassieren. Man muss es in einen Zählautomaten stecken.

Ich ergreife panikartig die Flucht zu meinem Auto und zuhause brauche ich nach diesem Erlebnis jedes mal ne Stunde autogenes Training. Ich bin aber auch selbst Schuld. Irgendwie schaffe ich es dieses Tankerlebnis nach einer gewissen Zeit zu verdrängen und vier Wochen später beobachte ich mich selbst wie ich wieder diese Tankstelle ansteuere.

Ich hab mir nun fest vorgenommen dies nicht mehr vorkommen zu lassen.

Und die Moral?

Keine Ahnung .. darüber hab ich nicht so viel nachgedacht. Ich frage mich nur wie man es als Tankstelle schaffen kann potentielle Kunden zu vergraulen die noch nicht mal wirklich auf den Preis achten. Verdammt .. ich fahre nun wegen dem Schrottladen extra wieder Umwege .. und das will schon was heißen.

von dem was ich tue .. ?

Im Oktober, respektive Ende September habe ich gegen meine Glaubenssätze (Kauf keine Firmen die im Digitalen Business unterwegs sind) Adobe und Qualcomm Aktien gekauft.

Adobe habe ich gekauft weil auf der größten Online Marketing Messe in Europa (DMEXCO) auf dem Adobe Stand gemunkelt wurde, daß Microsoft ggf. Adobe übernehmen will.

Qualcomm habe ich gekauft da die mehr oder weniger ein Monopol auf Baseband Chips haben.

Beide Branchen nicht mein übliches Jagdgebiet. Adobe zahlt keine Dividende, bei Qualcomm konnte ich mir das mit nem fairen Preis und guter soldier Dividende schönreden. Daneben schafft es kein Qualcomm Wettbewerber aktuell die technologisch zu übertrumpfen. Willst du die beste und schnellste Datenübertragung im Handy haben kommste an Qualcomm nicht mehr vorbei.

Hier die Charts der letzten Wochen:

Adobe ist dank glänzender Zahlen um 20% im Plus. Broadcom hat am Freitag bekannt gegeben, daß sie Qualcomm für 70 Dollar je Aktie übernehmen wollen. Zack 12% Plus.

Beides totale Glückstreffer .. hätte auch genau so gut gen Süden gehen können. Aber auch nett und jetzt schau ich mal was passiert.

Letzten Samstag fand das zweite Treffen der autonomen Finanzwesir Zellen in Karlsruhe statt. Ich war das erste mal dabei und skeptisch was mich da wohl erwarten würde.

Ich kannte keinen und wusste nur das „Dummerchen“ das Treffen sehr sorgfältig organisiert hatte. Frei nach dem Motto: erst mal ankommen, abchecken, Fresse halten und lauschen habe ich mich dazu gesetzt.

Nachdem alle da waren gab es ne kurze Vorstellungsrunde, jeder konnte aber über sich sagen was er wollte und ggf. was seine Interessen und Erwartungen sind. Da haben sich dann auch schon direkt die ersten Gesprächspartner gefunden und irgendwie war man dann auch schon mitten in die Gespräche vertieft.

Vom 22 jährigen Stundenten bis zur 66 jährigen Rentnerin war alles dabei. Die meisten kannten natürlich die üblichen Blogs aus der Szene und man war sich auch schnell einig welche Blogs nen wirklichen Mehrwert bieten und welche man nur zur Unterhaltung liest.

Das Anlagespektrum der Teilnehmer hat wirklich alles abgedeckt. Menschen die konsequent ETFs besparen, Stockpicker, Optionshändler, Immobilienbesitzer, Leute die Kryptowährungen ausprobieren oder in P2P Kredite anlegen bzw. von jedem etwas.

Interessante Lebensläufe, spannende finanzthematische und politische Diskussionen und ein paar Anlageideen gab es zuhauf.

Auf jeden Fall verging die Zeit wie im Flug und ich fands ziemlich geil mal mit Menschen über Geld zu sprechen, das ist ja eher doch ein Thema das im Freundeskreis nicht so fortgeschritten diskutiert wird.

Der Abend hat sich auf jeden Fall gelohnt und ich kann nur jeden ermuntern solch ein Treffen mal zu besuchen.

Ein Danke auch nochmal an Dummerchen, für die ganze Organisation und die Vorbereitung des Treffens!

17. Oktober 2017

Dream Of A Ghost

Bitte das folgende nicht in den falschen Hals bekommen. Ich möchte nicht prahlen. Allenfalls als Motivation verstehen.

Meine finanzielle Reise habe ich mehr oder weniger bei 0 gestartet. Ich habe zwar Geld geerbt (Danke an Oma und Opa). Allerdings habe ich die Kohle 2004 in einen Mini Cooper investiert .. komplett.

Zwischen 2002 und 2008 habe ich dann auch noch den Wert eines VW Golfs in Fahrradteilen versenkt. Daneben war ich auch mindestens zwei mal im Jahr im Urlaub. Gearbeitet habe ich durchgehend. Da ich aber kein Studium sondern nur ne Ausbildung habe, habe ich 2005 beispielsweise gerade mal 1400 Euro netto verdient. Ich musste allerdings auch keine Miete bezahlen.

Das Gehalt wurde über die Jahre mehr, meine Ausgaben sanken aber bzw. stagnierten. Das lag unter anderem daran das ich angefangen habe ein Haushaltsbuch zu führen. Je genauer ich die Kosten aufgeschrieben habe desto mehr wollte ich sie senken. Für mich ist und war das ein Spiel. Wo kann ich Kosten einsparen ohne die Leistung die ich dafür erhalte zu verschlechtern.

Als Resultat waren meine durchschnittlichen monatlichen Ausgaben im Jahr 2015 geringer als im Jahr 2005.

Geld hatte ich am Monatsende immer übrig. Ich habe noch nie einen Dispo benutzt und seit ich denken kann gammeln auf dem Girokonto mindestens 1000 Euro vor sich hin. Alles was diese 1000 Euro überschreitet wandert ins Depot. Wenn sich im Depot ca. 2500 Euro (später 5000 Euro) an Bargeld angesammelt haben, habe ich davon Wertpapiere gekauft.

Das ging auch öfter mal schief, da ich auf die schnelle Kohle aus war. Einsamer Rekord war ein Verlust von 8000 Euro (Gruß an griechische Staatsanleihen, Nokia usw.). Ab etwa 2008 tendierte es aber immer mehr zu Buy & Hold. Ein Zock ist heute die absolute Ausnahme.

Was ist nun in der Zeit passiert?

Man sagt immer die erste Million ist die schwerste (kann ich bestätigen, denn ich hab sie noch nicht).

Die ersten 100.000 Euro waren aber ebenso schwer.

Das erste mal 100K Depotwert hatte ich 2011. Es hat also 7 Jahre gedauert um von 0 auf 100K zu kommen.
Die 200.000 Euro Depotwert habe ich dann 2015 überschritten. Da waren es nur noch 4 Jahre.
300.000 Euro habe ich erst dieses Jahr geknackt. Also 2 Jahre.
Und wenn es keinen Crash gibt schaffe ich die 400.000 Euro nächstes Jahr .. da war es dann nur noch 1 Jahr.

Seit 2004 sind 13 Jahre vergangen und ich war kein Großverdiener (bin ich auch heute noch nicht). Aber man kann eben auch seine Ausgaben optimieren um mehr Geld für andere Dinge zur Verfügung zu haben.