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27. November 2022

Warum ich investiere?

Inspiriert von Gulduka.

Gulduka hat sich seinen Namen aus der Star Trek Serie Deep Space Nine ausgesucht. Gul Dukat ist einer Gegenspieler der Föderation und der Bajoraner in der Serie. Ich habe alle 176 Folgen der Serie mindestens zwei mal gesehen und es ist nach wie vor meine liebste Star Trek Serien.

Anfänge

Geboren wurde ich 1978. In der Grundschule war ich so mittel. Man hat mich auf die Realschule geschickt. Da war ich dann auch so mittel (Abschusszeugnis hatte nen Durchschnitt von 3,0). Beworben habe ich mich damit nicht, sondern hatte die Idee aufs Wirtschaftsgymnasium zu gehen.

Dort war ich dann schlecht und bin in der 11. Klasse mit Mathe und Physik 5er sitzen geblieben. Das Jahr drauf wars dann nur noch der Mathe 5er und ich kam in die 12. Klasse.

Abi gerade so geschafft.

Studieren? Mit meiner Motivation zum Lernen? No Way.

Habe dann versucht mich für ein Duales Studium zu bewerben (Berufsakademie). Habe etwa 25 Absagen kassiert.

Am Ende habe ich eine Ausbildungsstelle zum Industriekaufmann ergattert.

Die Ausbildung habe ich auch abgeschlossen.

Arbeiten

In der Firma in welcher ich die Ausbildung gemacht habe, habe ich dann 10 Jahre gearbeitet. In den zehn Jahren gab es drei Entlassungsrunden wo jeweils etwa 10% der Belegschaft entlassen wurden.

Das hat mich geprägt.

Ich hatte nämlich jedes mal Angst, dass es mich auch erwischt. In dieser Zeit hat sich auch eine Generalisierte Angststörung manifestiert.

Die Firma gehörte damals zu nem US Konzern (Pentair) und der US Führungsstil hat sich auch im hübschen Schwarzwald bemerkbar gemacht.

Hire and Fire, Fokus auf Marge, Investiert wird nur da wo die Rendite stimmt. Mitarbeiter? Lassen sich die nicht noch etwas mehr ausquetschen?

Aus Aktionärssicht ein Traum, aus der Sicht eines Angestellten nicht.

Um das zu ändern musste ich aber die Seiten wechseln.

Konnte mich ja nicht einfach am US Headquarter festkleben um zivilen Ungehorsam zu leisten?

Was will ich eigentlich?

Auf jeden Fall wollte ich nicht mein ganzes Leben von einem Arbeitgeber abhängig sein. Eigentlich wollte ich auch nie von irrationalen Entscheidungen abhängig sein.

Ich wollte frei in meinen Entscheidungen sein und ich habe schnell nach der Ausbildung gemerkt, dass ich die Pace welche die Geschäftsleitung vorgelegt hat, nicht bereit bin mitzugehen. Vor allem nicht über einen Zeitraum von 45 Jahren.

Unabhängigkeit ist für mich in erster Linie finanzielle Unabhängigkeit.

Um aus dem Hamsterrad (auch nur temporär) rauszukommen braucht man Geld. Zumindest wenn man sein Leben so führen will wie man will.

Wie kommt man an möglichst viel Geld?

Du kannst das Anhäufen von Geld scheiße finden oder nicht. Es ist aber in unserem System alternativlos … zumindest für das was ich vor hatte.

Sparen fiel mir immer leicht, egal wie hoch mein Einkommen war habe ich es immer geschafft was auf die Seite zu legen. Irgendwann stapelt sich dann Geld auf dem Girokonto und ein Gedanke war damals z.B. eine Wohnung zu kaufen, als Invest.

Aber ich hatte keine Lust mich mit Mietern zu beschäftigen oder ein Klumpenrisiko zu haben. Außerdem habe ich von Immos keine Ahnung.

Im Wirtschaftsgymnasium kam man natürlich mit dem Thema Aktien in Berührung und zu der Zeit gab es dann auch zum ersten mal Online Broker (muss so 1998/99 gewesen sein) und dort habe ich dann ein Depot eröffnet.

Geld hin überwiesen und angefangen zu traden .. ohne Plan, ohne Ahnung.

Zeigte sich dann auch im Ergebnis .. auch wenn ich ein paar erfolgreiche Trades hatte, hatte ich mindestens genau so viel schlechte Trades.

So wird das nix mit dem Ziel oben.

Zum Glück gibt es das Internet

Ich glaube ich habe dann irgendwann mal nach „financial independence“ in Google gesucht und bin auf ein paar US Blogs gestoßen. Deutsche private Finanzblogs gab es damals noch nicht.

Ich weiß nicht mehr welches Blog es dann am Ende war, aber dort gab es Leute die (wie ich) nicht das ganze Leben im Hamsterrad verbringen wollten.

Ein paar davon haben nur in Aktien investiert welche Dividenden ausschütten. Die Idee war der Cashflow. Kurz gesagt .. Aktien kaufen welche ein solides Geschäftsmodel haben, welche regelmäßig Dividenden steigern, Gewinn machen usw.

Die Papiere dann am besten nie mehr verkaufen und sich an den Dividenden freuen.

Da das mit dem Traden eher schief gegangen war fand ich das Konzept Dividenden gut und habe angefangen es auszuprobieren. Scheinbar fand ich es so prima, dass ich es bis heute durchziehe.

Das Ziel

Ich hatte schon viele Ziele, aber …

eigentlich wollte ich so lange investieren bis netto 1.500 Euro an monatlichen Dividenden kassiere.

Dieses Jahr werden es wohl knapp 2.000 Euro / Monat sein.

Eins habe ich aber erreicht:

Wenn mich morgen mein Chef nervt oder mein Arbeitgeber mir auf den Sack geht, werde ich kündigen und erst mal nichts machen .. mindestens 12 Monate lang.

Dann fällt mir sicher was Neues ein.

Gesinnung:

Kommentare:

  1. Gulduka

    Bevor ich zu Twitter komme, muss ich natürlich hier einen Kommentar da lassen. Ja Deep Space Nine war schon immer meine Lieblingsserie, und ich weiß natürlich das sie in der Trekkie Community doch eher kontrovers diskutiert wird.

    Hier sieht man das es viele parallelen gibt, und Gleichzeitig auch große Unterschiede. Beim Arbeitgeber, ok bin in dritter Generation dort, hatte ich großes Glück. Rückhalt, Förderung und vor allem natürlich das Gehalt haben immer gepasst.
    Viele arbeiten ja an dem Ziel aus dem „Hamsterrad“ auszusteigen. Auch wenn meine Aufgaben heute andere in der Firma sind, wurde ich stets versorgt und dementsprechend möchte ich auch meine Teil zurückgeben.

    Aber wie Du mal wieder schonungslos und klar sagst, ohne Geld geht nichts. Von daher ist es mehr als nur eine Sicherheit.

    Ich kam mit Aktien nie in Berührung, so hörte ich erst Ende 2018 von ETFs, und kann noch nicht einmal sagen wie ich damals auf Bergfahrtens Webseite gekommen bin. Irgendwie verrückt, und Gleichzeitig das beste was ich machen konnte meine Geldanlage selbst in die Hand zu nehmen.

    Aus dem Du mit meinem Bankberater ist zwar ein sie geworden, nachdem ich alle Deka Fonds aufgelöst habe. 🙂
    Bin ja hier auch schon sehr lange dabei als Stiller Mitleser Matthias, und so freut es mich das wir fast auch auf die gleiche Musik stehen. 🙂
    Mir hat das dieser Tage gut getan, auch auf diesem Weg den Blog wieder zu beleben, und gleichzeitig ist es wohl auch für den einen oder anderen besser nachzuvollziehen, was mich oder in dem Fall Dich antreibt. Jedenfalls Danke für den Privaten Einblick!

    Dir jedenfalls weiterhin Alles Gute, und wenn ein Ziel erreicht ist kommt das nächste. Und Geld kann man ja nie genug haben. 😉
    Bleib auch bei Bester Gesundheit, die kann man nur begrenzt für Geld kaufen.

    Gruß
    Roger

    P.S.: Wenn ich nur die Kassenleistungen in Anspruch nehmen würde, wäre meine MS schon viel weiter vorausgeschritten. Also ist es auch in dieser Hinsicht gut, wenn man alternative Behandlungsmethoden aus der Tasche zahlen kann. Daher sei dies hier nicht unerwähnt.

  2. mad

    @Gulduka

    Ja ich weiß das DS9 nicht nur Freunde hat. Ich fand in erster Linie gut, dass es einen Handlungsbogen über viele Staffeln gibt und natürlich der Konflikt mit dem Dominion.

    Jeder hat eine andere Motivation aber ich freue mich immer wenn jemand seine persönliche Geschichte erzählt.

    Das macht für mich den Mensch irgendwie greifbarer.

    Muss zugeben, dass ich keine Ahnung von MS habe (außer gefährliches Halbwissen) aber ich wünsche Dir, dass du noch sehr lange nicht in deiner Lebensqualität eingeschränkt wirst und sich die Auswirkungen in Grenzen halten.

  3. Blog 99bit

    Ist das wirklich so dass du nur in Dividenden-Aktien investierst? Ist das dein einziges Kriterium?

  4. Vroma

    Hallo Matthias.

    vielen Dank für den Hinweis auf den Blog von Gulduka.

    Hoffe Du kommst aus der Angst raus, oder bist es am Besten schon. Falls nicht, sollte Dich dein Arbeitgeber einfach mal kündigen.

    Dann würdest Du sehen, dass Du läääängst am Ziel bist 🙂

    Gruß,

    ein Star Wars Fan…..

  5. Peter

    Hallo,

    was du ansprichst trifft es auf den Punkt. Geld ist nicht alles aber ohne geht es nicht auch wenn uns das oft anders dargestellt wird. Ich bin selbstständig und nur durch sparen und investieren unabhängiger geworden. In meinem Umfeld passt nicht jedem mein Weg, auch nicht jedem Kunden, da ich auch mal nein sagen kann. So ist es mir aber lieber und nur das zählt für mich. ich lese diesen Blog sehr gerne und freue mich still mit über deine tollen Erfolge. Alles Gute !!

  6. Kaugirl

    Hallo Matthias, mein jüngeres Ich hat sich nicht so viele Gedanken um Geld oder Zukunft gemacht. Und als ich einen nennenswerten Betrag zum Investieren hatte, war ich knapp 40. Von daher hatte deine Angst auch den positiven Aspekt, dass du schon durch bist mit Vermögensaufbau etc. Außerdem hatte ich den Eindruck, dass du tolle Reisen gemacht hast. Die Frage ist wohl eher, was noch kommen soll, was du dir wünscht oder erwartest. Welche Ziele hast du? Welche Dinge möchtest du machen? Es kommt mir so vor, dass du da noch auf der Suche bist. LG

  7. Catamaran

    Hallo,

    auch wenn das vielleicht niemand mehr liest, ich habe wegen einer chronischen Krankheit immer Existenzängste seit ich 20 bin, heute bin ich Mitte 40. Dieses Jahr habe ich aber zum ersten Mal die 10k nach Steuer mit zu 90% Standard ETFs ohne Dividenden Gewichtung geschafft. Das ist ein kleiner Meilenstein für mich, doch noch kein Grund für komplette Entwarnung.
    Wenn ich früher mit dem investieren begonnen hätte, könne ich schon „durch“ sein, so kann ich mich nur damit trösten, dass bei einem Anteilsverkauf nicht sehr viel zu versteuern wäre.

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