getmad wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist

Es ist gar nicht so leicht ruhig zu bleiben wenn man die Entwicklung der Märkte und des eigenen Depots in den letzten Wochen verfolgt.
Soll man kaufen, soll man verkaufen, haben wir den Boden schon erreicht, geht es noch weiter abwärts, laufen wir in eine Rezession?
Das kann einen schon verrückt machen. Außerdem bringt es nichts. Jede Entscheidung die du aktuell triffst kann falsch oder richtig sein.

Darum ein kleiner Faden für den gestressten Paniker:

  • hast du Sparpläne, lass sie einfach weiter laufen
  • nicht ins Depot schauen
  • warten bis die massiven Schwankungen an den Märkten nachlassen
  • die Schwankungen werden nachlassen wenn die Anzahl der Neuinfektionen stagniert oder sinkt, das kann noch Monate dauern
  • Nix kaufen, nix verkaufen .. wer weiß aktuell schon was morgen ist
  • Nachrichtensperre
  • Social Media Sperre
  • keine Feeds
  • die News von heute sind aktuell morgen meist schon für die Tonne
  • Sport, draußen, allein .. Rad, laufen, wandern oder auch Regenwürmer lochen
  • Sport, drinnen, Situps, Liegestütze, Klimmzüge
  • lerne dich zu Entspannen, richtig
  • lerne was Neues
  • lies Bücher, spiele Spiele, miste aus
  • ernähre dich gesund und lerne kochen, Gemüse, Salat, kein Fleisch, kein Fast Food
  • komm zur Ruhe, die Welt dreht sich aktuell langsamer und das ist auch gut so
  • wenn du gesund bist, biete anderen deine Hilfe an
  • jeder Crash geht vorbei

Also nutze die Zeit, in welcher du dir Gedanken um die Zukunft oder das ganze aktuelle Szenario machst, sinnvoll. Es hilft dir halt nicht, wieder und wieder potentielle Risiken durch zu denken wenn du sowieso nicht logisch handeln kannst. Angst ist hier ein schlechter Ratgeber. Halte dich an deine Strategie vor dem Crash und prüfe nach dem Crash ob sie stand gehalten halt.

10. März 2020

Deadsong

Gestern Abend hat mein Depot wieder seinen Einstandswert erreicht. Also Overall die Kaufkurse zu denen ich eingestiegen bin.

Natürlich gibt es da immer noch Werte die > 80% im Plus liegen bzw. auch 50% im Minus. Das ist nur die Gesamtbetrachtung.

Aktuell (10.03.) bevor die US Märkte öffnen sind das ca. 430.000 Euro. Mitte/Ende Februar waren das noch 575.000 Euro.

Wir sprechen also von einem Buchverlust von 145.000 Euro.

Nach der .com Bubble und der Bankenkrise ist das also der dritte veritable Crash welchen ich erlebe.

Machts die dritte Runde besser?

Also im Kopf nicht. Es fühlt sich immer noch scheiße an.

Beim .com Crash habe ich wie durch ein Wunder alles zu Höchstständen verkauft und bin dann aber viel zu früh wieder eingestiegen. Was am Ende kaum einen Unterschied gemacht hat.

Bei der Finanzkrise habe ich quasi nichts verkauft, habe Cash aufgebaut und erst im Sommer 2010 massiv nachgekauft.

Und jetzt?

Das weiß keiner.

Haben wir gestern schon den Boden gesehen?
Laufen wir in eine Rezession?
Geht es nächste Woche schon wieder massiv nach oben?

Ich kaufe weiter Aktien .. jetzt halt zum Discount .. trauere etwas um die Buchverluste und hoffe das wir das Tal der Tränen möglichst schnell durchschreiten.

Was soll ich denn auch sonst machen?



5. März 2020

Checkmate

Einige von euch schauen sicher etwas beunruhigt auf die Börsen und ihre Aktienkurse.

Andere schauen vielleicht beunruhigt auf die neusten Nachrichten zum Coronavirus.

Bold claim:

Im Herbst wird das keinen mehr interessieren.

Warum?

Wenn man Massenmedien wie Smarties konsumiert werden wir alle sterben (tun wir zwar sowieso .. aber egal).

Der Virus ist DAS bestimmende Thema und führt gerade dazu, dass Menschen Regale in Supermärkten leerräumen, Desinfektionsmittel klauen, mit Mundschutz einkaufen gehen und an die krudesten Verschwörungstheorien glauben.

Messen werden abgesagt während am Wochenende ne halbe Million Leute in Bundesliga Stadien abhängen?

GEHTS NOCH?

Ein Virus, welches für einen normal gesunden Menschen nahezu ungefährlich ist, führt zu einer regelrechten Volkspanik. Wenn ich mir meine Mitmenschen so ansehe hat man eher den Eindruck, dass hier ein Ebola auf Speed auf uns zurollt und demnächst alle platt macht.

Von etwa 100.000 WELTWEIT bestätigten Infizierten sind bis dato ca. 3300 gestorben und genesen sind 40.000 (Stand 04.03.). Die Dunkelziffer der Infektionen dürfte um ein vielfaches höher liegen.

2017/2018 sind alleine in DEUTSCHLAND > 25.000 Menschen an der Grippe gestorben. Besonders betroffen sind Menschen mit Vorerkrankungen und schwachem Immunsystem. Und NUR wenn du zu dieser Gruppe gehörst solltest du dir ernsthaft Sorgen machen.

BTW .. wegen falscher Ernährung und Übergewicht sind letztes Jahr in Deutschland ca. 160.000 Menschen gestorben.

So .. der Vergleich hinkt zwar etwas .. aber du solltest mehr Angst vor nem Snickers haben als vor dem Virus.

Und wieso nörgle ich hier rum?

Letzten Freitag schaue ich in mein Depot und merke das da etwa 80.000 Euro verpufft sind.

Ja .. das waren nur Buchgewinne .. trotzdem .. niemand „verliert“ gerne Geld obwohl das an der Börse einfach dazu gehört.

Verkauft habe ich allerdings selbst nichts, geschlafen habe ich auch nicht schlecht und sonderlich nervös macht es mich auch nicht.

Im Gegenteil am Montag bin ich dann direkt auf Shopping Tour gegangen und hab mir ein paar Aktien mit Rabatt gegönnt.

Und wenn ihr nun trotz allem nicht so entspannt bleiben könnt ein paar Tips:

  • ignoriert oder vermeidet jede Art von Nachrichten, Social Media, Web, TV, Zeitung
  • nutzt euren gesunden Menschenverstand bei Panikmeldungen die ihr trotzdem nicht vermeiden könnt
  • schaut erst mal nicht ins Depot (ja es ist ein Massaker)
  • lest einmal am Tag den Wikipedia Artikel zur Epidemie, denn da stehen nur Fakten
  • geht in die Sauna, ins Schwimmbad, in Cafes, in Museen, ins Kino usw. und genießt die Leere und den Platz


10 Jahre ist es her. Damals war ich Anfang 14. War seit ein paar Monaten im Heim. Neue Umgebung, alles irgendwie komisch. Ich war durch vorangegangene Ereignisse sehr Ängstlich, sehr ängstlich.

Die Hausleitung wollte, als ich in der Küche stand, mich aus meiner Komfortzone puschen und gab mir einen Auftrag:

PASCAL DU MACHST JETZT FÜR DIE WG KARTOFFELBREI – AUS DER TÜTE!

Panik! Kartoffelbrei! Was? Das habe ich noch nie gemacht! Werde ich jetzt angeschrien, was passiert wenn ich was falsch mache? Werde ich dann genauso wie zuhause wieder geschlagen? Lande ich wieder im Krankenhaus? Was werden die anderen Heimkinder denken? brrzzz

Meine Leitung rauschte ab. Der Körper erstarrte. Ich stand wie angewurzelt neben dem Kühlschrank. Der innerliche Druck stieg. Die Betreuerin schaute mich verdutzt an, als habe ich sie nicht verstanden. Sie wiederholte ihre Aufforderung und stellte mir die Packung an die Kochzeile. 

Der Kessel kochte über. Ich brach in Tränen aus, bat sie das zu lassen. ICH WILL LEBEN! ICH will nicht wieder das erleben! Ich will nicht ausgelacht werden! Ich flehte sie an was anderes machen zu können. “Ich fege den ganzen Hof oder die Küche, das Bad putze ich auch gerne”
Sie schaute mich an. ”Okay Pascal, du kannst auch den Rest des Tages aufs Zimmer. Mach ich doch einfach den Kartoffelbrei für die Gruppe”
Komplette Entspannung bei mir. Zwar ein wenig wütend, aber sichtbar entspannter drehte ich mich um, ging die Treppe hoch zu mein Zimmer. Meine Betreuerin hatte wohl nicht damit gerechnet, dass mein Zimmer eine viel angenehmere Alternative für mich war. 

Als ich die oberen Treppenstufen erreicht habe, rief mir meine Betreuerin von unten zu: “Du kannst solange auf deinem Zimmer bleiben, bis du den Kartoffelbrei gemacht hast. Pascal”. Da zu dem Zeitpunkt wirklich jeder Kontakt für mich purer Stress bedeutet hatte, war das Zimmer eine erstaunlich angenehme Alternative. Als ich nach einiger Zeit immer noch kein Interesse zeigte mein Zimmer zu verlassen, weil es echt angenehm war, wurde ich wieder nach unten in die Küche geschickt. 

Kartoffelbrei die 2. 

Ich stand wieder in der Küche. Diese gelbe Packung, von der riesen Unsicherheit, die mich anlachte stand auch dort. Ein düsteres Lachen, so schrill welches nur die düstersten Wesen aus der Hölle hätten hören können.
Betreuer: ”Pascal du machst jetzt den Kartoffelbrei, wir spielen jetzt draußen Fußball mit der Gruppe!” Ich erstarrte wieder. Diese Packung war für mich wie eine giftige Schlange, nicht anfassen! Aber auch niemals aus den Augen lassen. Nach den längsten 5 Minuten meines Lebens, kam eine Betreuerin rein. Sie schaute mich an. “Zum Abendbrot um 18 Uhr muss es fertig sein” Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch gut zweieinhalb Stunden für Tütenkartoffelbrei.

Ein Kind lief durch die Küche, die bei uns Hauptdurchgang von allem war, sah mich nutzte die Chance. Stichelte nur kurz. Brzzz. Pascal Down. Pascal Flucht. Schwups war ich wieder auf dem Zimmer. 2 Minuten später kamen meine Betreuer hinterher. Meine Kleider waren halb durchgeschwitzt. Bei mir regierte nicht mehr Rationalität sondern die Angst. 

Alle guten Dinge sind drei! 

Noch einmal in die Küche. Diesmal stand eine Betreuerin dabei. Die meine Ängste, die ich offen kommunizierte, entgegen trat. Es war zwar für uns beide immer noch ein bedeutsamer Kraftakt. Wir kamen aber voran. Ich näherte mich der Quelle meiner Angst und nahm sie in die Hand.

Mittlere was?

Ich las die Packungsbeschriftung. Mittlere Hitze? Was hat das zu bedeuten. Wir haben hier nur 1,2,3,4,5,6,7,8. Es gibt keine Mitte! Brzzz Schreie und tränen. Kein Witz ich habe wegen TÜTENkartoffelbrei einen halben Nervenzusammenbruch bekommen. Zum Schluss habe ich es geschafft jeden eine große Portion Kartoffelbrei zu “kochen”.

Heute, ist es natürlich absolut kein Problem mehr Kartoffelbrei zu machen. zugegebenermaßen mit der Tütenversion hätte ich aus geschmackstechnischen Punkten so meine Probleme, aber nicht mehr aus Angst. 

Was hat das mit der Selbständigkeit zu tun?
Genauso wie ich meine Ängste hier überwunden habe, so habe ich sie bei vielen anderen überwunden. Durch einfache Konfrontation, mit einem kleinen Stupser. Ich neige aus Angst zum überdenken von Sachen und zur Prokrastination.

Ich glaube, bei der Selbständigkeit bin ich in einer ähnlichen Situation angekommen. Der @Der-Autodiktat gibt mir immer mal wieder ein Stubser. Ich falle dennoch oft in alte Muster.

Er stellte mir vor kurzem die Frage:
Pascal, was willst du sein? Denker oder Macher? 

Ganz klar MACHER!

Ich höre oft, Pascal die Selbständigkeit ist doch das Falsche für dich. (“Man sieht du hast Angst vor gewissen Sachen”) Ja, ich mag zwar nicht der beste Selbstdarsteller sein. Ja, ich mag nicht immer sehr selbstüberzeugt zu sein. Ja, es gibt wahrscheinlich Millionen Menschen die bessere Startbedingungen haben als ich. Ja, ich überdenke zu viele Sachen. Und ja, ich habe vor verdammt vielen Dingen fucking viel Angst. 

ABER:

Wenn es danach ginge, hätte ich niemals alleine gekocht. Niemals alleine einen Schritt nach draußen gesetzt. Niemals wieder Kontakt zu Menschen aufgebaut, niemals Sex gehabt. Das Leben besteht für mich aus Wachstum. Streben nach persönlichem Wachstum und Weiterentwicklung. Und dafür steht für mich die Selbständigkeit.

Ja. Ich habe noch vieles zu lernen. Aber ich bin bereit dafür!

Deshalb habe ich mir selbst die: 2 Minuten Challenge gesetzt. Für den nächsten Monat.
Pascal liegt mal wieder eine Stunde im Bett und denkt drüber nach sich im Fitnessstudio anzumelden? Macht sich Gedanken was wäre wenn Person x, Y mich mit Klamotte z sieht.
Nicht nächsten Monat! Binnen 2 Minuten wird entschieden. 

Kunde fragt am Freitag an. Anstatt das ganze WE in Panik zu verfallen was alles passieren könnte. 2 Minuten → Danach beginnt die Angebotserstellung, oder es wird abgelehnt.

Pascal denkt wieder einen ganzen Tag im Bett nach wie er den Artikel für Dominik perfekt werden lassen kann? 2 Minuten darf er grübeln → Danach wird sich wirklich an die Arbeit gesetzt.

Pascal will eigentlich Party machen. Innerliches hin und her. Nicht mehr! Diesen Monat. 2 Minuten für die Entscheidung. Hell Yeah, eigentlich habe ich wie fast jedes WE Bock darauf es mal auszuprobieren. Neue Menschen kennen zu lernen, auch wenn ich danach Platt bin.
oder:
Nein. Die Entscheidung steht für das WE. Statt ewiges Rumgegrübel, welches bis Samstag Nacht anhält. 

Ängste und Entscheidungen sind wie Muskeln, diesen Möchte ich trainieren. Sei es beim Essen, in der Selbständigkeit, ob ich Personen Antworte. Wenn ich das hinbekomme wäre dies ein riesiger Boost.

Euch alles Gute. 

Euer Pascal

19. Februar 2020

A Sense Of Purpose

Uns allen ist eins gemein .. das Streben nach Glück. Wir wären gerne immer gut drauf, hätten immer gerne Spass und alles soll uns einfach von der Hand gehen. Wenn wir dann noch einen Sinn in unserem Dasein finden welcher uns erfüllt ist alles paletti.

Glück ist also (unter anderem) die Abwesenheit von Stress und Ärger.
Glück ist der Flow ohne Drogen.
Glück ist die Tätigkeit die in unserem Kopf Sinn ergibt.
Glück sind Menschen die wir mögen.
Glück ist Zeit in welcher wir exakt das tun und lassen können was wir möchten.

Wir können so maximal 16 Stunden am Tag glücklich sein. Die restlichen acht Stunden sind wir normalerweise nicht Herr unserer Sinne.

Von den 16 Stunden hängt man normalerweise so 8 – 10 Stunden bei der Arbeit ab (inkl. Wege und Pausen).
Leider auch in der Regel die besten Stunden des Tages, wenn man wach, fit und voller Energie ist.
Dann geht es nachhause und normalerweise passiert dann nicht mehr so arg viel .. essen, entspannen, Sport usw.

Wir strukturieren die Freizeit meist um die Arbeitszeit herum.

Also 5 Tage die Woche bestimmen wir nur sehr begrenzt was wir mit unserer Zeit anstellen bzw. alle freuen sich immer auf den Freitag aber niemand auf den Montag.

Mögt ihr etwa eure Jobs nicht?

Jep ich weiß .. das Leben muss auch irgendwie bezahlt werden.

Doof.

Wenn mich heute jemand fragt was er „werden“ soll .. dann antworte ich: REICH und zwar so schnell wie möglich.

Denn ..

es gibt drei Arten von Jobs:

  • solche die Sinn stiftend sind, wo man aber kaum was verdient
  • solche wo einem irgendwann jeder Sinn abhanden kommt, man aber viel oder ausreichend verdient
  • die seltene Gattung des Jobs welcher Sinn stiftend ist und wo man viel verdient

Und ich rede hier nicht von Spass auf der Arbeit. Oder dem Spruch: „Ich mach meinen Job gern.“

Ich hab durchaus Spass und mache meinen Job gern.

Nur wenn die Kohle weg bleiben würde, gehe ich auch nicht mehr hin. Ihr etwa?

Stiftet die Tätigkeit für mich aber einen tieferen Sinn würde ich den Job wahrscheinlich auch machen wenn ich kein Geld dafür bekommen würde und die Zeit dafür hätte. Weil sonst ja was in meinem Leben fehlen würde.

Zu abstrakt?

Schau .. ich fahre gerne Fahrrad .. jeden Tag .. am liebsten Mountainbike oder Gravel. Würde man mir das wegnehmen wäre ein wichtiger Teil meines Lebens plötzlich sinnlos.
Natürlich könnte ich mir was neues suchen .. aber ich würde wohl lange suchen müssen um was ähnlich erfüllendes zu finden.

Wie kann ich damit Geld verdienen?

Ich könnte Touren anbieten und begleiten. Räder reparieren. Ne Bike Website aufbauen .. naja alles eher schwierig und dann ist es auch nicht mehr so schwerelos weil ich ja damit Geld verdienen muss.

Ihr seht das Problem?

Menschen sagen wenn du dein Hobby zum Beruf machst musst du nie mehr arbeiten.

Ich sage Bullshit.

Es macht dir vielleicht mehr Spass aber du wirst oft Dinge machen müssen auf die du keine Lust hast oder wo dir der Sinn abgeht.

Darum (und ich bin kein Fan) muss ich 50 Cent recht geben: Get Rich or Die Tryin!

Dann kannst du dir denn Sinn in deinem Leben suchen und musst die um die Kosten für die ganze Show keine Gedanken machen.

Ich bin nun seit über 20 Jahren auf Zeche. In der Zeit hatte ich drei Arbeitgeber (bin ein treues Schweinchen) und gekündigt habe ich immer nur weil ich mehr oder weniger nicht so ganz mit meinen Chefs (oder den Chefs +1) klar kam .. oder gefühlt drei Chefs hatte die diametrale Vorstellungen hatten. Also so ein großer Experte bin ich nicht. Vielleicht reicht es aber für nen Post. Seit etwa 10 Jahren habe ich auch Personalverantwortung wobei ich darauf eigentlich nie so wirklich Lust hatte. Gemacht habe ich es immer weil es an mich „herangetragen“ wurde.

Einen Plan wie meine Karriere verlaufen soll hatte ich nie und habe ich auch heute nicht. Wie viel Gehalt ich bekommen will ebenso wenig. Nach einer Gehaltserhöhung habe ich auch nie gefragt. Die motiviert mich nämlich irgendwie kein Stück mehr wenn der Job ansich nicht das Wahre ist.

Ich habe weder studiert, noch sonst was geiles gelernt. Zumindest habe ich ne Ausbildung als .. Industriekaufmann.

Moment .. der Typ schreibt hier dauernd was von Software Entwicker und Suchmaschinenoptimierung .. wie geht das zusammen.

Sagen wir einfach so .. ich habe nie als Industriekaufmann gearbeitet.
Software bauen .. also programmieren habe ich mir selbt beigebracht .. genau so wie SEO.

Einfach weil ich Lust drauf hatte.

Das soll jetzt auch als Einleitung reichen.

Was ich dir sagen kann ist folgendes:

  • such dir nen Job wo die Kollegen auf deiner Wellenlänge liegen, dann gehst du auch gerne arbeiten wenn die Arbeit gerade so eher semi ist
  • wenn dein Chef ein Kontrollfreak ist, such dir was anderes
  • wenn dein Chef dich nicht motivieren kann bzw. dich mit doofen Sprüchen demotiviert, such dir was anderes
  • tu alles dafür ein echtes Team zu sein, hilf wo du kannst
  • frag nach Hilfe und hau nie jemanden aus deiner Ebene oder drunter in die Pfanne
  • denke mit, übernimm Verantwortung und mach den Mund auf sofern es konstruktiv ist
  • werde bei Diskussionen nie persönlich
  • toleriere Fehler und helfe sie zu fixen, du machst schließlich auch welche
  • hilf neuen Kollegen sich zurecht zu finden
  • sei genau so freundlich zu Trainees und Werkstudenten wie zu Geschäftsführern
  • grüße die Putzfrau freundlicher als den Geschäftsführer
  • faule Kollegen bzw. Anti-Teamplayer halten sich in der Regel nicht wirklich lange, du musst da nicht nachhelfen
  • lästere nicht, das macht hässlich
  • reden ist Silber, zuhören und dann reden ist Gold
  • mehr Kohle kommt (meistens) automatisch, je besser du einen Job machst
  • lies und beantworte keine Emails zwischen Freitag Feierabend und Montag Morgen
  • sprich mit Leuten persönlich, vermeide Mail und Chat Ping-Pong
  • Pöbler und Motzer mag keiner, sei also keiner
  • wer laut wird hat schon verloren
  • liefer ab
  • aber liefer nur das ab, was du selbst auch als gut akzeptieren würdest

Das sind so ein paar Regeln an die ich mich halte .. am wichtigsten sind mir die Kollegen. Ich verbringen mit ein paar davon mehr Zeit als mit jedem anderen Menschen. Es muss also wirklich zusammenpassen. Erst dann kommt für mich der Job an sich, die Kohle, der Chef usw.

5. Februar 2020

Gallows Tree

Wenn man meine Eltern nach mir fragt und im Gespräch zufällig das Wort „Geld“ fallen lässt ist der O-Ton: Der Bub (Junge) sitzt auf seiner Kohle. Will sagen .. geizig, sparsam, nur keinen Cent zu viel ausgeben.

Bin ich wirklich so?

Meine Eltern haben leicht reden. Finde ich. Beide sind im Ruhestand. Allerdings waren beide Beamte im gehobenen Dienst und dementsprechend üppig sind ihre Pensionen. Von der privaten Krankenversicherung gar nicht zu sprechen.

Als ich mit 20 Jahren das erste mal in einer normalen Krankenkasse versichert war (Ausbildung) wurde mir erst klar, dass man beim Arzt auch mal ein paar Wochen auf nen Termin warten muss.

Aber bin ich wirklich so wie mich meine Eltern beschreiben?

Ich selbst würde mich auf keinen Fall als geizig bezeichnen. Maximal als sparsam .. mit Einschränkungen.

Ich habe Laster .. aus Sicht eines Minimalisten.

Laster: #1

Espresso und Kaffee. Meine Bezzera BZ 10 ist zwar nun schon 10 Jahre alt. Aber müsste ich ne neue Kaffeemaschine kaufen hätte ich absolut kein Problem 2.000 Euro dafür auszugeben. Eine Espresso Mühle für 500 Euro. Aber hallo .. bin ich am Start. Espresso Bohnen Bestellungen im 200 Euro Bereich sind keine Seltenheit und wenn der Espresso gut ist bin ich bereit 30 Euro für das Kilo zu bezahlen.

Laster: #2

Reisen.
Oman, Mali, Australien, Indien, Nepal, Laos, Kambodscha, Vietnam, Karibik, Malaysia, Senegal, Gambia .. usw. egal .. hauptsache weg. Ist mir auch egal was es kostet. Und ich kann das jedem Menschen empfehlen. Schau dir die Welt an. Schau dir auch Länder an wo es die Menschen aus unserer Sicht „schwer“ haben. Das verändert deine Sichtweise und deine Lebenseinstellung zum besseren. Fahr in Länder über die keiner spricht, dort wirst du die tollsten Erlebnisse haben.

Hier forme ich Brotteig in Indien.
Hier fotografiere ich nen haarigen Arsch in Angkor Wat (Kambodscha)

Grob überschlagen habe ich in den letzten 15 Jahren sicher 30.000 Euro in Reisen investiert .. und keinen Cent bereut.

Laster: #3

Bikes.
Fahrräder und Rad fahren können zum Lebensstil werden. Ich würde eher meine letzte Unterhose hergeben als mich von meinen Bikes zu trennen. Die ideale Anzahl an Fahrrädern die man besitzen sollte: Aktuelle Anzahl + 1 (n+1). Meine Fahrräder stehen im Wohnzimmer, im Arbeitszimmer, im Schlafzimmer. Ich fahre am liebsten jeden Tag. Ich kann verstehen wenn jemand 9.000 Euro für ein neues Bike ausgibt und ich decke ihn wenn er seiner Frau sagt: Schatz es hat nur 1.799 Euro gekostet. Für Fahrräder habe ich in den letzten 20 Jahren sicher über 50.000 Euro ausgegeben.

Mein Lauf aus Island
Mein Rocky Vertex

Wenn euch was wirklich wichtig ist .. dann leistet es euch. Bringt sonst auch gar nix mit der ganzen finanziellen Freiheit.

11. Januar 2020

Meinungsnarzissmus

Meinungen sind wie braune Häufchen: das Eigene stinkt doch noch am besten.

Seit Jahren beobachte ich ne zunehmende Empörungskultur und den zugehörigen Meinungsnarzissmus. Man unterhält sich nur noch in Extremen und pöbelt aufs übelste über Menschen die nicht der eigenen Meinung sind. Seine eigene Meinung verteidigt man wie eine Löwenmutter ihr Junges, wird man angegriffen oder fühlt sich betroffen heult man im Gegensatz dazu rum wie ne Kompanie Babys denen man den Schnuller weggenommen hat.

Wir führen mittlerweile Debatten auf dem Niveau von Fünfjährigen .. wer am lautesten schreit wird schon recht haben.

Und wehe du kritisiert meine Art zu Leben, zu essen und zu trinken, zu glauben .. du scheiß Fundamentalist. Dabei merkt man oft nicht das man selbst schon einer geworden ist.

Du darfst im übrigen glauben was du willst und für dich alleine jede Meinung zu jedem Thema haben.

Nur beim laut aussprechen solltest du vorsichtig sein.

Schau .. nehmen wir alles faktische Wissen der Welt, welches belegbar, reproduzierbar und bestätigt ist und stellen uns selbst daneben, dann vergleichen wir Einzeller (wir selbst) mit Blauwalen (das Wissen der Welt).

Beispiel: Das Rauchen von Tabak.

Keiner streitet heute noch ab, das es schädlich ist, zur Krebs führen kann und das Leben verkürzt.

Aber stimmt das?

Glauben tu ich es, wenn mich wer fragt würde ich das wohl auch zum Ausdruck bringen .. aber ich weiß es nicht wirklich .. denn ich habe keine einzige Studie, keine wissenschaftliche Analyse oder sonstige fundierte Belege gelesen. Ich glaube dem was viele hundert Zeitungsberichte, Filme und Dokus behaupten und sage mir: Das wird schon stimmen (wenn alle so auf den Busch klopfen).

Ich muss mich auf das gesammelte „Gehörte“ verlassen wenn ich ne Diskussion anfange. Oder ich lesen mich durch Studien in wissenschaftlichen Magazinen etc. und bilde mir eine belastbare Meinung.

Beispiel: Klimaerwärmung

Es gibt eine gewisse Anzahl von Menschen (aus dem konservativen und rechtem Spektrum) welche abstreiten, dass die Klimaerwährmung vom Menschen gemacht ist.

Liegen die richtig?

Ich weiß auch das nicht. Ich (persönlich) glaube die Klimaerwärmung ist vom Menschen gemacht. Aber Glauben ist nicht Wissen. Will ich nun in die Debatte einsteigen muss ich ich aufrüsten. Ich sollte anfangen meine Meinung durch Fakten zu untermauern und dabei aber auch die Gegenseite nicht ignorieren.

Welche Fakten führen Befürworter, welche Fakten führen Gegner an.
Wie ist der wissenschaftliche Tenor?
Welche Studien sprechen für meinen Glauben, welche dagegen?
Was sind die Quellen und sind diese belastbar?

Wenn ich bei einer ernsthaften Debatte nicht bereit bin meine Hausaufgaben zu machen sollte ich besser still sein.

Und da ist das Problem. Der (von mir beobachtete) zunehmende Narzissmus fördert das nicht gerade, eher im Gegenteil. Durch den Ich-Bezug wird immer weniger das eigene Denken und Handeln reflektiert.

Dazu kommt dann unglaubliche Empörung wenn jemand was konträres zu meinem eigenen Weltbild behauptet.

Klar .. soziale Medien fördern das. Jeder noch so doofe Honk kann anfangen auf Facebook, Twitter usw. seinen Glauben rauszuhauen. Dann findet er noch ein paar Menschen welche die Weisheit auch nicht mit Löffeln gefressen haben und plötzlich ist Impfen schädlich, die Bundesregierung durch die CIA kontrolliert, die Erde eine Scheibe und Elvis auf dem Mond.

Meine Devise für die 2020er Jahre .. wenn ich was nicht weiß, sondern nur „glaube“ was zu wissen -> besser mal Fresse halten.

Wenn ich an einer Debatte interessiert bin bringt es nur was wenn man diese sachlich, mit Quellen und Fakten belegt, diskutiert.

Empörungen spare ich mir, die waren mir schon immer peinlich.

Und was sind eure Vorsätze fürs neue Jahr?

7. Januar 2020

Günstigerprüfung

Du hast Kapitalerträge welche über dem Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro pro Jahr liegen, dann zahlst du auf alles was darüber liegt die Abgeltungssteuer von mindestens 26,375%.
Enthalten darin ist auch der Solidaritätszuschlag mit 1,375%. Außerdem kann ggf. noch die Kirchensteuer drauf kommen. Der Soli wird für Sparer auch nicht abgeschafft. Es bleibt also auch in Zukunft bei mindestens 26,375% Steuern auf Kapitalerträge.

Ergo .. mehr als ein Viertel der Kapitalerträge geht an den Staat (welcher die Party hier finanziert).

Im Jahr 2019 hatte ich ca. 16.000 Euro NETTO Kapitalerträge.
Brutto ca. 21.500 Euro.
Damit habe ich etwa 5.500 Euro Abgeltungssteuer bezahlt.
Ich hätte aber auch nur etwa 3.200 Euro Steuern bezahlen können.

Wie das?

Die Voraussetzung ist, dass die Kapitalerträge meine einzige Einkommensquelle gewesen wären.

Wäre dem so .. hätte ich beim Finanzamt die Günstigerprüfung beantragen können. Hierbei kommt die sog. Grundtabelle der Einkommenssteuer zum Einsatz. Diese definiert ziemlich genau bei welchem Einkommen ich welche Steuerlast abführen muss.
Die Tabelle findest du auf grundtabelle.de

Verdiene ich z.B. weniger als 9.400 Euro pro Jahr zahle ich keine Steuern.
Ab 46.300 Euro / Jahr zahle ich etwa 27% Steuern (inkl. Soli + KST). Was wiederum etwa der Abgeltungssteuer entspricht.

Bei meinen 21.500 Euro Einnahmen zahle ich im Jahr 2020 theoretisch nur 15% Steuern und ich zahle so lange weniger (als die Abgeltungssteuer) bis ich o.g. 46.300 Euro erreiche.

Anstatt 16.000 Euro Kapitalerträge wären das also ca. 18.300 Euro gewesen.

Das wäre schon ein Großteil der Kosten einer Krankenversicherung, welche ich brauche, sollte ich nur von Kapitalerträgen leben wollen.

Im Jahr 2020 werde ich (wenn alles klappt) etwa 24.500 Euro brutto Kapitalerträge haben.

Die Abgeltungssteuer verringert das um etwa 6.500 Euro .. bleiben 18.000 Euro. Wären das meine einzigen Einnahmen 2020 müsste ich mit der Günstigerprüfung etwa 17% Steuern zahlen .. wären 4.150 Euro und es blieben 20.350 Euro.

Also fast 200 Euro im Monat mehr.

Oder anders ausgedrückt .. 1.700 Euro / netto im Monat anstatt 1.500 Euro.

Der Artikel dient mehr oder weniger als Reminder für mich selbst ..

2. Januar 2020

Dividenden 2019

Seit 2013 notiere ich brav meine Dividendeneinnahmen. Davor habe ich es damit nicht so genau genommen .. mangels Lust auf Excel.

Alle Zahlen die nun folgen sind netto, spricht alles versteuert und das Geld welches auf dem Girokonto angekommen ist

  • 2019: €15.969 / Jahr bzw. €1.330/ Monat
  • 2018: €13.092 / Jahr bzw. €1.091/ Monat
  • 2017: €11.596 / Jahr bzw. €966 / Monat
  • 2016: €8.565 / Jahr bzw. €713 / Monat
  • 2015: €7.439 / Jahr bzw. €619 / Monat
  • 2014: €5.918 / Jahr bzw. €493 / Monat
  • 2013: €4.040 / Jahr bzw. €336 / Monat

Macht in Summe: 66.600 Euro (und ein paar Zerquetschte) oder einen neuen BMW X5 in der Grundausstattung (ich rechne gern in Autoeinheiten).

Mein Ziel für 2019 waren eigentlich nur 1.150 Euro. Das hatte ich damals (Dezember 2018 – Korrektur der Märkte) wohl etwas defensiv formuliert.

Ich bleibe aber mal defensiv und formuliere als Ziel 2020 auch nur 1.500 Euro.

Wir werden sehen …

26. Dezember 2019

Only For The Weak

Gestern habe ich meiner Schwester gratuliert.

Warum?

Sie hat ohne großes Wissen von Aktienmärkten die bessere Depotperformance im Vergleich zu mir.

Sie investiert stur (per Sparplan) in den MSCI World (ETF) und einen kleinen Teil in einen MSCI Emerging Markets ETF.

Gut .. zu meiner Ehrenrettung muss ich sagen, dass ich in den letzten 3 Jahren mehr als 40 Werte neu ins Depot aufgenommen habe und die Entwicklung vor 2019 damit etwas verfälscht ist. Ich hab aber auch keine Lust das genau auszurechnen.

Ich komme auch nur auf ein vergleichbar „gutes“ Ergebnis in 2019 weil ich die Dividenden brutto gerechnet habe in den Jahren davor sah es da schlecht aus.

Stock Picking hat mich also ganz klar Rendite gekostet.

Sei darum ein schlauer Weihnachtwichtel und bespare brav nen MSCI World ETF.

Hier der Vergleich*:

Index Entwicklung 2019 Entwicklung 2017-2019 Entwicklung 2015-2019
DAX + 28% + 16% + 34%
Euro Stoxx + 26% + 15% + 18%
S&P 500 + 31% + 42% + 54%
Dow Jones + 22% + 43% + 58%
Nasdaq + 47% + 76% + 103%
MSCI World + 30% + 34% + 36%
MSCI Emerging Markets + 23% + 32% + 42%
Getmad Depot (ohne Dividenden) + 24% + 15% + 25%
Getmad Depot (mit Dividenden, brutto) + 30% + 20% + 29%

Ändere ich nun meine Anlagestrategie?

Nein. Ich mag immer noch meinen Dividenden Cashflow. Der Effekt auf meinen Kopf (wenn man jeden Monat einfach so .. viel Bargeld aufs Girokonto bekommt) wiegt für mich die paar verlorenen Renditepunkte auf.

Was bleibt noch zu sagen?

Jeder Lemming konnte letztes Jahr 20% Rendite an den Aktienmärkten erreichen .. das ist cool .. und jetzt stresse dich nicht wenn es „nur“ 15% waren. Freu dich gerne wenn es über 35% waren.

Die wahren Trottel sind die Bausparer, Festgeldanleger, Tagesgeldhorter und Sparbuchbesitzer.

*die Werte in der Tabelle sind gerundet

Heidi ho Leute,
das Jahr neigt sich dem Ende hin. Was waren die Keyereignisse dieses Jahr? Was hat mich am meisten geprägt? Was habe ich gelernt?

Du musst nicht von jeden gemocht werden, nur von den Richtigen 😉
Irgendwie wollte ich immer dazu gehören, auch bei den Studenten, die meist sehr konträre Ansichten hatten und gerne alles politisieren.

Der Debattierclub steht für mich dabei exemplarisch. Zugegebnermaßen wollte ich wirklich meine Sprachskills verbessern und ich habe auch die ein oder andere nette Person kennen gelernt. Dennoch war alles hochpolitisiert, Wirtschaft war immer das Böseste von allen. Sogar der Doktor, der an dem Debattierclub teilgenommen hatte, war sowohl bei den Linken als auch in der hiesigen Antifa aktiv.

Natürlich kam es so immer wieder zu Reibereien. So fuhr ich sehr oft mit dem Gefühl “Was mache ich Falsch” nach Hause. Eigentlich wollte ich es durchziehen mit dem Debattierclub, aber, wie ich jetzt behaupten kann, kam zum Glück mein Job mit dem wöchentlichen Meeting dazwischen.

Versteht mich nicht falsch. Nur weil jemand Links oder Rechts ist, ist das nicht gleich schlecht. Ich konnte wirklich vieles mitnehmen in der Zeit, und bin im nachhinein wirklich froh das gemacht zu haben. Auch wurde ich, und das ist wirklich kein Scheiß, deshalb zum SPD Jahresempfang eingeladen. Menschlich war es nur irgendwie komisch.

Die wirklich richtigen Leute habe ich eher durch Zufall kennengelernt. Ein Freund hatte gefragt, ob ich mitkommen könne zu einem Gründer Event.
Dort habe ich viele Kontakte knüpfen können zu Personen die ähnlich denken, die sich mit ähnlichen Problematiken rumschlagen. 

Der Staat ist überall

Bis zu diesen Events dachte ich, der größte Teil des Staates liegt offen in Sozialbudgets, Bildung und Militär. Jedoch fällt einen bei diesen Events auf, das einige Unternehmer sind. Diese es aber nur dank einer Förderung von einer staatlichen Stelle geschafft hatten.

Als wäre das nicht genug, gibt es auch viele GmbHs die einfach im kompletten Staatsbesitz sind, aber privatwirtschaftlich agieren. So kann man auch als Bundesland, trotz Schuldenbremse, nochmals die Schulden erhöhen und inoffiziell seinen politischen Wirkungsbereich erweitern. 

Der kleinste Teil waren wirkliche Unternehmer, das fand ich dann doch irgendwie erschreckend.

Konsistente Inkonsistenz 

Weg vom Staat hin zur Person 🙂
Es wird mit der Inkonsistenz definitiv besser. Daran arbeiten möchte ich dennoch. Es gibt dafür verschiedene Auslöser: 

  • Innere Ausreden
    Dabei erwische ich mich immer öfters. Ausreden nicht als Tatsachen hinzustellen sondern diese auch als Ausreden zu erkennen. Im besonderen hat mir hier das Treffen mit Thomas den Sparkojoten und dem Autodidakten geholfen.
  • Essen ist wichtig
    Wäre an zweiter Stelle zu nennen. Mittlerweile esse ich auch regelmäßig. Was sich für die meisten Normalität ist, war für mich ein Kampf.
  • Menschen = Energie
    Wie lange hatte ich richtig Angst vor Menschen? Spätestens seit diesem Jahr bin ich wieder kontaktfreudig geworden 🙂
    Es gibt mir sehr viel Energie was mit Menschen zu machen. Mit den richtigen Menschen.

Energielos → seltener

Diese Fehlerquellen zu beseitigen half mir sehr mein Energielevel auf eine neue Ebene zu bringen. Immer seltener kommt es vor, dass der Körper nicht reagiert, weil keine Energie mehr da ist. Wieder der eigene Herr über seinen Körper zu sein, ist Gold wert.

Der ewige Feind

Mein Perfektionismus. Ihn überhaupt mal als Problem zu erkennen, dabei hat mir insbesondere mein jetziger Chef geholfen. Er kostet nur viel Zeit und Energie.

So habe ich für meinen YouTube Channel über vier reine Drehtage gehabt, aber bis jetzt nur 1 Video veröffentlicht. 

Falsche Blender 

Die Personen mit dem hübschesten Instagram die mit den nettesten Aussagen über dich, wenn du anwesend bist, aber ohne nachweisbaren Erfolg sind meistens Blender. Dieses Jahr habe ich sehr viel (freiwillige Arbeit) in Projekte von solchen Menschen gesteckt. Wo ich am Anfang dachte, “sind doch eigentlich super Nett. Pascal sei nicht so pessimistisch. Wird bestimmt gut.” Weil es sich von Anfang an irgendwie komisch angefühlt hatte.
Ich wäre fast in eine Sache hineingezogen worden, die rechtlich für mich wahrscheinlich nicht so gut geendet wäre. Zum Glück lasse ich Verträge und Co. immer doppelt checken.

2018 das Jahr an dem ich den Hass verlernte, 2019 lernte ich zu lieben 

Mich selbst zu akzeptieren. Mit all den Macken die ich habe. Alles ein wenig lockerer zu sehen. Fehler nicht als Weltuntergang zu sehen. Dies hat sich vor allem seit der Fahrt im November nach Hamburg geändert.

Ich habe dort einen Tag mit dem Sparkojoten verbracht. Es war extremst lehrreich. Bin aber die ganze Woche in Hamburg geblieben.

In meinem Hostel habe ich später noch jemanden kennen gelernt.
Für sie war es, nachdem sie bemerkt hatte, das ich das mit dem Minimalismus ernst meinte, nur ein One Night Stand.

Dennoch hat es extremst mein Selbstbewusstsein geboostet.

Mein erstes Mal

ohne Depressionen mit einem Mensch innig zu werden ist was ganz anderes. Früher habe ich immer danach angefangen zu weinen. Weil der Kopf Entspannung sah, weil der Kopf meinte unbedingt nochmal alles durchkauen zu müssen.
Wahrscheinlich deshalb hatte ich so eine große Abneigung gegen Sex an sich. Wollte nur Kuscheln.

Wie dem auch sei, seitdem nehme ich die Welt anders war. So eine nachhaltige Bewusstseinsveränderung habe ich mir immer bei harten Drogen vorgestellt. Man nimmt Werbeplakate ganz anders war. Genauso wie seine Mitmenschen. Als ob sich der Kopf komplett neu verknüpft hatte. Oft höre ich auch, dass ich seitdem ganz anders auf Mitmenschen wirke.

Lerne von den richtigen Menschen

Von denen die schon da sind wo du hin möchtest. Klingt ausgelutscht. Hat mich dieses Jahr weitergebracht. Im besonderen sei das Treffen mit dem Autodiktaten hervorgehoben. Jetzt bin ich in der Bringschuld auch umzusetzen. 

Das Leben wird langsam lebenswert 🙂

Was habt ihr dieses Jahr gelernt? 

Nicht Klicken!

9. Dezember 2019

Stick To The Plan

Ich habe einen Leserbrief erhalten .. whoop whoop.

Und zwar von Leser H. .. er hat mich gefragt ob ich mein Google Spread (in welches ich die Werte in meinem Depot eintrage) zur Verfügung stellen würde. Das hab ich ihm dann gesendet und wir hatten einen kurzen Mail Austausch.

Hier ein Zitat aus seiner Mail:

Irgendwie mache ich auch immer was falsch, ich bin schon seit zehn Jahren an der Börse tätig und schaffe es meistens nie mehr so als 5 – 6% Rendite zu erwirtschaften. Das liegt natürlich auch daran, dass ich oft wieder raus und rein bin, gekauft und verkauft.

Leser H. hat dann u.a. ein kostenpflichtiges Tool / Börsenbrief abonniert allerdings war er auch hier eher unzufrieden, da er die Kaufphasen nie erwischt hat. Unterm Strich war das für rausgeschmissenes Geld, da er seine Rendite damit nicht steigern konnte.

So und nun antwortet der Matthias*

*seines Zeichens fehlermachender Vollamateur der sich lieber die Zunge abbeisst als Menschen Aktientipps zu geben.

Lieber H.

ich finde 5-6% Rendite erst mal gar nicht so schlecht. Es bedeutet immerhin, dass du dein Geld vermehrst.

Was ich Dir sagen kann ist folgendes:

  • hab einen Plan und lass dich nicht von Emotionen leiten sondern nur von Fakten
  • ignoriere das Grundrauschen (Foren, Facebook, Aktiengurus, Endzeitapostel)
  • fokussiere dich auf das was es ankommt, die Firma von der du Aktien kaufen willst
  • ignoriere Nebenschauplätze: was ist der richtige Broker?, stimmt meine Assett Allokation?, spare ich auch genug bei den Ordergebühren?
  • kaufe nur Aktien die du eigentlich gar nicht mehr verkaufen willst, selbst wenn sie 300% im Plus stehen
  • verkaufe nur Aktien wenn sich die Fakten, die deiner ursprünglichen Kaufentscheidung zugrunde lagen, maßgeblich ändern
  • kaufe billig, kaufe Firmen mit nem Burggraben, die ordentlich Marge machen, gering verschuldet sind und entweder ein quasi Monopol haben oder immer noch wachsen
  • kaufe Firmen die Produkte herstellen welche Menschen auch kaufen wenn sie sparen müssen, kaufe starke Brands
  • auch wenn alle immer von Buffett, Soros usw. quatschen .. die spielen Champions League und wir Kreisklasse C, wir sind Kaulquappen in nem Meer aus Haifischen, verhalten wir uns dementsprechend
  • hab ein Ziel und hinterfrage alle Entscheidungen ob sie dich deinem Ziel näher bringen

So genug abstraktes Gelaber .. für mich bedeutet das folgendes:

  • alle Aktien die ich habe will ich nie mehr verkaufen
  • ich will eigentlich nur unterbewertete Firmen kaufen, deren Gewinne und Dividenden in den nächsten Jahren weiter steigen
  • ich kaufe keine Rüstungsfirmen, Landminen sind uncool .. fahr nach Kambodscha und schaus dir an
  • ich mache nach wie vor Fehler, wenn ich diese erkenne versuche ich sie zu korrigieren
  • ich kaufe gerne starke Brands
  • wenn ich das Geschäftsmodell nicht in einem Satz erklären kann lass ich die Finger davon
  • wachsende Renditen (oder Dividenden) sind cooler als hohe Dividenden die stagnieren

H. hat mich noch nach „Aktientipps“ gefragt. Ich gebe keine. Ich zeige gerne meine Watchlist der letzten 6 Monate, ohne weitere Begründung:

  • Delta Air Lines
  • KeyCorp
  • Starbucks
  • Altria
  • Invesco
  • Kroger
  • Omnicom
  • Albemarle
  • UnitedHealth
  • Marathon Petroleum
  • Walgreens Boots
  • Wells Fargo
  • WestRock
  • Enbridge
  • Eastman Chemical
  • Iron Mountain

Einige davon sind mittlerweile in meinem Depot oder schon lange drin.

Das war mein Senf .. jeder ist eingeladen seine Meinung kund zu tun.

4. Dezember 2019

Flowers Made Of Stone

Zack und das Jahr ist fast rum .. im Dezember werde ich immer melancholisch (nur um dann im Januar depressiv zu werden).

Wenn alles gut läuft kratze ich dieses Jahr an 16.000 Euro Dividenden Einnahmen netto. Dazu gesellt sich noch ein Depotwert weit nördlich von 500.000 Euro.

Meine Ausgaben 2019 (alles in allem) beliefen sich auf knapp 12.000 Euro.

Dann sind da noch diverse weitere Einnahmen: Job, mein SEO Tool usw. Das alles hat es mir u.a. ermöglicht, dass ich nun 80 Werte in meinem Depot habe. Nur zwei davon bezahlen keine Dividenden oder Zinsen (Adobe, Cytosorbents).

Angelegt habe ich initial (Stand heute) knapp 425.000 Euro. Diese verzinsen sich im Jahr 2019 mit knapp 6% (brutto). Der Fuchs merkt nun das es hier eine kleine Diskrepanz zu meinen erhaltenen Dividenden gibt. Das liegt daran, dass ich 16 Werte erst im laufe des Jahres 2019 gekauft habe und natürlich nicht alle Dividendenzahlungen erhalten habe.

Was bedeutet das nun?

Erst mal nix. Ich gebe meinen Job nicht auf und mach auch sonst so ziemlich alles wie vorher.

Wie lange noch? Mal schauen.

Meinem Chef sage ich immer: Wenn du anfängst mich zu ärgern bin ich hier raus.

Anders ausgedrückt:

Alleine meine Dividenden Einnahmen versetzen mich in die Lage morgen zu kündigen und dann erst mal das zu tun wonach mir ist. Arbeitslos werde ich mich nicht melden.

Wenn ich meine verschiedenen weiteren Einnahmen betrachte, könnte ich jetzt schon mit gemütlichem Polster in Ruhestand gehen.

Und wenn alle Nebeneinnahmen abkacken, würde ich mich auch für 450 Euro in die Tanke stellen und Fluppen und Sprit verkaufen um einen eventuellen Gap auszugleichen.

Ich bin also in der komfortablen Lage, dass ich keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgehen muss.

Und da ich seit fast 20 Jahren von Existenzängsten gejagt werde ist das eine wahnsinnige Erleichterung für mich.

Ich kann das kaum in Worte fassen.

Bleibt zu sagen .. Geld macht nachwievor nicht glücklich (aber das wusstet ihr ja schon). Es macht allerdings weniger unglücklich und nimmt mir einfach den Stress aus dem Kopf etwas zu „müssen“ um meinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

9. November 2019

Fürs Hamsterrad

Ungeplante und doch erreichte Meilensteine im Herbst 2019.

September: 400.000 Euro – Kaufwert
Oktober: 500.000 Euro – Depotwert
November: 100.000 Euro – Wertzuwachs

Nur so als Reminder .. falls es wieder zu ner Weihnachstkorrektur kommt.

Depotwert 2019