getmad sardinen wissen, daß gleichmachen mit kopfabschneiden beginnt

Inspiriert von Holger von Zendepot .. das folgende soll keine Kritik sein nur eine andere Sichtweise.

Vorab:

Ich bin kein Akademiker und ich mache meinen Job gern. Es gibt max. 2-3 Tage im Jahr an welchen ich aufwache und keine Lust zu arbeiten habe. Einen besseren Job kann ich mir nicht vorstellen und dementsprechend habe ich schon diverse Angebote die mir mehr Kohle in die Tasche stopfen wollten abgelehnt. Ich verzichte auf nichts was mir wichtig ist. Ich habe eine große Wohnung, vier Fahrräder und ne italienische Espressomaschine die 30 kg wiegt. Ich gehe ab und zu mal essen, ins Kino und mein letzter großer Urlaub hat mich auf die Malediven und nach Sri Lanka geführt. Ich lebe in der Gegenwart und verschiebe Dinge nicht in die Zukunft. Ich arbeite max. 45 Stunden die Woche und meist aus dem Homeoffice. Einen Arbeitsweg habe ich nicht und wenn ich um 08:00 Uhr anfange mach ich spätestens um 16:30 Feierabend. Dann treibe ich Sport, mache #Teammittagsschlaf treffe Freunde oder koche was.

Trotzdem:

strebe ich die finanzielle Freiheit an und werde sie auch erreichen. Bin also blöd? Freunde meinen schließlich ich hab das geilste (Arbeits-)Leben welches sie kennen.

Warum:

Arbeiten ist doch toll und wenn man keinen Job hat welcher einem Spass macht, kann man sich selbständig machen oder sich was Neues suchen. Das ist sicher richtig. Nur muss man dazu seine Komfortzone verlassen und das Sichere gegen das Ungewisse aufgeben. Nicht gerade die Stärke meiner Mitmenschen. Vorallem wenn da noch ne Familie und Kinder dranhängen. Es ist da doch oft einfacher in einem ungeliebten Job in der Masse zu verschwinden und am Wochenende seinen Mitmenschen das Ohr vollheulen wie scheisse doch alles ist. Um an seiner eigenen Situation etwas zu ändern braucht man ne ganze Menge Antrieb (alternativ Schmerzen) und Mut. Und leicht ist dann immer noch nicht wenn man kein finanzielles Polster hat.

Holger hat allerdings (zumindest bei mir) in einem Punkt recht. Ich giere nach Freiheit und Unabhängigkeit mehr als andere Menschen. Da kann ich das „frei sein“ von Arbeit nicht ausnehmen. Und da wären wir auch schon. Ich kenne persönlich niemanden der seinen Job machen würde wenn er keine Entschädigung (Geld) dafür bekommen würde. So auch ich, da könnte mein Chef noch so nett sein. Folglich ist jede Arbeit die bezahlt wird eine Zwangssitutation. Kohle gegen Zeit. In dem ich mir einen anderen Job suche ändert sich das nicht. Wenn ich selbstständig bin ändert sich das nicht. Wenn ich nichts leiste gibts nix. Punkt. Und ich brauche nun einmal Geld zum Leben.

Depression? Körperliche Leiden? Anerkennung? Gebraucht werden?

Eine Frage die ich oft gestellt bekomme:

Matthias was machst du dann wenn du nichts mehr arbeitest? Das geht doch nicht? Da ist dir doch langweilig wenn du nichts mehr zu tun hast!?Da falle ich dann natürlich in ein Loch, zeige Nachbarn wegen falsch Parken an und hänge irgendwann am Baum. Ganz klar.

Ob ich in den vorzeitigen Ruhestand gehe?

Sicher .. irgendwann. Ob das in 3, 5 oder 10 Jahren ist weiß ich nicht. Die freie Wahl es zu tun wann ich möchte ist mir wichtig. Aber warum sollte ich in ein Loch fallen oder in Depressionen versinken? Wie würde mein Leben aussehen wenn ich es irgendwann tun werde?

Warum wird angenommen, daß ich nichts sinnvolles mit meiner Zeit anzustellen weiß. Und wenn dem so ist wieso freuen sich die meisten Menschen auf die „schönsten Wochen des Jahres“ .. den Urlaub?

Ich würde mein Leben ja nicht grundsätzlich ändern wenn ich zu 100% frei über meine Zeit verfügen kann ..

  • ich werde fremde Länder besuchen – aber 2-3 Monate statt 2-3 Wochen
  • ich werde weiter Sport treiben – aber ich sitze dann 3-4 Stunden auf dem Rad anstatt 2-3
  • ich programmiere weiter an Projekten – nur eben an meinen eigenen Ideen
  • ich treffe weiter Freunde und Familie – nur eben manchmal entspannter
  • ich lerne neue Dinge – nur eben mehr und vielleicht öfter

Und wenn ich auf all das keine Lust habe und stattdessen lieber anfange einen Garten anzulegen tue ich eben das und ich habe die Zeit dafür es zu tun.

Das ist für mich auch der Punkt. Bei einer Erwerbstätigkeit bin ich immer (teilweise) fremdbestimmt. Meine Zeit wird mir abgekauft vielleicht für Dinge die ich gerne tue oder auch nicht. Aber darum geht es nicht.

Ich für meine Teil will zu 100% frei über meine Zeit bestimmen können.

Vielleicht abschließend noch ein Beispiel .. ich war die erste Januar Woche in Georgien. Nach einer Woche hätte ich aber ohne weiteres noch eine Woche dranhängen können. Allerdings musste ich irgendwann für den Job wieder auf Matte stehen. Ich wusste aber eben vorher nicht, daß ich Georgien so spannend finde und selbst dann muss ich mit meinen Urlaubstagen haushalten .. Dinge die eben entfallen wenn ich im Ruhestand bin.

Kommentare:


  1. Torsten

    Sehr anschaulich geschrieben. Dann lass und mal weiter am Projekt FF arbeiten.

    Bis bald und Gruß!

    Torsten

  2. Thomas von Divdepot

    Hi,

    bin auch deiner Ansicht. Eine Frage noch: Hast du dir ein zeitliches Ziel gesetzt? Bzw. eine Strategie wie du deine finanzielle Freiheit erreichen willst?

    Meine Strategie ist es über den Aktienmarkt eine regelmäßige Dividendenzahlung zu bekommen. Vielleicht geht es sich ja in 10 Jahren aus?

    Grüße Thomas

  3. mad

    Hi Thomas,

    das ist auch meine Strategie .. ich denke in 2-3 Jahren erreiche ich etwa 1500 Euro netto Dividenden pro Monat. Das ist aktuell erst mal mein Ziel .. dann mal schauen 😉

    Viele Grüße,
    Matthias

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