getmad erst kommt das fressen, dann die moral
30. Dezember 2017

Take A Walk On The Wilde Side

Die letzten Dividenden des Jahres sind eingetroffen und ich korrigiere nochmal nach oben. Gelandet bin ich schlussendlich bei 11.591 Euro. Ziel für 2017 waren 833 Euro im Monat und geworden sind es 966 Euro.

Ich hänge mich mal an den Garnix dran .. meine Sparquote auf mein Nettogehalt lag bei 74,1%. Bedeutet ich komme mit 26% meines Gehalts über die Runden. Die Sparquote wenn ich meine anderen Einkünfte dazurechne dürfte irgendwo bei über 85% liegen aber ich bin zu faul um das genau auszurechnen.

Was sind die Ziele für 2018?

  • 1050 Euro an Dividenden im Monat wären nett (12.600 Euro gesamt)
  • Depotwert jenseits der 400.000 Euro
  • stabile (gleichbleibende) SEORCH Einnahmen
  • monatliche Ausgaben unter 900 Euro
  • soviel Sport treiben wie 2017
  • wieder mehr reisen
  • Spass im Job wie 2017

Wie erreiche ich das?

  • Dividenden: schätze mal einfach weiter investieren
  • Depotwert: wenn es keine Korrektur gibt, kein Problem
  • SEORCH: ggf. mal doch ein paar neue Whitelabelkunden werben
  • monatliche Ausgaben: Reparaturen am Auto sind hier so eine Variable
  • Sport: ich kann sowieso nicht stillsitzen
  • Reisen: kann zum Kostenfaktor werden, aber ich will noch ein paar Länder sehen
  • Job: wenn mein Chef so bleibt wie jetzt ist alles cool

Im Depotwert stecke ich nicht wirklich drin. Ist mir im Grunde auch nicht so wichtig solange die Dividenden kommen (und die sind mir wichtig). Bei SEORCH sind in 2017 einige Whitelabel Kunden abgesprungen. Bis dato kann ich das nicht kompensieren. Da ich es auch nur als Hobby betreibe ist die Zeit die investieren kann auch begrenzt. Ich bin auch nicht der Sales Guy der Klinken putzt. Mal sehen ..

Ich brauche ein Auto weil ich aufm Dorf wohne. Außerdem habe ich es gern problemlos und darum lass ich Reparaturen immer sofort durchführen. Die Krawallschachtel ist nun auch schon sieben Jahre alt und ich kalkuliere mal mit nem Tausender. 2017 waren es 1500 Euro.

Sport läuft bei mir automatisch (meistens) insofern .. die Zeit habe ich und wenn das Wetter wieder besser wird (ich hasse Nässe) kann ich auch wieder aufs Rad. Eine größere Reise habe ich noch nicht gebucht .. allerdings war ich das letzte mal 2015 länger weg (Sri Lanka und Malediven) wird also mal wieder Zeit.

Meinen Job muss ich nicht machen. Allerdings ist mein Chef ein ganz cooler Chef und ich mag meine Kollegen, außerdem würde ich 80% von dem Zeug welches ich im Job mache auch als Hobby und in der Freizeit machen.

Privat?

Die Beziehung, in welcher ich war, ist 2017 nach fast fünf Jahren zu Ende gegangen. Einerseits schade aber nachdem ich die bittere Pille erst mal geschluckt hatte kann ich die positiven Seiten wieder sehen. Ich bin keiner der an Dingen festhält die nicht mehr funktionieren. Ich bin bereit zu kämpfen und ich kann mich auch ändern. Aber wenn es wirlich nicht mehr funktioniert muss man irgendwann einen Schlußstrich ziehen. Dementsprechend entdecke ich gerade alte Freiheiten wieder .. und ich mag sie 😉

Das Zitat stammt von Helmut Kohl. Nein ich bin kein Kohl Fan .. erkenne aber seine Leistungen durchaus an. Gesagt hat er es schon 1984. Richtig war es immer.

Auf dem Weg zu einem Ziel verliert man sich oft in Details. Das kann so extrem werden, daß man Zeit in Dinge investiert die einen im Grunde nicht weiterbringen. Ich bin Programmier und in meiner Branche gibt es gute und schlechte Software Entwickler. Wie erkennt man nun ob einer gut oder schlecht ist?

Man kann diverse Maßstäbe anlegen:

  • schreibt die Person clevern, kompakten Code?
  • werden Entwurfsmuster eingesetzt?
  • ist der Code durch Kollegen gut wartbar?
  • schafft die Person die Umsetzung des Projekts in der vorgegebenen Zeit?
  • kann die Person sich selbst managen und Probleme lösen oder braucht sie Support?

Wenn nun Wünsch Dir Was wäre würde ich gerne nur Kollegen haben die alle genannten Punkte erfüllen. Aber das ist utopisch.

Mir waren immer zwei Dinge wichtig:

1. Delivern -> Halte deine Deadline und liefere was funktionierendes ab
2. Bau den Scheiß so, daß um Himmels Willen Kollege X auch dran arbeiten kann

Wir nannten das damals immer Trashy rauspusten. Bedeutet so viel wie .. hacke den Code runter, muss nicht hübsch sein .. Hauptsache fertig .. die Bugs fixen wir schon noch.

Ob das nun im allgemeinen richtig oder falsch ist hängt sehr vom Projekt und der Aufgabenstellung ab. Ich schreibe gerne sauberen eloquenten Code. Aber ich habe nicht immer die Zeit oder die Leichtigkeit dafür.

Ich habe angefangen dieses (ich nenne es mal) Trashy Pattern auf mein Leben zu übertragen.

Fakt ist:

  • 100% Perfektionismus .. schöne Sache .. aber wirklich notwendig?
  • Für die meisten Dinge reicht 80% Perfektionismus (vgl.Paretoprinzip)
  • der Aufwand um 100% zu erreichen steht in keinem Verhältnis zur Zeit und Energie die dafür notwendig sind
  • Nerven die es kostet wenn man sich 100% vornimmt aber diese nicht erreicht
  • gut ist was funktioniert

Viele Menschen überanalysieren, wägen Entscheidungen wochenlang ab und tun sich wahnsinnig schwer zu Potte zu kommen. Ob sie einen Fernseher kaufen, ein Auto, ETFs oder Aktien ist dabei egal. Alles muss wohl durchdacht und lange überlegt sein. Alle Fakten müssen gesammelt werden und in die Entscheidung einfließen.

Während ich früher auch so gehandelt habe, halte ich das heute für maximalen Bullshit.

Warum?

  • mir werden NIE alle Fakten bekannt sein die notwendig wären um eine 100% Entscheidung zu treffen
  • ich werde definitiv IMMER Punkte übersehen (auch wenn ich glaube ich habe alles bedacht)
  • ich kann die Zukunft nicht antizipieren
  • meine Entscheidung mag also heute richtig sein, aber was ist morgen?
  • ich bin nicht der schlauste Mensch, und es gibt immer Leute die mehr wissen
  • und was ist wenn doch Zombies den ganzen Laden überrennen?

Ich nehme mir durchaus Zeit wenn ich etwas Neues kaufen möchte, sei es ein Investment in Aktien, nen neuen Rechner oder ein neues Küchenmesser. Aber ich darf das Ziel nicht aus den Augen verlieren. Muss ich das beste Messer der Welt kaufen oder reicht eins mit dem man gut Gemüse schneiden kann? In welcher Zeit treffe ich meine Entscheidung?

Ich habe schon „schlechte“ Messer gekauft, das habe ich irgendwann eingesehen und die Dinger entsorgt und nächstes mal etwas mehr Geld ausgegeben.

Ich habe auch schon „schlechte“ Investments gemacht, ich habe das irgendwann bemerkt und meine Entscheidung revidiert. Ein Großteil meiner Investments ist aus meiner Sicht aber „gut“ und führt mich mittelfristig an mein Ziel. Habe ich wider erwarten ins Klo gegriffen stehe ich zu meinem Fehler, verkaufe das Papier und bin nächstes mal schlauer.

Mein Ziel ist nicht die beste Aktie / Firma der Welt im Depot zu haben, ich will ein Depot welches solide ist und kontinuierliche Dividenden liefert. Sind da nun ein paar Äpfel drunter die nicht so hübsch sind .. egal .. solange sie nicht zu faulen anfangen ist alles gut.

Etwas 80% Überlegtes zu tun ist besser als gar nichts zu tun .. das ist meine Erfahrung.

btw.
der Begriff Trashy Pattern erschien zum ersten mal am 21.12.2017 auf getmad.de

12. Dezember 2017

Dividenden 2017

Das Jahr neigt sich dem Ende und während ich noch ein paar Dividendenzahlungen erwarte kann ich doch ein Fazit ziehen.

Im Jahr 2017 habe ich bis dato 11.000+ Euro netto Dividenden kassiert (es werden wahrscheinlich noch so 11.300 Euro). Macht pro Monat etwa 915 Euro (mein selbst formuliertes Ziel waren 833 Euro / Monat bzw. 10.000 Euro im Jahr). Brutto nur der Vollständigkeit halber: ca. 14.500 Euro.

Das ist insofern cool da es meine Fixkosten im Grunde komplett deckt. Alle Dividenden waren mehr oder weniger stabil und es war keine Einmalzahlung dabei.

Wie war das in den letzten Jahren?

  • 2016: €8565 / Jahr bzw. €713 / Monat
  • 2015: €7439 / Jahr bzw. €619 / Monat
  • 2014: €5918 / Jahr bzw. €493 / Monat
  • 2013: €4040 / Jahr bzw. €336 / Monat

Wobei es in diesen Jahre auch einige Einmalzahlungen gab.

Alles in Allem waren das nun bisher rund 37.000 Euro in fünf Jahren. Oder ein gut ausgestatteter 3er BMW. Nächstes Jahr dann hoffentlich die 12.000+ Euro.

Und JA .. Geld macht nicht glücklich .. aber es ist ein zentraler Faktor über den ich mir zumindest keine (oder wenig) Gedanken machen muss.

28. November 2017

Recon

Im Jahr 2005 habe ich mir mein erstes Apple Gerät gekauft. Damals ein iPod (Classic). Das lag unter anderem daran, daß ich Musik mag und dementsprechend meine Musik gern dabei habe. Da mir User Interface, Verarbeitung usw. sehr gut gefallen haben folgten in den nächsten Jahre diverse weitere Apple Produkte. Von iMac, MacBook Air, MacBook Pro bis hin zu diversen iPhones war alles mal am Start.

Den iPod habe ich abgeschafft als ich ein iPhone mit 16GB gekauft habe, den iMac als ich auf ein MacBook Pro gewechselt bin. Ich hab diverse Iterationen von Apple Geräten mitgemacht und war offensichtlich immer zufrieden. Es gab auch lange keine wirklichen Alternativen. Microsoft hatte es sich auf dem Desktop mit Windows Vista so ordentlich verkackt. Ein Linux Desktop funktioniert (für mich) bis heute noch nicht zufriedenstellend. Beim Smartphone war es ähnlich. Die ersten Android Versionen waren furchtbar. Erst zu Zeiten des iPhone 4 wurde Android dann doch ne Alternative für mich.

Mutig habe ich dann vom iPhone 4 auf ein Android Gerät gewechselt. Grund war in erster Line der Preis. Ein (zum iPhone 4s) vergleichbares Android Smartphone kostete damals etwa die Hälfte. Für mich erfüllte es aber den selben Zweck. Daneben hänge ich keiner Doktrin an ohne die zumindest ab und zu mal zu hinterfragen.

Was im Grunde bedeutet, daß Apple aus meiner Sicht immer noch hervorragende Hard- und Software baut, ich aber keine Lust habe die Kohle dafür auf den Tisch zu legen, zumindest bei Smartphones.

Meine Firma stellt mir einen Arbeitsrechner. Ich kann mir aussuchen was ich haben möchte und arbeite seit dem auf diversen Generationen von MacBook Pros. Aus meiner Sicht der beste Laptop den man für Geld kaufen kann. Auch wenn er mit der selben Ausbaustufe 30 – 50% teurer ist, als ein vergleichbares Windows Gerät.

Nun ist mir vor einigen Wochen am MacBook eine Taste kaputt gegangen. Da ich (eigentlich) handwerklich nicht auf den Kopf gefallen bin habe ich versucht die Taste selbst zu reparieren.

Fataler Fehler.

Schon beim entfernen der Taste kann einer der Haken abbrechen wenn man die Taste von der falschen Seite her heraushebelt. Das Ende vom Lied war, daß ich drei Tasten kaputt gemacht habe inkl. des Butterfly Mechanismus. (Offensichtlich bin ich doch ein Idiot).

Gut .. ich stehe zu meinen Fehlern und bin zum Gravis (Autorisierter Apple Service Partner) marschiert. Dort hat man mir dann glaubhaft versichert, daß es nicht vorgesehen ist die Einzeltaste zu reparieren. Die Tasten sind eingeklebt und können dementsprechend nicht getauscht werden. Vielmehr muss das komplette Topcase (Alugehäuse, Touchbar, Batterie) getauscht werden.

Preis: An die 600 Euro.

Nicht falsch verstehen. Ich wäre bereit gewesen für meine eigene Blödheit und das Fixen so 100 – 150 Euro zu bezahlen. Aber 600 Euro für drei kaputte Tasten .. GEHTS NOCH? Eine komplette Austauschtastatur bei nem Lenovo bekomme ich für 80 Euro.

Frustriert bin ich nach Hause marschiert, hab mir ohne nachzudenken einen Dell XPS (Variante: Unten Rechts) gekauft und das MacBook auf die Seite gestellt.

Seit dem arbeite ich wieder unter Windows 10.

Whoooot? Ist doch ein Firmengerät?

Stimmt schon und die Firma bezahlt auch die Reparatur. Allerdings finde ich eine Ersatzteilpolitik bei welcher ein defekter 50 Cent Artikel zu einer mehrere hundert Euro hohen Rechnung führt extrem scheiße. So scheisse das ich KEINE Lust habe dem Hersteller zukünftig auch nur einen Cent meiner Kohle zu geben. Und somit besitze und nutze ich derzeit kein Apple Gerät mehr.

Drawbacks?

Ja .. ist alles nicht so hübsch im OS. Ein paar Shortcuts muss man sich erst wieder neu beibringen und Apple hat das mit dem Touchpad einfach besser drauf. Aber was solls. Nach einer Woche bin ich Windows 10 prima zurande gekommen. Ich mag sogar einige Features welche es auf MacOS nicht gibt .. und arbeiten kann man damit genau so gut.

Gesinnung: Breaking Chains

10. November 2017

Die Tankstelle

Ich wohne auf nem Dorf. Die nächste Stadt ist einige Kilometer entfernt. Darum brauche ich ein Auto. Das will ab und zu getankt werden .. ihr kennt das. Vor einigen Jahren hat auf dem Weg zu Stadt eine neue Tankstelle aufgemacht, genau auf dem Weg in die Stadt. Ideal zum tanken ohne einen Umweg fahren zu müssen um an das begehrte Nass zu kommen. Mein Problem ist nur: Ich meide diese Tankstelle wie der Papst den Puff (oder zumindest versuche ich es .. auch wie der Papst).

Warum ist das so?

Sprit ist Sprit und wegen ein paar Cent einen Umweg fahren finde ich nicht sonderlich clever. Ich weiß auch gar nicht ob die Tanke besonders teuer oder billig ist. Es ist was anderes was mich stört.

Die Tankstelle hat seit einigen Monaten einen sogenannten Tankwart. Also wenn ich an die Zapfsäule fahre und aussteige steuert dieser Mensch (meist ein älterer Herr) schon auf mich zu und versucht mich in ein Gespräch zu verwickeln. Er will mir irgendwelche Serviceleistungen andrehen und mir was zusätzlich verkaufen. Das Gespräch startet jedes mal gleich. Er frägt mich wie viel PS mein Auto hat und das seine Tochter das selbe Modell fährt (Ich steh auf Frauenautos). Das geht mir so auf den Zeiger das ich schon in Stress komme wenn meine Tanknadel gen Null geht und nur diese Tankstelle in der Nähe ist.

Jedes mal wenn ich den Herrn schon anlaufen sehe bereue ich es, daß ich die Tankstelle angesteuert habe. Ich will nicht zu einen Gespräche gezwungen werden. Auch kann ich ganz gut alleine tanken (so schwer ist das ja nicht) und ob ich eine Autowäsche benötige kann ich auch noch selbst herausfinden.

Höflich wie ich erzogen wurde antworte ich ganz nett auf seine Fragen und versuche ihn möglichst schnell abzuwimmeln. Doch das nächste Ungemach ist dann wieder nicht weit. Im Kassenraum wurde vor einiger Zeit ein Labyrinth (ich nenne es The Death Maze) aufgebaut. Man muss auf dem Weg zum Kassenschalter erst diverse Regalreihen ablaufen welche den Weg vom Eingang zur Kasse in etwa verdreifachen. Vor dem Bezahlen werde ich dann regelmäßig darauf hingewiesen, daß heute (wahlweise) Snickers, Mars, M&Ms etc. im Angebot sind und das ich doch welche kaufen könnte. (Der nächste Aldi wo der Schrott die Hälfte kostet ist 400 m entfernt.) Ich lehne wie immer dankend ab.

Das Geld darf der Beschäftigte dann noch nicht einmal selbst kassieren. Man muss es in einen Zählautomaten stecken.

Ich ergreife panikartig die Flucht zu meinem Auto und zuhause brauche ich nach diesem Erlebnis jedes mal ne Stunde autogenes Training. Ich bin aber auch selbst Schuld. Irgendwie schaffe ich es dieses Tankerlebnis nach einer gewissen Zeit zu verdrängen und vier Wochen später beobachte ich mich selbst wie ich wieder diese Tankstelle ansteuere.

Ich hab mir nun fest vorgenommen dies nicht mehr vorkommen zu lassen.

Und die Moral?

Keine Ahnung .. darüber hab ich nicht so viel nachgedacht. Ich frage mich nur wie man es als Tankstelle schaffen kann potentielle Kunden zu vergraulen die noch nicht mal wirklich auf den Preis achten. Verdammt .. ich fahre nun wegen dem Schrottladen extra wieder Umwege .. und das will schon was heißen.

von dem was ich tue .. ?

Im Oktober, respektive Ende September habe ich gegen meine Glaubenssätze (Kauf keine Firmen die im Digitalen Business unterwegs sind) Adobe und Qualcomm Aktien gekauft.

Adobe habe ich gekauft weil auf der größten Online Marketing Messe in Europa (DMEXCO) auf dem Adobe Stand gemunkelt wurde, daß Microsoft ggf. Adobe übernehmen will.

Qualcomm habe ich gekauft da die mehr oder weniger ein Monopol auf Baseband Chips haben.

Beide Branchen nicht mein übliches Jagdgebiet. Adobe zahlt keine Dividende, bei Qualcomm konnte ich mir das mit nem fairen Preis und guter soldier Dividende schönreden. Daneben schafft es kein Qualcomm Wettbewerber aktuell die technologisch zu übertrumpfen. Willst du die beste und schnellste Datenübertragung im Handy haben kommste an Qualcomm nicht mehr vorbei.

Hier die Charts der letzten Wochen:

Adobe ist dank glänzender Zahlen um 20% im Plus. Broadcom hat am Freitag bekannt gegeben, daß sie Qualcomm für 70 Dollar je Aktie übernehmen wollen. Zack 12% Plus.

Beides totale Glückstreffer .. hätte auch genau so gut gen Süden gehen können. Aber auch nett und jetzt schau ich mal was passiert.

Letzten Samstag fand das zweite Treffen der autonomen Finanzwesir Zellen in Karlsruhe statt. Ich war das erste mal dabei und skeptisch was mich da wohl erwarten würde.

Ich kannte keinen und wusste nur das „Dummerchen“ das Treffen sehr sorgfältig organisiert hatte. Frei nach dem Motto: erst mal ankommen, abchecken, Fresse halten und lauschen habe ich mich dazu gesetzt.

Nachdem alle da waren gab es ne kurze Vorstellungsrunde, jeder konnte aber über sich sagen was er wollte und ggf. was seine Interessen und Erwartungen sind. Da haben sich dann auch schon direkt die ersten Gesprächspartner gefunden und irgendwie war man dann auch schon mitten in die Gespräche vertieft.

Vom 22 jährigen Stundenten bis zur 66 jährigen Rentnerin war alles dabei. Die meisten kannten natürlich die üblichen Blogs aus der Szene und man war sich auch schnell einig welche Blogs nen wirklichen Mehrwert bieten und welche man nur zur Unterhaltung liest.

Das Anlagespektrum der Teilnehmer hat wirklich alles abgedeckt. Menschen die konsequent ETFs besparen, Stockpicker, Optionshändler, Immobilienbesitzer, Leute die Kryptowährungen ausprobieren oder in P2P Kredite anlegen bzw. von jedem etwas.

Interessante Lebensläufe, spannende finanzthematische und politische Diskussionen und ein paar Anlageideen gab es zuhauf.

Auf jeden Fall verging die Zeit wie im Flug und ich fands ziemlich geil mal mit Menschen über Geld zu sprechen, das ist ja eher doch ein Thema das im Freundeskreis nicht so fortgeschritten diskutiert wird.

Der Abend hat sich auf jeden Fall gelohnt und ich kann nur jeden ermuntern solch ein Treffen mal zu besuchen.

Ein Danke auch nochmal an Dummerchen, für die ganze Organisation und die Vorbereitung des Treffens!

17. Oktober 2017

Dream Of A Ghost

Bitte das folgende nicht in den falschen Hals bekommen. Ich möchte nicht prahlen. Allenfalls als Motivation verstehen.

Meine finanzielle Reise habe ich mehr oder weniger bei 0 gestartet. Ich habe zwar Geld geerbt (Danke an Oma und Opa). Allerdings habe ich die Kohle 2004 in einen Mini Cooper investiert .. komplett.

Zwischen 2002 und 2008 habe ich dann auch noch den Wert eines VW Golfs in Fahrradteilen versenkt. Daneben war ich auch mindestens zwei mal im Jahr im Urlaub. Gearbeitet habe ich durchgehend. Da ich aber kein Studium sondern nur ne Ausbildung habe, habe ich 2005 beispielsweise gerade mal 1400 Euro netto verdient. Ich musste allerdings auch keine Miete bezahlen.

Das Gehalt wurde über die Jahre mehr, meine Ausgaben sanken aber bzw. stagnierten. Das lag unter anderem daran das ich angefangen habe ein Haushaltsbuch zu führen. Je genauer ich die Kosten aufgeschrieben habe desto mehr wollte ich sie senken. Für mich ist und war das ein Spiel. Wo kann ich Kosten einsparen ohne die Leistung die ich dafür erhalte zu verschlechtern.

Als Resultat waren meine durchschnittlichen monatlichen Ausgaben im Jahr 2015 geringer als im Jahr 2005.

Geld hatte ich am Monatsende immer übrig. Ich habe noch nie einen Dispo benutzt und seit ich denken kann gammeln auf dem Girokonto mindestens 1000 Euro vor sich hin. Alles was diese 1000 Euro überschreitet wandert ins Depot. Wenn sich im Depot ca. 2500 Euro (später 5000 Euro) an Bargeld angesammelt haben, habe ich davon Wertpapiere gekauft.

Das ging auch öfter mal schief, da ich auf die schnelle Kohle aus war. Einsamer Rekord war ein Verlust von 8000 Euro (Gruß an griechische Staatsanleihen, Nokia usw.). Ab etwa 2008 tendierte es aber immer mehr zu Buy & Hold. Ein Zock ist heute die absolute Ausnahme.

Was ist nun in der Zeit passiert?

Man sagt immer die erste Million ist die schwerste (kann ich bestätigen, denn ich hab sie noch nicht).

Die ersten 100.000 Euro waren aber ebenso schwer.

Das erste mal 100K Depotwert hatte ich 2011. Es hat also 7 Jahre gedauert um von 0 auf 100K zu kommen.
Die 200.000 Euro Depotwert habe ich dann 2015 überschritten. Da waren es nur noch 4 Jahre.
300.000 Euro habe ich erst dieses Jahr geknackt. Also 2 Jahre.
Und wenn es keinen Crash gibt schaffe ich die 400.000 Euro nächstes Jahr .. da war es dann nur noch 1 Jahr.

Seit 2004 sind 13 Jahre vergangen und ich war kein Großverdiener (bin ich auch heute noch nicht). Aber man kann eben auch seine Ausgaben optimieren um mehr Geld für andere Dinge zur Verfügung zu haben.

Ich hatte ja schon einige male über die Zukunft der Arbeit geschrieben. Durch Deep Learning, Künstliche Intelligenz, Quantencomputer, hochintegrierte Chips usw. sind Computer in der Lage immer mehr Dinge zu übernehmen für die man vorher Menschen gebraucht hat. Das betrifft nicht nur Supermarktkassen oder die automatische Erkennung und Zuordnung von Rechnungen im Gegenteil .. das geht weiter als viele denken.

Nehmen als Beispiel Drohnen. Und ich meine nicht die Spielzeuge die jeder von uns heute kaufen kann. Sondern Drohnen die vom Militär heute schon eingesetzt werden. Die US Streitkräfte setzten aktuell mehr als 20 verschiedene Typen von Drohnen ein, sowohl zur Überwachung als auch zum Angriff. Diese Drohnen können teilweise autonom fliegen und werden bei Bedarf ferngesteuert. Der Drohnenpilot sitzt also in ner Box irgendwo in Nevada während er Angriffe auf den den I.S. im Irak fliegt.

Das ist keine Utopie sondern Realität. Boeing hat gestern bekannt gegeben, daß sie Aurora Flight Sciences gekauft haben. Eine Firma die sich darauf spezialisiert hat unbemannte und autonome Fluggeräte zu bauen.

Wenn ich nun Lufthansa Vorstand wäre, würden mir schon Zahlen durch den Kopf rattern. Pilot und Co-Pilot sind für einen Verkehrsflug vorgeschrieben und nebenbei auch die best bezahlten Jobs in der Fliegerei. Da ließe sich doch prima Geld sparen.

Ein Verkehrsflug wird zu einem Großteil der Zeit durch den Autopiloten gesteuert. Bedeutet 95% der Flugzeit sitzt der Pilot nur da und schaut den Autopiloten an. Richtig notwendig ist er eigentlich nur am Boden und bei Start und Landung. Und selbst die lassen sich mit manchen Flugzeugtypen schon automatisch durchführen.

Was spricht also dagegen irgendwo ein Control Center zu haben wo 20 Piloten am Boden sitzen und 100 Flüge fernsteuern und eben nur bei Bedarf eingreifen? Technisch möglich ist das schon .. siehe Militärdrohnen. Zumindest kann man sich aber den Co-Piloten fürs erste sparen. Wäre mir als Passagier auch egal ob da ein oder zwei Piloten im Cockpit sitzen. Zack hab ich die Personalkosten bei den Piloten halbiert.

Aber ich muss gar nicht soweit gehen.

Autonome U-Bahnen sind schon heute Realität (Nürnberg) und seit Jahren im Einsatz. Keine neue U-Bahn die nicht drauf vorbereitet ist. Während die Deutsche Bahn immer noch sehr viele neue Lokführer sucht, ausbildet und einstellt würde ich mich als junger Mensch fragen ob der Beruf überhaupt noch Zukunft hat.

Je billiger, zuverlässiger und gewohnter autonome Transportsysteme werden umso mehr werden Firmen sie einsetzen. Warum einen Menschen etwas machen lassen was eine Maschine billiger und mindestens genau so gut wenn nicht sogar besser kann.

Dabei sind für mich autonome Taxis noch das komplizierteste Unterfangen .. weil der generische Straßenverkehr am chaotischsten und unberechenbarsten ist. Natürlich schreien alle, daß sie ihr Leben nicht einer Maschine anvertrauen möchten. Allerdings haben das die Benutzer von Kutschen vor 100 Jahren auch gesagt als das Auto populär wurde.

Aber hey .. stellt euch vor ihr pendelt jeden Tag mit dem Auto eine Stunde die selbe Strecke, jeden Tag die gleichen Ampeln der selbe Stau. Ich hätte liebend gerne ein Auto das mich autonom dorthin bringt und ich kann dann während der Fahrt gefahrlos auf meinem Smartphone rumdrücken.

5. Oktober 2017

Oma

Ein Nachbar ist gestorben. Er war 52 Jahre alt. Angeblich Herzfehler. So richtig traurig bei einem Todesfall war ich bisher zweimal. Vor 20 Jahren als mein Kater eingeschläfert werden musste und als vor ein paar Jahren meine Oma (bei der ich teilweise aufgewachsen bin) gestorben ist.

Sonst berührt mich das Sterben irgendwie nicht. Manchmal denke ich, ich bin auf der Ebene irgendwie kaputt. Ich gehe auch nicht auf den Friedhof um der Toten zu gedenken. Wenn ich an meine Oma denken will tue ich es da wo ich gerade bin. Traurig bin ich dabei allerdings auch nicht wirklich. Ich denke da eher an die Marotten die jeder Mensch hat und muss eher schmunzeln.

Meine Oma kommt (kam) aus einem kleinen Dorf im Schwarzwald. Dort gab es damals eigentlich nur Landwirtschaft. Ich weiß nicht mehr wieso, aber ihre Eltern haben sie zur Buchhalterin ausbilden lassen, während ihre Altersgenossen nach 9 Jahren Hauptschule geheiratet haben und sich dann um den Nachwuchs und den landwirtschaftlichen Betrieb gekümmert haben.

Sie hat dann in einer Firma in der Nähe auch als Buchhalterin gearbeitet. Mein Opa war ebenfalls kein Landwirt sondern Elektriker. Er war selbständig und das ergänzt sich. Neben den fünf Kindern die sich groß gezogen haben, hat mein Opa gearbeitet und meine Oma dann später und mit den Kindern als seine Buchhalterin gearbeitet.

Das lief wohl auch ziemlich gut, denn meine Mutter und deren Geschwister haben ordentlich was geerbt. Opa und Oma waren sparsam. Große Ausgaben gab es nicht. Dinge wurden so lange verwendet und repariert bis sie wirklich hinüber waren. Obst und Gemüse wurden selbst angebaut und mein Opa fuhr einen 20 Jahre alten Opel Kadett Kombi. Sie haben in Ihrem Leben drei Häuser gebaut. Zwei davon vermietet und in einem gewohnt. Das war auch die Altersvorsorge. Das Geld wurde dann auf den Namen der Enkel angelegt, oder in Bundesschatzbriefe bei welchen es damals noch 7-9% Zinsen gab.

Meine Oma war manchmal etwas anstrengend .. wenn sie sich was in den Kopf gesetzt hatte musste das auch erledigt werden. Oft musste ich dann natürlich mithelfen, sie irgendwo hin fahren, mit ihr einkaufen gehen, jenes Beet umgraben, dort den Rasen mähen oder mal 600kg Äpfel ernten. (Äcker hatte sie ne Menge). Bevorzugt auch die steinernen Geranientöpfe zwei mal im Jahr durchs Haus wuchten. Als Teenager habe ich das auch eher widerwillig und oft nur unter Protest gemacht. Trotzdem hat es sich aus finanzieller Sicht immer gelohnt.

Oma hat nämlich die besten Stundenlöhne gezahlt.

Geizig war sie nämlich überhaupt nicht. Kein Besuch bei Oma wo man nicht mit dem Fuffi in der Tasche wieder gegangen ist. Fürs Rasenmähen gabs schon mal nen Hunni und sämtliche Strafzettel die ich bekommen hab hat sie auch bezahlt (Mein Auto war damals auf Sie zugelassen .. günstigere Versicherung .. Geld sparen .. ihr wisst schon.)

Wenn Oma mir Geld gegeben hat dann NIE ohne nen Ratschlag:

Der Erste war immer ne Warnung .. Bub wenn du das Geld so in die Hosentasche steckst verlierst du es .. also schön in den Geldbeutel.

Der Zweite war immer .. Bub tu das Geld schön aufs Sparbuch.

Ja Oma .. mach ich .. immer noch!

5. Oktober 2017

Depot und Kommentare

Ich dachte ich teile das mal .. wegen den Kommentaren hinter den „->“ .. das steht auch so in meinem Verwaltungsspreadsheet ..

  • AbbVie Inc -> Medis: Immunologie, Onkologie, Virologie
  • Aflac Inc. -> Kranken und Lebensversicherung
  • Altria Group -> Kippen und saufen
  • AllianceBernstein -> Reiche reicher machen
  • Amgen Inc. -> Biotech No.1 / Krebsmedis
  • Apollo Commercial Real Estate -> Hypotheken REIT
  • Aurelius -> Heuschrecke
  • Baldwin & Lyons -> Transport und Firmenversicherungen
  • Bank Of Nova Scotia Bank -> Kanada, Bank
  • BASF -> Chemtrails für den Bund
  • Blackstone Group L.P. -> schlimme Heuschrecke
  • BMW Autombil -> selbst schuld wer soviel Geld fürn Auto ausgibt
  • Bombardier Anleihe -> ich mag die C Series
  • Caterpillar -> so geil wie Lego
  • Coca Cola -> Coke Zero Sucht
  • CoreCivic -> Jailbreak
  • Deka Daxplus Max Div -> laaaangweilig
  • Duke Energy Energie -> Energieversorger SC
  • Emerson Electric -> Wettbewerber meines ehemaligen AG
  • Gladstone Capital Corporation -> BDC, MoPa
  • GlaxoSmithKline -> Antidepressiva FTW
  • Global X SuperDividend ETF -> weltweit laaangweilig
  • Harley Davidson -> die VRod siegt geil aus
  • HCP Inc -> Gestorben wird immer
  • Hercules Capital -> Venture Capital
  • iShares DJ Asia Pacific -> laangweilig Asien
  • iShares STOXX Global Dividend -> laangweilig weltweit
  • L Brands -> Victorias Secret, weil ichs kann
  • Main Street Capital -> BDC
  • Marine Harvest -> wegen Überfischung geschlossen
  • MPH Mittelständische Pharma -> wenn ich sehe was manche pro Tag schlucken
  • Muench Rueck -> so langweilig
  • National Retail Properties -> FedEx Immos
  • New Mountain Financial -> sehr Reiche reicher machen
  • Novo Nordisk -> Diabetes Medis siehe CocaCola
  • ONEOK -> Erdgas, wers braucht
  • Peritus High Yield ETF -> Junk Bonds, MoPa
  • Phillips 66 Tankstellen -> JET weil Shell mich nervt
  • Pitney Bowes -> was weiß ich
  • Potash Corp of Saskatchewan -> oder halt K+S
  • PowerShares KBW High Dividend -> laangweilig Finanzsektor, MoPa
  • Procter Gamble -> Gilette, Pampers, die Leute kaufens
  • Realty Income -> REIT, ein MoPa
  • Safety Insurance Group -> Versicherung, Auto
  • Southern Company -> Energieversorger, Georgia
  • SPDR S&P Intl Dividend ETF -> laangweilig Europa, Asien, Kanada, Australien
  • Target -> Aldi Aktien gibts ja nicht
  • TICC -> BDC
  • Tupperware -> Plastikschüsseln halten 100 Jahre
  • T. Rowe Price -> Asset Management
  • United Bankshares Inc. -> Banken Holding
  • Universal Co. -> Tabakhändler
  • Waddell & Reed Financial -> Finanzberatung, Vermittlung, hihihi
  • Welltower Healthcare -> REIT
  • Westwood Holdings -> Kohle für die 1%
  • Williams Sonoma -> Pottery Barn, Haushalt
  • W.P. Carey Inc. -> Business Immobilien REIT
27. September 2017

Hurra wir leben noch VII

Alle sechs Monate schreibe ich was zu meinem Ziel, meine Lebenshaltungskosten durch passive Einnahmen zu decken. Mein erster Artikel dazu war von November 2014. Das war der erste Monat in welchem die Einnahmen aus SEORCH und den Dividenden meine fixen Kosten gedeckt haben.

Das ist nun bald drei Jahre her und das sah in etwa und ganz grob so aus:

  • Passive Einnahmen 2015 (im Schnitt / pro Monat): 2260 Euro
  • Passive Einnahmen 2016 (im Schnitt / pro Monat): 3240 Euro
  • Passive Einnahmen 2017 (im Schnitt / pro Monat): 4200 Euro

2017 ist noch nicht komplett .. aber bis Ende September passt die Zahl. Die SEORCH Einnahmen sind im August auch etwas zurück gegangen da einige Kunden ihre Whitelabel Versionen gekündigt haben. Bringt mich nun aber nicht um den Schlaf.

Ziel ist es immer noch sämtliche Fixkosten durch Dividendeneinnahmen zu decken. Wieviel Vermögen in Wertpapieren ich dazu brauche habe ich hier mal geschrieben. Der Depotwert steht kurz davor. Der Kaufwert liegt aber noch drunter. Ich rechne allerdings mit dem Kaufwert der Wertpapiere da sich hierauf meine Dividendenrechnung bezieht.

Die reinen netto Dividendeneinnahmen haben sich so entwickelt:

  • 2015 (im Schnitt / pro Monat): 540 Euro
  • 2016 (im Schnitt / pro Monat): 710 Euro
  • 2017 (im Schnitt / pro Monat): 970 Euro

Der Schnitt für 2017 wird noch sinken .. aber ich rechne mit so 900 Euro.

Fazit hier

Einen soliden Basis Fuck You Level habe ich damit erreicht und den baue ich jetzt noch etwas aus.

21. September 2017

Wer die AFD wählt ist ..

Bitte geht am Sonntag wählen! Und bitte stimme für eine Partei die nicht menschenverachtend ist. Ganz egal welche. Sogar die FDP ist okay 😉

Wenn du Entscheidungshilfen gegen die AFD brauchst:

https://wir-sind-afd.de/
Hier auch
Sammlung Zitate PDF

Möglicherweise werde ich für diese Wahlempfehlung in 10 Jahren von Zuhause abgeholt und in ein Lager verfrachtet .. wer weiß das schon.

Das mir dieser Gedanke wirklich in den Sinn kommt und ich zwangsläufig an die 1930er Jahre zurückdenken muss, zeigt (mir) irgendwie die Parallelen der AFD zur NSDAP. Noch ist es nicht soweit, trotzdem werden wir zum ersten Mal seit ich lebe wieder eine rechtsradikale Partei in einem deutschen Parlament sitzen haben.

Um die Überschrift zum Abschluss zu bringen .. wer die AFD wählt ist ein dummes, grenzdebiles Arschloch.

31. August 2017

Konsumstreik?

Mein Handy mag nicht mehr so richtig laden. Wenn ich den Mini USB Stecker einstöpsle muss ich schon arg rumwackeln das sich etwas tut. Heute habe ich mich dann nach einem neuen Gerät umgesehen. Nur leider habe ich scheinbar keine Lust eins zu kaufen.

Früher war ich ein Apple Jünger der am liebsten in Ralph Lauren Hemden durch die Gegend gelaufen ist. Es gab sicher Jahre in welchen in ein paar tausend Euro in Klamotten, Schuhe etc. mit schicken Labels investiert habe. In Fahrräder und Fahrradteile habe ich grob überschlagen auch schon 30K angelegt.

Wie gut das Amazon alle Bestellungen archiviert und man diese nach Jahren noch sehen kann. Ich hab wirklich jeden Scheiß gekauft. Dutzende DVDs, CDs, Bücher, Möbel und Kleinmöbel .. ich hab die Kohle halt rausgehauen .. notwendig war vieles davon nicht.

Das ist fast 15 Jahre her ..

Außer einige Fahrräder (meine Achilles Ferse) besitze ich nichts mehr davon. Die DVDs und CDs habe ich sogar verschenkt. Meinen Apple Laptop zahlt mein Arbeitgeber und mein letztes Bike ist ein Firmenfahrrad (siehe Firmenwagen). Das hat hat ein 3500 Euro Preisschild und kostet mich netto 35 Euro im Monat.

Ich lebe grob überschlagen von 10.000 Euro im Jahr, konstant die letzten 10 Jahre und .. ich vermisse nichts, also nichts was man sich für Geld kaufen kann.

In der Zeit entwickelt man ganz unbewusst Gewohnheiten die auf andere Menschen manchmal befremdlich wirken.

Ich zähle mal ein paar davon auf:

  • ich kaufe nur Lebensmittel die ich die nächsten Tage brauche, ich kaufe nie auf Vorrat
  • ich kann micht nicht erinnern wann ich das letzte Mal Lebensmittel weggeworfen habe
  • ich plündere des öfteren den Gemüsegarten meiner Eltern
  • wenn ich keinen Sport mache dusche ich nur alle 3 Tage
  • ich hab noch nie ein DEO benutzt und zum duschen nehm ich Kernseife
  • ich hab 5 Hosen, 5 Hoddies und 15 T-Shirts welche ich regelmäßig trage
  • je 4 Hosen, 4 Hoodies und 5 T-Shirts sind das identische Model
  • meine Winterjacke hat 70 Euro gekostet und ist aus Armeebeständen
  • ich hab 5 Paar Schuhe und 3 paar davon hatte ich seit Jahren nicht an
  • neue Dinge kaufe ich nur wenn alte völlig kaputt sind
  • ich horte nichts und versuche eigentlich dauern was loszuwerden
  • ich habe keine emotionale Bindung zu Gegenständen

Wirkt vielleicht etwas creepy, aber ja, ich hab durchaus soziale Kontakte und Freunde. Es gibt aber sehr wenig Menschen bei welchen es mir wichtig ist was sie über mich denken, viel wichtiger ist aber das mir das so leicht fällt, daß ich heute zum ersten mal seit langem wieder drüber nachgedacht habe.

Ich bin sicher kein Gutmensch der die Welt retten will, der kleine ökologische Fußabdruck kommt von ganz alleine. Ich tue das auch nicht damit ich möglichst viel Geld sparen kann, das ist auch nur ein Nebeneffekt.

Warum tue ich das also?

Ich habe einfach keine große Lust mir über Alltäglichkeiten Gedanken zu machen. Wenn alle Hosen, Shirts und Hoddies gleich sind stellt sich nicht die Frage was ich anziehe. Wenn ich keine Lebensmittel auf Vorrat kaufe, muß ich nicht daran denken was alles noch „im Haus“ ist. Wenn ich mich nicht mit anderen Menschen vergleiche komme ich gar nicht auf die Idee, daß ich das neue Ding XYZ brauchen könnte.

Und das Handy?

Ist ja noch nicht komplett kaputt .. und wenn es soweit sein sollte bestelle ich in Asien wieder einen Xiaomi Chinaböller für 120 Euro.

23. August 2017

Equilibrium

per Definition ein System in welchem alle Dinge ausgeglichen sind ..

Ich erzähle nun zwei Geschichten ..

Geschichte 1: Der Arbeitnehmer

Stell dir vor du hast einen Traumjob. Um diese Arbeit zu machen musst du die Ausbilung selbst bezahlen. Diese ist teuer und kostet dich knapp 100.000 Euro. Nach dieser Ausbildung solltest du einen Job bekommen der gut bezahlt ist. Je nach Arbeitgeber liegt das Einstiegsgehalt zwischen 50.000 und 80.000 Euro im Jahr. Wenn alles gut läuft sind nach ein paar Jahren auch 120.000 bis 200.000 Euro drin.

Nun ist es aber so das in der Branche ein Preiskampf tobt. Sofern du in Europa bleiben willst hast du es schwer eine solche Anstellung zu finden. Du bewirbst dich beim europäischen Marktführer, die laden dich zu einem Gespräch ein und du bekommst den Job.

Die sagen dir aber, daß sie dich nicht direkt anstellen sondern du einen Vertrag bei einer anderen Firma bekommst welche deine Arbeitskraft dann diesem Marktführer zur Verfügung stellt. Diese andere Firma will dich aber nur als selbständigen Subunternehmer anstellen.

Kurzum .. um den Job zu bekommen arbeitest du als selbständiger Unternehmer.

Warum?

Der Marktführer spart sämtliche Sozialleistungen wie Krankenversicherung, Rentenversicherung, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall usw. ein. Er kann sich so sehr günstig deine Arbeitskraft sichern und wenn man dich mal nicht mehr braucht bist du schnell wieder weg.

Du schluckst die bittere Pille weil in deinem Job alles auf Erfahrung basiert. Frisch ausgebildet musst du dringend Erfahrung sammeln. Ohne viel Erfahrung nimmt dich nämlich auch kein anderer Marktteilnehmer.

Da du in diesem Job viel Verantwortung hast solltest du ihn wirklich nur ausüben wenn du 100% gesund bist. Problem hierbei .. da du selbständig bist gibt es kein Geld wenn du nicht arbeitest.

50% deines Gehalts sind variabel und werden direkt von deinem Arbeitnehmer bestimmt. Du kannst es selbst nicht beeinflussen. Die Vorbereitung auf deinen Job wird nicht als Arbeitszeit anerkannt und auch nicht bezahlt. Dein Arbeitgeber kann dich ohne große Vorwarnung überall in Europa einsetzen. Wenn keine Aufträge da sind kannst du einfach so in unbezahlten Urlaub geschickt werden.

Außerdem führt dein Arbeitgeber interne performance Listen. Diese sind für alle Kollegen einsehbar. Sie zeigen wer dem Arbeitgeber bei der Ausübung des Jobs am meisten Geld spart und eben auch welcher Kollege Ressourcen „verschwendet“.

Die Gehälter deiner Kollegen bewegen sich allesamt am unteren Limit der Branche. Manche verdienen weniger als den gesetzlichen Mindestlohn.

Geschichte 2: Der Marktführer

Du bist Chef einer Firma die über 20% Umsatzrendite macht und das in einer Branche in der andere erfolgreiche Wettbewerber knapp über 5% Rendite schaffen. Du hast in 20 Jahren den Markt planiert. Du bist von ein paar hundert auf 11.000 Angestellte gewachsen. Machst 2016 6,5 Milliarden Umsatz und 1,3 Milliarden Gewinn. Du hast 117 Millionen Kunden. Vor 20 Jahren waren es nicht mal zwei Millionen.

Filialen öffnest du zu 90% nur an Orten welche dir massive Subventionen zugestehen. Du verlangst von diesen Orten über Jahre hohe Marketingzuschüsse. Sollten die Subventionen weniger werden schließt du deine Filiale und ziehst in den nächsten Ort. Deine Kunden behandelst du wie Legehennen. Dein Produkt ist im besten Fall befriedigend, dein Kundenservice ist mangelhaft und du verlangst für alles extra Gebühren.

Trotzdem wächst die Anzahl deiner Kunden weil du einfach der billigste Anbieter bist. In dieser Branche ist billig alles. Kaum jemand ist bereit für ein besseres Produkt mehr zu bezahlen. Deine Kunden lassen sich mieß behandeln weil sie einfach Geld sparen.

Ein Großteil der anfallenden Kosten in deiner Branche ist für alle Wettbewerber gleich. Diese fallen an und lassen sich nicht reduzieren. Die variablen Kosten sind deine Angestellten, die Qualität deines Produkts und der Standort bzw. die laufenden Kosten deiner Filialen.

Deine Angestellten beutest du aus. Deine Filialen wechselst du (sofern notwendig) wie andere ihre Unterwäsche und dein Produkt ist gelinde gesagt scheisse. Du wächst pro Jahr um 10% – 15%. Ein Ende ist nicht abzusehen.

Trotzdem sind diverse deiner Wettbewerber (u.a. wegen dir) mittlerweile insolvent bzw. massiv angeschlagen. Allesamt Wettbewerber die nicht sooo viel teurer sind als du, ihre Angestellten etwas fairer behandeln und auch ein besseres Produkt haben.

Ja und .. ist doch nur eine Geschichte?

Nein. Der Marktführer ist Ryanair und der Angestellte jeder frisch ausgebildete Co-Pilot der dort anfängt. Seine Kollegen sind Flugbegleiter. Alles was da oben steht ist Fakt und lässt sich leicht nachrecherchieren.

Das ist halt die Krux mit der Liberalisierung von Märkten. Sie kann Märkte effektiver machen und Preise senken. Man sollte aber nicht außer acht lassen zu welchem Preis. Ryanair nutzt jedes Loch in den Gesetzen. Nichts von dem was sie machen ist aktuell illegal. Die EU ist zu träge um zu agieren. Wenn eine Gesetzeslücke geschlossen wird hat Ryanair schon wieder drei neue gefunden.

Am Rande .. wenn Ryanair jedem seiner Angestellten 10.000 Euro mehr pro Jahr zahlen würde, würde der Gewinn um 110 Millionen Euro sinken.